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IQ-Test für Kinder: Was Eltern unbedingt wissen sollten!

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 22. September 2019

Über einen IQ-Test ihres Kindes denken Eltern nach, wenn ihr Kind Über- oder Unterdurchschnittliches leistet, beispielsweise in der Schule. Aber wann sollte man wirklich einen IQ-Test machen lassen, wie läuft er ab, wo kann man ihn machen und was verrät das Ergebnis? Wir haben Antworten.

Kinder durchlaufen verschiedene Entwicklungsstufen in ganz individuellem Tempo. Während die einen motorische Champions sind und schon mit 10 Monaten laufen, sind andere Spitzenreiter beim Spracherwerb und brabbeln schon mit 12 Monaten kleine Zwei-Wort-Sätze. Jedes Kind hat seine ganz eigenen Stärken.

Auch beim Thema Intelligenz gleicht selten ein Kind dem anderen. Wenn Kinder weder nach oben noch nach unten aus dem Rahmen fallen, sind Eltern oft wenig besorgt, was die Intelligenz ihres Nachwuchses angeht. Zeigt das eigene Kind aber eine abweichende Intelligenz zu seinen Altersgenossen, beunruhigt Eltern das und sie wollen gern Gewissheit. Ein IQ-Test für Kinder scheint für viele der beste Weg, um dem Kind helfen zu können.

Ein aussagekräftiger Intelligenz-Test für Kinder ist aber mehr, als eben schnell den Computer öffnen, einen Online-Test zu suchen und diesen mit dem Kind zu machen. Wir verraten euch, wie ein richtiger IQ -Test für Kinder aussehen sollte, wo ihr ihn machen könnt und was die Ergebnisse bedeuten.

Wann sollte man einen IQ-Test bei Kindern machen?

Niemand sollte einen 'echten' IQ-Test für Kinder zum Spaß machen, denn das Ergebnis bleibt Eltern und Kind im Kopf. Läuft alles gut in der Schule, stimmen die Noten und wirkt das Kind ausgeglichen und zufrieden, dann kann ein überraschendes Ergebnis (weil es vielleicht niedriger ausfällt als gedacht) die zukünftigen Leistungen des Kindes negativ beeinflussen.

Vermuten Eltern, dass ihr Kind begabter oder weniger begabt ist als andere Kinder, dann kann ein IQ-Test sinnvoll sein.

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IQ-Test im Kindergartenalter

Es ist möglich, bereits im Kindergartenalter einen IQ-Test durchführen zu lassen. Es gibt angepasste Tests für verschiedene Altersgruppen. Wichtig ist, dass das Kind mit einer Testsituation umzugehen weiß. Es sollte verstehen können, dass es in einem gewissen Rahmen 'mitarbeiten' muss.

Außerdem ist das Ergebniss eines IQ-Tests abhängig von der Verfassung des Kindes. Gerade bei kleineren Kindern kann es deshalb sinnvoll sein, einen IQ-Test nach einer gewissen Zeit zu wiederholen. Denn Kinder entwickeln sich sowohl seelisch als auch kognitiv rasend schnell. Ein Testergebnis ist in jungen Jahren deshalb oft zeitlich begrenzt gültig.

IQ-Test für Kinder ab dem Schulalter

Ein Intelligenztest für Kinder ist in jedem Alter möglich und dann sinnvoll, wenn das Kind zeigt, dass es in seiner aktuellen schulischen Position unter- oder überfordert scheint.

Wo macht man einen guten IQ-Test für Kinder?

Wer das Gefühl hat, dass sein Kind über- oder unterdurchschnittlich intelligent ist, sollte im ersten Schritt ein Gespräch mit dem Klassenlehrer (bei jüngeren Kindern mit dem Betreuungspersonal des Kindergartens) und dem Kinderarzt führen. Sowohl der Lehrer als auch der Kinderarzt können die Leistung des Kindes in einem größeren Rahmen betrachten.

Empfehlen Lehrer und Kinderarzt einen IQ-Test des Kindes, sollte man sich unbedingt an Experten wenden, um den IQ bestimmen zu lassen. Anlaufstellen für einen seriösen Test sind:

- sozialpädiatrische Zentren
- Erziehungsberatungsstellen
- Schulpsychologen
- Psycholgen oder Psychiater in freien Praxen
- Kinderärzte mit Zusatzausbildung in Psychotherapie

Eltern, die bei ihrem Kind eine Begabung, bzw. Hochbegabung vermuten, können sich zudem auf der Internetseite der 'Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V.' informieren.

Was sagt der Intelligenz-Quotient aus?

Ein Intelligenztest sagt in aller erster Linie etwas über die intellektuelle Begabung eines Menschen aus und ermöglicht es, die Höhe der Intelligenz zu ermitteln. Ein IQ-Test für Kinder sagt aus, wie hoch der IQ des Kindes im Vergleich zur Altersnorm ist.

Zudem vermag ein guter IQ-Test noch mehr. Er kann auch Auskunft über Stärken und Schwächen des Kindes geben und so auch als Erziehungshilfe für Eltern dienen.

Die unterschiedlichen IQ-Werte lassen sich wie folgt einordnen:

IQ-Wert Bedeutung
70 - 84 unterdurschnittlich intelligent
85 - 99 unterer 'Normalbereich'
101 - 114 oberer 'Normalbereich'
115 - 129 überdurchschnittlich intelligent
130 - 145 hochbegabt

Wie das Bundesamt für Bildung und Forschung in einer Broschüre zum Thema 'Begabte Kinder finden und fördern' aufführt, erreichen die meisten Menschen (gut 2/3 der Bevölkerung) einen IQ zwischen 85 und 115. Dieser Bereich gilt als 'Normalbereich'. Nur ein geringer Teil der Bevölkerung, genauer 2,28 Prozent, hat einen sehr niedrigen IQ (unter 70) oder einen sehr hohen (über 130).

Welche IQ-Tests für Kinder gibt es?

Ein anerkannter Intelligenztest für Kinder zwischen 3,5 und 7,5 Jahren ist BIVA (Bildbasierter Intelligenztest für das Vorschulalter). Er gibt Hinweise darauf, ob ein Kind begabt oder hochbegabt sein könnte. Die Aufgaben teilen sich in Bereiche, die die Kinder mit Hilfe ihres Alltagslebens lösen sollen und jene, die über das Alltägliche hinaus gehen und Kinder animieren sollen, andere, unbekannte Lösungen zu finden.

Für das Alter zwischen 3 und 7 Jahren gibt es zudem den 'Wechsler Preschool and Primary Scale of Intelligence'-Test (WPPSI-III). Der ist in sich noch einmal unterteilt, um die große Altersspanne abzudecken und den Kindern Aufgaben, die ihrem Alter entsprechen, anzubieten. Getestet werden die allgemeine Intelligenz und Leistungsfähigkeit im verbalen und kognitiven Bereich.

Für Kinder im Alter zwischen 6 und 16 gibt es zur Ermittlung des IQs die 'Wechsler Intelligence Scale For Children' (WISC). Sie kommt in Deutschland, aber auch weltweit, am häufigsten zum Einsatz, um den IQ bei Kindern zu ermitteln. Der Test selbst unterteilt sich in viele Einzeltests, um ein möglichst umfangreiches Bild der Intelligenz des Kindes zu erhalten. Dazu gehören Tests zum Sprachverständnis, zu logischem Denken, zur Gedächtnisleistung und zur Geschwindigkeit der Verarbeitung von Informationen.

Im Alter zwischen 6 und 15 gibt es zudem den 'AID 3' Test. Auch dieser unterteilt sich in viele Untertests, zum Beispiel zu logischem Denken, Merkfähigkeit oder sozialer Sensibilität. Mit Hilfe dieses Tests lässt sich genauer ermitteln, welche starken, schwachen und normale Fähigkeiten das Kind hat.

Noch mehr anerkannte Testverfahren zur Ermittlung des IQs bei Kindern findet ihr auf der Seite des 'Instituts für das hochbegabte Kind'.

Wie viel kostet ein IQ-Test für Kinder?

Die schlechte Nachricht direkt vorne weg: Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für einen IQ-Test für Kinder nicht. Einen einheitlichen Preis für einen IQ-Test gibt es nicht, denn die Kosten sind immer abhängig vom Testverfahren, der Anzahl der Testverfahren und von der Institution, in welcher der Test durchgeführt wird.

Am besten informiert man sich bei einem telefonischen Gespräch über eventuell anfallende Kosten oder Möglichkeiten der Förderung.

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