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Warum Neugier für Kinder so wichtig ist und wie ihr sie darin bestärken könnt!

von gofeminin Veröffentlicht am 11. Juni 2018
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Neugier gilt als angeborener Lernmotor, den alle Kinder haben. Leider verliert sich dieser oft im Laufe des Lebens und daran sind wir Erwachsenen nicht ganz unbeteiligt. Dabei hilft Neugier Kindern nicht nur beim Lernen, sondern fördert eine ganze Reihe wichtiger Fähigkeiten. Wie ihr die Neugier eurer Kinder fördert und ihnen dabei helft, sie nicht zu verlieren, verraten wir euch in 4 Punkten.

Schon Babys wollen die Welt erkunden. Sie fangen klein an und entdecken erstmal ihr Umfeld mit den Augen, aber schon nach 4 bis 5 Monaten wandert alles, was sie sehen können und sich in greifbarer Nähe befindet, unmittelbar in die Hände und den Mund. Auch das ist nichts anderes, als der Versuch, ihre Welt zu begreifen und zu erkunden - und das passiert noch lange bevor die Warum-Phase einsetzt.

Noch in der Generation unserer Eltern wurde Neugier bei Kindern oft abgestraft. Sätze wie "Sei nicht so neugierig" und "Du musst aber auch alles wissen" waren sehr weit verbreitet. Heute wandelt sich das Denken von Eltern und auch Psychologen sind sich einig, dass die Neugier für die kindliche Entwicklung wichtig ist. Warum Eltern diesen Wissensdurst ihrer Kinder also nicht unterdrücken sollten und wie sie ihn sogar fördern können, verraten wir euch hier.

Neugier fördert Selbstständigkeit

Alle Eltern wünschen sich, dass sie ihre Kinder zu selbstständigen Menschen erziehen, die nicht davon abhängig sind, dass andere ihnen helfen. Neugier spielt dabei eine wichtige Rolle. Denn die Neugier treibt sie an, Dinge einfach mal auszuprobieren und das oft auf ihre ganz eigene und individuelle Art. Und dank ihrer Neugier geben Kinder nach dem ersten oder zweiten gescheiterten Versuch nicht auf, sondern versuchen sich vielleicht noch an einer dritten und vierten Variante. Und wenn Kinder schließlich um Hilfe fragen, dann wollen sie vorher auch ganz genau wissen, warum all ihre Versuche bisher gescheitert sind.

Ein neugieriges Kind wird also selbstständig handeln, anstatt darauf zu hoffen, dass jemand anderes sich um sein Problem kümmert.

Wie ihr Neugier und Selbstständigkeit bestärken könnt:

Eine Sache, in der Erwachsene meist nicht sehr gut sind, die für die kindliche Entwicklung jedoch sehr wichtig ist, ist fantasievolles Spiel. Beim fantasievollen Spiel oder auch Rollenspiel können Kinder nicht nur das nachstellen und verarbeiten, was sie im Alltag erlebt haben, sondern sie können auch Unbekanntes ausprobieren und durchspielen. So lernen sie, eine Situation zu durchdenken, auch wenn sie diese noch nicht selbst erlebt haben. Das wiederum kann ihnen helfen, neue Situationen in Bezug auf ihre Person und ihr Verhalten richtig einzuschätzen. Ein Kind, das Vorstellungskraft hat, kann sich ausmalen, wie sich eine Situation entwickeln könnte. Sie trainieren also ihr Urteils- und Problemlösungsvermögen.

Erwachsene können ihren Kindern dabei helfen, in dem sie ihnen die Möglichkeit zum Rollenspiel geben, zum Beispiel mit einem Spiel-Set wie dem 'Little People Bauernhof' von Fisher-Price. Sowohl kleine Mädchen als auch kleine Jungs lieben Tiere und können mit den niedlichen Figuren eine eigene kleine Welt erschaffen. Wenn sie Tieren und Figuren Aufgaben geben und Dialoge zwischen den Charakteren stattfinden lassen, trainieren sie ihre Sprach- und Denkfähigkeiten. Außerdem lernen Kinder spielerisch Empathie zu entwickeln, wenn sie zum Beispiel ihre Tiere streiten und sich wieder vertragen lassen. Die Entdeckerknöpfe laden die Kinder buchstäblich dazu ein, immer wieder neue kleine Details zu entdecken. Sie können Küken schlüpfen lassen, Stalltüren öffnen und Liedern und Sätzen lauschen.

Lernen macht Kindern Spaß

Neugier treibt Kinder immer wieder dazu an, neue Dinge zu erkunden und somit auch neue Dinge zu lernen. Kinder brauchen ihre Neugier also, um Erfahrungen zu sammeln, ihre Entwicklung dadurch voranzutreiben und eigenständig zu werden.

Nehmen wir also an, ein Kind läuft aus Neugier zu einem kleinen Teich und entdeckt dort Kaulquappen. Jetzt freut es sich, weil es noch nie Kaulquappen gesehen hat. Die Freude über diese Entdeckung hat das Kind nun also in seiner Neugier bestärkt. Jetzt läuft es jeden Tag aufs Neue zu diesem Teich und entdeckt, dass die Kaulquappen plötzlich Beine haben. Das Kind stellt Fragen und lernt, dass die Kaulquappe jetzt zum Frosch wird. Dieses neugewonnene Wissen schenkt dem Kind wiederum Selbstvertrauen, um weiter zu forschen.

Das Kind hat also festgestellt, dass Lernen Spaß macht und man sich mit neuem Wissen gut fühlt. Diese positive Bestärkung führt dann dazu, dass es weiterlernen möchte. Jetzt will es vielleicht auch wissen, wie andere Tiere aufwachsen.

Wie ihr den Spaß am Lernen fördern könnt:

Auch wenn die Phase der endlosen Fragen manchmal ganz schön anstrengend werden kann: Es ist wichtig, dass Eltern in dieser Zeit Geduld beweisen und ihren Kindern diese Fragen so gut sie können und dem Alter des Kindes entsprechend beantworten. Dabei erwartet niemand, dass ihr immer alles wissen müsst. Wenn euch euer Kind fragt, warum das Licht angeht, wenn es auf den Lichtschalter drückt, müsst ihr nicht sofort den Stromkreis parat haben. Ihr könnt euren Kindern ruhig zeigen, dass auch ihr nicht alles wisst und manche Dinge nachgucken müsst. Dann könnt ihr gemeinsam herausfinden, wie etwas funktioniert.

Aus Neugier entsteht Kreativität

Aus der Neugier entwickelt sich oftmals auch eine weitere essentielle Fähigkeit, von der Kinder auch in ihrem späteren Leben profitieren können: Kreativität. Die kindliche Neugier und ihr Forscherdrang treibt Kinder an, sich in neue und unbekannte Situationen zu stürzen. Sie suchen Herausforderungen und wollen die Welt entdecken. Dank ihrer Neugier erweitern Kinder ständig ihren Horizont. Sie bauen aus einem Karton eine Höhle, benutzen den leeren Joghurt-Becher als Telefon oder machen den Stuhl kurzerhand zum Boot. Sie lernen, dass Dinge und Sachen nicht nur einen Verwendungszweck haben. Dass man manches ganz anders verwenden kann, als man es bisher getan hat. Kinder sind die geborenen Forscher. Und ihre Kreativität bringt sie nicht nur im Kindesalter immer weiter, sondern ist auch in ihrem Erwachsenenleben wichtig.

Wie ihr die Kreativität eures Kindes bestärken könnt:

Eltern sollten darauf achten, dass Kinder Spielsachen haben, die sie frei manipulieren können. Das bedeutet: Kinder brauchen Spielzeug, das sie unterschiedlich einsetzen und zweckentfremden können. Bauklötze, Stapelboxen, aber auch Malfarben und Papier bieten Kindern viele verschiedene Spielmöglichkeiten, bei denen sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen können.

Das Baby, das großen Spaß dabei hat, verschiedene Bauklötze in den Mund zu nehmen und mit einem lauten Knall in den dazugehörigen Eimer zu werfen, kann dieselben Bauklötze später als Kleinkind mit in den Sandkasten nehmen. Bauklötze wie 'Babys erste Bausteine' von Fisher-Price haben eine hohle Form, sodass sie später auch als Förmchen für Sandkuchen benutzt werden können.

Das Baby lernt also, dass der sternförmige Bauklotz auch durch das sternfömige Loch passt und als Kleinkind kann es dann ein sternförmiges Türmchen fürs Sandschloss daraus bauen - oder ein paar Jahre später als größeres Kind im Rollenspiel eine Pferdetränke daraus machen.

Neugierige Menschen haben Erfolg

Unsere Geschichte wurde schon immer von den Menschen geprägt, die gefragt haben, warum etwas so ist, wie es ist. Geht nicht, gibt es bei neugierigen Menschen nicht. Deswegen sind es auch genau die neugierigen Menschen, die sich trauen, neue Gebiete zu erkunden. Sie lassen sich nicht damit abspeisen, dass andere ihnen sagen, wie etwas zu funktionieren hat. Sie wollen selbst wissen, wie etwas funktioniert, ob etwas funktioniert und nicht zuletzt auch, warum etwas funktioniert. Schließlich hat noch niemand etwas Neues entdeckt, in dem er das versucht hat, was alle anderen auch schon probiert haben.

Wie ihr die Neugier eures Kindes bestärken könnt:

Erlaubt euren Kindern, Dinge selbst auszuprobieren. Kinder lernen viel mehr, wenn sie selbst feststellen, dass etwas nicht auf Anhieb klappt, als wenn Mama und Papa ihnen dies sagen. Der Prozess von Versuch über Fehlschlag bis zum erneuten Versuch und schließlich zum Gelingen ist unglaublich wertvoll für die kindliche Entwicklung. Ihre Neugier wird dabei durch das Erfolgserlebnis ganz automatisch bestärkt. So lernen Kinder, dass eine Niederlage nicht das Ende ist, sondern lediglich ein weiterer Versuch nötig ist, um zum Ziel zu gelangen. Eltern müssen also nur diesen Prozess erlauben und Kindern so ermöglichen, ihren eigenen Weg zu gehen - auch wenn dieser mal etwas ungewöhnlicher ausfällt.

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