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Ostern erklärt: Warum feiern wir Ostern und warum versteckt ein Hase bunte Eier?

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 21. Februar 2019
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Seid ihr genauso Bibel-unsicher wie ich und fürchtet, dass bald von euren Kleinen die Frage kommt, warum wir eigentlich Ostern feiern? Dann fürchtet nicht länger! Denn wir erklären euch das Osterfest und seine Bräuche kinderleicht!

Kinder sind ganz schön neugierig und das auch in den ungünstigsten Situationen. Denn wenn man gerade gemeinsam am Abendbrottisch sitzt, beherzt in sein Brot gebissen hat und plötzlich die Frage, "Mama, warum feiern wir eigentlich Ostern?" aus dem Kindermund zu einem hinüber schallt, muss man ganz schön aufpassen, dass man sich nicht verschluckt.

Wer von uns eher fern der Kirche aufgewachsen ist, dann stammelt vielleicht noch zusammen, dass Jesus am Karfreitag gestorben und am Ostersonntag auferstanden ist. Und dass wir mit dem Osterfest eben diese Auferstehung feiern. Aber dann darf das neugierige Kind um Himmels Willen nicht weiter fragen, warum Jesus sterben musste oder warum der Osterhase an diesem Tag bunte Eier versteckt.

Um euch vor diesem Moment der schieren Panik zu bewahren und euch mit einer leicht verständlichen - aber trotzdem umfassenden - Antwort auf die Kinderfragen auszustatten, wollen wir euch verraten, wie ihr euren Kindern das Osterfest und seine Bräuche erklären könnt.

Die Ostergeschichte

Um den Kleinen erklären zu können, warum wir Ostern genau so feiern, müssen wir ein bisschen ausholen. Ostern ist für Christen ein besonders wichtiges Fest, denn es feiert die Auferstehung Christi. Aber wie war das alles nochmal laut der Bibel?

An Palmsonntag, dem letzten Sonntag vor Ostern, machte sich Jesus auf den Weg nach Jerusalem, um das Paschafest zu feiern. Das ist eines der wichtigsten Feste für Menschen jüdischen Glaubens. Auch Jesus war Jude.

Bei den Menschen Jerusalems war Jesus schon so etwas wie ein Held, denn er half armen und kranken Menschen. Die Stadtoberhäupter jedoch sahen in Jesus eine Gefahr, weil er von so vielen Menschen verehrt wurde. Sie hatten Angst, ihre Macht zu verlieren. Sie wollten Jesus töten.

Am Gründonnerstag feierte Jesus mit seinen 12 größten Anhängern (auch Apostel oder Jünger genannt) ein Abendmahl. Schon da ahnte er, dass sein Leben in Gefahr war. Judas, eigentlich ein Freund Jesus', verriet den Stadtoberhäuptern gegen Geld, wo Jesus sich aufhielt. Schon am nächsten Tag, also am Karfreitag, wurde Jesus gefangen genommen, an ein Kreuz genagelt und starb. Begraben wurde er in einer Höhle, verschlossen mit einem großen schweren Stein.

Am Ostersonntag wollten einige Frauen Jesus, so wie es damals bei Verstorbenen üblich war, mit Ölen einreiben. Doch sie erschraken, als sie zur Höhle kamen. Denn der große Stein, der die Höhle verschlossen hatte, war beiseite geräumt. Jesus war weg und in der Höhle saß ein Engel, der ihnen sagte, Jesus sei wieder am Leben und auf dem Weg nach Galiläa. Das wollte niemand glauben.

Erst am Ostermontag, als zwei seiner treuen Jünger Jesus auf dem Weg in das Dorf Emmaus begegneten, schenkte man der Auferstehung Jesus Glauben.

Das Osterfest feiert also jedes Jahr die Auferstehung Jesus und ist deshalb ein Fest für das Leben und den Neuanfang.

Was haben bunte Eier damit zu tun?

Zum ersten Mal berichtete man von buntgefärbten Eiern im 13. Jahrhundert. Entstanden ist der Brauch des Eierfärbens deshalb, weil die Menschen in der Woche vor Ostern, auch Karwoche genannt, fasteten und daher auf Fleisch und Eier verzichteten. Weil die Hühner damals aber trotzdem Eier legten und diese nicht einfach weggeschmissen werden sollten, kochte man die Eier, um sie länger haltbar zu machen. Außerdem wurden die gekochten Eier gefärbt, um sie von den rohen unterscheiden zu können. Die gefärbten Eier wurden dann verschenkt.

Seit vielen tausend Jahren gilt das Ei zudem als Symbol des Lebens. Es ist auch ein Symbol für die Auferstehung, da das Leben, das in ihm wohnt, zuerst wie in einem Grab eingeschlossen ist. So wie das Küken sich aus seiner Schale befreit, um zu leben, so hat sich auch Jesus aus seinem Grab befreit, um erneut zu leben.

Wieso versteckt ein Hase die Eier?

Der Osterhase gehört erst seit rund 300 Jahren zum Osterfest. So wie das Ei ein Symbol für das Leben ist, ist es auch der Hase, der ein wahrer Meister im Kinderkriegen ist. Ei und Hase passen deshalb symbolisch zu Ostern.

Aber warum der Hase nun die Eier versteckt, ist nicht ganz klar. Erfunden haben sollen die Schweizer die Geschichte vom Eier-bringenden Hasen, weil ihre Kinder nicht glauben wollten, dass ihre Hühner im Stande gewesen wären, Eier zu bemalen und in die Häuser zu bringen. Der Hase hat die Eier deshalb vermutlich nicht absichtlich versteckt, sondern auf seinem (hoppelnden) Weg dahin verloren.

Osterlamm und Osterfeuer

Rund um das Osterfest gibt es selbstverständlich viele weitere Bräuche. So wie beispielsweise das Osterlamm oder das Osterfeuer. Das Osterlamm wird traditionell am Ostersonntag gegessen. Das Lamm steht für Wehrlosigkeit und Unschuld (Unschuldslamm) und wurde deshalb früher zu religiösen Festen geopfert. Das zu Ostern geschlachtete Lamm wird geweiht und am Sonntag von Christen gemeinsam verspeist.

Das Osterfeuer wird traditionell am Karsamstag, dem Samstag vor Ostersonntag und dem letzten Tag der 40-tägigen Fastenzeit entzündet. Auch in den Kirchen werden im Zuge von Gottesdiensten Osterkerzen entzündet. Das Licht und die Wärme der Feuer und Kerzen stehen als Symbol für Jesus und seine Auferstehung.

Warum ist Ostern nie am selben Datum?

Älteren Kindern fällt irgendwann auf, dass wir in einem Jahr Ostern bereits Ende März feiern und in einem anderen erst Ende April. Das liegt daran, dass sich das Osterfest zum einen am jüdischen Paschafest und zum anderen an den Mondphasen orientiert. Ostern feiern wir also immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling und der liegt jedes Jahr zwischen dem 22. März und 25. April.

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