Home / Mama / Kind & Familie / Mamas, bitte verliert mal die Nerven! Und wir sagen euch, wozu es gut ist

Mama

Mamas, bitte verliert mal die Nerven! Und wir sagen euch, wozu es gut ist

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 14. März 2020
© Getty Images

Kinder weinen, wenn sie mit etwas unzufrieden sind. Und genau das sollten wir Mamas uns ab und zu zum Vorbild nehmen. Warum, das sagen wir euch.

Kennt ihr diese blaue, indische Göttin mit den vielen Armen? Sicher kennt ihr sie. Und sicher fühlt ihr euch von Zeit zu Zeit genau wie sie. Denn bei all den Aufgaben, die ihr im Job und zuhause erledigen wollt und müsst, wären mehr als zwei Arme sehr hilfreich. Ich bin ganz bei euch. Aber wusstet ihr, dass Kali, so ihr Name, auch die Göttin des Todes ist? Da erscheint der Wunsch nach vielen Armen gar nicht mehr so groß, oder?

Damit es also gar nicht erst so weit kommt und ihr wie Kali auf den Opfern einer Schlacht tanzt, gilt es, den Stress, den wir tagein tagaus haben, anderweitig abzubauen. Und hier kommt mein Tipp ins Spiel: Mamas, verliert einfach mal die Nerven!

Lesetipp: "Mama, ich hab dich lieber als Papa." Was tun, wenn das Kind nur Mama will?

Mütter, die sich nicht unter Kontrolle haben, sind keine Rabenmütter

Nein, nein, keine Angst, ich will euch jetzt nicht ans Herz legen, dass ihr eure Kinder anschreit, sie zum Weinen bringt und euch dann besser fühlt. Das funktioniert nämlich absolut nicht. Jeder, der seinen Kindern gegenüber schon mal richtig laut geworden ist, weiß, dass man sich danach nur noch schlechter fühlt. Weil man das Problem nicht gelöst hat und anschließend zusätzlich noch ein schlechtes Gewissen hat.

Was ich meine ist, dass wir Mamas uns bei all dem Trubel des Tages nicht selbst aus den Augen verlieren dürfen. Denn so abgöttisch wir unsere Kinder lieben, so sehr sollten wir auch unsere geistige Gesundheit lieben. Und die kommt (mindestens einmal im Monat - Danke, Zyklus!) nunmal an ihre Grenzen.

Heult, als gäbe es kein Morgen mehr!

Um Stress, Wut und Aggressionen loszuwerden, sollten wir viel öfter wie unsere Kinder reagieren und einfach mal hemmungslos weinen. Im Ernst: Fünf Minuten Rotz und Wasser in ein Kissen heulen und dabei alles Schlechte aus dem Körper befördern: Danach fühlt man sich frei und erleichtert. (Und gegen die geschwollenen Augen gibt es auch ein paar Tricks - die findet ihr hier.)

Auch wenn es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür gibt, dass Weinen "innerlich reinigt", denn Wissenschaftler haben das in Studien untersucht, so hat meine Erfahrung gezeigt, dass danach alles halb so wild ist. Als könnte man Wut und Stress mithilfe der Tränen einfach im Taschentuch abstreifen und wegschmeißen.

Auch wenn das Ausflippen auf Partner und Kinder aussehen mag wie ein Nervenzusammenbruch, für uns Mamas ist es die 10-Tage-Delfin-Therapie. Versprochen!

Sprecht noch offener über Gefühle - besonders eure

Außerdem werden deine Kinder dich verstehen. Sie sind schließlich Meister darin, ihren Gefühlen ungefiltert Ausdruck zu verleihen. Zudem regen wir sie oft dazu an, offen zu sagen, was sie bedrückt, gerade wütend, traurig oder sauer macht. Wir wollen, dass sie lernen, ihre Gefühle einordnen und verstehen zu können. Und wie immer unterstützen wir Eltern sie noch mehr darin, wenn wir mit gutem Beispiel voran gehen.

Wir können, je nach Alter der Kinder, nicht erwarten, dass sie nachvollziehen können, was Mama (oder Papa) gerade wütend macht oder was uns Stress bereitet. Für sie sind wir der fleischgewordene Superheld, der alles geregelt bekommt - zumindest bis zur Pubertät. In ihrer Vorstellung haben Superhelden garantiert keinen Stress, schlechte Laune oder Nerven, die überstrapaziert sein können.

Erklären wir ihnen aber, was bestimmt Dinge in uns auslösen, dann schulen wir ihr Empathieempfinden und unsere geistige Gesundheit.

Videotipp: 10 emotionale Momente, die jede Mama nachfühlen kann

Video von Jane Schmitt

Wir alle werden wütend!

Trotzdem kommt es vor, dass wir unseren Kindern gegenüber laut werden. Sie anschreien und zurechtweisen. Das ist nicht schön und jeder von uns würde es gern verhindern. Aber es ist verdammt menschlich.

Niemand von uns ist perfekt. Aber es gibt nur wenige Dinge, die sich nicht wieder zurechtbiegen lassen. Deshalb sollte man auch nach einem richtigen Wutausbruch das Gespräch mit den Kindern suchen und sich entschuldigen. Nicht für die Gefühle selbst, aber für das Ventil, das sie sich in dem Moment gesucht haben.

Mama ist eben auch "nur" ein Mensch.

Lesetipp: DAS ist der Grund, warum Kinder sich bei Mama schlechter benehmen

von Anne Walkowiak