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Bauchnabelpiercing stechen lassen: Das musst du wissen

von Julia Windhövel Veröffentlicht am 15. April 2010

Du denkst darüber nach, dir ein Bauchnabelpiercing stechen zu lassen? Hier erfährst du alles, was du wissen musst. Von Kosten, über Risiken bis hin zu den wichtigsten Pflege-Tipps.

Auch, wenn der Hype um das Bauchnabelpiercing in den letzten Jahren abgenommen hat - der Bauchnabel gehört immer noch zu den beliebtesten Stellen für ein Piercing - besonders unter Jugendlichen.

Das Bauchnabelpiercing ist übrigens ein Relikt aus den 90ern. Alles begann mit dem damaligen Topmodel Christy Turlington und der rebellischen Alicia Silverstone, die sich im "Crying"-Video der Rockgruppe Aerosmith als Zeichen ihrer Freiheit ein Bauchnabelpiercing stechen ließ. Und dann war der Trend bei den Promis nicht mehr aufzuhalten.

Nicht nur "Bad Girls", sondern auch Stars wie Jessica Alba, Britney Spears (damals noch ganz brav), Paris Hilton, Lindsay Lohan oder Jeanette Biedermann ließen sich Bauchnabelpiercings stechen und betonten sie mit bauchfreien Tops auf dem roten Teppich.

Bauchnabelpiercing stechen lassen: Ja oder nein?

Bei Piercings gilt genau wie bei Tattoos: Bevor man sie sich stechen lässt, sollte man sich über die Risiken informieren und die Entscheidung gut überdenken. Denn in vielen Fällen wächst das Bauchnabelpiercing nicht mehr komplett zu. Und wenn, bleibt eine Narbe sichtbar.

Damit du in deiner Entscheidung sicherer wirst, beantworten wir dir alle Fragen rund um das Bauchnabelpiercing. Vom Ablauf des Stechens, über die Kosten für ein Piercing bis hin zu der richtigen Pflege und Nachsorge der frisch gepiercten Haut.

Bauchnabelpiercing stechen: 3 Dinge, die du wissen musst

Wer sich ein Bauchnabelpiercing stechen lassen möchte, sollte 3 Dinge wissen:

1. Bauchnabelpiercings verheilen nur langsam. Wenn der Bauch zu straff, zu durchtrainiert oder zu dünn ist, besteht die Gefahr, dass die Wunde nicht so schnell abheilt, da die frisch gepiercte Haut ständig unter Spannung steht.

2. Beim Bauchnabelpiercings wird gewöhnlich nicht der Nabel selbst, sondern die Hautfalte oberhalb des Nabels durchstochen. Allerdings gibt es alle möglichen Varianten, um den Nabel herum und auch durch ihn hindurch zu stechen.

3. Aufgrund der vielen verschiedenen Formen, die ein Nabel von Natur aus haben kann, ist ein erfahrener Blick auf den Nabel und eine entsprechende Beratung zudem unabdingbar: In jedem Fall sollte das Bauchnabelpiercing nur von einem professionellen Piercer gestochen werden.

Bauchnabelpiercing: Ab wann?

In Deutschland dürfen Jugendliche ab 14 Jahren gepierct werden, wenn die Eltern beim Piercen selbst anwesend sind und ihre Zustimmung dazu geben. Ab 16 Jahren ist ein Bauchnabelpiercing mit schriftlicher Einverständniserklärung der Eltern möglich.

Erst, wenn man 18 Jahre alt ist, darf man sich auch ohne Einwilligung der Eltern piercen oder tätowieren lassen.

Wie viel kostet ein Bauchnabelpiercing?

Die Kosten für ein Bauchnabelpiercing variieren natürlich je nach Studio. Im Durchschnitt musst du aber mit 50 bis 60 Euro rechnen, wenn du dir ein Piercing im Bauchnabel stechen lassen möchtest. Im Preis für das Bauchnabelpiercing sind oft schon das sterile Erst-Piercing und Pflegeprodukte für die Nachsorge, sowie Desinfektionsspray enthalten.

Wenn die Wunde abgeheilt ist, kannst du das Bauchnabelpiercing beliebig wechseln. Schlichte Bauchnabelpiercings gibt es schon unter 10 Euro. Aufwändige Piercings aus Silber oder Gold mit Edelsteinen können dagegen mehrere Hundert Euro kosten.

Bauchnabepliercing stechen: Das ist der Ablauf

Ein Bauchnabelpiercing wird im Liegen gestochen. Das hat zum einen rein praktische Gründe für den Piercer: Der Bauch ist so entspannt und sollte es beim Stechen des Bauchnabelpiercings zu Kreislaufproblemen kommen, ist das im Liegen weitaus unproblematischer.

Der Bauchnabel wird weiträumig freigemacht und sorgfältig desinfiziert, anschließend werden die Stellen, an denen das Bauchnabelpiercing ein- und austreten soll, markiert.

Mit einer speziellen Zange wird die Stelle des Bauchnabelpiercings fixiert und eine Nadel durch die markierten Punkte gestochen. Zusammen mit der Nadel wird ein Schlauch durch das so entstandene Loch geführt, durch diesen wird wiederum der Stecker (das Bauchnabelpiercing) gezogen.

Anschließend wird der Schlauch entfernt.

Bauchnabelpiercing stechen: Tut das Piercen im Bauch weh?

Jeder Mensch hat ein anderes Schmerzempfinden. Meist wird beim Stechen des Bauchnabelpiercings ein Betäubungsspray aufgetragen, wodurch beim Piercen kaum oder nur als ein kurzer Schmerz empfunden wird.

Bauchnabelpiercing: Wie lange muss es abheilen?

Jedes gute Piercingstudio bietet bei einem Bauchnabelpiercing eine ausführliche Pflegeberatung und auch eine Nachuntersuchung an.

In Sachen Heilung ist das Bauchnabelpiercing ein Sonderfall und fordert etwas Geduld: Der Bauchnabel befindet sich in einer Körperregion, die durch zahlreiche Bewegungen ständig in Mitleidenschaft gezogen wird. Durch Laufen, Gehen und sogar im Sitzen ist der Bauchnabel stetig in Bewegung. Dadurch ist die Wunde des Bauchnabelpiercings auch permanent verschiedenen Belastungen ausgesetzt.

Die Verheildauer bei einem Bauchnabelpiercing ist dementsprechend ziemlich lang: 3 bis 12 Monate braucht die Wunde, um komplett zu verheilen.

Bauchnabelpiercing desinfizieren und pflegen: 7 Tipps

Das Piercing wird in der Abheilzeit zunächst mit einem sterilen Pflaster abgeklebt, damit die Wunder nicht verunreinigt wird. Diese Pflaster werden in den ersten Tagen regelmäßig gewechselt und die Wunde wird immer wieder desinfiziert.

Um die Heilung eures Bauchnabelpiercings zu unterstützen und Infektionen sowie andere Probleme zu vermeiden, solltest du bei der Pflege deines Piercings diese 7 Tipps beachten:

1. Das Bauchnabelpiercing nur mit sauberen Händen anfassen. Also: Vorher Hände waschen und/oder desinfizieren.

2. Eng anliegende Kleidung vermeiden, um Reibungen zu vermeiden.

3. In den ersten Wochen nach dem Stechen auf Sauna und Solarium verzichten

4. Sport, und insbesondere Schwimmen, ist in den ersten Wochen zu vermeiden, da das Risiko einer bakteriellen Infektion zu hoch ist.

5. Auch die Badewanne ist erst mal tabu: In den ersten Wochen nach der Behandlung ist nur duschen erlaubt!

6. Das Erstpiercing bis zur vollen Abheilung der Wunde im Bauchnabel lassen. Erst dann sollte anderer Schmuck als Bauchnabelpiercing eingesetzt werden.

7. Bei Ring-Piercings: Wer früh einen Ring als Bauchnabelpiercing trägt, sollte darauf achten, dass dieser während der Heilung nicht immer in derselben Position liegt – sonst könnte das Bauchnabelpiercing schräg einwachsen.

Wie erkenne ich, ob mein Bauchnabelpiercing entzündet ist?

Zu Beginn, wenn das Piercing frisch gestochen ist, kann es schwierig sein, eine normale Wundheilung von einer Entzündung zu unterscheiden. Doch die folgenden Symptome sind eindeutige Anzeichen dafür, dass das Bauchnabelpiercing entzündet ist:

  • Anhaltende Rötungen der Haut
  • Schwellungen und Verhärtungen des Gewebe
  • Hauterwärmung rund um die Einstichstelle
  • Bildung und Austreten von Eiter oder Blut
  • Schmerzen am Bauchnabel
  • Fieber oder Kreislaufprobleme

Vor allem wenn die letztgenannten Symptome auftreten solltet ihr auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Muss mein Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft raus?

In der Schwangerschaft sollte sich die werdende Mutter kein neues Piercing stechen lassen – sei es im Bauchnabel oder an anderen Körperstellen. Und zwar aus den folgenden Gründen:

  • In der Schwangerschaft erhöht sich die Entzündungsgefahr, und das selbst bei älteren, bereits verheilten Piercings.
  • In der Schwangerschaft können neue allergische Reaktionen auf das Metall auftreten.
  • Der wachsende Bauch erhöht das Risiko, das Einsichtslos zu zerreißen
  • Das Piercing kann beim Ultraschall stören.


Unser Tipp: Steigt während der Schwangerschaft auf ein Fake-Piercing oder auf ein spezielles Schwangerschaftspiercing aus Kunststoff um: Letztere sind extrem elastisch und passend ich der Dehnung der Haut und dem wachsenden Bauch an.

Welches Tattoo passt zu meinem Sternzeichen?

Quellen & weitere Informationen zu gesundheitlichen Risiken des Piercings:

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von Julia Windhövel

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