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Autsch oder heiß? Was du über Intimpiercings für Frauen wissen solltest

von der Redaktion Veröffentlicht am 5. Mai 2018
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Piercings sind voll im Trend. Man sieht sie derzeit überall, sei es ein Helix im Ohr oder das Septum durch die Nase. Was aber ist mit Intimpiercings? Welche gibt es für Frauen und welche Risiken gibt es? Hier ein kleiner Überblick.

Natürlich fragt man sich: Tut das Stechen an dieser sensiblen Stelle nicht unsäglich weh? Und braucht es nicht extrem lange, bis das Piercing abgeheilt ist? Fragen über Fragen. Und das ist natürlich auch verständlich. Schließlich ist ein Intimpiercing schon etwas komplizierter als ein Helix im Ohr oder ein Septum in der Nase. Und es geht um eine ganz besondere Körperstelle, nämlich die weibliche Quelle sexueller Lust. Da lässt man nicht einfach einen Piercer losstechen, ohne sich vorher ein paar Gedanken gemacht zu haben.

Intimpiercing: Mehr als Schmuck?

Eins vorweg: Ein Intimpiercing ist nicht nur reiner Schmuck. Es ist nicht nachgewiesen, aber es gibt durchaus Piercings, die die Stimulation durch den Partner beim Sex intensiver werden lassen. Das ist jedoch von Frau zu Frau unterschiedlich und hängt zudem von der Stelle des Intimpiercings ab. Denn es gibt verschiedenste Arten des Intimpiercings bei der Frau.

Tut ein Intimpiercing sehr weh?

Grundsätzlich kann man sagen: Klar tut ein Piercing weh. Egal wo. Und natürlich ist der Intimbereich, allen voran die Klitoris mit ihren vielen Nerven, besonders sensibel, was die Sache auch nicht gerade einfacher macht. Dennoch ist der Schmerz nicht so viel schlimmer als bei einem klassischen Piercing durch Mund, Bauchnabel oder Nase. Aber klar: Tapfer sein muss man schon.

Die unterschiedlichen Möglichkeiten für dein Intimpiercing:

Beim Intimpiercing ist das Klitorisvorhaut-Piercing am beliebtesten. Hier wird durch die Hautfalte gestochen, die den Kitzler bedeckt. Natürlich kann man sich auch die Klitoris selbst durchstechen lassen, das allerdings ist nur etwas für arg schmerzunempfindliche Frauen. Zudem gibt es Piercings durch die äußeren und inneren Schamlippen und Damm-Piercings. Weil sich das alles kompliziert anhört, hier ein Überblick über die einzelnen Stellen:

1) Christina-Piercing:
Oben, wo die äußeren Schamlippen zusammenlaufen, geht das Piercing rein und kommt oben am Venushügel wieder raus.
2) Klitorisvorhaut:
Hier gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Der Ring oder gebogene Stift wird vertikal durch die Klitorisvorhaut gestochen. So wird die Klitoris leicht angehoben und der Sex ist mitunter sehr viel stimulierender. 2. Das Piercing (Ring oder Stift) wird horizontal durch die Vorhaut der Klitoris gestochen. Die Stimulierung der Kitoris ist nicht so stark wie beim vertikalen Piercing.
3) Klitoris-Piercing:
Hier wird das Piercing vertikal oder horizontal durch die Klitoris gestochen. Ja, autsch. Ein erfahrener Piercer ist hier Pflicht, damit keine Nerven geschädigt werden. Diese Art Piercing kann beim Sex anregend wirken, vor allem, wenn es so gestochen ist, dass es die Klitoris leicht anhebt, so dass sie besser stimuliert werden kann.
4) Schamlippen-Piercing:
Hier wird das Piercing durch die inneren Schamlippen gestochen.
5) Prinzessin-Albertina-Piercing:
Dieses Piercing wird von der Harnröhrenöffnung in Richtung Vaginalöffnung gestochen. Und ja, das tut schon beim Lesen irgendwie weh.
6) Schamlippen-Piercing:
Hier wird das Piercing durch die äußeren Schamlippen gestochen.
7) Fourchette-Piercing:
Das Piercing wird unterhalb der Stelle gestochen, wo die beiden kleinen Schamlippen unten wieder zusammenlaufen.

Risiken beim Intimpiercing:

Wie bei jedem Piercing gilt auch hier: Es gibt Risiken, die du jedoch mit der Wahl eines gutes Piercingstudios minimieren kannst. Ein Intimpiercing solltest du dir mit Sicherheit nicht auf irgendeinem Rummelplatz stechen lassen! Die Risiken: Beim Stechen können Nerven beschädigt werden, was im Bereich der Klitoris natürlich fatal wäre.

Zudem muss das neu gestochene Piercing unbedingt sauber gehalten werden. Schließlich will man keine Infektionen riskieren. Absolute Hygiene im Piercingstudio deiner Wahl ist also Pflicht. Und danach natürlich auch. Schließlich ist ein Piercing eine Wunde. Kommen wir deshalb zum nächsten wichtigen Punkt: Der Pflege.

Die richtige Pflege für dein Intimpiercing:

So hot das neue Piercing auch aussehen mag: Erstmal ist nur angucken erlaubt, nicht anfassen. Dein Sexleben kannst du also für einige Wochen auf Eis legen. Das ist wichtig, damit das gestochene Loch verheilen kann und die Stelle nicht zu sehr gereizt wird. Wie lange genau, das wird dir dein Piercer sagen können. Drei bis vier Wochen können es aber durchaus sein.

Nach dem Piercen heißt es: Hygiene ist das oberste Gebot. Denn im Intimbereich haben Entzündungen und Keime nur allzu leichtes Spiel, da die Haut meist unter der Kleidung verborgen ist und somit kaum frischer Luft ausgesetzt ist. Deshalb immer vorsichtig mit Wasser reinigen. Waschlotionen sind in dieser Zeit tabu. Auch von Desinfektionssprays ist abzuraten.

Am besten ist es in jedem Fall, dir von deinem Piercer genaue Instruktion geben zu lassen. Er wird dir sagen, wie viele Wochen es dauert, bis es abgeheilt ist und welche Maßnahmen es gibt, um Entzündungen zu vermeiden oder zu lindern. Einige Leute schwören auf abgekühlte Kamillentees, die entzündungshemmend sind und die mit einem Wattestäbchen aufgetupft werden. Andere empfehlen Salzwasserlösungen. Also: Fragen ist leider Pflicht. Und keine Scheu, dein Piercer berät dich gerne.

Hier ein paar Grundregeln für die erste Zeit:

  • Nicht mit ungewaschenen Händen berühren
  • Piercing nicht drehen oder bewegen, solange noch eine Kruste da ist
  • Vorsicht mit Reibung oder Druck durch Kleidung, die am Piercing hängen bleiben könnte
  • Badewanne, Sauna, Schwimmbad, Solarium etc. sind für ca. 4-6 Wochen tabu
  • Kontakt mit Seife, Duschgel etc. vermeiden
  • Kontakt mit fremden Körperflüssigkeiten wie Speichel, Sperma etc. vermeiden
  • Gut zur Pflege geeignet sind Spülungen oder Bäder mit Kamillenkonzentrat und die Desinfektion mit Salzwasser (gibt es z.B. als Kochsalzlösung in der Apotheke)

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