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Wespenstich behandeln: 7 Hausmittel, die sofort helfen

von Nicole Molitor Erstellt am 25. August 2020
Wespenstich behandeln: 7 Hausmittel, die sofort helfen© Getty Images/iStock

SOS-Sommer! Wir verraten, mit welchen Hausmitteln ihr einen Wespenstich behandeln könnt und wann ihr einen Arzt rufen solltet.

Wurde euch schon mal flüssiges Feuer injiziert? Genau SO fühlt sich ein frischer Wespenstich an. Dabei darf man sogar von Glück sprechen, dass es nur eine Wespe und keine Biene war. Denn Bienenstiche sind zwar seltener, sollen dafür aber noch mehr wehtun, weil die Biene beim Stechen ihr gesamtes Gift in den Körper pumpt.

Dass ihr gestochen wurdet, erkennt ihr an dem brennenden Schmerz und einer Gänsehaut, die sich gefühlt bis unter die Kopfhaut zieht. Hautschwellung, Rötung und Juckreiz kommen meist erst einige Stunden nach dem Stich dazu. Nach 3–4 Tagen klingen die Beschwerden ab – dauern sie länger an, solltet ihr einen Arzt aufsuchen.

Um die Symptome zu lindern, müsst ihr nicht gleich zu (verschreibungsfreien) Medikamenten wie Kortisonsalben, Antihistaminika oder entzündungshemmenden Schmerzmitteln greifen. Es gibt eine ganze Reihe von Hausmitteln, mit denen ihr euren Wespenstich behandeln könnt – egal, ob zuhause oder unterwegs.

Die sieben besten SOS-Hausmittel gegen Wespenstiche wollen wir euch hier vorstellen. Vorher aber schauen wir uns an, was man bei der Behandlung tun bzw. tunlichst lassen sollte, wenn man zum Wespen-Opfer geworden ist.

Auch lesen: 9 Hausmittel gegen Wespen: Die vertreiben sie effektiv!

Wann muss man nach einem Wespenstich zum Arzt?

Die meisten Wespenstiche sind harmlos. Zum Arzt müsst ihr nur in Ausnahmefällen. Etwa dann, wenn ihr in Mund- oder Rachenraum gestochen wurdet, oder wenn ihr allergisch auf Insektengift reagiert.

Kommt es nach dem Stich zu einem anaphylaktischen Schock, müsst ihr sofort einen Notarzt rufen. Um schnell reagieren zu können, ist es wichtig, die gestochene Person mindestens eine halbe Stunde lang gut im Blick zu behalten.

Symptome für einen anaphylaktischen Schock:

  • Starke Schwellungen (> als 10 cm um Einstichstelle)
  • Schwindel
  • Benommenheit (bis zur Bewusstlosigkeit)
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Sprech- und Schluckbeschwerden
  • Atemnot
  • Herzrasen
  • Bauchkrämpfe
  • Durchfall

Wenn ihr wisst, dass ihr allergisch auf Insektenstiche reagiert, solltet ihr im Sommer immer ein Notfallset mit Adrenalinspritze, Antihistaminikum und Kortison dabei haben, um euch im Fall der Fälle selbst versorgen zu können. Einen Notarzt solltet ihr als Laie aber auch dann alarmieren – insbesondere, wenn ihr alleine unterwegs seid!

Mehr zum Thema allergischer Schock lest ihr hier bei Onmeda.

Wespenstich behandeln: Die Do's & Dont's!

Wenn es darum geht, einen Wespenstich zu behandeln, ist viel gefährliches Halbwissen im Umlauf. Das betrifft vor allem die wichtigen ersten Sekunden nach dem Stich. Hier kann man schon einiges verkehrt machen und damit die Heilungschancen verzögern. Die wichtigsten Do's und Dont's gibt's hier im Überblick:

Soll man beim Wespenstich das Gift aussaugen?
Auf keinen Fall das Gift mit dem Mund heraussaugen! Durch die Schleimhäute verteilt sich das Insektengift im Körper und breitet sich bloß noch weiter aus. Versucht stattdessen, das Gift auszudrücken. Am besten benutzt ihr dafür einen Saugstempel aus der Apotheke (oder hier bei Amazon)* – die Wunde nicht mit ungewaschenen Fingern berühren, sonst können Keime in den Körper gelangen.

Soll man den Stachel stecken lassen oder herausziehen?
Wenn ihr einen Stachel in der Einstichstelle entdeckt, wurdet ihr höchstwahrscheinlich von einer Biene gestochen. Wespen und Hornissen verlieren ihren Stachel in der Regel nicht. Das ist auch der Grund, weshalb sie mehrmals hintereinander zustechen können.

So oder so: Der Stachel muss schnellstmöglich raus. Benutzt dafür eine Pinzette, mit der ihr den Stachel unten dicht an der Haut greift, und zieht ihn vorsichtig heraus. Passt auf, dass ihr nicht den Giftbeutel am Ende des Stachels zusammendrückt und so noch mehr Gift in die Haut strömt.

Soll man den Wespenstich mit Kälte oder Hitze behandeln?
Hier kommt es auf die Reihenfolge an. Zuerst behandelt ihr den frischen Stich mit Hitze. Etwa mit einem elektrischen Stichheiler aus der Apotheke (hier bei DocMorris)*, der die Wunde auf 50 Grad erhitzt. Dadurch zerfallen die Eiweiß-Moleküle (Histamine) im Wespengift, wodurch der Stich weniger juckt und nicht so stark anschwillt. Das klappt allerdings nur in den ersten Minuten nach dem Wespenstich.

Nachträglich könnt ihr den Stich mit Kälte behandeln. Kühlkompressen (bei Amazon shoppen)* sind hier das Nonplusultra! Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen. Das Gift breitet sich dadurch langsamer aus und der Schmerz nimmt deutlich ab. Neben der Einstichstelle solltet ihr auch den Halsbereich kühlen, um zu verhindern, dass die Atemwege zuschwellen – unabhängig davon, wo ihr gestochen wurdet.

Wichtig: Eis oder Kühlpad nicht direkt auf die Haut drücken. Das Kühlmittel ein- oder zweimal in ein Handtuch oder Stück Stoff einschlagen, damit es nicht zu Erfrierungen kommt.

Lesestoff: 7 Hausmittel gegen Mücken: Die wirken am besten!

Die 7 besten Hausmittel bei Wespenstichen

Oberste Regel beim Behandeln von Wespenstichen lautet: Kühlen, kühlen, kühlen. Welche anderen Hausmittel dabei helfen, den Juckreiz, die Schwellung und die Schmerzen zu lindern, erfahrt ihr hier.

Tipp: Mit diesen Mitteln lassen sich nicht nur Wespenstiche behandeln, sondern auch andere Insektenstiche.

Die wichtigsten Haumittel gegen Wespenstiche seht ihr im Video zusammengefasst

Video von Justin Amaral

Auch lesen: Was hilft gegen Mückenstiche? Die besten Tipps und Hausmittel

1. Wespenstich behandeln: Heißer Löffel

Habt ihr keinen Stichheiler aus der Apotheke zur Hand, könnt ihr das Gift mit einem erhitzten Löffel oder einem aufgebrühten Teebeutel neutralisieren. Ein Kamillen-Teebeutel kann zusätzlich beruhigend wirken.

Um Verbrennungen zu vermeiden, darf der Löffel natürlich nicht glühend heiß sein. Also bloß kein Feuerzeug darunter halten! Es genügt, den Metalllöffel mit warmem Wasser (nicht kochend!) zu erhitzen. Die heiße Löffelrückseite außerdem nur kurz auf die Einstichstelle drücken.

2. Wespenstich behandeln: Zuckerwürfel

Mit einem Zuckerwürfel kann ein Teil des Wespengifts herausgesaugt werden. Wichtig ist, dass ihr den Zucker möglichst schnell auf den Stich anwendet, bevor sich das Insektengift im Körper verteilt. Nehmt euch hierfür einen befeuchteten Zuckerwürfel und drückt diesen einige Minuten auf den Stich.

Tipp: Neben Zucker kann auch Honig bei Wespenstichen helfen. Bienenhonig wirkt antibakteriell und leicht entzündungshemmend. Aber Vorsicht: Wenn ihr draußen seid, könnt ihr damit weitere Wespen anlocken.

3. Wespenstich behandeln: Zwiebel

Klingt verrückt, hilft aber wirklich: Etwas Zwiebelsaft auf der betroffenen Stelle verteilen oder für eine halbe Stunde eine dicke Zwiebelscheibe darauf drücken. Die Zwiebel kühlt den Stich nicht nur angenehm, sie wirkt auch stark entzündungshemmend. Perfekt zur ersten Hilfe bei Wespenstichen!

Tipp: Eine ähnliche, wenn auch etwas schwächere Wirkung hat Zitronensaft.

Lesestoff: Pflanzen gegen Stechmücken: Die vertreiben Moskitos!

4. Wespenstich behandeln: Essig

Essig ist der Tausendsassa unter den Hausmitteln. Bei Wespenstichen ist Apfelessig gefragt. Damit könnt ihr das Gift neutralisieren und gleichzeitig den Juckreiz lindern. Dazu Essig mit Wasser mischen und einen Wattebausch hineintunken, mit dem ihr den Stich versorgt. Noch besser: Kalte Essig-Wickeln, um die Schwellung zu mildern.

Tipp: Alternativ könnt ihr den Wespenstich mit einem Tonerde-Umschlag (hier bei Amazon)* behandeln oder verflüssigtes Natron-Pulver (hier bei Amazon)* darauf verteilen. Genau wie verdünnter Essig ist Natron basisch und kann dadurch die Giftsäure bekämpfen.

5. Wespenstich behandeln: Quark

Basisch und dadurch neutralisierend wirkt ebenfalls die Milchsäure in Quark. Einfach etwas davon auf ein mit kaltem Wasser befeuchtetes Tuch geben und als Quark-Wickel um die Wunde legen. Mehrere Stunden einwirken lassen und gegebenenfalls austauschen. Quark kühlt Insektenstiche angenehm und kann verhindern, dass sich die Schwellung ausbreitet.

6. Wespenstich behandeln: Speichel

Ein schnelles Hausmittel, um unterwegs Wespenstiche zu behandeln, ist der eigene Speichel. Er ist antibakteriell und hilft dabei, die Entzündung einzudämmen und die Wundheilung zu beschleunigen. Dafür etwas Spucke auf der Einstichstelle verreiben und leicht einmassieren.

Tipp: Bei kleinen Kindern oder Säuglingen versorgt ihr den Wespenstich besser nicht mit eurem Speichel, denn ihr könntet Herpesviren in den sensiblen Organismus bringen.

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7. Wespenstich behandeln: Spitzwegerich

Wenn ihr im Freien beim Picknick oder Wandern von einer Wespe gestochen wurdet, könnt ihr euch die Heilkraft des Spitzwegerich zu Nutze machen. Das essbare Wildkraut wächst an Wegesrändern. Sein Saft hat eine antibakterielle Wirkung. Um daran zu kommen, zerreibt ihr die Blätter zwischen den Fingern und tupft den Saft auf die betroffene Stelle.

Tipp: Auch kleinere Verletzungen und Wunden lassen sich unterwegs mit einem Spitzwegerich-Pflaster behandeln. Pfadfinderehrenwort.

Jetzt ist es wichtig, dass ihr der Versuchung widersteht, an dem Stich zu kratzen. Dann ist der Wespenstich schnell vergessen. Wir wünschen gute Besserung!

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