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Haare ausfetten lassen: Dermatologin warnt vor Corona-Trend!

von Jasmin Krsteski Erstellt am 1. Juni 2020
Haare ausfetten lassen: Dermatologin warnt vor Corona-Trend!© Getty Images

Die Haare ausfetten zu lassen gehört zu den größten Beauty-Trends in Corona-Zeiten. Doch ist das wirklich sinnvoll? Und können die Haare dadurch sogar weniger fettig werden? Wir haben mit einer Dermatologin gesprochen.

Das Ziel: Glänzende, gesunde Haare, die weniger fetten und seltener gewaschen werden müssen. Der Weg dahin führt angeblich über fettige, ungewaschene Haare – zumindest, wenn man dem neuesten Beauty-Trend glaubt.

Influencerinnen auf der ganzen Welt schwören aktuell darauf und zeigen sich auf Instagram & Co. mit fettigen Haaren. Doch bringt das Ganze überhaupt etwas und was muss man beim Haare ausfetten lassen beachten?

Haare ausfetten lassen: Wie geht das?

Die Haare ausfetten zu lassen ist eigentlich ganz einfach: Mindestens fünf Tage lang soll man seine Haare nicht waschen. Shampoo ist tabu, stattdessen kommt nur Wasser ans Haar. Manchmal kommen auch Shampoo-Alternativen wie Roggenmehl oder Tonerde zum Einsatz. Daher hat der Trend seinen Namen "No Poo".

Arbeiten im Homeoffice, keine Partys, keine Treffen mit Freunden, kaum jemand bekäme dich derzeit mit fettigen und ungewaschenen Haaren zu sehen – wann, wenn nicht jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um den Trend auszuprobieren?

Experten-Meinung: Was bringt es, die Haare ausfetten zu lassen?

Schlechte Nachrichten für alle, die dachten, der „No Poo Trend“ würde für schönere Haare sorgen: Leider ist es nicht nur unangenehm, sondern auch wirkungslos, die Haare ausfetten zu lassen, so das vernichtende Urteil einer Expertin für Haut- und Haarfragen.

"Dass man die Talgdrüsen ausfetten lässt und sich die Fettproduktion dadurch reguliert, ist ein Ammenmärchen", sagt Christiane Bayerl, Direktorin der Klinik für Dermatologie und Allergologie an der Helios Klinik in Wiesbaden. "Die Talgdrüsen produzieren eben, wie sie produzieren."

Haare ausfetten lassen kann sogar krank machen

Besonders wenn du fettiges Haar hast, solltest du dir nicht seltener die Haare waschen: "Es kann krank machen, wenn man zu viel Fett produziert und es dann nicht abwäscht", sagt die Expertin.
Denn von den Fetten der Kopfhaut ernähren sich bestimmte Pilze, die wir immer auf der Haut haben.

Lassen wir unsere Haare ausfetten, entfernen wir die Fette also nicht gründlich und regelmäßig, vermehren sich die Pilze übermäßig. Mit der Folge, dass das Gleichgewicht unserer Kopfhaut durcheinandergerät und Juckreiz und Ekzeme entstehen können. Auf der fettigen Kopfhaut bilden sich außerdem mehr Schuppen. Alles ganz schön eklig, oder?

Lesetipp: Schuppen loswerden: 7 Tipps, die wirklich helfen!

Haare waschen nur mit Wasser statt mit Shampoo?

Dem Trend, die Haare mal nur mit Wasser statt mit Shampoo zu waschen, steht die Expertin dagegen offen gegenüber: "Wenn man sich mehr als nur zwei- bis dreimal in der Woche die Haare waschen möchte, wäre es gut, sie auch einmal nur mit Wasser zu waschen", sagt die Hautärztin.

Sich wochenlang nur mit Wasser und ohne Shampoo die Haare zu waschen, davon rät Bayerl entschieden ab. Auf diese Weise wird das Fett nicht entfernt – mit den oben genannten Konsequenzen.

Im Video: Die schlimmsten Fehler beim Haarewaschen

Video von Jutta Eliks

Wie gut sind Hausmittel statt Shampoo zum Haarewaschen?

Endlich mal eine gute Nachricht: Alternativen wie Roggenmehl oder Tonerde, die mit Wasser vermischt zum Haarewaschen benutzt werden, können tatsächlich wirken.

"Wenn man die Haare zum Beispiel sehr viel mit Packungen und Spülungen gepflegt hat, wird das Haar ja in der Länge ganz schön, ist aber am Haaransatz häufig noch fettig", erklärt Christiane Bayerl.

Rubbelpartikel wie in Roggenmehl und Tonerde oder leichte Säuren wie verdünnter Himbeeressig können helfen, die Fette am Haaransatz zu entfernen. An der Talgproduktion ändern können sie aber nichts.

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Wie häufig sollte man die Haare waschen?

Wie oft du deine Haare waschen solltest, kommt ganz auf deinen Hauttyp an. Wenn du trockene Haut oder Neurodermitis hast, solltest du dir nicht häufiger als alle drei Tage die Haare waschen. "In dem Fall ist die Kopfhaut empfindlicher für die Substanzen, die die Fette aus der Haut ausschwemmen", erklärt die Ärztin.

Wer täglich Sport macht, darf sich dagegen durchaus zwei Mal am Tag die Haare waschen ­– am besten morgens ohne, abends mit Shampoo.

Was tun bei fettigen Haaren?

Wenn du sehr fettige Haare hast, gibt es einige Dinge, auf die du achten kannst. Schweiß regt die Talgdrüsen zum Beispiel dazu an, vermehrt Fett zu produzieren. Wenn du also häufig Sport treibst, solltest du dir anschließend immer die Haare waschen. Im Winter kann eine dicke Mütze die Fettproduktion auf der Kopfhaut anregen. Wähle also lieber eine leichtere Kopfbedeckung.

Häufig hört man den Tipp, dass kaltes Wasser die Talgproduktion weniger anregt als heißes Wasser. Das stimmt jedoch nicht. Heißes Wasser entzieht deiner Kopfhaut zwar Fette, reizt sie jedoch auch und trocknet sie aus. Am besten verwendest du deshalb normal temperiertes Wasser zum Haarewaschen.

Was tun bei krankhaft fettiger Kopfhaut?

Es kommt auch vor, dass die Haut extrem viel Fett bzw. zu viel Fett produziert. Mediziner sprechen dann davon, dass die Haut seborrhoisch ist. Bei einer krankhaft fettigen Kopfhaut können sich vermehrt Ekzeme oder Pilze bilden. In diesem Fall solltest du ein Shampoo mit einem Antipilzmittel verwenden. Das kann dir ein Hautarzt verschreiben.