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Mönchspfeffer bei Kinderwunsch: Wann hilft er wirklich?

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 18. Februar 2020
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Mönchspfeffer kann Frauen mit Kinderwunsch und Zyklusstörungen helfen, schwanger zu werden. Wie die Pflanze wirkt und für wen sie hilfreich sein kann, erfährst du hier.

Mönchspfeffer, auch Keuschlamm oder Vitex Agnus Castus genannt, klingt erst mal nach einem Gewürz, weniger nach einer Heilpflanze. Tatsächlich ist es letzteres und wird schon seit vielen Jahrhunderten in der Naturheilkunde eingesetzt.

Seinen Namen hat Mönchspfeffer aus dem Mittelalter. Da sollte er Mönchen und Nonnen helfen, keusch zu bleiben. Man glaubte nämlich, dass Agnus Castus den Geschlechtstrieb unterdrücke. Pfeffer heißt er im Übrigen, weil die Frucht in ihrer Form an Pfefferkörner erinnert und scharf ist.

Dass das 'Liebfrauenbettstroh', wie man die Heilpflanze auch nannte, tatsächlich eine positive Wirkung auf den weiblichen Zyklus haben kann, fand man erst später heraus. Heute wird Mönchspfeffer bei PMS, bestimmten Zyklusstörungen und unerfülltem Kinderwunsch eingesetzt.

Wie genau Mönchspfeffer bei unerfülltem Kinderwunsch helfen kann, wie und wie lange man ihn anwendet und welche Nebenwirkungen die Einnahme haben kann, wollen wir hier klären.

Wie wirkt Mönchspfeffer bei unerfülltem Kinderwunsch?

Mönchspfeffer kann bei einem unerfüllten Kinderwunsch helfen. Allerdings nicht als Allheilmittel. Vielmehr kann Mönchspfeffer bei Zyklusstörungen helfen, die aus einem zu hohen Prolaktingehalt resultieren.

Prolaktin wird unter anderem immer dann ausgeschüttet, wenn du Stress hast oder an PMS leidest. Das Hormon reguliert beispielsweise das Wachstum der Drüsen in der Brust, was vor Einsetzen deiner Periode zu einem Spannungsgefühl führen kann. In der Schwangerschaft ist Prolaktin verantwortlich für die Milchbildung in den Brustdrüsen.

Ein zu hoher Prolaktinwert jedoch stört auch die Reifung des Eis und den Eisprung. Ein verkürzter Zyklus ist die Folge. Mönchspfeffer hemmt die Ausschüttung von Prolaktin und hilft so, den Zyklus zu regulieren.

Ein zu hoher Prolaktinwert hindert außerdem die Bildung des Gelbkörperhormons. Das wird normalerweise nach dem Eisprung ausgeschüttet und bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Einnistung einer Eizelle vor. Fehlt das Gelbkörperhormon, kann sich die Eizelle, selbst wenn sie befruchtet ist, nicht einnisten. Eine Schwangerschaft bleibt aus.

Agnus Castus regt die Bildung des Gelbkörperhormons an, indem es die Hirnanhangdrüse stimuliert, und so die Einnistung einer befruchteten Eizelle begünstigen kann.

Video-Tipp: Hilft ein Ovulationstest dabei, schwanger zu werden?

Video von Jutta Eliks

Wie wird Mönchspfeffer eingenommen?

Mönchspfeffer ist kein verschreibungspflichtiges Medikament, sondern in der Apotheke oder Drogerie frei verkäuflich. Trotzdem solltest du eine Einnahme immer mit deinem Frauenarzt besprechen und nicht auf eigene Faust agieren. Vor allem die Dosierung sollte nach ausführlicher Anamnese von deinem Frauenarzt bestimmt werden.

Je nach Anwendungsbereich unterscheidet sich die Höhe der Dosierung stark. Eine Beobachtungsstudie "zur Symptombehandlung bei Frauen mit menstruellen Zyklusstörungen" beispielsweise verabreichte Teilnehmerinnen der Studie 20 mg Mönchspfeffer-Extrakt am Tag in Form einer Filmtablette. Unter den Teilnehmerinnen waren auch Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch. 23 Prozent von ihnen wurden innerhalb von drei Monaten erfolgreich schwanger.

Bei anderen Zyklusstörungen, wie dem Ausbleiben der Periode, PMS oder einer verkürzten Lutealphase (Gelbkörperphase), kann eine höhere oder niedrigere Dosierung erforderlich sein und auch die Art des Präparates kann unterschiedlich sein.

Mönchspfeffer ist in Form von Tabletten, Tropfen und Kapseln, als Tee oder Extrakt und sogar als Globuli erhältlich. Zudem gibt es Vitex Agnus Castus als flüssiges Präparat. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn diese Präparate enthalten zum Teil Alkohol.

Ganz wichtig: Bei Endometriose solltest du kein Mönchspfeffer einnehmen. Auch in der Schwangerschaft und Stillzeit solltest du darauf verzichten.

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Wie lange muss man Mönchspfeffer einnehmen?

Bevor der Mönchspfeffer seine Wirkung zeigt, muss er über mehrere Wochen regelmäßig eingenommen werden. Erst nach zwei bis drei Monaten wird dein Hormonhaushalt stabiler und der Zyklus reguliert sich.

Wird Mönchspfeffer bei erfolgreicher Schwangerschaft weiter eingenommen?

Hat die Einnahme von Mönchspfeffer zu einer positiven Schwangerschaft geführt, steht die Frage im Raum, ob es weiterhin genommen werden sollte. Aktuell liegen keine Daten vor, welche Auswirkungen Agnus Castus auf eine Schwangerschaft hat. Es wird jedoch vermutet, dass es einen positiven Einfluss auf die Einnistung der Eizelle hat.

Die Einnahme bespricht man auch dann am besten immer mit seinem Frauenarzt. Zum Ende der Schwangerschaft sollte man auf Mönchspfeffer verzichten. Denn sonst könnte es die Milchbildung hindern.

Was sind mögliche Nebenwirkungen von Mönchspfeffer?

Mönchspfeffer ist zwar eine Heilpflanze, dennoch kann auch sie Nebenwirkungen hervorrufen. Zu den am häufigsten auftretenden Symptomen gehören Hautausschläge und Juckreiz, Schwindel, Kopf- und Brustschmerzen.

Weniger häufig treten Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden und Gewichtszunahme auf. Außerdem kann es zu PMS-ähnlichen Symptomen wie Zwischenblutungen, Unterleibsschmerzen und Stimmungsschwankungen während der Einnahme kommen.

Bei einer geringeren Dosierung von Mönchspfeffer sagt man der Heilpflanze nach, dass sie die Libido steigert. Bei einer höheren Dosierung aber kann Agnus Castus die Lust einschränken.

Quellen:
Onmeda.de
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