Home / Familie / Kinderwunsch

Mönchspfeffer bei Kinderwunsch: Wem die Heilpflanze wirklich hilft

von Anne Walkowiak ,
Mönchspfeffer bei Kinderwunsch: Wem die Heilpflanze wirklich hilft© Getty Images

Die Einnahme von Mönchspfeffer kann sich positiv auf den Zyklus auswirken und einen Kinderwunsch Realität werden lassen. Für wen die Behandlung mit der Heilpflanze infrage kommt, erfahrt ihr hier.

Inhalt
  1. · Wie wirkt Mönchspfeffer bei unerfülltem Kinderwunsch?
  2. · Wie wird Mönchspfeffer eingenommen?
  3. · Wie lange muss man Mönchspfeffer einnehmen?
  4. · Wird Mönchspfeffer bei erfolgreicher Schwangerschaft weiter eingenommen?
  5. · Was sind mögliche Nebenwirkungen von Mönchspfeffer?
Video von Esther Pistorius

Mönchspfeffer, auch Keuschlamm oder Vitex Agnus Castus genannt, ist eine Pflanze, die schon seit vielen Jahrhunderten in der Naturheilkunde eingesetzt wird. Seinen Namen erhielt die Heilpflanze schon im Mittelalter. Damals sollte sie Mönchen und Nonnen helfen, keusch zu bleiben. Man glaubte nämlich, dass Keuschlamm den Geschlechtstrieb unterdrücke. Den Beinamen Pfeffer erhielt sie, weil die Frucht in ihrer Form an Pfefferkörner erinnert und scharf ist.

Dass das 'Liebfrauenbettstroh', wie man die Heilpflanze auch nannte, tatsächlich eine positive Wirkung auf den weiblichen Zyklus haben kann, fand man erst später heraus. Heute wird Mönchspfeffer bei PMS, bestimmten Zyklusstörungen und unerfülltem Kinderwunsch eingesetzt.

Lesetipp: 9 Dinge, die einen Einfluss auf deine Fruchtbarkeit haben

Wie genau Mönchspfeffer bei unerfülltem Kinderwunsch helfen kann, wie sich die Einnahme auf den Hormonhaushalt auswirkt und wie lange man Keuschlamm anwenden sollte, damit er seine volle Wirkung entfalten kann, wollen wir erklären. Wir klären außerdem, welche Nebenwirkungen die Einnahme haben kann.

Wie wirkt Mönchspfeffer bei unerfülltem Kinderwunsch?

Mönchspfeffer kann bei einem unerfüllten Kinderwunsch helfen. Allerdings nicht als Allheilmittel. Vielmehr wird Mönchspfeffer bei Zyklusstörungen eingesetzt, die aus einem zu hohen Prolaktinwert resultieren.

Prolaktin wird unter anderem immer dann ausgeschüttet, wenn du Stress hast oder an PMS leidest. Das Hormon reguliert beispielsweise das Wachstum der Drüsen in der Brust, was vor Einsetzen deiner Periode zu einem Spannungsgefühl führen kann. In der Schwangerschaft ist Prolaktin verantwortlich für die Milchbildung in den Brustdrüsen.

Produziert der Körper zu viel Prolaktin, stört das unter Umständen die Reifung des Eis und den Eisprung. Ein verkürzter Zyklus ist die Folge. Mönchspfeffer hemmt die Ausschüttung von Prolaktin und hilft so, den Zyklus zu regulieren.

Ein zu hoher Prolaktinwert hindert außerdem die Bildung der Gelbkörperhormone (Progesteron). Die werden normalerweise nach dem Eisprung ausgeschüttet und bereiten die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Einnistung der Eizelle vor. Fehlen Gelbkörperhormone, kann sich die Eizelle, selbst wenn sie befruchtet ist, nicht einnisten. Eine Schwangerschaft bleibt aus.

Agnus Castus regt die Bildung des Gelbkörperhormons an, indem es die Hirnanhangdrüse stimuliert, und so die Einnistung einer befruchteten Eizelle begünstigen kann.

Video-Tipp: Hilft ein Ovulationstest dabei, schwanger zu werden?

Video von Jutta Eliks

Wie wird Mönchspfeffer eingenommen?

Mönchspfeffer ist kein verschreibungspflichtiges Medikament, sondern in der Apotheke oder Drogerie frei verkäuflich. Trotzdem solltest du eine Einnahme immer mit deinem Frauenarzt bzw. deiner Frauenärztin besprechen und nicht auf eigene Faust agieren. Vor allem die Dosierung sollte nach ausführlicher Anamnese eines Arztes bzw. einer Ärztin bestimmt werden.

Je nach Anwendungsbereich unterscheidet sich die Höhe der Dosierung stark. Eine Beobachtungsstudie "zur Symptombehandlung bei Frauen mit menstruellen Zyklusstörungen" beispielsweise verabreichte Teilnehmerinnen der Studie 20 mg Mönchspfeffer-Extrakt am Tag in Form einer Filmtablette. Unter den Teilnehmerinnen waren auch Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch. 23 Prozent von ihnen wurden innerhalb von drei Monaten erfolgreich schwanger.

Bei anderen Zyklusstörungen, wie dem Ausbleiben der Periode, PMS oder einer verkürzten Lutealphase (Gelbkörperphase), kann eine höhere oder niedrigere Dosierung erforderlich sein und auch die Art des Präparates kann unterschiedlich sein.

Mönchspfeffer ist in Form von Tabletten, Tropfen und Kapseln, als Tee oder Extrakt und sogar als Globuli erhältlich. Zudem gibt es Vitex Agnus Castus als flüssiges Präparat. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn diese Präparate enthalten zum Teil Alkohol.

Ganz wichtig: Bei Endometriose solltest du kein Mönchspfeffer einnehmen. Auch in der Schwangerschaft und Stillzeit solltest du darauf verzichten.

Mehr lesen: Endometriose: Diese 5 Symptome sollte jede Frau (mit Kinderwunsch) kennen

Empfehlung: Mit uns spricht Anna Wilken über ihre Erfahrungen mit Endometriose und die damit verbundenen Schmerzen und Sorgen. Was muss sich in Zukunft auch unbedingt ändern?

Loading...

Wie lange muss man Mönchspfeffer einnehmen?

Bevor der Mönchspfeffer seine Wirkung zeigt, muss er über mehrere Wochen regelmäßig eingenommen werden. Erst nach zwei bis drei Monaten wird dein Hormonhaushalt stabiler und der Zyklus reguliert sich.

Wird Mönchspfeffer bei erfolgreicher Schwangerschaft weiter eingenommen?

Hat die Einnahme von Mönchspfeffer zu einer positiven Schwangerschaft geführt, steht die Frage im Raum, ob es weiterhin genommen werden sollte. Aktuell liegen keine Daten vor, welche Auswirkungen Agnus Castus auf eine Schwangerschaft hat. Es wird jedoch vermutet, dass es einen positiven Einfluss auf die Einnistung der Eizelle hat.

Die Einnahme bespricht man auch dann am besten immer mit seinem Frauenarzt. Zum Ende der Schwangerschaft sollte man auf Mönchspfeffer verzichten. Denn sonst könnte es die Milchbildung hindern.

Auch auf gofeminin: Ultraschallbilder einer Schwangerschaft: So entwickelt sich der Embryo
Ultraschallbilder einer Schwangerschaft: So entwickelt sich der Embryo © iStock
Ultraschallbilder einer Schwangerschaft: So entwickelt sich der Embryo

Was sind mögliche Nebenwirkungen von Mönchspfeffer?

Mönchspfeffer ist zwar eine Heilpflanze, dennoch kann auch sie Nebenwirkungen hervorrufen. Zu den am häufigsten auftretenden Symptomen gehören Hautausschläge und Juckreiz, Schwindel, Kopf- und Brustschmerzen.

Weniger häufig treten Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden und Gewichtszunahme auf. Außerdem kann es zu PMS-ähnlichen Symptomen wie Zwischenblutungen, Unterleibsschmerzen und Stimmungsschwankungen während der Einnahme kommen.

Bei einer geringeren Dosierung von Mönchspfeffer sagt man der Heilpflanze nach, dass sie die Libido steigert. Bei einer höheren Dosierung aber kann Agnus Castus die Lust einschränken.

Quellen:
Onmeda.de
Frauenärzte im Netz

NEWS
LETTERS
News, Tipps und Trends... wir haben viele spannende Themen für dich!

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient lediglich der Information. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Arzt bzw. eure Ärztin kontaktieren.

Teste die neusten Trends!
experts-club
Du willst nichts mehr verpassen?
facebook
Das könnte dir auch gefallen