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No-Bake-Cake: Raffinierte Rezepte für Kuchen ohne Backen

von Nicole Molitor Veröffentlicht am 8. September 2019
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No-Bake-Kuchen feiern das ganze Jahr über Hochsaison! Wir zeigen euch, wie ihr selber Kuchen ohne Backen hinbekommt und welche Möglichkeiten es dazu alles gibt.

Kuchen ohne Backen klingt nach einem Widerspruch in sich. Möglich ist es trotzdem – dem Kühlschrank sei dank! Der "Teig" der beliebten No-Bake-Kuchen ist nämlich so beschaffen, dass er nicht erhitzt bzw. gebacken werden muss.

Die nötige Festigkeit ergibt sich in der Regel, indem ihr den Kuchen für einige Stunden kaltstellt. Ihr braucht also weder Backofen noch Mikrowelle. Perfekt für heiße Sommertage! Aber auch für kalte. Und verregnete. Und im Winter.

No-Bake-Kuchen haben viele Vorteile

No-Bake-Kuchen sind eine gute Lösung für Backnieten. Denn ihr braucht dafür zum einen deutlich weniger Zutaten – wodurch die Kuchen preiswerter sind. Zum anderen gehen Kuchen ohne Backen so schnell, dass ihr nicht stundenlang in der Küche steht, um am Ende ein Riesen-Chaos zu hinterlassen, das ihr wiederum aufräumen müsst.

Ein bisschen Vorplanen ist allerdings schon nötig, denn Kuchen ohne Backen eignen sich leider nicht immer als Last-Minute-Rezept. Dafür lassen sich Kühlschranktorten aber stressfrei vorbereiten. Über Nacht erledigt der Kühlschrank oder die Tiefkühltruhe für euch die ganze Arbeit. Und am nächsten Tag schmeckt der Kuchen umso besser. Von ausgetrockneter Creme oder hartem Boden keine Spur.

Neben der erfrischenden Note durch das Frosten im Kühlschrank punkten kalte Kuchen ohne Backen durch ihre Vielseitigkeit. Die besten und schnellsten Rezepte für No-Bake-Kuchen wollen wir euch hier einmal vorstellen.

Kuchen ohne Backen mit Keksboden

Der Boden von No-Bake-Kuchen besteht meist aus zerkrümelten Keksen (super easy: Kekse im Gefrierbeutel mit Nudelholz zerstoßen). Damit die Kekskrümel zusammenhalten, werden sie mit geschmolzener Butter gemischt und mit den Händen fest in eine Kasten- oder Springform gedrückt. Kurz in den Kühlschrank damit und schon ist der Kuchenboden bereit, um belegt oder bestrichen zu werden.

Diese Kekse bieten sich für No-Backe-Kuchen an:

  • Butterkekse (der neutrale Klassiker)
  • Löffelbiskuit (auch super als Kuchenumrandung)
  • Shortbread (oder andere buttrige Mürbeteigkekse)
  • Oreos (für Schokofans und tolle Farbkontraste)
  • Amarettini (tolles Mandelaroma)
  • Spekulatius (für Weihnachtsflavor)

Tipp fürs Mengenverhältnis: Auf 200 g Kekse kommen etwa 120 g Butter.

Wenn ihr eine Eistorte selber machen wollt, bietet sich ein Boden aus Eiswaffeln an. Dafür vermengt ihr etwa 150 g Eiswaffelhörnchen mit 50 g flüssiger Butter. Drückt den Kuchenteig in einem Tortenring fest (ca. 16 cm Durchmesser; ein verstellbares Modell gibt's hier bei Amazon) und stellt ihn 30 Minuten kalt, ehe ihr euer Lieblingseis darüber schichtet. Ein Rezept für selbst gemachtes Vanilleeis haben wir hier für euch.

Tipp: Eine fruchtige Eistorte bekommt ihr, wenn ihr Marmelade oder frisches Obst ins Eis mischt, ehe ihr es über Nacht im Tiefkühlfach in Form bringt.

Kuchen ohne Backen mit Quark oder Frischkäse

Der Klassiker unter den No-Bake-Kuchen ist die Philadelphia-Torte, bei der zitroniger Frischkäse auf eine dünne Schicht zerkrümelter Löffelbiskuits stößt. Statt oder zusätzlich zu Frischkäse könnt ihr für Kuchen ohne Backen aber auch Quark, Mascarpone, Pudding, Mousse, Eis oder Joghurt verwenden.

Im Video: Rezept für No-Bake-Cheesecake mit Erdbeerfüllung

Ganz wichtig: Nicht die Gelatine vergessen! Sonst wird die Creme auch dann nicht steif, wenn sie stundenlang im Kühlschrank war. Vegetarier können statt tierischer Gelatine einfach Agar-Agar benutzen.

Profi-Tipp: Für No-Bake-Schichtkuchen in bunten Farben teilt ihr die Creme und mischt sie mit Lebensmittelfarbe. Marmoriert den Kuchen, indem ihr die farbigen Cremes abwechselnd auf dem Kuchenboden verteilt.

Einen Ombre-Farbverlauf bekommt ihr, wenn ihr die Creme-Teile mit unterschiedlich viel von derselben Lebensmittelfarbe mixt.

Ihr seid auf den Geschmack gekommen? Dann macht euch bereit für unsere drei liebsten No-Bake-Kuchen.

Kuchen ohne Backen: Karamell-Nuss-Schnitten

Diese No-Bake-Variante von Karamell-Nuss-Schnitten zergeht regelrecht auf der Zunge. Die knackigen Haselnüsse mittendrin sind ein genialer Kontrast.

Ihr braucht diese Zutaten:
Für ca. 30 Stück

Für den Kuchenboden

  • 200 g Shortbread
  • 50 g gehackte Haselnüsse (alternativ: ungesalzene Erdnüsse)
  • 130 g geschmolzene Butter

Für die Füllung

  • 400 g gezuckerte Kondensmilch (z. B. Milchmädchen)
  • 120 g Butter
  • 120 g ganze Haselnüsse (alternativ: ungesalzene Erdnüsse)

Für das Topping:

  • 250 g weiße Schokolade

Außerdem:

So geht die Zubereitung:
1. Legt die Backform mit Backpapier aus. Anschließend zerkrümelt ihr das Shortbread und vermischt es mit der geschmolzenen Butter und den gehackten Haselnüssen. Drückt den "Teig" auf dem Boden der Form fest und stellt diese 20 Minuten in den Kühlschrank.

2. In der Zwischenzeit kocht ihr die süße Kondensmilch mit der Butter in einem Topf auf. Die entstandene Karamell-Creme ständig umrühren – am besten auch beim Abkühlen. Creme auf dem Kuchenboden verteilen und ganze Haselnüsse ins Karamell drücken. Erneut 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.

3. Weiße Schokolade über einem heißen Wasserbad schmelzen. Ist sie nicht sämig genug, könnt ihr 1 EL Butter untermischen. Flüssige Kuvertüre über dem Kuchen verteilen. 2 Stunden im Kühlschrank aushärten lassen. Dann mit einem Messer in handliche Rechtecke schneiden und servieren.

Kuchen ohne Backen: Crêpes-Torte mit Erdbeeren

Schon von "Milles Crêpes Cakes" gehört? Bei diesem Kuchen ohne Backen werden zig dünne Crêpes übereinander gestapelt – mit einer feinen Schicht Buttercreme, Mascarpone oder Sahne dazwischen. Wer es schokoladig mag, kann die einzelnen Crêpes mit Nutella bestreichen und aufeinander schichten.

Zu unserer Verteidigung: Die Crêpes werden zwar gebacken, das ist wahr. Einen Ofen braucht ihr für das Rezept trotzdem nicht – und genau deshalb gehört auch die Crêpes-Torte zu den No-Bake-Kuchen.

Ihr braucht diese Zutaten:
Für ca. 15 Crêpes

  • 2 Eier
  • 300 ml Milch
  • 120 g Mehl
  • 1/2 EL Backpulver
  • 2 TL Vanilleextrakt
  • 3 EL Butter (geschmolzen)
  • 3 EL Zucker

Für die Füllung

  • 450 g Erdbeeren
  • 200 g Schlagsahne
  • 1 Päckchen Sahnesteif
  • 1 EL Zitronenschale
  • 2 EL Zucker

So geht die Zubereitung:
1. In einer Schüssel Eier, Zucker und Vanilleextrakt verrühren. Geschmolzene Butter dazugeben. Mehl und Backpulver abwechselnd mit der Milch in den Teig mixen. Teig 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.

2. Etwas Butter in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Ca. 3 EL Teig in die Mitte der Pfanne geben und so schwenken, dass sich der Teig zu einem dünnen, runden Crêpe verteilt. Nach 1-2 Minuten den Crêpe mit einem Pfannenwender umdrehen. Nochmals 1 Minute von dieser Seite anbraten. Crêpes anschließend auf einen Teller legen.

3. Restlichen Teig genauso verarbeiten – nicht ungeduldig werden und mehr Teig in die Pfanne geben! Schließlich sollen die einzelnen Crêpes-Schichten gleichmäßig dünn sein. Die fertigen Crêpes könnt ihr einfach übereinander stapeln und abkühlen lassen.

4. Erdbeeren waschen und die Krone abtrennen. Alle Erdbeeren in dünne Scheiben schneiden. Ein paar besonders hübsche Früchte könnt ihr zum Garnieren für später beiseitelegen. Schlagsahne mit Sahnesteif und Zucker steif schlagen und Zitronenschale unterheben.

5. Einen kalten Crêpe als Boden auf den Kuchenständer legen. Darauf eine dünne Sahneschicht streichen und diese mit einigen Erdbeerscheiben belegen. Mit einem weiteren Crêpe bedecken und das Ganze so lange wiederholen, bis ihr alle Crêpes übereinander geschichtet habt. Für 30 Minuten kalt stellen und dann genießen.

Tipp: Im Sommer solltet ihr das Rezept mit Vanilleeis statt Sahne ausprobieren! Wer mag, kann geschmolzene Schokolade oder Vanillesauce über die Crêpes-Torte gießen.

Veganer Raw Cake: Lilalaune-Heidelbeer-Schnitten

Was ist lila und macht gute Laune? Richtig, unsere Heidelbeer-Schnitten, die ganz ohne Ofen auskommen. Durch den mandeligen Nuss-Boden und die Füllung auf Kokosmilch-Basis eignet sich das No-Bake-Rezept auch für Veganer, die Kuchen ohne Backen machen wollen.

Ihr braucht diese Zutaten:
Für den Boden

  • 100 g Walnüsse (alternativ Pekannüsse)
  • 100 g Mandeln
  • 1 EL Mandelmus
  • 10 Soft-Datteln (Medjool-Datteln)
  • 2 EL zerlassenes Kokosöl
  • 1 Prise Meersalz

Für die Füllung

  • 300 g Cashew-Nüsse
  • 180 g zerlassenes Kokosöl
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 6 TL flüssiger Honig (alternativ: Ahornsirup)
  • 240 g Kokosmilch (alternativ: Mandelmilch)
  • 1 reife Banane
  • 140 g Heidelbeeren
  • Saft einer Zitrone

Außerdem

  • 4 EL Kokosflocken zum Servieren

So geht die Zubereitung:
1. Cashew-Nüsse für mindestens 2 Stunden (oder über Nacht) in kaltem Wasser einlegen, damit sie aufweichen und sich als Füllung verarbeiten lassen.

2. Zerkleinert die Mandeln und Walnüsse für den veganen Kuchenboden in einem Mixer. Datteln und Salz dazugeben und fein pürieren. Mandelmus, 1 EL Wasser und das flüssige Kokosöl mitpürieren, bis ein formbarer Teig entsteht. Eine Muffin-Form (20 x 20 cm) mit Backpapier auslegen. Den Teig darin ausbreiten und andrücken.

3. Eingeweichte Cashews abgießen und kurz unter kaltem Wasser abspülen. Banane schälen und zusammen mit Cashew-Nüssen, Kokosöl, Vanilleextrakt, Honig, Zitronensaft und Kokosmilch im Mixer fein pürieren. Hälfte der Creme gleichmäßig auf dem veganen Kuchenboden verteilen.

4. Heidelbeeren unter kaltem Wasser abbrausen und trocken tupfen. Eine Handvoll Beeren in die helle Creme drücken. Den Rest zu der verbliebenen Creme im Mixer geben und pürieren. Gegebenenfalls mit Honig oder Ahornsirup nachsüßen. Lila Creme nun über die helle Creme geben und mit einem Teigschaber glatt streichen.

5. Für rund 3 Stunden in den Kühlschrank stellen und servieren, sobald der Kuchen ohne Backen fest ist. Mit Kokosflocken bestreuen und servieren.

Kreative Ideen für schnelle No-Bake-Kuchen

Niemand sagt, dass es immer ein Keksboden sein muss, wenn ihr einen Kuchen ohne Backen machen wollt. Wie wäre es zum Beispiel mit den folgenden Ideen für schnellen Kuchenboden?

1. Aus alt mach neu: Kuchenreste aufheben, mit Butter oder Frischkäse mischen und daraus die Grundlage für einen fabelhaften neuen Kuchen ohne Backen legen. Klappt schließlich auch bei Cake-Pops! Alternativ könnt ihr für den Boden gekaufte Trockenkuchen aus dem Supermarkt nehmen.

2. Gesunde Minis: Weniger mächtig wird euer No-Bake-Kuchen, wenn ihr als Boden kleine Reiswaffeln benutzt. Aber Vorsicht: Diese Variante ist zwar deutlich schneller, eignet sich aber nicht zum Vorbereiten, da die Waffeln durch die Creme aufweichen können.

3. Schön kross: Wer es knusprig mag, sollte Schokocrossis als Kuchenboden ausprobieren. Die könnt ihr einfach selber machen. Dazu den Boden eurer Kuchenform mit Cornflakes oder Puffreis auslegen und dann geschmolzene Schokolade darüber gießen. Ob weiße oder dunkle Schoki bleibt euch überlassen. Top, um Schokolade zu verwerten.

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