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Liebe & Psychologie

Aus Männersicht: Wie du in Beziehungen Grenzen setzt (und warum das so wichtig ist)

von Fiona Rohde Veröffentlicht am 20. Oktober 2019

Jeder von uns hat seine Grenzen. Wenn jemand anderes diese überschreitet, fühlen wir uns irritiert und unwohl. Unser Gastautor erklärt, warum das so ist und wie du in vier Schritten lernen kannst, für dich selbst gesunde Grenzen zu ziehen.

Unser Gastautor ist Chris Bloom, Podcaster, Mentor und Coach im Bereich Mindfulness, Selbstliebe und Authentizität. Ihr findet ihn auf Instagram und unter www.chrisbloom.de. Er schreibt für uns über Themen wie Verletzlichkeit, Achtsamkeit, Authentizität, Mindfulness und Selbstliebe - alles aus der Sicht eines Mannes.

Wenn Grenzen überschritten werden

Häufig passiert es uns, dass unsere Grenzen überschritten werden, was sich für uns ganz und gar nicht gut anfühlt. Das kann sowohl in deinen privaten Beziehungen auf romantischer oder unromantischer Ebene, als auch in geschäftlichen Beziehungen innerhalb der Arbeitswelt vorkommen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass grundsätzlich nicht dein Partner oder dein Arbeitskollege deine Grenze überschreitet, sondern du selbst deine Grenze überschreiten lässt. Das Thema Selbstwert sowie auch dein Selbstvertrauen spielt hierbei eine tragende Rolle.

Was passiert hier eigentlich genau? Und warum passiert es?

Das Kernproblem ist, dass wir unseren eigenen Wert an der Bestätigung unserer Mitmenschen festmachen. Wir neigen dazu, unseren Selbstwert im Außen zu finden und nicht in unserem Inneren. Wir fokussieren uns also auf die Menschen in unserem Umfeld, streben danach, möglichst alles richtig zu machen und zu gefallen. Am Ende bleiben wir nicht selten mit einem Kloß im Hals und einem extrem unbefriedigenden Gefühl zurück.

Dieses ungesunde Verlangen nach Bestätigung im Außen kann sich auch darin äußern, dass wir vermehrt hippe Klamotten oder andere Statussymbole kaufen, um unsere Angst, ob wir in der Gesellschaft bestehen können, zu betäuben. Wir machen unseren Selbstwert daran fest, wie wir nach außen erscheinen. Unserem Selbstvertrauen signalisieren wir damit vor allem eins: Pur, wie wir sind, reichen wir uns nicht. Wir vertrauen uns – unserem inneren Kern – nicht mehr.

Fragst du dich nun, was du tun kannst?

Du kannst lernen, die Grenzen, die für dich gesund sind, zu erkennen. Und zwar indem du dir in deinem Inneren selbst begegnest und lernst, was dir gut tut und was du dir wirklich wünschst. Du wirst durch diese Innenschau deinen eigenen Wert erkennen, respektieren lernen und dich selbst mehr und mehr mit Liebe und Wertschätzung behandeln können. Wahre Liebe kommt aus unserem Inneren. Je mehr du dich selbst liebst, desto mehr kannst du wahr und gesund zurücklieben.

Der Effekt von gesunden Grenzen ist, dass du dich nicht nur stärker und freier fühlst, du wirst auch im Außen anders wahrgenommen. Die Menschen werden dich automatisch mit mehr Wertschätzung behandeln, da sie unterbewusst spüren, dass du dir selbst sicher bist. Dadurch, dass du dich selbst liebst, bringst du ganz selbstverständlich deinen Mitmenschen bei, wie sie dich zurück lieben sollen und welchen Umgang du dir wünschst.

Im Folgenden gebe ich dir vier Schritte mit, die dir helfen, gesunde Grenzen für dich zu ziehen:

1. Nimm dich selbst bewusst wahr

Sehe deinen eigenen Wert und Reichtum in dir. Sei dankbar und entfalte noch mehr inneren Reichtum. Alles, was du brauchst, ist bereits in dir. Es gilt nun, dich zu entdecken. Auf dieser Entdeckungsreise wirst du mehr und mehr deinen eigenen Wert erkennen. Du kannst auch täglich aufschreiben, wofür du dankbar bist.

2. Behandele dich selbst mit Liebe und Respekt.

So wie du dich selbst behandelst, behandelst du auch andere Menschen. Behandele dich also mit Liebe und Respekt. Dein Körper ist deine Hülle. Achte darauf, dass du dir und deiner Hülle regelmäßig Gutes tust.

Nimm dir bewusst Zeit für dich und baue eine liebevolle Beziehung zu dir und deinem Sein auf. Eine Hilfe dazu könnte sein, dass du dir in deinem Kalender regelmäßig ein Zeitfenster markierst, in dem du dir aktiv Zeit für dich freihältst. So kommt kein anderer Termin zwischen dich und deiner Verabredung mit dir selbst!

3. Kommuniziere deine Wünsche.

Kommuniziere deine tiefsten Bedürfnisse, indem du konkret formulierst, was du dir wünschst. Wenn wir verletzt werden, fragen wir uns häufig, warum die andere Person nicht sieht, was in uns vorgeht. Beginne, zu beobachten, auf was du Wert legst im Umgang mit dir und was deine tiefsten Bedürfnisse sind, die dahinterstehen.

Nachdem du dich für das, was du fühlst, angenommen hast, teile deine Wünsche auch deinen Mitmenschen mit. Gib nicht direkt auf, wenn es dir nicht auf Anhieb leichtfällt, dich klar mitzuteilen. Auch die Angst vor Reaktionen auf eine direkte Kommunikation ist verständlich. Du wirst aber schnell merken, dass es dir leichter ums Herz wird, sobald du beginnst, auch verbal für dich einzustehen.

4. Baue dir ein energetisches und soziales Umfeld auf, das dich weiterbringt.

Je mehr du zu dir selbst findest und Zeit mit dir verbringst, desto mehr ziehst du Menschen in dein Leben, die dich für dich – so wie du bist – feiern und lieben. Beziehungen, die auf Bedingungslosigkeit basieren, nähren dich, wirken inspirierend und lassen dich in einer leichten und freien Atmosphäre wachsen. So kannst du dir mehr und mehr das Leben kreieren, das wirklich zu dir passt. Wähle nicht länger ein Umfeld, das Grenzen überschreitet und dich einschränkt.

Lass nun deine Mitmenschen sehen, wer du wirklich bist. Lass deinen Partner und deine Freunde fühlen, wie stark du bist. Für die Menschen, die in dein Leben gehören und dich lieben, wird es ein Geschenk sein, dich in deinem Licht zu sehen. Strahlst du, wirkst du anziehend. So ziehst du auch neue Menschen, in dein Leben, du zu dir passen.

Ich wünsche dir, dass du unendlich viel Liebe, Wertschätzung und Vertrauen in dir findest!

Noch mehr von Chris Bloom kannst du hier lesen:

Aus Männersicht: Warum du aufhören solltest, dich mit anderen zu vergleichen

Aus Männersicht: 9 Dinge, an denen du deinen Soulmate erkennst

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