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"Danxiety": Dieses Problem haben jetzt viele Singles beim Dating

von Fiona Rohde Erstellt am 08.06.21 um 17:00
"Danxiety": Dieses Problem haben jetzt viele Singles beim Dating © unsplash.com / road-trip-with-raj

Leidet ihr auch an Danxiety? Diese Wortkreation der Dating-App Bumble beschreibt eine ganz neue Problematik beim Dating. Wir sagen euch, was dahintersteckt und geben euch Tipps, wie ihr am besten mit Danxiety umgeht.

Danxiety ist eine Wortkreation aus dem Englischen und setzt sich zusammen aus den Begriffen Dating und Anxiety. Ins Deutsche lässt sich das mit Dating-Angst übersetzen. Gemeint ist die Angst vor dem ersten Treffen. Sicherlich kennen viele das Problem, die magische Schwelle vom virtuellen Kontakt in die Realität zu überschreiten und sich das erste Mal live zu sehen.

Gegeben hat es diese Angst oder Nervosität vor dem ersten Treffen schon immer: Was, wenn sich der vermeintliche Traumkerl auf einmal als Anti-Typ entpuppt? Wenn die faszinierende Frau aus dem Chat endlich vor einem steht und man exakt gar nichts empfindet? Vielleicht Sympathie, aber niemals mehr. Da kann man sich schon mal einen Kopf machen und mit schweißnassen Händen beim ersten Date ankommen.

In Zeiten von Corona und Lockdown ist dieses Problem nicht gerade kleiner geworden. Ganz im Gegenteil: Wir haben langsamer gedatet, sprich: Länger vorher geschrieben, bevor wir überhaupt aus der Deckung gekommen sind. Denn die besonderen Zeiten haben ein geändertes Dating-Verhalten erforderlich gemacht.

Aber keine Sorge. Das ist normal und den meisten von uns geht es ja nicht anders. Und auch gegen diese Nervosität ist ein Kraut gewachsen. Denn nur aus Angst und Nervosität auf spannende Menschen, Dates oder vielleicht sogar die große Liebe zu verzichten, das wäre doch irre.

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Aktuelle Umfrage deckt Ängste auf

Dennoch zeigt eine aktuelle Umfrage* der “Women-First” Dating-App Bumble, dass viele jetzt, wo das "normale" Leben wieder losgeht, unsicher sind – trotz aller Vorfreude. Noch ist es ungewohnt, wieder unter Leute zu gehen, mit mehr als seinem vertrauten Kreis zusammen zu sitzen. Was früher so normal schien, ist plötzlich Neuland. In den letzten Monaten sind wir eher Profis darin geworden, als Einsiedlerkrebse daheim Bananenbrote zu backen oder haben uns mit Matheaufgaben für den Nachwuchs rumgeschlagen. Aber flirten: Wie geht das noch mal?

Zwar planen laut Umfrage knapp 80 Prozent der deutschen Singles, das Beste aus der Zeit nach dem Lockdown zu machen, aber die Zeit davor ist nicht spurlos an ihnen vorüber gegangen. Fast die Hälfte der deutschen Singles (48 %) leidet laut eigenen Angaben unter Danxiety.

Im Video: Fragen zum Kennenlernen

Video von Aischa Butt

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Der Gedanke, plötzlich wieder in einer Bar zu sitzen und ein Getränk gereicht zu bekommen, keinen Pappbecher, mit dem man sich dann 50 Meter weiter in die Flucht schlagen muss, fühlt sich komisch an. Und dann einem fremden Menschen gegenübersitzen, der sich bislang so bequem per Chat-Nachricht zu- und wegschalten ließ. Wie wird sich das anfühlen und kann man das überhaupt noch, also sich entspannt live unterhalten? Das zumindest macht laut der Umfrage jedem dritten Single Sorge (32 %).

Dazu noch die Frage, wie nah man sich kommen kann, will oder darf, schließlich hat da jeder so seine eigene Meinung, besonders jetzt, durch Corona. Ob man sich körperlich nah kommen möchte, konnte man früher vielleicht aus dem Moment heraus entscheiden, jetzt ist es fast schon zu einer Glaubensfrage mutiert.

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5 Tipps gegen Danxiety

Für alle, denen es ebenso geht, hat Bumble ein paar Tipps zusammengestellt: für das Wiedereintauchen ins alte Dating-Leben, wie man die Danxiety überwinden kann und so entspannt zum ersten Treffen startet.

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1. Kommuniziert vorher, wie ihr in Sachen Sicherheit tickt. Schreibt eurer Bekanntschaft, ob ihr euch lieber draußen oder drinnen treffen möchtet, ob mit Maske oder ohne und wie ihr zu Körperlichkeiten jedweder Art, also auch Umarmung zur Begrüßung, Abschiedskuss etc. steht. So habt ihr das im Vorfeld geklärt und beim Treffen selbst trübt nichts die Stimmung. Und so seid ihr auch weniger aufgeregt, weil ihr wisst, was euch erwartet. Wenn ihr euer Gegenüber nur mit Corona-Schnelltest sehen wollt, dann sagt das. Offenheit hilft hier beiden Seiten. (Besser noch: Direkt im Profil angeben, welche Art Date für euch in Frage kommt.)

2. Ja, auch das haben wir in der Pandemie gelernt: Wenn nichts mehr geht, geht ein Video-Treffen. Das war auf der Arbeit so und das ist auch beim Dating angekommen. Und auch wenn man sich hier nur auf dem Bildschirm sieht, nicht riechen, anfassen und die Chemie zwischen einander spüren kann, so kann man doch recht gut sagen, ob das Gegenüber da auf dem Bildschirm einen anspricht oder nicht.

Deshalb: Wagt den Chemie-Check via Video-Dating. Das sagten auch 32 Prozent der Teilnehmer der Bumble-Umfrage. Bei Bumble gibt es dafür auch direkt eine Videochat-Funktion in der App. Und ganz sicher kann dieses kurze Video-Abchecken einem bei der Bewältigung von Nervosität, alias Danxiety, helfen. Ganz sicher sogar.

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3. Noch ein Tipp: Bleibt aktiv bei euren Dates. Die Idee, aufgrund von geschlossenen Cafés und Bars mit seinem Date spazieren zu gehen, war doch letztlich wunderschön. So könnt ihr eure Nervosität beim Gehen abbauen, erstmal tief durchatmen und bei einem Gang durch die Stadt oder den Park habt ihr auch genug Gesprächsthemen. Das ist sicherlich einfacher, als sich Face to Face an einem engen Tisch gegenüberzusitzen. Also behaltet das gemeinsame Schlendern bei. Das sieht übrigens auch knapp die Hälfte der befragten Singles so.

4. Seid interessiert und präsent und denkt erstmal im Hier und Jetzt. Natürlich haben viele Menschen Zukunftssorgen. Aber wenn ihr euch das erste Mal trefft, dann wälzt nicht direkt alle Sorgen der letzten Monate auf euer Gegenüber ab, sondern bleibt offen und positiv. Hier geht es erstmal nur um euch beide und das Jetzt. Also stellt einander Fragen, seid neugierig. Auch das kann die Nervosität vor dem ersten Date und die Danxiety senken. Redet über schöne Themen und nehmt den anderen als Bereicherung wahr. Wir waren so lange isoliert, da sollten wir jedes Treffen in erster Linie genießen.

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5. Und noch ein letzter Tipp: Wir alle hatten eine schwere Zeit und nicht alles war einfach durchzustehen. Wenn wir jetzt gemeinsam wieder den Weg zurück zur Normalität antreten, dann sollten wir das nicht einfach vergessen und wie wild aufs Gas drücken. Es war eine verdammt harte Zeit, und genau deshalb solltet ihr euch auch die Zeit nehmen, die ihr jetzt braucht.

Genießt es, dass ihr euch treffen könnt, aber: Fühlt euch zu nichts gedrängt. Nur weil jetzt die Zeit nach dem Lockdown begonnen hat, müsst ihr nicht direkt da weitermachen, wo ihr vor Corona aufgehört habt. Einige Dinge im Leben haben sich seit der Pandemie verändert. Deshalb wählt das Tempo beim Dating, das euch richtig erscheint. Nicht das, was mal so war. Die Tendenz zum Slow Dating hat nämlich auch viel Gutes an sich.

In diesem Sinn: Nieder mit Danxiety, und genießt den Sommer!

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* Die repräsentative Umfrage wurde im März 2021 im Auftrag von Bumble von Research
Without Barriers - RWB mit 1.011 Deutschen Erwachsenen online durchgeführt.

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