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Zu viel Luft im Bauch? Tipps gegen Blähungen in der Schwangerschaft

von Anne Walkowiak Erstellt am 27.11.21 um 08:00

Viele werdende Mütter leiden unter Blähungen. Wir erklären, warum die in der Schwangerschaft viel häufiger auftreten, welche Hausmittel gegen akute Beschwerden helfen und wie man das Risiko für Blähungen in der Schwangerschaft mindern kann.

Inhalt
  1. · Ursachen für Blähungen in der Schwangerschaft
  2. · Tipps und Hausmittel bei Blähungen in der Schwangerschaft
  3. · Blähungen in der Schwangerschaft vorbeugen
  4. · Muss man mit Blähungen in der Schwangerschaft zum Arzt?
  5. · Medikamente gegen Blähungen in der Schwangerschaft

Selbst Frauen, die vor ihrer Schwangerschaft eine Eins-A-Verdauung hatten und selten bis nie unter Blähungen litten, werden in den 40 Schwangerschaftswochen (SSW) mit zu viel Luft im Bauch zu tun haben. Denn die vermehrte Gasentwicklung im Darm ist eine sehr häufige Begleiterscheinung in der Schwangerschaft.

Damit ihr unbeschwert durch die Zeit der Schwangerschaft kommt, haben wir für euch die wichtigsten Informationen zusammen gestellt: Warum Schwangere oft mit Blähungen, Sodbrennen und anderen Verdauungsproblemen zu kämpfen haben, was schnell bei zu viel Luft im Bauch hilft und wie man das Risiko für einen Blähbauch auf ein Minimum reduzieren kann.

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Ursachen für Blähungen in der Schwangerschaft

Die hormonellen, aber auch körperlichen Veränderungen in der Schwangerschaft führen bei vielen Frauen zu mehr und weniger angenehmen Begleiterscheinungen. Während viele Schwangere es lieben, dass ihre Haare voller und die Nägel in den 40 SSW fester werden, sorgen Sodbrennen und Verdauungsprobleme für weniger schöne Momente.

An letzterem ist vor allem das Schwangerschaftshormon Progesteron beteiligt. Das reguliert die glatten Muskeln im Körper und sorgt so unter anderem dafür, dass es keine vorzeitigen Kontraktionen in der Gebärmutter gibt.

Allerdings bestehen auch die Muskeln der Darmwand aus glatten Muskeln, was dazu führt, dass auch ihre Aktivität reduziert wird. Die Verdauung ist in der Schwangerschaft also schlichtweg verlangsamt. Das sorgt dafür, dass der Körper mehr Zeit hat, wichtige Nährstoffe aus den Speiseresten zu entnehmen, aber eben auch dafür, dass sich mehr Gase bilden können, die Bauchschmerzen und Blähungen verursachen.

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Auch die Ernährung in der Schwangerschaft hat oft einen großen Einfluss auf die veränderte Verdauung. Denn viele Frauen ernähren sich in den 40 SSW besonders bewusst und gesund. Oft essen sie viel mehr Vollkornprodukte, Obst und Gemüse. Das ist auf jeden Fall gesund, der Körper bzw. Darm braucht aber oft eine Weile, sich darauf einzustellen.

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Gerade zu Beginn der Schwangerschaft sind viele Frauen müde und erschöpft. Ruhe ist auf jeden Fall ratsam, denn Stress kann ebenfalls zum Blähbauch und Verdauungsproblemen führen. Aber auch fehlende Bewegung kann dazu führen, dass der Darm noch träger wird.

Auch das wachsende Baby und die größer werdende Gebärmutter, die immer mehr Platz in Mamas Bauch beanspruchen, können Blähungen begünstigen. Magen und Darm funktionieren dann eingeschränkter und einfach langsamer.

Im Video: Ernährungstipps in der Schwangerschaft von Hebamme Katharina

Video von Aischa Butt

Tipps und Hausmittel bei Blähungen in der Schwangerschaft

Bei einem akuten Blähbauch möchte man schnelle Hilfe. Die einfachste Lösung liegt auf der Hand. Denn die vermehrten Gase im Darm müssen einfach raus. Wer unter Blähungen leidet und verhindert, dass die Luft entweichen kann, sorgt nur dafür, dass der Druck immer weiter steigt und die Beschwerden schlimmer werden. Also einfach entspannen und Luft ablassen.

Ein warmer Tee, der in der Schwangerschaft bekömmlich ist, kann ebenfalls helfen. So sind die bekannten Magentees aus Fenchel, Kümmel und Anis ein super Hausmittel gegen Blähungen in der Schwangerschaft. Aber auch eine Tasse Pfefferminze kann entkrampfend wirken und Beschwerden lindern.

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Wer die Zeit hat, kann Magen und Darm mit einem warmen Bad beruhigen. Wer keine Badewanne im Haus hat, oder im Büro sitzt, greift auf eine warme (aber nicht heiße) Wärmflasche zurück.

Zur Unterstützung der Darmaktivität kann man seinen Bauch leicht massieren. Für die Bauchmassage hinlegen oder entspannt auf einem Stuhl nach hinten lehnen und im Uhrzeigersinn mit leichtem Druck um den Bauchnabel massieren. Das schiebt die kneifende Luft nach unten.

Und auch Ruhe und Entspannung helfen dabei, Blähungen in der Schwangerschaft zu bekämpfen.

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Blähungen in der Schwangerschaft vorbeugen

Komplett vermeiden lassen sich Blähungen und ein Blähbauch in der Schwangerschaft oft nicht. Man kann dem Magen-Darm-Trakt aber Gutes tun und ihn so weit es geht bei der Verdauung unterstützen.

Blähende Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Zwiebeln oder Kohl sollten nach Möglichkeit selten bis gar nicht verzehrt werden. Aber auch Nüsse, Rosinen und frisches Brot können Blähungen hervorrufen. Genauso wie Hefe- und Vollkornprodukte. Vor allem das frische Brot, so lecker es auch sein mag, fördert Blähungen. Am besten lässt man es in der Schwangerschaft deshalb einen Tag liegen, bevor man zugreift.

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Statt der bekannten drei großen Mahlzeiten am Tag sollte man in der Schwangerschaft viele kleine Portionen essen. Das hilft sowohl dem Magen bei der Verdauung als auch dem Darm. Wer dazu noch viel trinkt, am besten Wasser und ungesüßte Tees, hilft seinem Körper zusätzlich bei der Verarbeitung der Lebensmittel.

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Außerdem könnt ihr versuchen, viel mit Gewürzen wie Kümmel, Majoran, Ingwer, Koriander und Anis zu kochen. Diese Gewürze und Kräuter kurbeln die Verdauung an und können so dazu beitragen, dass sich weniger Gase bilden und der Blähbauch ausbleibt.

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Bewegung an der frischen Luft ist ebenfalls ein gutes Hausmittel gegen Verdauungsprobleme in der Schwangerschaft. Denn bewegt ihr euch, ist auch euer Darm aktiv. Und seien wir mal ehrlich, bei einem Waldspaziergang ohne andere Menschen um einen herum, lässt es sich auch viel leichter Luft ablassen. Zudem sorgt ein Spaziergang an der frischen Luft für Entspannung. Stress ist nämlich Gift für die Verdauung von Schwangeren.

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Muss man mit Blähungen in der Schwangerschaft zum Arzt?

Blähbauch und Blähungen sind in der Schwangerschaft keine Seltenheit und in der Regel völlig harmlos und ungefährlich. Ein Arztbesuch ist normalerweise nicht notwendig. Wer sich Sorgen macht und sehr unter der Luft im Bauch leidet, sollte das unbedingt mit seinem Arzt oder seiner Ärztin besprechen. Gleiches gilt, wenn vorbeugende Maßnahmen, wie der Verzicht auf blähende Lebensmittel etc., nicht helfen und die Blähungen trotzdem stark und kaum zu ertragen sind.

Kommen andere Symptome wie Fieber, Durchfall, Erbrechen oder Krämpfe zu den Blähungen hinzu, solltet ihr unbedingt eure*n Gynäkolog*in aufsuchen.

Medikamente gegen Blähungen in der Schwangerschaft

Generell gilt in der Schwangerschaft: Nimm bitte keine Medikamente ohne ärztlichen Rat. Auch dann nicht, wenn es sich laut Umverpackung um rein pflanzliche Medikamente handelt.

Sollten die Blähungen in der Schwangerschaft so belastend sein, dass du dich andauernd unwohl fühlst, kann dir ein Arzt oder eine Ärztin ein verdauungsförderndes oder krampflösendes Medikament verschreiben. Auch sogenannte Entschäumer, die das Gas im Darm auflösen, können Abhilfe schaffen.

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Wichtiger Hinweis: Der Inhalt dieses Artikels dient lediglich der Information und ersetzt keine Diagnose beim Arzt. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Arzt kontaktieren.