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Ingwer in Schwangerschaft und Stillzeit: Was ist erlaubt?

von Anne Walkowiak Erstellt am 10. Januar 2020
Ingwer in Schwangerschaft und Stillzeit: Was ist erlaubt?© Getty Images

Übelkeit, Erkältung, Bauchweh: Bei diesen Beschwerden wird schnell zum Hausmittel Ingwer gegriffen. Aber kann man Ingwer auch bedenkenlos in der Schwangerschaft oder Stillzeit verzehren? Wir klären auf!

Ingwer kann viel mehr, als Gerichten eine asiatisch-scharfe Note zu verleihen. Die Wurzel hat auch allerlei positive Effekte auf unseren Körper und kann bei unterschiedlichen Beschwerden von Erkältung bis Bauchschmerzen helfen. Verantwortlich für die heilende Wirkung ist das in der Ingwerwurzel enthaltene ätherische Öl Gingerol. Der Stoff soll eine entzündungshemmende, schleimlösende und schmerzlindernde Wirkung haben. Nicht umsonst wurde Ingwer 2018 vom NHV Theoprastus zur Heilpflanze des Jahres gewählt.

Unter den Hausmitteln ist Ingwer ein echter Allrounder. Besonders geschätzt wird er für seine zuverlässige Wirkung gegen Übelkeit. Ist die scharfe Wurzel damit die Rettung für alle werdenden Mamas, die unter Morgenübelkeit leiden?

Ganz so einfach ist es nicht. Denn Ingwer in der Schwangerschaft ist mitunter mit Vorsicht zu genießen. Hier erfahrt ihr, wie Ingwer auf den Körper der Schwangeren wirkt, was es beim Verzehr zu beachten gilt und ob Ingwer in der Stillzeit erlaubt ist.

Ingwer in der Schwangerschaft - ja oder nein?

Vor allem im ersten Trimester, in dem viele Frauen unter Übelkeit und Erbrechen leiden, ist der maßvolle Verzehr von Ingwer, beispielsweise in Form von Ingwertee, bedenkenlos. Die medizinischen Meinungen bezüglich der Verwendung von Ingwer im weiteren Verlauf der Schwangerschaft gehen aber zum Teil auseinander.

Die eine Seite meint: Ingwer hat unter anderem eine durchblutungsfördernde Wirkung. Das heißt, nimmt man zu viel Ingwer zu sich, kann die Wurzel frühzeitige Wehen auslösen. Deshalb finden Vertreter dieser Meinung, dass Schwangere wenn möglich ganz auf Ingwer in der Schwangerschaft verzichten sollten.

Die andere Seite ist überzeugt, dass Ingwer problemlos die gesamte Schwangerschaft über eingenommen werden kann. Zu den Befürwortern von Ingwer in der Schwangerschaft zählt beispielsweise die traditionelle chinesische Medizin.

Wie viel Ingwer in der Schwangerschaft ist erlaubt?

Die Dosierung von Ingwer und somit auch die Darreichungsform sind entscheidend, wenn es darum geht, wie gesund oder schädlich Ingwer in der Schwangerschaft ist. Ingwer in überschaubar geringen Mengen hat bei einer komplikationslosen Schwangerschaft keine Auswirkungen auf Mutter oder Kind.

Eine Tasse Ingwertee am Tag, mit ein paar Scheiben der Knolle, sind kein Problem und der Teelöffel Ingwerpulver im Curry auch nicht. Genauso problemlos sind Ingwerbonbons oder Schokoladen mit Ingwer.

Vorsichtig sein solltet ihr bei Nahrungsergänzungsmitteln mit Ingwer, Ingwer-Tabletten oder Ingwer-Tropfen. Der darin enthaltene Ingwer ist oft viel höher konzentriert als die frische Knolle selbst oder ein paar Flocken im Essen. Sprecht eine eventuelle Einnahme immer mit eurem behandelnden Arzt oder der Hebamme ab.

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Wann sollte man auf Ingwer in der Schwangerschaft verzichten?

Ob und wie viel Ingwer ihr während der Schwangerschaft zu euch nehmen wollt, hängt natürlich auch immer von euch ab. Wer generell eine Abneigung gegen das Gewürz hat, wird wohl kaum in der Schwangerschaft dazu greifen. Auch wer sich nach der Einnahme komisch fühlt oder meint, die Wurzel tue ihm nicht gut, der sollte auch darauf verzichten.

Auch aus medizinischer Sicht gibt es Punkte, die gegen die Einnahme von Ingwer in jeglicher Form sprechen. Dazu zählen:

  • eine Risikoschwangerschaft
  • Blutungen während der Schwangerschaft
  • eine Gerinnungsstörung der Mutter
  • ein empfindlicher Magen

Seid ihr unsicher, ob ihr Ingwer in der Schwangerschaft essen oder trinken dürft, fragt immer bei eurem behandelnden Arzt oder der Hebamme nach.

Wogegen hilft Ingwer in der Schwangerschaft?

Ingwer hilft, wenn einen eine Erkältung plagt, denn er hat eine schleimlösende und entzündungshemmende Wirkung. Er lindert Übelkeit und Erbrechen dank seiner antiemitischen (den Brechreiz unterdrückenden) Wirkung. Er unterstützt die Verdauung, dank seiner anregenden Wirkung auf Magensaft, Speichel- und Gallenbildung und er lindert Kopfschmerzen, dank seiner krampflösenden Wirkung.

Ingwer klingt nach dem perfekten Mittel für schwangere Frauen, weil er so vielseitig einsetzbar, dabei aber ganz natürlich ist. Denn gerade in der Schwangerschaft ist es ratsam, auf jegliche Medikamente zu verzichten und jene, die erlaubt sind, in so geringen Mengen wie möglich zu sich zu nehmen.

Kann Ingwer Wehen fördern?

Während Ingwer im Verlauf der Schwangerschaft nur in kleinen Maßen verzehrt werden sollte, um eine Frühgeburt zu vermeiden, ist er für viele Frauen zum Ende der Schwangerschaft eine wahre Rettung. Denn wenn der errechnete Geburtstermin bereits verstrichen ist und die Ungeduld die werdende Mama kaum noch zur Ruhe kommen lässt, kann der Verzehr von Ingwer die Wehen fördern.

Das liegt an der durchblutungsfördernden Wirkung der kleinen Wunderknolle. Sowohl die Gebärmuttermuskulatur als auch die Darmtätigkeit werden durch die enthaltenen Scharfstoffe stimuliert, was wiederum Wehen anregen und fördern kann.

Darf ich Ingwer während der Stillzeit zu mir nehmen?

Während der Genuss von Ingwer in der Schwangerschaft eingeschränkt werden muss, gilt das nicht für die Stillzeit. Denn Ingwer hat einen durchaus positiven Effekt auf das Stillen bzw. Mama und Baby.

Auf der einen Seite unterstützt Ingwer die Milchbildung bei Mama, was vor allem für Frauen wichtig ist, die selbst nicht ausreichend Milch produzieren. Auf der anderen Seite mildert die Knolle mögliche Blähungen beim Baby. Das enthaltene Gingerol wirkt magen- und darmentspannend.

Und auch im Falle eine Erkältung ist Ingwer das perfekte Mittel für stillende Mamas. Denn auch in der Stillzeit kann nicht jedes Medikament zur Linderung von Symptomen genommen werden. Ingwer aber ist dank seiner Natürlichkeit das ideale Hausmittel.

Es ist übrigens nicht entscheidend, ob stillende Mamas ihren Tee aus frischem Ingwer, losem Tee oder fertigen Teebeuteln machen. Die Wirkung bleibt stets dieselbe.

Quellen:
Embryotox.de
Frauenärzte im Netz
Onmeda.de

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