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Folsäure in der Schwangerschaft: Warum sie so wichtig fürs Baby ist

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 17. Januar 2015

Obwohl Folsäure wirklich wichtige Funktionen im Körper erfüllt, ist sie vielen erst im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft ein Begriff. Aber was kann das Vitamin alles und warum sollten auch Nicht-Schwangere auf eine ausreichende Einnahme achten?

Sobald der Schwangerschaftstest positiv ist, rät der Frauenarzt dringend dazu, ein Folsäurepräparat einzunehmen. Ist die Schwangerschaft geplant, empfiehlt er zudem die Einnahme schon im Vorfeld. Doch warum ist Folsäure während der Schwangerschaft eigentlich so wichtig?

Darum ist Folsäure in der Schwangerschaft so wichtig

Folsäure gehört zu den B-Vitaminen und hilft bei der Bildung von Blutkörperchen und Schleimhautzellen. Außerdem trägt sie zum Aufbau der Erbsubstanzen DNA und RNA bei. Das an sich ist schon super wichtig für uns Menschen. Eine schwangere Frau und ihr Embryo sind jedoch nochmal mehr auf eine ausreichende Folsäurezufuhr angewiesen.

Wächst ein Baby im Bauch seiner Mutter heran, benötigt es speziell in den ersten vier Wochen der Schwangerschaft besonders viel Folsäure. Das Vitamin sorgt dafür, dass das Neuralrohr geschlossen wird. Das ist eine Struktur, aus der sich das zentrale Nervensystem des Kindes entwickelt. Und das passiert eben ganz zu Beginn der Schwangerschaft.

Leidet die werdende Mama an einem Folsäuremangel, steigt das Risiko, dass sich das Nervensystem des Babys nicht richtig entwickelt. Dieses gesundheitliche Problem heißt Neuralrohrdefekt (Spina bifida) und geht mit einer Fehlbildung der Wirbelsäule und des Rückenmarks einher.

Wie viel Folsäure empfehlen Ärzte in der Schwangerschaft?

Eine normale Erwachsene benötigt am Tag etwa 300 Mikrogramm Folsäure. Das ist eine recht kleine Menge - doch trotzdem sind vier von fünf Frauen nicht ausreichend mit Folsäure versorgt. Das Problem: Das B-Vitamin steckt zwar in vielen Lebensmitteln - es ist aber sehr empfindlich. Beim Kochen wird es schnell zerstört.

Um kein Risiko einzugehen, empfehlen Ärzte allen Frauen, die eine Schwangerschaft planen, eine zusätzliche Folsäure-Aufnahme von 400 Mikrogramm am Tag. Das geht am besten mit speziellen Präparaten, die es zum Beispiel in der Apotheke gibt. Im Idealfall würde eine Schwangere also ca. 300 Mikrogramm Folsäure über die Nahrung, plus 400 Mikrogramm über das Präparat am Tag zu sich nehmen.

Die Tabletten sollten mindestens vier Wochen vor der Empfängnis genommen und die hohe Dosis bis zum Ende der zwölften Schwangerschaftswoche beibehalten werden. Danach sinkt der Bedarf während der restlichen Schwangerschaft sowie der Stillzeit wieder ab.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt schwangeren Frauen eine tägliche Folsäure-Aufnahme von 550 Mikrogramm, stillenden Frauen von 450 Mikrogramm. Auch hier sollte nach Rücksprache mit dem Arzt auf Folsäurepräparate zurückgegriffen werden.

Folsäurereiche Lebensmittel

Verlasst euch also nicht nur auf die Tabletten. Sorgt auch dafür, dass ihr ausreichend Folsäure mit der Nahrung aufnehmt. Lebensmittel die besonders viel Folsäure enthalten sind unter anderem: Spinat, Erbsen, Sauerkirschen, Haferflocken und Innereien wie Leber.

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Achtet bei der Zubereitung von folsäurereichen Lebensmitteln darauf, dass ihr sie möglichst schnell verarbeitet und nicht zu lange und heiß kocht. Esst Spinat zum Beispiel öfter mal als Salat und nicht gegart. Folsäure ist sehr empfindlich. Licht, Sauerstoff, Hitze, langes Kochen und Wässern schaden ihr.

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