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Geburt per Kaiserschnitt: Wir klären die wichtigsten Fragen zum Ablauf

Diane Buckstegge
von Diane Buckstegge Veröffentlicht am 1. Juli 2018
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Natürlich oder per Kaiserschnitt: Nicht immer hat die werdende Mama die Wahl. Muss operiert werden, hat die Schwangere viele Fragen zum Kaiserschnitt selbst und zum Ablauf vor und nach der OP.

Etwa jedes dritte Kind kommt in Deutschland per Kaiserschnitt zur Welt. Die Operation ist zur Routineoperation geworden und relativ risikoarm. Obwohl die meisten Frauen eine natürliche Geburt bevorzugen, entscheiden sich immer mehr für einen geplanten Kaiserschnitt - ohne dass er unbedingt notwendig wäre. Man spricht bei diesem Kaiserschnitt "auf Wunsch" auch von einem "Wunschkaiserschnitt".

Kaiserschnitt statt natürliche Geburt: Wir klären euch über die Vor- und Nachteile sowie über den Ablauf des Kaiserschnitts auf.

Wann wird ein Kaiserschnitt notwendig?

Es gibt viele Gründe, warum Ärzte zu einem Kaiserschnitt raten. Generell empfehlen Ärzte einen Kaiserschnitt, wenn eine natürliche Geburt mit einem zu hohen Risiko für Mutter oder Kind verbunden wäre. Entwicklungsstörungen des Babys oder eine Querlage können ein Grund sein, dass von vorneherein eine OP geplant wird. Auch eine Grunderkrankung der Mutter sowie ein enges Becken oder eine Mehrlingsschwangerschaft sprechen für einen geplanten Kaiserschnitt.

Das sind die häufigsten Gründe für einen Kaiserschnitt:

  • Schlechte Lage des Babys (Steiß- oder Querlage)
  • Plazenta praevia: Die Plazenta liegt vor dem Muttermund
  • Schlechtes Schädel-Becken-Verhältnis: Das Becken der Mutter ist zu eng, der Kopf des Babys kann nicht durchtreten
  • Erkrankung der Schwangeren wie HIV, Herpes genitalis, Epilepsie, Nierenerkrankungen, Herzfehler, Gestosen, ...
  • Zwillinge und andere Mehrlingsschwangerschaften, vor allem wenn eines der Kinder ungünstig liegt
  • Störungen in der Entwicklung des Babys

Ähnlich vom Ablauf sind ungeplante Kaiserschnitte. Sie werden gemacht, wenn bei der Geburt Komplikationen auftreten und Mutter sowie Kind gefährdet sind. Sie sind allerdings mit größeren Risiken verbunden.

Die Risiken eines Kaiserschnitts

Obwohl der Kaiserschnitt von seinem Ablauf und der Nachbehandlung her recht unproblematisch ist, kann es dennoch zu Komplikationen kommen. Wie nach jeder Operation kann es im Nachhinein zu Blutungen, Wundinfektionen, Thrombosen oder Verwachsungen der Narbe kommen. Babys, die per Kaiserschnitt zur Welt kommen, haben öfter Atemstörungen, weil sie Fruchtwasser verschluckt haben.

Was man auch nicht vergessen darf: Nach der OP ist die Mutter die ersten Tage körperlich stark beeinträchtigt. Durch die Bauchwunde kann sie schlecht laufen, hat Schmerzen und ist nicht in der Lage, das Kind allein zu versorgen. Aus diesem Grund muss sie auch bis zu sechs Tage im Krankenhaus bleiben, sofern es keine Komplikationen gibt.

Geplanter Kaiserschnitt: Das ist der Ablauf

Steht fest, dass ein Kaiserschnitt gemacht wird, bespricht der Arzt den Ablauf der OP im Vorfeld mit den werdenden Eltern. Es gibt verschiedene Operationstechniken, der Ablauf ist jedoch sehr ähnlich.

Als Vorbereitung für die OP wird ein Blasenkatheter gelegt und das Schamhaar rasiert. Da nur in Ausnahmefällen eine Vollnarkose gegeben wird, wird vor dem Bauch im Operationsraum ein Sichtschutz angebracht, damit die werdende Mama so wenig wie möglich mitbekommt. Betäubt wird sie mit einer lokalen Narkose, wahlweise einer Spinalanästhesie oder einer Periduralanästhesie. Dadurch spürt sie keinerlei Schmerzen, bekommt aber Druck- und Zugbewegungen am Bauch mit.

Wirkt die Betäubung, wird das Baby meist mit dem Misgav-Ladach Verfahren geholt. Das heißt, im Bereich der Bikinizone am Unterbauch wird ein 12 bis 15 cm langer Schnitt gesetzt und die Haut darunter Schicht für Schicht durch Dehnen aufgespalten, bis man zur Gebärmutter kommt. Das Baby wird vorsichtig aus der Gebärmutter gehoben, die Nabelschnur wird durchtrennt und dann kann es auch schon zu seiner Mutter auf den Arm.

Der Kaiserschnitt endet mit diesen typischen Ablauf: Der Arzt entnimmt die Plazenta und verschließt sowohl die Gebärmutter als auch die Bauchdecke. Insgesamt dauert der Kaiserschnitt etwa eine Stunde.

Gut zu wissen: Ein geplanter Kaiserschnitt liegt einige Tage vor dem errechneten Geburtstermin

Warum ein Wunschkaiserschnitt?

Rund 30 Prozent der Babys kommen in Deutschland per Kaiserschnitt zur Welt. Immer häufiger handelt es sich dabei um einen sog. Wunschkaiserschnitt. Aber warum ziehen immer mehr Frauen den Kaiserschnitt einer natürlichen Geburt vor?

Viele Frauen sehen den Vorteil darin, dass sie die Geburt so besser planen können. Andere haben Angst vor den Geburtsschmerzen und möchten diese mit einem Wunschkaiserschnitt umgehen. Auch Frauen, die mit einer normalen Geburt schlechte Erfahrungen gemacht haben, entscheiden sich bei weiteren Geburten möglicherweise für einen Wunschkaiserschnitt.

Die Entscheidung ist natürlich jeder Frau selbst überlassen. Wir möchten euch auch keine Angst machen oder euch von diesem Schritt abraten. Wenn ihr euch für einen Wunschkaiserschnitt entscheidet solltet ihr euch trotzdem der Tatsache bewusst sein, dass es sich dabei um einen chirurgischen Eingriff handelt – mit allen Vor- aber auch Nachteilen, die eine OP mit sich bringt. Lasst euch also gut von eurem Arzt beraten.

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Der ungeplante Kaiserschnitt

Es kann vorkommen, dass ein Kaiserschnitt nicht im Vorfeld geplant ist, sondern nach einer ganz normal verlaufenen Schwangerschaft aufgrund von unvorhersehbaren Komplikationen bei der Geburt durchgeführt werden muss. Ein solcher ungeplanter Kaiserschnitt kann zum Beispiel folgende Gründe haben:

  • Schlechtes Schädel-Becken-Verhältnis, das vorher nicht erkennbar war
  • Wehenschwäche: Lassen die Wehen nach oder werden nicht stark genug, kann man versuchen, sie mit verschiedenen Methoden zu unterstützen. Hilft das nicht, kann ein Kaiserschnitt nötig sein.
  • Probleme bei der Schwangeren, z.B. plötzliche Blutdruckschwankungen, Fieber, vorzeitige Plazentaablösung, ...
  • Probleme beim Baby: Nabelschnurvorfall (etwa wenn die Nabelschnur sich um den Hals des Kindes wickelt), schlechte Herztöne, ...

Ist der Kaiserschnitt nicht geplant, sondern ergibt sich durch Komplikationen bei der Geburt, ist der Ablauf der OP etwas anders. In der Regel wird eine Vollnarkose gegeben, weil sie schneller wirkt. Es kann auch häufiger zu Verletzungen der benachbarten Organe kommen, zum Beispiel von Blase oder Darm.

Kaiserschnitt: Kann der Vater am Ablauf der OP teilhaben?

Bei einer natürlichen Geburt ist es ganz selbstverständlich, dass der werdende Papa mit dabei sein kann - sofern er das möchte. Doch wie sieht das bei einem Kaiserschnitt aus? Stört er beim Ablauf oder kann er auch dabei sein?

Ist der Kaiserschnitt geplant, ist die Teilnahme des Vaters kein Problem. Er wird mit OP-Kleidung ausgestattet und darf ans Kopfende hinter den Sichtschutz, um dort der werdenden Mama die Hand zu halten.

Muss allerdings ein Notkaiserschnitt gemacht werden, darf er nicht mit in den Operationsraum. Hier kommt es auf jede Minute an. Außerdem wäre die Situation zu belastend für ihn.

Nach dem Kaiserschnitt: der typische Ablauf nach der OP

Die Operation ist eine Sache, nach dem Kaiserschnitt geht es leider noch weiter. Der klassische Ablauf sieht vor, dass die frischgebackene Mama direkt nach der OP für ein paar Stunden zur Beobachtung in den Kreißsaal kommt. Hier kann sie das Baby stillen oder es einfach nur im Arm halten. Geht es ihr gut, kann sie danach auf die normale Wochenstation.

Durch den Schnitt am unteren Bauch hat sie meist größere Schmerzen und kann sich in den ersten Tagen nach der Geburt kaum bewegen. Es ist deswegen üblich, dass die frischgebackene Mutter bis zu sechs Tage im Krankenhaus bleibt. Geht es ihr sehr gut, kann sie aber auch schon ab dem dritten Tag entlassen werden. Die Hebamme kontrolliert die Wundheilung der Naht.

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