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Ist Mozzarella in der Schwangerschaft wirklich erlaubt?

von Anne Walkowiak ,
Ist Mozzarella in der Schwangerschaft wirklich erlaubt?© Getty Images

Zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung in der Schwangerschaft sollte unbedingt auch Käse gehören. Doch nicht alle Sorten sind erlaubt. Um den Verzehr von Mozzarella in der Schwangerschaft ranken sich viele Mythen. Darf ich ihn essen oder schadet er meinem Baby? Wir klären auf.

Video von Anneke Winkler
Inhalt
  1. · Mozzarella aus Rohmilch
  2. · Mozzarella aus pasteurisierter Milch
  3. · Einschränkungen für Mozzarella in der Schwangerschaft
  4. · Fazit zu Mozzarella in der Schwangerschaft
  5. · Ausnahme für Rohmilchkäse in der Schwangerschaft

Käse allgemein steckt voller wichtiger Nährstoffe. Viele Sorten sind reich an Kalzium, Magnesium und Phosphor und enthalten wichtige Spurenelemente wie Eisen, Kupfer und Zink. Er ist unter gewissen Voraussetzungen also ein ideales Nahrungsmittel für eine gesunde und ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft. Verzichten sollte man also keinesfalls auf das Lebensmittel.

Aufpassen müssen Schwangere dennoch beim Genuss von diversen Käsesorten. Denn leider sind nicht alle erlaubt. Vor allem auf Rohmilchkäse sollten schwangere Frauen verzichten. Zu groß ist die Gefahr, sich über das Essen mit Keimen eine Infektionskrankheit zu holen und das Leben seines Babys in Gefahr zu bringen. Auch Käsesorten aus pasteurisierter, also erhitzter Kuhmilch (oder auch Schafsmilch oder Ziegenmilch), können das Risiko, sich während der Schwangerschaft mit beispielsweise Bakterien zu infizieren, erhöhen.

Ob auch der Mozzarella zu den Käsesorten gehört, die man besser während der 40 Schwangerschaftswochen (SSW) weglassen sollte oder ob man den italienischen Filata-Käse ohne schlechtes Gewissen verspeisen darf, wollen wir erklären.

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Mozzarella aus Rohmilch

Ob Schwangere Mozzarella essen dürfen oder nicht ist abhängig davon, ob er aus traditioneller Herstellung stammt oder industriell hergestellt wurde. Denn traditionell wird er aus nicht pasteurisierter Büffelmilch gefertigt. In dieser Form sollten schwangere Frauen auf das Lebensmittel verzichten. Denn der Verzehr von nicht pasteurisierter Milch erhöht das Risiko für Infektionskrankheiten wie Listeriose oder eine Salmonellenvergiftung.

Das Tückische: Eine Listerieninfektion muss sich nicht bei der Schwangeren bemerkbar machen oder wird nicht als solche erkannt. Denn es kann erst bis zu sieben Wochen nach dem Genuss von Rohmilch zu grippeähnlichen Symptomen oder auch zu Durchfall und Erbrechen kommen. Nicht immer zeigen sich überhaupt Symptome. Bleibt die Krankheit unerkannt und wird sie nicht behandelt, kann sie sich auf das Kind übertragen und vorzeitige Wehen auslösen oder auch zu einer Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung beim Baby führen.

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Mozzarella aus pasteurisierter Milch

Industriell hergestellter Mozzarella im Gegenzug, also jener, den man abgepackt im Supermarkt kaufen kann, wird in den allermeisten Fällen mit pasteurisierter, also erhitzter Kuhmilch hergestellt. Das Erhitzen der Milch ist der entscheidende Faktor dafür, dass man den Mozzarella in der Schwangerschaft essen darf. Denn Bakterien und alle anderen Keime sterben ab, wenn die Milch für mindestens zwei Minuten auf mindestens 70 Grad Celsius erhitzt wird.

Gut zu wissen: In Deutschland müssen Lebensmittelhersteller die Verwendung von Rohmilch immer auf der Verpackung des Produktes aufführen. Denn auch Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder Babys und kleine Kinder sollten keine Rohmilchprodukte essen. Bei ihnen kann eine Listeriose einen sehr schweren bis lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. In der Schwangerschaft gilt deshalb: Immer einen Blick auf die Inhaltsangaben werfen und Produkte mit Rohmilch, zumindest für die 40 SSW, liegen lassen.

Einschränkungen für Mozzarella in der Schwangerschaft

Aufpassen sollte man während der Schwangerschaft auch bei Käse aus der Frischetheke oder vom Wochenmarkt, selbst dann, wenn er aus erhitzter Milch gemacht wurde. Grund hierfür ist die meist offene Lagerung des Käses. Die ermöglicht es Mikroorganismen, sich nach Lust und Laune zu vermehren.

Auch wenn der Mozzarella vom Wochenmarkt bisher also immer am besten geschmeckt hat, in der Schwangerschaft solltest du jedes Risiko vermeiden. Es ist ja nicht für immer.

Zwar ist die Listerieninfektion in Deutschland eine relativ seltene Krankheit. In der Schwangerschaft aber ist das Infektionsrisiko dennoch um bis zu 12-mal höher.

Fazit zu Mozzarella in der Schwangerschaft

Mozzarella und allgemein Käse und Milchprodukte kann man in der Schwangerschaft in den allermeisten Fällen sicher essen, wenn sie industriell und aus pasteurisierter Milch hergestellt wurden. Zugreifen darf man also bei Joghurt, Frischkäse oder Quarkprodukten. Auch Schnittkäse und einige Weichkäse dürfen gegessen werden, dazu gehören Gouda, Butterkäse, Leerdammer, Tilsiter, Edamer, Cheddar, Brie und Camembert.

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Eingelegte Käseprodukte, z. B. Feta und Milchprodukte aus offenem Verkauf (oder auch vom Buffet im Urlaub) sollte man für die Zeit der Schwangerschaft besser meiden, selbst wenn sie aus erhitzter Milch gemacht wurden. Auch geriebener Käse sollte besser im Regal liegen bleiben. Stattdessen wird es Schwangeren empfohlen, Käse frisch und erst kurz vorm Verzehr zu reiben.

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Ausnahme für Rohmilchkäse in der Schwangerschaft

Tatsächlich kann auch Rohmilchkäse in der Schwangerschaft erlaubt sein, wenn es sich dabei um Hartkäse wie Parmesan, Emmentaler, Bergkäse oder Grana Padano handelt. Das besondere dieser Sorten ist die lange Lagerung von mindestens 12 Monaten. Dabei sinkt der Wassergehalt im Käselaib und der Salzgehalt nimmt zu. Unter diesen Bedingungen können sich Keime wie Bakterien nicht vermehren. Einzige Voraussetzung beim Genuss von Hartkäse in der Schwangerschaft ist das großzügige Abschneiden der Rinde. Denn hier können sich noch immer Listerien und Co. tummeln.

Und noch ein abschließender Tipp: Wird Käse gut erhitzt, auf einer Pizza oder einem Auflauf, in Ravioli oder als Mozzarellastick, dann darf man immer beherzt zu- und auch reinbeißen.

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Wichtiger Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen lediglich der Information und ersetzen keine Diagnose oder Handlungsempfehlung einer Mediziner*in. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Ärzt*in oder die Hebamme kontaktieren.

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