Home / Fit & Gesund / Diät & Ernährung / Stoffwechselkur im Check: Was kann die hCG-Diät?

© iStock
Fit & Gesund

Stoffwechselkur im Check: Was kann die hCG-Diät?

Diane Buckstegge
von Diane Buckstegge Veröffentlicht am 4. Oktober 2015
265 mal geteilt

Sie soll DAS Abnehm-Wunder schlechthin sein: die hCG-Diät, auch Stoffwechselkur genannt. Doch was ist dran am Hype? Hier erfahrt ihr alles über die hCG-Diät!

Innerhalb kürzester Zeit viel abnehmen und das Gewicht dann auch noch halten: Genau das verspricht die hCG-Diät. Der auch als "Stoffwechselkur 21" bekannte Abnehm-Trend ist eine Weiterentwicklung der vor einigen Jahren angesagten hCG-Tropfen-Diät, die der britische Arzt Dr. Simeons bekannt gemacht hat.

Wir haben uns die so gehypte Diät mal genauer angeschaut und die Vor- und Nachteile gegenüber gestellt: Ist die hCG-Diät ein echtes Abnehm-Wunder oder womöglich sogar gefährlich? Hier kommt der Check!

Wie funktioniert die hCG-Diät?

hCG ist die Abkürzung für humanes Choriongonadoptrin. Das ist ein Hormon, das Frauen während der Schwangerschaft produzieren, um das heranwachsende Baby optimal mit Nährstoffen versorgen zu können. Sobald die Nährstoffversorgung nicht ausreicht, sorgt hCG dafür, dass die Fettzellen angegriffen werden.

Genau dieses Prinzip hat sich Dr. Simeons zunutzen gemacht. Bei seiner ursprünglichen Form der hCG-Diät wird das Hormon gespritzt. In Kombination mit einer sehr kalorienarmen Diät sollen der Stoffwechsel stark angeregt und die Fettpolster schnell zum Schmelzen gebracht werden.

Alle, die Angst vor Spritzen haben, können sich freuen: Als Stoffwechselkur erlebt die hCG-Diät ein Revival, bei dem die Spritzen gegen Globuli ausgetauscht wurden.

Die zwei Phasen der hCG-Diät

Die hCG-Diät besteht aus zwei Phasen: Der Diätphase, die mindestens 21 Tage dauert, und der Stabilisierungsphase von ebenfalls 21 Tagen, die dazu dient, das Gewicht zu halten.

Los geht's mit zwei sogenannten Ladetagen. Hier darf gegessen werden, was das Herz begehrt. Zurückhaltung ist definitiv nicht angesagt, nur so soll der Stoffwechsel hinterher umso besser angekurbelt werden können. Empfohlen werden gut 4000 kcal pro Tag. Mit jeder Menge Fast Food, Kuchen und Süßigkeiten kriegt man das locker hin. Gleichzeitig soll mit der Einnahme der hCG Globuli begonnen worden.

Im Anschluss daran beginnt die Diätphase der Stoffwechselkur. Sie dauert mindestens 21 Tage und soll so lange gemacht werden, bis das Wunschgewicht erreicht ist. Erlaubt sind maximal 500 kcal pro Tag - und die auch nur aus den erlaubten Lebensmitteln.

Streng verboten sind Milch, Alkohol, Zucker, Süßstoffe, Kohlenhydrate, Öle und Butter. Erlaubt sind mageres Fleisch wie Hühnchen oder mageres Steak, Fisch, Tofu, Gemüse und beim Obst Erdbeeren, Grapefruit, Orangen und grüne Äpfel. Eier, Magerjoghurt, Magerquark und Hüttenkäse dürfen ebenfalls gegessen werden.

Bei der hCG-Diät erlaubte Lebensmittel auf einen Blick:

  • Magerer Fisch und mageres Fleisch
  • Magerquark und fettarmer Joghurt
  • Eier
  • Gemüse (außer Kartoffeln)
  • Rohkost
  • Obst (außer Trauben und Banenen)

Fisch ist erlaubt © iStock

Damit der Körper einigermaßen mit Nährstoffen versorgt ist, werden verschiedene Vitalstoffe empfohlen. Außerdem ist es wichtig, dass täglich die Globuli eingenommen werden.

hCG-Diät: Die Stabilisierungsphase

Ist das Wunschgewicht erreicht, beginnt die Stabilisierungsphase. Die Globuli werden ab jetzt nicht mehr genommen. Die Kalorienzufuhr wird auf 1000 bis 1200 kcal pro Tag hochgesetzt. Verboten sind weiterhin Zucker und Kohlenhydrate. Ist diese Phase abgeschlossen, dürfen nach und nach wieder alle Lebensmittel gegessen werden. Um das Gewicht dauerhaft zu halten, wird zu einer ausgewogenen Ernährung geraten.

Übrigens: Hier zeigen wir euch gesunde Zuckeralternativen!

Rezepte für die hCG-Diät

Da 500 kcal echt wenig sind, setzt die hCG-Diät primär auf eiweißreiche Rezepte. Das schützt zum einen vor Muskelabbau, zum anderen sättigt Eiweiß gut. Dazu gibt es viel Gemüse, da das sehr kalorienarm ist. Optimal sind beispielsweise Rohkost-Salate mit Fenchel und Orange. Statt der klassischen Spaghetti gibt es Zucchini-Spaghetti und dazu ein mageres Steak oder Fischfilet. Als Snack zwischendurch bieten sich Gemüsesticks an, aber auch ein wenig Magerquark mit Obst.

Vorher-Nachher-Bilder der hCG-Diät

Bringt die Stoffwechselkur wirklich was? Auf Instagram findet man jedenfalls einige Fans der hCG-Diät. Sie posten, was sie gegessen haben und natürlich auch Vorher-Nachher-Bilder der Stoffwechselkur. Hier seht ihr die Ergebnisse:

© Instagram / michelle_la_vie

Was kostet die Stoffwechselkur?

Wer sich strikt an den Abnehmplan der Stoffwechselkur hält, muss mit einigen Kosten für diese Monate rechnen. Knapp 200 Euro kosten die verschiedenen Vitalstoffe für den ersten Monat, da sind die Globuli mit rund 20 Euro noch vergleichsweise günstig.

​In den weiteren Monaten muss man mit etwa 65 Euro rechnen. Die Vitamine und Omega-3-Kapseln einfach weglassen geht natürlich, aber dann fehlen dem Körper wichtige Nährstoffe. Wer eine hCG-Diät über ein Fitnesstudio bucht, zahlt mit Sicherheit mehr, als wenn er sich die Vitalstoffe einfach so im Geschäft kauft.

hCG-Diät: Besser als andere Diäten?

Die Ernährungsexpertin Katherine Zeratsky von der Mayo Clinic rät dringend davon ab, die hCG-Diät zu machen. Sie sagt, dass wissenschaftlich nicht bestätigt sei, dass hCG beim Abnehmen helfe. Außerdem weist sie darauf hin, dass eine extrem niedrige Kalorienzufuhr von nur 500 kcal am Tag - und das über mehrere Wochen hinweg - sehr schlecht für den Körper sei. Er wird nicht ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt, was unter anderem zu Herzrhythmusstörungen führen kann. Des Weiteren wird öfter von Depressionen, Müdigkeit und Wassereinlagerungen als Nebenwirkung der Stoffwechselkur berichtet.

Besser ist eine Ernährungsumstellung, bei der nach und nach Dickmacher gegen kalorienarme Alternativen ausgetauscht werden. So ist man satt, muss nicht wie bei der Stoffwechselkur hungern und ist noch dazu mit allen Nährstoffen versorgt. Ein weiteres Plus: Man lernt, welche Lebensmittel gut für einen sind. Nach der hCG-Diät besteht nämlich die Gefahr, dass man in alte Gewohnheiten zurückfällt, weil man nie gelernt hat, wie eine ausgewogene, kalorienbewusste Ernährungsweise funktioniert.

von Diane Buckstegge 265 mal geteilt

Das könnte dir auch gefallen