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Aufklärung: So sagen Sie's Ihrem Kind

von Redaktion Veröffentlicht am 25. Februar 2010
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Aufklärung bedeutet längst nicht mehr die verkrampft-unangenehme Gesprächsstunde mit den Eltern. Und auch der verstaubte Sexualkundeunterricht in Biologie ist lange überholt. Aufklärung passiert heute bei immer mehr Jugendlichen durch Freunde, durch das Internet - und immer öfter auch durch Pornografie.

Doch gerade die Flut an Pornografie, der Kinder heute via moderner Medien ausgesetzt sind, vermittelt einen oft gefühlsarmen und kaum realistischen Eindruck von Sexualität. Sex wird als rein körperlicher Akt vermittelt. Dabei ist erschreckend, wie wenig Jugendliche wirklich über Sex wissen, wenn Sie ihn zum ersten Mal erleben.

Mit der rechtzeitigen Aufklärung, die auf die Bedürfnisse des Kindes eingeht, können Eltern den Grundstein für einen verantwortungsvollen, erfüllten Umgang mit Sexualität legen. Einen optimalen Zeitpunkt gibt es dafür nicht. Wer allerdings aufmerksam die Entwicklung seines Kind beobachtet, der merkt, wann gewisse Fragen auftauchen. In einer guten Eltern-Kind-Beziehung ergeben sich die Gespräche dann fast von selbst.

Anders sieht es aus, wenn der Nachwuchs spürt, dass den Eltern ein Thema unangenehm ist. Am besten machen Sie sich im Vorfeld bewusst, wie Sie selbst zu Sexualität stehen und welche Themen Ihnen eher peinlich sind. In einem Gespräch mit dem Partner oder guten Freunden können Unsicherheiten gelöst werden, ehe sie sich auf das Kind übertragen.

Aufklärung beim Kleinkind
Kleine Kinder entdecken den eigenen Körper unbefangen und noch ohne Schamgefühl. Genauso wie sie die Umwelt im Spiel entdecken, entdecken sie auch ihren Körper und den ihrer Spielkameraden. Eltern sollten kindliche "Doktorspiele" also nicht verbieten. Körperliche Entdeckungstouren gehören im gewissen Maße zur Entwicklung dazu, und Kinder sollten spüren, dass sie mit ihrer Sexualität offen umgehen dürfen.

Nach Möglichkeit sollten Sie früh beginnen, ehrlich zu Ihrem Kind zu sein. Die Frage „Woher kommen die Babys?“ sollten Sie also mit: „Sie wachsen in Mamas Bauch“ beantworten, anstatt eine wirre Geschichte zu erfinden oder gar die Antwort zu verweigern.

Besonders wichtig ist, dass Sie Ihrem Kind klarmachen, das es der Herr über seinen Körper ist. Wenn es gerade nicht schmusen will, sollten Sie ihr eigenes Bedürfnis nach Zärtlichkeit zurückstellen! Machen Sie Ihrem Kind klar, dass niemand es gegen seinen Willen berühren darf, egal, was derjenige sagt oder tut.

Aufklärung beim Schulkind
Sechs- bis Achtjährige gehen noch recht unbefangen mit ihrem Körper um. Zehn- bis Zwölfjährige finden es hingegen interessant, den eigenen Körper und seine Entwicklung zu beobachten. Wenn Kinder sich selbst streicheln, geht es um eine Erfahrung mit allen Sinnen, die der Seele guttut. Kinder versuchen mit dieser Art der "Selbst-Befriedigung" noch lange nicht, sich zum Höhepunkt zu bringen; es geht darum, den eigenen Körper kennenzulernen und dadurch Identität aufzubauen.

Parallel dazu entwickelt sich das gesunde Schamgefühl. Eltern sollten ihrem Kind immer eine Möglichkeit zum Rückzuggeben. Wichtig ist, im Zuge der Aufklärung auf das Kind einzugehen, sowohl in Phasen, in denen es besonders wissbegierig ist, als auch in Phasen, in denen es absolut nichts vom Thema wissen will. Dem Kind sollte keine Aufklärung aufgezwungen werden, es muss aber wissen, dass es ehrliche Antworten auf seine Fragen bekommt.

Aufklärung beim Teenager
Die Pubertät ist ein langer Prozess, der sich vom 10. bis zum 18. Lebensjahr ziehen kann. Die körperlichen und seelischen Veränderungen, die der Teenager durchläuft, können für ihn genauso wie für seine Eltern äußerst anstrengend sein.

Wenn ein Kind in die Pubertät kommt, sollte es soweit aufgeklärt sein, dass es von den eintretenden Veränderungen nicht allzu sehr überrascht wird. Die erste Menstruation, der erste Samenerguss, die emotionalen Höhen- und Tiefflüge; das alles ist schon aufregend genung. Sind die Basis-Fragen erst einmal geklärt, geht der Jugendliche entsprechend gelassen mit dem Thema Sexualität um.

Eltern müssen zu diesem Zeitpunkt eine gesunde Balance zwischen Einmischung und Respekt vor der Intimsphäre des Kindes finden. Das Schamgefühl des Pubertierenden sollte auf jeden Fall gewahrt werden.

Tipps zur Aufklärung

    • Sehen Sie die Aufklärung nicht als ein einmaliges Gespräch, sondern als Angebot der Kommunikation, auf das das Kind jederzeit zurückkommen kann.
    • Nutzen Sie passende Gelegenheiten! Wenn sich eine konkrete Situation ergibt, etwa eine Hochzeit oder eine Geburt, dann lässt sich Aufklärung natürlicher gestalten.
    • Nennen Sie auch intime Begriffe beim Namen. Auch wenn Sie im Alltag eher „Lulu“ oder „Pipi“ verwenden, sollte Ihr Kind wissen, was eine Vagina und was ein Penis ist.
    • Lassen Sie ihr Kind entdecken und Fragen stellen!
    • Machen Sie immer klar: Niemand darf Ihr Kind in Bezug auf seinen Körper zu etwas zwingen, das ihm unangenehm ist!

    textkern/ es

    von Redaktion

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