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Erfahrungsbericht: So läuft eine Darmspiegelung wirklich ab

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Darmkrebs vorbeugen: Wann eine Koloskopie notwendig ist

Im Video verraten wir, was ihr über eine Darmspiegelung wissen solltet.

Bei euch steht eine Darmspiegelung (Koloskopie) an und ihr seid auf der Suche nach Erfahrungsberichten, weil ihr extrem viele Fragen habt? Hier findet ihr alles, was ihr über eine Darmspiegelung wissen und dabei beachten solltet und Tipps, die euch durch das ganze Prozedere helfen werden.

Inhaltsverzeichnis

Ich selbst habe schon drei Darmspiegelungen hinter mir. Das letzte Mal sogar in Kombination mit einer Magenspiegelung. Und auch ich habe mich davor gefragt: Wie läuft eine Darmspiegelung ab? Schaffe ich das auch? Bin ich wach oder nicht? Und ist das nicht alles furchtbar unangenehm und peinlich?

Kurze Antwort: Es ist weder schlimm noch peinlich. Und es wäre dumm, diese Art der Vorsorge nicht zu machen, weil man Angst davor hat. Deshalb an alle Tapferen, die eine Darmspiegelung (Koloskopie) vor sich haben: Ihr schafft das! Hier alle Infos:

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Wann ist eine Darmspiegelung sinnvoll?

Grundsätzlich empfehlen die Krankenkassen eine Darmspiegelung im Rahmen der Krebsvorsorge bei gesetzlich versicherten Frauen ab 55 Jahren, bei Männern ab 50 Jahren.

Es gibt jedoch bestimmte Voraussetzungen, bei denen man früher eine sogenannte Koloskopie machen sollte. Beispielsweise wenn es bereits Fälle von Darmkrebs innerhalb des engeren Familienkreises gibt, also Eltern oder Geschwister.

Denn grundsätzlich gilt: In wessen Familie bereits vermehrt Darmkrebs aufgetreten ist, der hat ein höheres Risiko selbst daran zu erkranken. In diesen Fällen sollte man sich früher und engmaschiger einer Darmspiegelung unterziehen.

Wann genau es in deinem Fall sinnvoll ist, ob mit 35 oder 40 oder später, das solltest du mit deinem Hausarzt besprechen. Und sollten bei der Spiegelung Polypen oder andere Auffälligkeiten gefunden werden, wird dein Arzt mit dir besprechen, ob du ab jetzt jährlich oder alle 3, 5 oder 10 Jahre die Darmspiegelung wiederholen sollst.

Auch bei chronisch entzündlichen Darmkrankheiten wie Colitis Ulcerosa und Morbus Krohn ist eine regelmäßige Kontrolle via Darmspiegelung wichtig. Zudem kann eine Darmspiegelung auch zur Abklärung von Darmbeschwerden wie Verdauungsbeschwerden, chronischen Durchfällen, Blut im Stuhl o.Ä. genutzt werden.

Ob eine Darmspiegelung für dich infrage kommt und wann sie sinnvoll ist, wird dir dein behandelnder Arzt sagen können. Bei Bedarf wird er dich an einen Facharzt, in dem Fall einen Gastroenterologen, überweisen.

-> Infos zur familiären Disposition und über die verschiedenen Methoden zur Früherkennung von Darmkrebs findet ihr auch hier auf der Seite der Deutschen Krebsgesellschaft.

Was genau wird bei einer Darmspiegelung gemacht?

Bei einer Darmspiegelung wird die Darmschleimhaut begutachtet und auf Auffälligkeiten hin untersucht. Bei Bedarf können auch direkt Gewebeproben entnommen werden. Für eine Darmspiegelung wird ein weicher, biegsamer Schlauch, an dessen oberen Ende eine kleine Lampe plus Kamera sitzt, von unten, also durch den After, in den Darm eingeführt und dann langsam hineingeschoben.

Am Monitor kann der behandelnde Gastroenterologe (und auf Wunsch auch der Patient) das Innere des Darms kontrollieren und der Arzt kann gegebenenfalls Gewebeproben entnehmen oder Polypen entfernen. Das Ganze dauert zwischen 20 und 45 Minuten.

Termin und Vorgespräch

Eine Darmspiegelung bedarf der Vorbereitung, weil der Darm komplett leer und sauber sein muss, damit man ihn unter die Lupe nehmen kann. Deshalb musst du vor der Untersuchung abführen.

Zudem wird dir in einem Vorgespräch in der Regel Blut abgenommen, um die Blutgerinnung zu kontrollieren. Dann erhältst du meist ein Merkblatt mit allen wichtigen Infos für das Abführen vor der Untersuchung und die Ernährung in den Tagen davor.

Das Wichtigste natürlich: Du erhältst auch das Abführmittel. Und ja: Das ist das Fieseste an der ganzen Sache. Aber in Anbetracht dessen, wie wichtig und hilfreich die Koloskopie ist, ist das wirklich ein kleines Problem. Denn als Darmkrebsvorsorge ist die Untersuchung wirklich extrem sinnvoll.

Denn finden sich im Darm Polypen, können diese ganz einfach mit einer kleinen am Untersuchungsstab befestigten Schlinge entfernt werden und schon ist das Problem beseitigt.

Polypen an sich sind noch nichts Schlimmes, aber langfristig stellen sie sehr wohl eine Gefahr dar, weil sie entarten können und sich so Krebs entwickeln kann. Deshalb: Geht zur Darmspiegelung! Diese Vorsorge ist wichtig und rettet Leben. Und es gibt kaum Krebsarten, bei denen die Vorsorge so einfach ist.

Wichtig: Im Vorgespräch mit eurem Arzt solltet ihr dringend über Medikamente sprechen, die ihr zurzeit einnehmt. Denn Medikamente, die Einfluss auf die Blutgerinnungszeit nehmen, können ein Risiko bei einer Koloskopie darstellen, darauf weist auch die Berliner Charité hin.

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Wird man für eine Darmspiegelung krankgeschrieben?

In der Regel hat man vom Arzt eine Krankschreibung für den Vortag ab nachmittags (also ab dem Zeitpunkt, ab dem man abführen muss) und am Untersuchungstag selbst.

Das Essen & Trinken vor der Untersuchung

Damit das Abführen gelingt und euer Darm bei der Darmspiegelung sauber ist, müsst ihr im Vorfeld ein paar Dinge bei der Ernährung beachten und am Tag vor der Untersuchung gibt es nur noch Frühstück und danach so gut wie nix mehr. Hier alle Infos:

1. Das dürft ihr essen: 4 Tage vorher

Bereits vier Tage vor der Darmspiegelung solltet ihr nicht mehr schlemmen, wie Gott in Frankreich, sondern ein paar Dinge von eurem Speiseplan streichen. Verboten ist alles, was schwer verdaulich, stopfend, blähend oder körnig ist. Lebensmittel, die feste Bestandteile wie Samen oder Körner enthalten, können dem Arzt sonst später die Sicht nehmen, weil sie sich in den Darmfalten absetzen können. Gemeint sind beispielsweise Tomaten, Erdbeeren, Himbeeren etc. Auch Körnerbrot, Müsli und Co. sind nicht optimal.

Grundsätzlich solltet ihr euch merken:

  • kein Brot mit Körnern oder Samen, keine Vollkornprodukte
  • kein Müsli, keine Nüsse, keine Weizenkleie
  • keine Hülsenfrüchte
  • kein Obst und Gemüse mit Kernen, wie Weintrauben, Erdbeeren, Himbeeren, Kiwi, Tomaten, Gurken etc.
  • kein blähendes Essen, wie Kohl, Zwiebeln etc.
  • kein faserhaltiges Gemüse, wie Blattsalat, Spinat, Spargel, Paprika etc.
  • kein Zucker (v.a. Süßigkeiten)

Gut sind: Weißbrot, Suppen, Joghurt, Fleisch, Fisch, Kartoffeln und viel Trinken

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2. Das dürft ihr trinken: 1 Tag vor der Darmspiegelung

Der Tag vor der Untersuchung ist der Tag, an dem ihr das erste Mal abführen müsst. Das zweite Mal dann noch mal am Tag der Koloskopie selbst.

Grundsätzlich gilt: Wer den Darm entleeren will, muss viel trinken. Aber eben nicht irgendwas: Ab dem Tag vor der Untersuchung sind alle durchsichtigen Flüssigkeiten OK, alle anderen tabu.

Tipp: Wenn ihr unsicher seid, macht den einfachen Test: Stellt euer Getränk auf eine Zeitung. Wenn ihr die Buchstaben durch das Glas und die Flüssigkeit sehen könnt, ist das Getränk erlaubt. OK sind beispielsweise Tee (nicht grün oder schwarz!), Wasser, Apfelschorlen (allerdings nicht mit naturtrübem Apfelsaft, sonst sieht man die Zeitung eben nicht.).

3. Das dürft ihr essen: 1 Tag vor der Darmspiegelung

Morgens dürft ihr noch etwas frühstücken, aber bitte keine Körner. Will heißen: Weißbrot oder Toastbrot mit Käse oder Gelee bzw. Marmelade (Achtung keine Konfitüre mit beerigen Obstsorten, wie Himbeeren oder Erdbeeren).

Mittags dann eine klare Brühe, ohne Einlage, Petersilie und andere Kräuter. Und so minimalistisch sich das anhört: An dem Tag werdet ihr diese Brühe lieben.

Achtung: Achtet darauf, dass die Brühe wirklich klar ist. Viele Instantsuppen sollen zwar klar sein, enthalten aber Kräuter wie Petersilie, und die sind schlecht für die Untersuchung, da sie sich wie körnige Lebensmittel im Darm ablagern und dem Arzt die Sicht erschweren. Die Suppe rettet dich geschmacklich und hungertechnisch über den Tag. Wobei man auch klar sagen muss: Wenn man literweise Zeug in sich reinkippen muss, hat man auch keinen Hunger.

Alles rund ums Abführen

Es gibt verschiedene Varianten an Abführmittel. Lecker ist keine. Aber man bekommt es trotzdem hin.

Meist besteht das Abführmittel aus einem Pulver, das ihr in zweimal je einen Liter Flüssigkeit einrühren müsst. Zusätzlich müsst ihr mehrere Liter (mindestens 2, je mehr, desto besser) andere Getränke trinken, um den Darm zu leeren, zu spülen und zu säubern.

Getrunken wird das Abführmittel dann in zwei Phasen. Der erste Liter am Vortag der Untersuchung und der zweite dann am Tag der Darmspiegelung selbst, ca. fünf Stunden vorher – wann genau, das hängt letztlich von eurem Termin ab. Ist der Termin früh am Morgen, verschiebt sich diese Aufteilung. Den Liter Abführmittel sollte man laut Beschreibung des Herstellers innerhalb von ein bis zwei Stunden einnehmen. Dazu muss jede Menge Flüssigkeit getrunken werden.

Es gibt in Ausnahmefällen auch ein anderes Präparat. Hier muss deutlich weniger von dem unappetitlichen Zeug getrunken werden. Dieses Mittel wirkt jedoch nicht so sicher wie das 2-Liter-Mittel und wird deshalb seltener eingesetzt, beispielsweise, wenn jemand Probleme hat viel zu trinken.

Ich hatte beim letzten Mal das Glück, letzteres Abführmittel zu bekommen. Das verringert die Menge, die man von dem fiesen Salzgemisch trinken muss. Aber „verbesserte Rezeptur“ und „schmeckt nach Orange“ hin oder her: Klar, es bleibt unlecker. In diesem Fall waren die je zweimal jeweils nur 150 ml aber echt eine große Erleichterung. Dafür musste man allerdings mehr andere Flüssigkeiten zu sich nehmen.

Damit dieses Mittel ebenso sauer macht, habe ich zudem akribischer darauf geachtet, was ich die Woche davor zu mir genommen habe, also leichter verdauliche Kost zu mir genommen und nicht so geschlemmt. Das erfordert schon einiges an Disziplin und Aufmerksamkeit. Oft ist einem gar nicht bewusst, was jetzt gut und was nicht so gut ist für die Koloskopie-Vorbereitung.

Viel trinken lautet die Devise.
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Achtung bei der Terminwahl

Tipp: Legt den Termin der Darmspiegelung, wenn möglich auf mittags, also circa 12 Uhr. Denn am Tag der Untersuchung selbst müsst ihr eben fünf Stunden vorher aufstehen und wieder einen Liter des Abführmittels trinken. Dieser zweite Teil ist meist halb so schlimm, weil das meiste eben schon geschafft ist. Dennoch wäre ein Termin um 8 Uhr morgens eher schmerzlich, es sei denn, man steht gerne um 3 Uhr nachts auf. Also rechnet das mit ein.

Tipp: Das erleichtert das Trinken

Ja, das Zeug schmeckt echt fies – wobei das natürlich ein subjektiver Eindruck ist. Es gibt Menschen, denen fällt es leichter, das Abführmittel zu trinken, andere tun sich eben schwer. Es schmeckt letztlich wie eine Multivitaminbrausetablette mit arg viel Salzgeschmack. Geschmacklich soll sich da schon viel verbessert haben, aber besser ist eben noch lange nicht gut.

Das hilft:

  • Sich die gesamte Mischung anrühren und kaltstellen. Gekühlt schmeckt das Mittel schon etwas besser.
  • Trinkt das Ganze mit einem Strohhalm. So könnt ihr die Geschmacksknospen auf der Zunge ein wenig umgehen.
  • Trinkt aus einem Messbecher und nehmt euch immer eine bestimmte Milliliterzahl vor, die ihr pro Glasansetzen trinken wollt. Denn jedes neue Ansetzen fällt schwerer. Ich habe immer versucht, einen Liter mit ca. viermal absetzen zu trinken, also jeweils 250 Milliliter.
  • Jedes Mal nach dem Absetzen sollte man sich direkt eine geschmackliche Ablenkung für die geplagten Geschmacksnerven suchen. Ich habe es jeweils mit einem Schluck klarem Apfelsaft geschafft oder indem ich ein Eisbonbon neben mir liegen hatte, dass ich mir kurz in den Mund gesteckt habe. Beides hilft direkt.

Wenn das Mittel wirkt

Wenn man dermaßen viele Liter Flüssigkeit trinken muss, nebst Abführmittel, fühlt man sich wie ein riesiger Wassertank und es rumort recht heftig in der Bauchgegend. Wirkt das Mittel (ungefähr nach einer halben Stunde), sollte man sich zudem nicht zu weit von seiner Toilette entfernen. Am besten ihr nehmt ein Buch mit und macht es euch für die nächste Stunde auf dem Badteppich gemütlich. Klingt schlimm, ist aber wirklich halb so wild.

Ob die Darmreinigung geklappt hat, merkt man daran, dass am Ende beim Stuhlgang irgendwann nur noch Wasser rauskommt. Idealerweise hellgelb und klar. Orangefarben reicht nicht.

Deshalb ist das korrekte Abführen so wichtig

Denkt immer daran: Ihr müsst euren Darm richtig sauber bekommen, damit die Untersuchung auch Sinn macht. Je besser die Sicht für den Arzt, umso mehr kann er erkennen. Und jeder Polyp, der gefunden und entfernt wird, ist eben ein wichtiger Schritt gegen den Krebs. Haltet euch das immer vor. Ihr tut das für euch und eure Gesundheit.

Und: Die meisten Ärzte geben einem nachher ein Feedback im Sinne von: ‚Ich konnte viel erkennen, der Darm war schön gereinigt.‘ Und sich hierbei eine Schelte abzuholen, macht wenig Spaß. Ist der Darm noch nicht wirklich gereinigt, müsst ihr zudem vor Ort noch mal nachbessern. Auch nicht Sinn der Sache.

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Der Ablauf der Darmspiegelung

Die gute Nachricht: Wenn ihr das mit dem Abführen geschafft habt, ist der Rest meiner Erfahrung nach wirklich einfach.

Am Tag der Koloskopie kommt ihr in die Praxis, könnt euch in einem kleinen Raum umziehen, bevor ihr den Untersuchungsraum betretet. Zieht euch warm an, am besten einen langen Bademantel oder Cardigan, der vorne offen bleibt. Das wird meist so gemacht, falls etwas passieren sollte, damit man schnell eingreifen kann. Ein lockeres T-Shirt darunter wurde mir beim letzten Mal auch erlaubt.

Dazu dicke Socken. Oft kann man in der Praxis eine spezielle Einweg-Shorts für ein oder zwei Euro erwerben, die hinten am Po einen Schlitz hat. So kommt man sich nicht nackt vor, das macht es ein wenig angenehmer. Ansonsten zieht ihr unter dem Bademantel einfach keine Hose / Unterhose an. Was genau ihr tragen dürft, wird euch die Sprechstundenhilfe vorher sagen. Manche Ärzte sind sicherlich anders. Also fragt besser vorher nach.

Auf der anderen Seite des kleinen Umkleideraums kommt ihr dann direkt ins Behandlungszimmer. Dort legt ihr euch seitlich auf die Liege und erhaltet einen Venenzugang in den Arm, durch den dann später, falls ihr das wünscht, das Betäubungsmittel gespritzt wird (bei mir war es Propofol). Die Assisistenten*innen sagen dann meist noch, dass man an was Schönes denken soll und schon ist man weg und schläft. Vom Einführen des Schlauches in den After durch den Arzt merkt man dann definitiv nichts.

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Darmspiegelung: Die wichtigsten Tipps
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Schläft man oder ist man wach bei der Untersuchung?

Ich habe im Vorfeld darauf geachtet, dass ich einen erfahrenen Arzt aufsuche, der sich auf Koloskopie spezialisiert hat und von dem ich wusste, dass man bei ihm während der Untersuchung schläft, so dass man so gut wie nichts mitbekommt.

Hier ist der Ablauf der Darmspiegelung so: Nachdem der Schlauch komplett eingeführt ist, zieht der Arzt ihn langsam wieder heraus. Erst beim Herausziehen wird die Darmschleimhaut kontrolliert.

Es gibt auch Ärzte, bei denen man als Patient auf dem Bildschirm alles mitverfolgen kann, also quasi die Kamerafahrt durch den eigenen Dickdarm. Das ist natürlich auch spannend. Bei meinem zweiten Mal habe ich diese Erfahrung zumindest teilweise auch gemacht, weil der Arzt die Dosis des Betäubungsmittels schon langsam reduziert hat, sodass ich gegen Ende der Untersuchung wieder wach war. Aber auch das ist absolut OK – und spannend.

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Kombinierte Magen- und Darmspiegelung

Sollen beide Bereiche untersucht werden, also zusätzlich zum Darm auch der Magen und der Zwölffingerdarm, müsst ihr eigentlich in der Vorbereitung nichts anderes tun, als bei der Darmspiegelung auch. Nur vor der Untersuchung solltet ihr zwei Stunden vorher nichts trinken. Rauchen ist auch kontraproduktiv, da es die Magensaftproduktion anregt. Was genau ihr beachten müsst, sagt euch aber euer behandelnder Arzt.

Der Ablauf der Untersuchung ist dann wie bei der Koloskopie auch: Ihr kommt in den Raum und legt euch auf die Seite. Bevor ihr via Propofol (in meinem Fall) in den Schlaf geschickt werdet, bekommt ihr allerdings ein Plastikröhrchen bzw. einen Schutzring in den Mund gesteckt. Dadurch wird dann das Gastroskop in den Magen geschoben. Das Röhrchen bzw. der Ring sind notwendig, damit euer Mund offenbleibt und ihr nicht auf Versehen auf den eingeführten Schlauch beißt.

Ich hatte im Vorfeld Angst, dass die kombinierte Untersuchung schlimmer sein könnte, war sie aber nicht. Ich war die ganze Zeit weggedämmert und habe es nicht als anders als die Darmspiegelung allein empfunden.

Und nach der Darmspiegelung?

Nach der Untersuchung zieht man sich in dem Umkleideraum wieder an. Man ist meist noch ziemlich benommen. Währenddessen sieht sich der Arzt die Bilder, die das Endoskop gemacht hat an und anschließend habt ihr ein kurzes Feedback-Gespräch mit dem Arzt, der euch bereits jetzt die ersten Ergebnisse der Untersuchung sagen kann. Gab es Polypen? Wie waren die geartet? Wie geht ihr weiter vor? Wann ist die nächste Kontrolle?

Die Ärzte achten darauf, dass ihr nach dem Gespräch nicht völlig weggetreten die Praxis verlasst. Wer sich unwohl fühlt, kann sich in einem extra Raum noch kurz erholen – auch das wird meist angeboten. Wenn es geht, sollte man sich von jemandem abholen lassen, da man noch was tattrig auf den Beinen ist. Ich bin jedoch auch einmal ganz normal mit der U-Bahn heimgefahren.

Beim zweiten Mal Darmspiegelung war ich jedoch extrem froh, abgeholt zu werden, da mir sehr schwindelig und schlecht war. Und ganz klar: Selbst ans Steuer setzen, sollte man, bzw. je nach Betäubungsmittel, darf man sich nach einer Darmspiegelung nicht.

Mögliche Nachwirkungen der Darmspiegelung

Grundsätzlich kann es sein, dass man noch leichte Luft im Bauch verspürt. Das ist normal, weil der Arzt ein wenig Luft oder Kohlendioxid in den Darm pumpt, damit sich die Darmwand weitet. Auch leichte Kreislaufprobleme können auftreten.

Solltest du jedoch Schmerzen haben oder Blut im Stuhl, solltest du schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen, um auszuschließen, dass dein Darm während der Untersuchung verletzt wurde.

Ist alles überstanden, darfst du essen, was du möchtest. (Es sei denn, du hast einen nervösen Magen. Dann bitte langsam starten, nicht direkt mit einem Drei-Gang-Menü.) In der Regel hat man sich am Tag vor der Spiegelung schon recht genau ausgemalt, was man sich als erstes Leckeres gönnt, nach dem ganzen Prozedere. Verdient hat man es sich allemal!

-> Detaillierte medizinische Informationen zu einer Koloskopie findet ihr auch hier auf onmeda.de.

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Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient lediglich der Information. Er kann nicht das Urteil eines Arztes ersetzen. Ob in deinem Fall eine Darmspiegelung infrage kommt und die richtige Methode ist, wird dir dein behandelnder Arzt sagen.

Solltest du Beschwerden, Schmerzen und anderen Probleme haben, wende dich bitte immer an deinen Arzt, anstatt „Doktor Google“ zu bemühen. Krebsvorsorge ist in jedem Fall wichtig und richtig. Die zuständigen Ärzte sind für deine Fragen und Sorgen sicher immer offen.