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Schonkost: Was ihr bei Bauchschmerzen & Co. essen solltet

von der Redaktion Veröffentlicht am 1. November 2018
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Die richtige Ernährung bei Magen-Darm-Problemen: Schonkost! Diese sanfte Ernährungsweise beruhigt, entlastet und kann die Beschwerden im Verdauungssystem lindern.

Es zwickt und zwackt: Wohl jeder von uns hatte schon mal Bauchschmerzen. Richtig unschön wird's, wenn es nicht bei einfachen Bauchschmerzen bleibt, sondern Übelkeit und Durchfall dazukommen. Worauf sollte man bei einer magenschonenden Ernährung achten? Welche Nahrungsmittel sind gut verträglich und was sollte man bei Magen-Darm-Beschwerden lieber vermeiden? Damit es schnell besser wird, ist Schonkost angesagt! Wir verraten euch, welche Lebensmittel für eine leichte Kost geeignet sind und was ihr bei ihrer Zubereitung berücksichtigen solltet.

Schonkost als Ernährung bei Magen-Darm-Beschwerden

Schonkost oder leichte Vollkost, wie sie von Medizinern auch genannt wird, ist eine spezielle Ernährungsform bei allen Erkrankungen rund um Magen und Darm. Die Schonkost setzt dabei auf leichte, gut verträgliche Lebensmittel, die das Verdauungssystem beruhigen und nicht noch weiter aufwühlen.

Grundlage für die Schonkost bzw. leichte Vollkost sind die allgemeinen Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Achtet darauf, dass ihr 50 bis 55 Prozent der Lebensmittel aus dem Kohlenhydratbereich wählt, zum Beispiel Brot, Nudeln, Reis oder Haferflocken. Der Baustein Fett sollte zu 30 Prozent vorkommen und 15 bis 20 Prozent sollten Eiweiß ausmachen.

Verzichtet weitestgehend auf Zucker und Weißmehlprodukte und achtet bei der Schonkost auf eine ausreichende Ballaststoffzufuhr über Vollkornprodukte. Jeder Mensch verträgt Lebensmittel unterschiedlich gut. Probiert nach und nach aus, welche euch gut bekommen und welche zu Problemen führen. Dann könnt ihr Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl oder Übelkeit weitgehend aus eurem Leben streichen.

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Viele kleine oder mehrere große Mahlzeiten bei Schonkost?

Der gesunde Mensch kann wählen, was besser zu ihm passt. Menschen mit Magen-Darm-Problemen sollten neben der Schonkost auf mehrere kleine Mahlzeiten setzen, die über den Tag verteilt gegessen werden. So wird das Verdauungssystem nicht zu sehr belastet. Nehmt euch zudem ausreichend Zeit zum Essen und kaut gründlich. Lasst das Essen abkühlen, zu heiß kann es die Beschwerden verschlechtern, genauso wie zu scharf gewürzt.

Bei welchen Erkrankungen kann Schonkost helfen?

Schonkost kann bei folgenden Erkrankungen helfen:

  • unspezifischen Unverträglichkeiten gegenüber Speisen, Lebensmitteln und Getränken
  • chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) in Remissionsphasen
  • Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren
  • unkomplizierten Leber- und Gallenerkrankungen
  • chronischen Entzündungen der Bauchspeicheldrüse
  • Reizdarm

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Diese Lebensmittel sind gut verträglich und für eine Schonkost geeignet

Schnell kommt es einem so vor, als dürfte man fast gar nichts mehr essen, wenn einem der Arzt Schonkost verordnet hat. Doch ganz so schlimm ist es nicht. Es gibt jede Menge Lebensmittel, die gut vertragen werden. Diese hier zum Beispiel:

Magenfreundliches Gemüse:
Möhren, Fenchel, Pastinake, Kürbis, Zucchini, Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli, Erbsen, grüne Bohnen, Tomaten, grüner Salat

Gut verträgliches Obst:
reifes Obst, Äpfel, Birnen, Beeren, Bananen

Magenschonendes Getreide & Getreideprodukte:
feine Vollkornbrote, altbackenes Brot, Reis, Nudeln, Grieß, Kuchen aus Rühr- und Hefeteig, Kartoffeln

Milch und Milchprodukte:
fettarme Milch, fettarmer Joghurt, Dickmilch und Sauermilch, milde Käsesorten mit einem Fettanteil von maximal 45 Prozent

Fleisch & Fleischwaren:
mageres Rind-, Kalb-, Geflügelfleisch (Filet, Schnitzel), Kaninchen, Wild, milde, magere Wurstsorten wie Bierschinken, gekochter Schinken, Corned Beef, Geflügelwurst

Fisch:
magere Süß- und Salzwasserfische, Schalen- und Krustentiere

Hier lesen: Die besten Hausmittel gegen Durchfall

Schonkost: Auf diese Nahrungsmittel solltet ihr möglichst verzichten

Nur weil die folgenden Lebensmittel meist nicht gut vertragen werden, heißt das nicht, dass das in eurem Fall auch so sein muss. Probiert am besten aus, ob es euch nach dem Verzehr schlechter geht oder ihr beschwerdefrei bleibt. Nach einer Magen-Darm-Grippe mit Durchfall und Erbrechen oder auf Anraten eures Arztes solltet ihr jedoch lieber auf Nummer sicher gehen und die folgenden Lebensmittel meiden.

Diese Gemüsesorten können blähen:
Kohl, Hülsenfrüchte, Pilze, Paprika, Lauch, Zwiebeln, Gurken, Oliven

Schlecht verträgliches Obst:
unreifes Obst, Kirschen, Pflaumen, Pfirsiche, Nektarinen, Aprikosen, Nüsse

Getreide & Getreideprodukte:
grobe Vollkornbrote, frisches Brot, fettige Backwaren wie Torte, Blätterteiggebäck, Schmalzgebäck, frittierte Kartoffelprodukte

Milch und Milchprodukte:
vollfette Milch, vollfetter Joghurt, Sahne, Crème fraîche, würzige und fetthaltige Käsesorten (über 45 Prozent Fett), Schimmelkäse

Fleisch & Fleischwaren:
fettes, geräuchertes, gepökeltes, scharf angebratenes Fleisch, Ente, Gans, fette und geräucherte Wurstwaren, Leberwurst

Fisch:
fette Fischsorten wie Aal, Hering, Lachs, geräucherte und/oder eingelegte Fische

Die 10 fettreichsten Lebensmittel:

Die besten Getränke zur Ergänzung der Schonkost

Trinken ist auch bei Magen-Darm-Problemen wichtig, besonders, wenn ihr an Durchfall und Erbrechen leidet. 1,5 bis 2 Liter am Tag sollten es mindestens sein.

Auch bei den Getränken gibt es welche, die gut und weniger gut verträglich sind. Ideal sind stilles Wasser, am besten nicht zu kalt, sowie ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. Schwarzer und grüner Tee sowie Kaffee regen aufgrund ihres Koffeingehalts die Darmbewegung an. Das wirkt sich gerade bei Durchfall eher negativ aus.

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Auch süße Limonaden, Fruchtsäfte und Alkohol werden in der Regel weniger gut vertragen, sodass ihr lieber darauf verzichten solltet.

Tipps zum Kochen von Schonkost-Rezepten

Bei der Schonkost kommt es nicht nur darauf an, was ihr esst, sondern auch, wie das Essen zubereitet wird.

Wichtig ist eine möglichst fettarme, schonende Zubereitung. Dünstet oder dämpft Gemüse in wenig Wasser. Spart mit Salz und Gewürzen. Besonders um Scharfes solltet ihr lieber einen Bogen machen.

Fleisch und Fisch sollten nicht zu stark angebraten werden. Verwendet beschichtete Pfannen, so benötigt ihr nur ganz wenig Fett. Sehr bekömmlich ist das Garen im Schmortopf oder per Niedriggarmethode im Backofen. Fisch schmeckt auch gedünstet sehr gut.

Frittierte Lebensmittel wie Pommes, Kroketten oder Tintenfischringe solltet ihr meiden.

Gute Schonkost-Rezepte kommen mit ganz wenigen Zutaten aus, sind wenig gewürzt und enthalten kaum Fett. Leidet ihr gerade an akuten Bauchschmerzen, Durchfall oder Erbrechen, solltet ihr euch ganz vorsichtig ernähren. Gegen Durchfall hilft geriebener Apfel oder Möhrensuppe. Bei Bauchschmerzen und Erbrechen solltet ihr nur etwas essen, wenn euch wirklich danach ist. Gute Gerichte sind zum Beispiel selbstgemachter Kartoffelbrei oder Reis mit gedünstetem Gemüse.

Wie lange sollte man die leichte Kost essen?

Die leichte (Schon-)Kost sollte nach der oben beschriebenen Art und Weise alle Nährstoffe enthalten, die einer gesunden Ernährungsweise entsprechen, daher spricht nichts dagegen, sich auch längerfristig auf diese Weise zu ernähren. Das kann beispielsweise bei chronischen Erkrankungen notwendig sein. Sollten die Beschwerden trotzdem nicht zurückgehen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

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