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Periodenunterwäsche im Test: Wie gut ist sie wirklich?

von Nicola Pohl Erstellt am 28. Juni 2020
© Getty Images

Um Periodenunterwäsche gibt es gerade einen regelrechten Hype. Doch ist sie wirklich ein Ersatz für Tampons & Co? Wir haben sie ausprobiert und verraten euch in unserem Periodenunterwäsche-Test, wie gut sie wirklich ist.

Unsere Periode gehört nicht unbedingt zur schönsten Zeit des Monats. Zusätzlich verursachen Tampons und Binden jede Menge Müll. Menstruationstassen stellen eine Möglichkeit dar, um seine Periode nachhaltig zu gestalten. Doch die Tampon-Alternative ist nicht für jede Frau das Richtige.

Viel bequemer und einfacher im Handling soll da Periodenunterwäsche sein. Sie verspricht nicht nur eine Menstruation ohne lästige Tampons und Binden, sondern auch ein angenehmes Tragegefühl wie ganz normale Unterwäsche.

Doch kann das wirklich funktionieren? Wir haben Periodenunterwäsche ausprobiert und teilen unsere Erfahrungen. Zudem klären wir die wichtigsten Fragen rund um die nachhaltigen Periodenslips und verraten, wo ihr sie kaufen könnt.

Periodenslip im Test: Erfahrung bei starker Periode

Anna testet den Perioden-Slip "Lene" von Femtis:

"Ich habe eine ziemlich starke Periode. Gerade am dritten und vierten Tag reichen bei mir Tampons alleine meistens nicht aus. Dazu kommt, dass ich Tampons manchmal sehr unangenehm finde, besonders, wenn ich starke Krämpfe habe. Und Binden im Hochsommer? Urgh.

Ich wollte deshalb schon lange Periodenunterwäsche ausprobieren und habe die Corona-Zeit im Homeoffice für einen Test genutzt. Dafür habe ich mir die schwarze Perioden-Panty "Lene" von Femtis bestellt. Mit rund 27 Euro sind die Höschen nicht gerade günstig, aber ich wollte dem Ganzen eine Chance geben. Info vorweg: Wundert euch nicht, wenn die Slips eine Nummer größer bei euch zuhause ankommen, als ihr bestellt habt. Das ist normal.

Erster Eindruck nach dem Waschen: Der Slip ist sehr weich und hat bequeme breite Bündchen, die beim Tragen nicht einschneiden. Da das Modell "Lene" für starke Tage geeignet ist, ist die weiche Einlage dick und geht hinten recht weit nach oben. Das Gute: Man sieht von außen nicht, dass es ein spezieller Periodenslip ist.

Ich habe die Periodenunterwäsche an einem meiner starken Tage und bei 30 Grad getestet. Am Anfang war ich skeptisch, dass der Slip allein ausreicht. Irgendwie ist es schon ein komisches Gefühl so ganz ohne zusätzlichen Schutz.

Nach 4 Stunden Tragen ein erstes Zwischenfazit: Der Slip ist super bequem und ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass etwas ausläuft. Alles fühlte sich trocken an, nichts hat unangenehm eingeschnitten. Das hat mich echt positiv überrascht. Anders als bei Binden hatte ich auch nie das Gefühl "im Nassen zu sitzen" (sorry, aber ihr wisst, was ich meine).

Laut Hersteller soll der Periodenslip so viel Flüssigkeit wie 2,5 Tampons aufnehmen können. Und das kann ich guten Gewissens bestätigen. Auch abends hielt noch alles dicht. Das lästige Wechseln von Tampons und Binden und der damit verbundene riesige Müllberg fallen also weg. Top!

Kommen wir zur Reinigung. Ich habe mich an die Angaben des Herstellers Femtis gehalten und den Slip abends erst mal unter fließendem kaltem Wasser ausgespült. Warum kalt? Weil warmes bzw. heißes Wasser dafür sorgt, dass das Eisen im Blut stockt und Flecken bildet, die sich nur schwer wieder entfernen lassen. Nach dem Auswaschen soll der Slip bei 40 Grad in die Waschmaschine - ohne Weichspüler.

Fazit: Nachdem ich die Periodenunterwäsche an starken Tagen getestet habe, bin ich hellauf begeistert! Ich fühle mich rundum wohl und sicher. Gerade wer starke Bauchkrämpfe hat und Tampons und Binden unangenehm findet, sollte Periodenslips testen. Sie sind eine tolle Alternative und auch ein guter Tipp für Mamas mit Teenie-Töchtern.

Einziger Nachteil: Der doch recht stolze Preis. Um die Slips während der ganzen Periode tragen zu können, braucht man mindestens zwei, besser drei Höschen. Denn man sollte den Slip nach jedem Tragen in der Waschmaschine waschen, damit sich keine Krankheitserreger im Stoff festsetzen. Mit drei Slips geht man sicher, dass immer einer wieder gewaschen und getrocknet ist.

Für mich lohnt sich die Investition trotzdem. Schließlich spart man durch die Periodenunterwäsche bares Geld, denn man muss weniger Hygieneprodukte kaufen. Für mich persönlicher noch entscheidender ist aber das gute und bequeme Gefühl. Es fühlt sich fast so an, als hätte ich meine Tage nicht (von den Bauchkrämpfen mal abgesehen)."

Lesetipp: Menstruationsbeschwerden? Diese Tipps sollte jede Frau kennen

Wo kann man Periodenunterwäsche kaufen?

Mittlerweile bieten verschiedene Marken Periodenslips an. Online gibt es bereits eine große Auswahl, die ihr ganz bequem von zuhause bestellen könnt:

Hier könnt ihr Periodenunterwäsche von Modibodi kaufen.*

Hier könnt ihr Periodenslips von Kora Mikino beim Avocadostore kaufen.*

Hier könnt ihr Menstruationshosen von verschiedenen Marken bei Amazon kaufen.*

Perioden-Bademode im Test: Erfahrung im Urlaub

Mittlerweile gibt es neben normalen Periodenslips auch Modelle, die sich zum Baden bzw. Schwimmen eignen. Der Unterschied liegt im Material. Der Stoff ist schnell trocknend und mit dem "normaler" Bademode vergleichbar. Zudem sind die "Einlagen" in den schwimmtauglichen Perioden-Slips wesentlich dünner, weshalb sich die Bikini-Höschen nur für schwache und mittelstarke Tage eignen.

Wir haben Perioden-Bikini-Slips für euch getestet und verraten, was wir über die Bademode denken:

Anna testet den Slip "Sports Bikini Bottom" von Modibodi:

"Als ich gemerkt habe, dass meine Periode genau in meinen Urlaub fällt (eine Woche, Jackpot!), habe ich meinen Körper verdammt.

Nach der positiven Erfahrung, die ich beim Testen der Periodenunterwäsche gemacht habe, bin ich aber zum Glück im Netz auf Perioden-Bademode gestoßen. Ich habe zwei schlichte schwarze Bikini-Höschen von Modibodi* bestellt.

Ich muss ehrlich sein: Ich hab einen windelartigen Slip erwartet und wurde positiv überrascht. Das schwarze Höschen sieht von außen wie ein ganz normaler Bikini-Slip aus. Innen hat er einen leicht verstärkten Teil mit einem auf der Unterseite beschichteten Netzstoff, der die Flüssigkeit aufsaugen und vor Auslaufen schützen soll. Kleiner Nachteil: Der Bikini-Slip fällt meiner Meinung nach recht eng aus und hat etwas eingeschnitten.

Zugegeben: Ich war am Anfang super skeptisch und hatte schon Horror-Vorstellungen, dass ich im Meer die Haie anlocke. Am ersten Tag habe ich deshalb immer wieder panisch geschaut, ob man doch etwas sieht. Aber nix da!

Ich habe den Bikini-Slip abends mit kaltem Wasser und Reisewaschmittel gründlich ausgewaschen und zum Trocknen aufgehängt und am nächsten Tag den anderen angezogen. Nicht optimal, die Waschmaschine wäre besser, aber für den Urlaub ok. An den starken Tagen habe ich zusätzlich Tampons verwendet. An den mittleren und schwächeren Tagen hat der Bikini-Slip vollkommen ausgereicht. Ich würde die Swimwear von Modibodi jederzeit weiterempfehlen, denn mir hat sie den Urlaub gerettet!"

Fazit: Im Gegensatz zu normalen Periodenslips, die auch für eine starke Periode geeignet sind, eignet sich Perioden-Swimwear nur für schwache und mittelstarke Tage. Das konnte ich im Test bestätigen. Der Grund: Die Einlage ist recht dünn, damit man sie von außen nicht sieht. Wer generell eine schwächere Periode hat oder nach einer Alternative für die schwächeren Tage sucht, für den sind Perioden-Bikini-Slips eine super Sache!

Hier könnt ihr die Swimwear von Modibodi kaufen.*

Wie funktioniert Periodenunterwäsche?

Periodenslips sind so gemacht, dass sie nicht nur so aussehen wie normale Unterwäsche, sondern auch denselben Tragekomfort bieten. Dabei sollen sie Tampons und Co. überflüssig machen, da das gesamte Blut von der Unterwäsche aufgenommen wird. Doch wie kann das funktionieren?

Menstruationswäsche besitzt in der Regel eine bestimmte Zusammensetzung. Der Boden der Slips besteht aus mehreren Schichten, die alle einen gewissen Zweck erfüllen. Die oberste Schicht besteht meist aus normalem Stoff wie Baumwolle, um für ein angenehmes Tragegefühl zu sorgen.

Darunter befindet sich eine atmungsaktive Schicht, welche Flüssigkeit geruchsneutral und auslaufsicher aufnimmt, sie besteht häufig aus zum Beispiel Baumwolle oder Eukalyptusfasern. Die unterste Schicht ist wasserdicht, um Auslaufen zu verhindern und besteht aus Material wie Polyester.

Im Video: Gegen Menstruationsschmerzen - Wunderwaffe Livia im Test

Video von Laura Dillschneider

Periodenunterwäsche: Wie oft wechseln?

Die Periodenslips sind so gemacht, dass sie den ganzen Tag lang für ein sicheres Gefühl sorgen, indem sie alles Blut aufnehmen. Das heißt: Erst abends, nach 8 bis 12 Stunden, muss die Menstruationswäsche gewechselt werden. Tagsüber soll nichts auslaufen. Natürlich kann sie auch nachts getragen werden.

Die Periodenunterwäsche gibt es dabei genau wie Binden abhängig von der Stärke der Menstruation, um sowohl an Tagen mit leichter als auch starker Blutung gut geschützt zu sein. Es empfiehlt sich, mindestens drei Slips zu haben, um sie während der Periode täglich wechseln zu können.

Im Schnitt verlieren Frauen während ihrer gesamten Periode zwischen 50 und 100 Milliliter Blut. Die meisten Periodenslips können etwa 30 Milliliter Flüssigkeit aufnehmen bevor sie anfangen, sich feucht anzufühlen.

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Wie wird Periodenunterwäsche gewaschen?

Nach dem Tragen wird die Menstruationswäsche zunächst mit kaltem Wasser ausgewaschen. Je nach Material und Marke können sie anschließend bei 30 bis 40 Grad zusammen mit der restlichen Kleidung in der Waschmaschine gewaschen werden.

Wichtig: Auf Weichspüler sollte unbedingt verzichtet werden, da sie die saugfähigen Fasern der Periodenwäsche zerstören.

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Was sind die Vorteile von Periodenunterwäsche?

Kosten sparen
Im Jahr gibt eine Frau etwa 40 Euro für Tampons aus. Menstruationswäsche ist mit einem Durchschnittspreis von 30 Euro zwar nicht günstig, aber dafür eine Investition, die sich auf lange Sicht lohnt, denn sie hält bei guter Pflege mehrere Jahre.

Umwelt schonen
Waschbare Periodenunterwäsche hält mehrere Jahre. Tampons und Binden müssen hingegen nach einmaliger Verwendung weggeworfen werden und verursachen sehr viel Müll. Zudem ist ihr Material nur schwer abbaubar.

Tragekomfort
Ständig aufs Klo rennen, um den Tampon oder die Binde zu wechseln? Damit soll Schluss sein, denn Menstruationshosen versprechen den ganzen Tag oder die ganze Nacht lang ein trockenes Gefühl, ohne dass man sich Sorgen ums Auslaufen machen muss. Noch dazu sollen sie dank weicher Stoffe und breiter Bündchen besonders bequem sein und nicht einschneiden.

Sicher für den Intimbereich
Viele Tampons und Binden enthalten Duftstoffe, Kunststoffe oder andere Chemikalien, die im Grunde nichts im Intimbereich zu suchen haben. Periodenunterwäsche besteht aus Baumwolle und ist damit besonders sanft zum Intimbereich. Und dabei sehen sie je nach Modell trotzdem schick aus.

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