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Menstruationstasse: Was taugt die Tampon-Alternative wirklich?

Jane Schmitt
von Jane Schmitt Veröffentlicht am 14. September 2018
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Das Problem an Tampons und Binden: Sie sind teuer und nicht gerade umweltfreundlich. Noch dazu können manche Produkte sogar unsere Scheidengesundheit negativ beeinflussen. Die vermeintlich bessere Alternative: die Menstruationstasse. Wie sie richtig angewendet wird und wie unsere Erfahrungen mit der Menstruationstasse sind, erfährst du hier.

Menstruationstasse, Menstasse, Menstruationsglocke, Periodenbecher oder Menstruationskappe - es gibt viele Namen für diesen Damen-Hygieneartikel, den Frau während ihrer Periode benutzen kann. Doch sind Menstruationstassen tatsächlich ein akzeptabler Ersatz für Tampons oder Binden?

Die flexiblen Becher aus medizinischem Silikon, TPE-Kunststoff oder Latex sind, so viel steht fest, eine kostengünstige und vor allem nachhaltige Lösung für die Zeit der Periode. Eine Menstruationstasse kann je nach Größe bis zu 48 Milliliter Menstruationsflüssigkeit auffangen und ermöglicht dadurch auch Frauen, die starke Monatsblutungen haben, deutlich seltenere Wechsel als mit Tampons oder Binden.

Da immer mehr Frauen nach einer Tampon-Alternative suchen, steigt auch die Nachfrage nach den Menstruationstassen. Mittlerweile bieten viele verschiedene Hersteller das Hygieneprodukt an und sogar Discounter haben die umweltfreundliche Alternative in ihr Sortiment aufgenommen.

Wichtig zu wissen: Menstruationstassen gibt es in unterschiedlichen Größen, da die Vagina einer jeden Frau anders ist. Die Größe hat nicht nur einen Einfluss auf den Sitz und das Tragegefühl, sondern auch auf die Flüssigkeitsmenge, die in dem becherartigen Gebilde aufgefangen werden kann.

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Welche Vorteile bietet eine Menstruationstasse?

Anders als es bei Tampons der Fall sein kann, wird die Scheidenflora durch die Menstasse nicht ausgetrocknet. Dadurch haben auch Infektionen wie beispielsweise der Scheidenpilz schlechtere Karten. Da das Menstruationssekret nicht mit Sauerstoff in Berührung kommt, entstehen auch keine unangenehmen Gerüche.

Eine weitere positive Eigenschaft ist, dass die Wechselphasen bei der Menstruationstasse erst alle 8 bis 12 Stunden erfolgen müssen. Das ist vor allem für Reisen ideal. Gerade Tampons sollten alle 4 Stunden gewechselt werden, um das TSS-Risiko* so gering wie möglich zu halten. Für Schwimmbegeisterte oder Saunaliebhaberinnen ist die Menstruationstasse ebenfalls eine willkommene Alternative zu Tampons, da kein störender Rückholfaden zu sehen ist.

Auch die Kostenersparnis beim Erwerb einer Menstruationstasse ist ebenfalls nicht zu verachten, gerade wenn man bedenkt, dass in Deutschland Tampons & Co. immer noch mit 19 % Mehrwertsteuer besteuert werden (Stand 2018) und damit ziemlich teuer sind. Statt alle zwei Monate neue Tampons oder Binden zu kaufen, kann auch einmal in eine Menstruationstasse investiert werden. Bei richtiger Anwendung und Pflege kann die nämlich mehrere Jahre halten.

Die Vorteile der Menstruationstasse im Überblick:

  • schützt die Scheidenflora vor Austrocknen
  • schützt vor Infektionen
  • ​keine unangenehmen Gerüche
  • lange Wechselphasen von bis zu 12 Stunden
  • vermindert das TSS-Risiko enorm
  • kostengünstiger als andere Monatshygieneprodukte
  • über mehrere Jahre verwendbar
  • auf Reisen viel platzsparender
  • ​Sport und Saunagänge sind unproblematischer

Menstruationstasse: Welche Nachteile gibt es?

Wovor sich die meisten Frauen sicherlich scheuen, ist der Anblick des Menstruationssekrets. Allerdings gewöhnt man sich recht schnell daran. Vielen Frauen ist es außerdem unangenehm die Menstruationstasse an öffentlich zugänglichen Waschbecken auszuspülen. Tipp: Du kannst das Sekret auch in der Toilette entsorgen und die Menstruationstasse dann mit Toilettenpapier, etwas Wasser aus einer Flasche oder speziellen Menstassen-Reinigungstüchern auswischen und wieder einsetzen.

Die Nachteile einer Menstruationstasse im Überblick:

  • der Anblick des Menstruationssekrets ist ungewohnt
  • die Reinigung im Alltag ist nicht immer einfach
  • es kostet Überwindung
  • ​die passende Menstruationstasse zu finden, ist nicht einfach

Menstruationstasse einsetzen: Einfache Anleitung

Damit die Menstruationstasse gut funktioniert, musst du sie richtig einsetzen. Am besten geht das, wenn du einen Fuß auf den Badewannenrand oder den Toilettendeckel stellst oder in eine Hockposition gehst. Und so funktioniert das Einsetzen der Menstruationstasse:

1. Bevor du die Menstruationstasse einsetzt, solltest du dir gründlich die Hände waschen.

2. Falte die Menstruationstasse mehrfach, sodass du sie leichter in die Scheide einführen kannst. Wie du sie genau falten solltest, erfährst du in der Gebrauchsanweisung.

3. Befeuchte die Menstruationstasse mit ein wenig Wasser oder etwas Gleitgel, dann kannst du sie leichter einsetzen.

4. Führe die Menstruationstasse in die Scheide ein, in dem du sie mit Zeigefinger und Daumen festhältst. Die gefaltete Seite muss dabei nach innen zeigen. Achte darauf, sie nicht so tief einzuführen, wie einen Tampon. Das Ende sollte am Scheideneingang noch leicht tastbar sein.

5. Spüre dann in dich hinein, ob die Menstruationstasse angenehm sitzt. Hast du sie richtig eingeführt, ist der kelchförmiche Becher entfaltet und kaum noch spürbar. Die Menstruationsflüssigkeit wird dann komplett aufgefangen.

Menstruationstasse entfernen: Wie geht das?

Die Menstruationstasse solltest du idealerweise nach 8 Stunden entfernen und auswaschen. Und so geht das:

1. Wasche dir gründlich die Hände, bevor du die Menstruationstasse entfernst.

2. Führe Daumen und Zeigefinger in die Scheide ein und ertaste das Ende der Menstruationstasse, also den kleinen Stiel. Wichtig: Nicht an diesem Stiel ziehen! Denn es kann sich ein Unterdruck gebildet haben, der durch das Ziehen zu Verletzungen führen kann.

3. Greife mit Zeigefinger und Daumen den unteren Teil der Menstruationstasse und drücke ihn leicht zusammen. So löst sich der Unterdruck und du kannst die Menstruationstasse entfernen.

Tipp: Auch das Entfernen der Menstruationstasse klappt am besten in einer Hockposition.

Menstruationstasse reinigen: So solltest du vorgehen

Die Menstruationstasse wird mindestens einmal täglich entnommen, geleert und mit Wasser ausgespült und im Anschluss wieder eingesetzt. Möchtest du die Menstruationstasse nicht vor anderen am Waschbecken ausspülen, kannst du das Sekret, wie oben beschrieben, auch in der Toilette entsorgen, die Menstruationstasse dann auswischen und wieder einsetzen.

Nach der Periode sollte die Menstruationstasse abgekocht und somit desinfiziert werden. Gebe dazu Wasser in einen Topf, bring es zum Kochen und gebe die Menstruationstasse hinein. Belass sie im kochenden Wasser für 2 bis 5 Minuten. Wichtig: Die Reinigungshinweise können je nach Hersteller und Material variieren, daher achte genau auf die Gebrauchsanweisung.

Menstruationstasse im Selbsttest: Meine Erfahrung mit dem Hygieneprodukt

Eine unserer gofeminin-Redakteurinnen hat die Menstruationstasse getestet und schildert ihre Erfahrungen:

"Mein persönliches Pro wäre, dass ich keine chemischen Giftstoffe mehr in meinen Körper aufnehme, die in den meisten Tampons oder Binden nachweisbar sind. Ein weiterer Vorteil ist die Kostenersparnis. Eine handelsübliche Packung normaler Tampons kostet ja schon rund 5,00 Euro. Die Tasse kostet hingegen einmalig 15 bis 20 Euro. Auf das Jahr gesehen macht das schon einen gewaltigen Unterschied.

Ein Negativpunkt ist meiner Ansicht nach die "Sicherheit". Hat man die Tasse nämlich nicht 100 Prozent korrekt eingeführt, und das Einführen ist manchmal tricky, läuft sie aus. Das ist bei der Tasse aber deutlich dramatischer als beim Tampon, da die Menge die Auslaufen kann, dann gleich deutlich höher ist. Der größte Nachteil ist meiner Ansicht nach aber das Wechseln: Das ist deutlich komplizierter als beim Tampon und geht auch mit blutverschmierten Fingern einher. Ist also auf keinen Fall etwas für öffentliche Räume.

Ich benutze die Tasse also nur dann, wenn ich zuhause bin, sprich abends oder nachts oder an freien Tagen wie Wochenenden. Im normalen Alltag finde ich es angenehmer weiterhin Tampons zu benutzen.

Wie dir die Menstruationstasse gefällt, kannst du nur herausfinden, indem du sie ebenfalls testest.

Bei Amazon kannst du eine gut bewertete Menstruationstasse nachbestellen.

Ist die Menstruationstasse eine gute Alternative zum Tampon?

Definitiv. Wenn man sich einmal an das Wechseln gewöhnt hat und im Einsetzen der Menstruationstasse geübt ist, kann sie Tampons und Binden überflüssig machen. Für viele Frauen, die keinen Zugang zu teuren Hygieneprodukten haben, kann die Menstruationstasse eine gute Möglichkeit sein, um in der Zeit der Periode am Alltag teilhaben zu können.

Und: Wer eine Menstruationstasse benutzt, schützt damit die Umwelt. Denn Untersuchungen des Menstruationstassen-Herstellers Ruby Cup haben ergeben, dass durch die Nutzung der Menstruationstasse Ruby Cup im Jahr 2016 rund eine Millionen Tonnen Tamponmüll eingespart wurden, was ungefähr dem Gewicht von 565 Autos entspricht. Und das sind nur die Ergebnisse eines einzigen Herstellers. Würde man das auf die Gesamtnutzung hochrechnen, käme man vermutlich auf deutlich höhere Zahlen.

Info: TSS kommt sehr selten vor, ganz unabhängig von der Verwendung von Tampons oder Menstruationstassen, kann es in seltenen Fällen auch über andere Wege zu einer Keimbelastung kommen, so dass es sogar Männer treffen kann. Möchtest du das Erkrankungsrisiko senken oder du leidest momentan an einer Entzündung oder Pilzinfektion im vaginal Bereich, dann solltest du auf Binden umsteigen.

Beim Gesundheitsportal onmeda.de gibt es weitere detaillierte Informationen zu TSS.

*Bisher wurde erst über einen Fall berichtet, der das seltene Toxische Schock Syndrom (TSS) mit einer Menstruationstasse in Verbindung bringt. Vermutlich lag diese Entwicklung an einer Verletzung, die das TSS begünstigt hatte. Eine weitere Studie ergab, dass TSS-verursachende Bakterien sich auf Tampons wohler fühlen als auf den Kunststoffbechern.

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