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Ist die Pille schädlich? 6 Fragen, deren Antwort ihr kennen solltet

von Diane Buckstegge Veröffentlicht am 30. Juli 2018

Die Anti-Baby-Pille ist bei Frauen das Verhütungsmittel Nummer 1 in Deutschland! Gegner sagen, sie sei schädlich. Frauenärzte empfehlen sie jedoch gerade jungen Frauen als bestes Verhütungsmittel. Was stimmt denn nun?

Die Pille gilt - richtig eingenommen - als eine der sichersten Verhütungsmethoden. Eine ungewollte Schwangerschaft ist so gut wie ausgeschlossen, wenn man jeden Tag seine Tablette nimmt und die Wirksamkeit nicht durch andere Medikamente oder Durchfall/Erbrechen beeinträchtigt wird. Bei Frauen zwschen 18 und 49 Jahren ist sie deswegen ein ausgesprochen beliebtes Verhütungsmittel. Gut 53 Prozent der deutschen Frauen nehmen laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die Pille. Doch immer wieder taucht die Frage auf: Ist die Pille schädlich? Beeinträchtigt sie die Fruchtbarkeit, begünstigt sie Krebserkrankungen und wie stark steigt das Risiko einer Thrombose?

Nachgefragt: Was sind die Nebenwirkungen der Pille?

Darum wirkt die Pille so gut - und hat diverse Nebenwirkungen

Die Pille ist ein hormonelles Verhütungsmittel. Sie verhindert die Reifung der Eizellen und damit den Eisprung. Außerdem verändert sie den Schleim im Gebärmutterhalskanal sowie der Gebärmutter, sodass sich ein befruchtetes Ei nicht einnisten kann. Dreifach-Schutz gegen eine ungewollte Schwangerschaft also.

Die Hormone Östrogen und Gestagen sind für die verhütende Wirkung der Pille verantwortlich. Und obwohl neue Präparate niedrigere Hormonmengen und andere Kombinationen als noch vor einigen Jahren enthalten, hat die Pille den Ruf schädlich zu sein.

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) kann es durch die Einnahme der Pille zu schwerwiegenden Komplikationen kommen - wenn auch nur in seltenen Ausnahmefällen. So steigt das Risiko für eine Brustkrebserkrankung geringfügig, wenn die Antibabypille lange oder schon in sehr jungen Jahren genommen wurde. Über das erhöhte Risiko an Brustkrebs zu erkranken, wenn man hormonell verhütet, gibt es auch eine Studie von Wissenschaftlern der Universität von Kopenhagen, die im New England Journal ov Medicine veröffentlicht wurde. Auch das Thromboserisiko steigt, speziell im ersten Jahr der Pilleneinnahme. Das Schlaganfallrisiko ist ebenfalls leicht erhöht.

Um die Risiken so gering wie möglich zu halten, ist die Pille verschreibungspflichtig. Im Gespräch mit dem Frauenarzt wird geklärt, welches Präparat am besten zu euch passt. Generell sollte die Pille nur gesunden Frauen verschrieben werden.

Hier gibt's sechs Antworten auf wichtige Fragen, die immer wieder im Zusammenhang mit der Pille gestellt werden.

1. Frage: Macht die Pille unfruchtbar?

Laut Aussagen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wird die Fruchtbarkeit auch bei jahrelanger Pilleneinnahme nicht beeinträchtigt. Nach dem Absetzen kann es allerdings einige Monate dauern, bis sich der natürliche Zyklus wieder einstellt und der erste Eisprung stattfindet. Entsprechend lange kann es dann mit dem Schwangerwerden dauern.

2. Frage: Ist die Pille schädlich, wenn man sie lange nimmt?

Wissenschaftler der Berliner Charité haben in Studien festgestellt, dass eine langzeitige Einnahme der Pille das Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken steigern kann. Auch Brustkrebs soll etwas häufiger bei Frauen vorkommen, die die Pille nehmen.

Andere Studien haben jedoch auch festgestellt, dass die Antibabypille vor Eierstockkrebs schützen soll.

3. Frage: Ist die Pille schädlich, wenn man Übergewicht hat?

Ab einem BMI von 30 und mehr ist die Gefahr an einer Thrombose zu erkranken um das Siebenfache erhöht. In Kombination mit der Pille kann das Risiko noch weiter ansteigen. Besprecht das Problem mit eurem Arzt und lasst euch niedrig dosierte Präparate verschreiben. Achtet zudem auf ausreichend Bewegung.

4. Frage: Pille und Rauchen - schädlich?

Rauchen und gleichzeitig die Pille nehmen: Das ist keine gute Idee. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rät sowieso vom Rauchen ab, in Kombination mit der Antibabypille jedoch noch vehementer. Durch das Nikotin steigt das Thromboserisiko deutlich an.

5. Frage: Erhöht die Pille das Risiko einer Thrombose?

Laut BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) ist das Risiko einer Thrombose bei Frauen, welche mit der Antibabypille verhüten, deutlich höher: ca. 5-7 von 10.000 Frauen, die mit der Pille verhüten, entwickeln innerhalb eines Jahres eine Thrombose. Im Vergleich: "Nur" 2 von 10.000 Frauen, die keine Pille nehmen und nicht schwanger sind, entwickeln ein solches Blutgerinnsel im selben Zeitraum.

Generell gilt: Frauen, bei denen bereits ein erhöhtes Thrombose- oder Embolie-Risiko vorliegt, sollten lieber auf eine andere Verhütungsmethode zurückgreifen. Dazu gehören insbesondere:

  • Frauen, die rauchen.
  • Frauen mit einer erblich bedingten Veranlagung für Thrombosen.
  • Übergewichtige Frauen.

Das Thromboserisiko hängt aber auch stark vom Pillen-Präparat, und insbesondere von dem darin enthaltenen Gestagen, ab. Laut aktuellen Studien zufolge soll das Risiko bei den Pillen der 3. und 4. Generation, die Gestagene wie Levonorgestrel, Gestoden, Desogestrel und Drospirenon enthalten, höher sein.
Vorsicht: Das bedeutet nicht, dass ihr eine Antibabypille aus der dritten oder vierten Generation unbedingt absetzen solltet!
Lasst euch am besten von eurem Frauenarzt beraten, der sowohl mit den verschiedenen Präparate als auch mit eurer persönlichen Situation und medizinischen Vorgeschichte vertraut ist.

6. Frage: Ist die Pille schädlich fürs Baby, wenn man ungeplant schwanger wird?

Eine Pille vergessen oder eine Magen-Darm-Infektion gehabt und schon ist es passiert: Man ist trotz Pille schwanger und hat sie aber noch eine Weile genommen. Viele werdende Mamas sorgen sich jetzt sehr um ihr ungeborenes Baby. Zum Glück unbegründet.

Die Pille ist für das Baby nicht schädlich, wie der Berufsverband der Frauenärzte e.V. sagt. In der frühen Phase der Schwangerschaft soll die Gefahr einer Fehlgeburt oder für Missbildungen nicht höher sein.

7. Frage: Darf man die Pille nehmen, wenn man stillt?

Mit der Muttermilch gelangt viel von dem, was die Mama aufnimmt, in den Körper des Säuglings. Viele frischgebackene Mütter denken deswegen, dass die Pille in der Stillzeit schädlich ist. Tatsächlich gibt es aber laut der BZgA Präparate, die auch während der Stillzeit genommen werden dürfen. Allerdings erst frühestens nach sechs Wochen und nur Minipillen mit Gestagen - ohne Östrogen. Das Östrogen würde die Milchproduktion hemmen.

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