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Gelbkörperschwäche und unerfüllter Kinderwunsch: Alles zu Symptomen, Ursachen und Behandlung

von Anne Walkowiak Erstellt am 3. September 2020
Gelbkörperschwäche und unerfüllter Kinderwunsch: Alles zu Symptomen, Ursachen und Behandlung© Getty Images

Eine der häufigsten Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch ist die Gelbkörperschwäche. Was das ist, woran man sie erkennt und wie man sie behandeln kann, erklären wir.

Ein unerfüllter Kinderwunsch kann viele Ursachen haben. Sehr häufig leiden Frauen an einer Gelbkörperschwäche, auch Lutealinsuffizienz genannt. Das ist eine Funktionsstörung der Eierstöcke (Ovarialinsuffizienz). Die kann dazu führen, dass Frauen nicht schwanger werden können, oder eine Schwangerschaft bereits im Frühstadium unterbrochen wird.

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Aber auch wenn man keine Kinder haben möchte, kann eine Gelbkörperschwäche Beschwerden hervorrufen. Deshalb wollen wir klären, welche Symptome eine Gelbkörperschwäche hat, worin ihre Ursachen liegen und wie eine Behandlung aussehen kann.

Was genau ist eine Gelbkörperschwäche?

In der zweiten Hälfte des weiblichen Zyklus, also nach dem Eisprung, bildet einer der beiden Eierstöcke den sogenannten Gelbkörper. Der produziert seinerseits Progesteron, auch Gelbkörperhormon genannt. Das Progesteron hat die Aufgabe, die Gebärmutter und die Gebärmutterschleimhaut, die sich in der ersten Hälfte des Zyklus aufgebaut hat, auf eine mögliche Einnistung einer befruchteten Eizelle vorzubereiten.

Ist die Bildung des Gelbkörperhormons gestört, besteht also ein Mangel an Gelbkörpern, hat das unmittelbare Auswirkungen auf den Progesteronspiegel. Wird zu wenig Progesteron produziert, baut sich die Gebärmutterschleimhaut nicht vollständig auf, was zur Folge hat, dass sich die befruchtete Eizelle gar nicht, oder nicht richtig einnisten kann.

Frauen mit Gelbkörperschwäche können deshalb gar nicht schwanger werden oder aber verlieren ihr Kind bereits in den ersten Wochen einer Schwangerschaft durch eine Fehlgeburt.

Was sind Symptome einer Gelbkörperschwäche?

Eine Gelbkörperschwäche äußert sich vor allem durch einen unregelmäßigen Zyklus. Davon betroffen ist vor allem die zweite Zyklushälfte, in der zu wenig Gelbkörper gebildet werden. Die fehlenden Gelbkörperhormone führen dazu, dass sich die Gebärmutterschleimhaut nicht vollständig aufbauen kann und es zum vorzeitigen Einsetzen der Periode kommt (oft sind es Schmierblutungen, die zu zeitig einsetzen).

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Weitere Symptome einer Gelbkörperschwäche können sein:

  • starke PMS-Symptome wie Reizbarkeit, Schwindel, Schlafstörungen
  • Wassereinlagerungen
  • Gewichtszunahme
  • lange und/oder starke Menstruationsblutungen
  • Kopfschmerzen
  • depressive Verstimmungen
  • Verlust der Libido
  • trockene Schleimhäute
  • Bildung von Zysten und/oder Myomen
  • unerfüllter Kinderwunsch

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Wer glaubt, eventuell an einer Gelbkörperschwäche zu leiden, kann dies mit Hilfe des Frauenarztes untersuchen lassen. In der zweiten Zyklushälfte kann ein Blut- oder Speicheltest die Konzentration des Progesterons messen und eventuelle Abweichungen aufzeigen.

Auch die Überwachung der Basaltemperatur kann einen Hinweis auf eine Gelbkörperschwäche bieten. Normalerweise steigt die Basaltemperatur mit dem Eisprung um 0,2 bis 0,5 Grad an. Bei einer Gelbkörperschwäche wäre der Temperaturanstieg jedoch langsamer, auf einer Temperaturkurve eher treppenartig zu sehen.

Was sind Ursachen einer Gelbkörperschwäche?

So vielfältig die Symptome einer Gelbkörperschwäche sein können, so vielfältig sind auch die Ursachen. Nach dem Absetzen der Pille beispielsweise kann es zu einer unzureichenden Reifung der Follikel (Hülle der heranreifenden Eizelle im Eierstock) kommen. Das widerum könnte aber auch ein Hinweis auf das PCO-Syndrom (polyzystisches Ovarial-Syndrom) sein und muss deshalb genauer untersucht werden.

Oder die Hirnanhangdrüse produziert aufgrund einer Lutealinsuffizienz zu wenig LH und FSH, zwei Hormone, die unter anderem zur Produktion von Östrogen und Progesteron in den Eierstöcken führen.

Weiter Ursachen für eine Gelbkörperschwäche können sein:

  • Erkrankung der Schilddrüse, Nebenniere oder des Darms
  • Störungen der Bauchspeicheldrüse
  • Diabetes
  • ein Infekt, der die Eierstöcke stört
  • genetische Veranlagung
  • ein Nährstoffmangel
  • Umweltbelastung
  • einige Medikamente

Wie wird eine Gelbkörperschwäche behandelt?

Die Behandlung einer Gelbkörperschwäche, genauer des Progesteronmangels, ist immer eine Hormontherapie. Trotzdem muss sie sich unbedingt nach der Ursache richten. Es ist wenig hilfreich, eine Selbstdiagnose zu stellen und auf gut Glück vermeintlich hilfreiche Medikamente einzunehmen.

Liegt der Verdacht einer Gelbkörperschwäche vor, weil ein Kinderwunsch bisher unerfüllt blieb, sollte dieser immer von einem Arzt bestätigt oder ausgeschlossen werden.

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Der Arzt stellt die Diagnose Gelbkörperschwäche und ermittelt via genauerer Diagnostik die Ursache dafür. Erst dann ist er in der Lage, eine effektive Behandlungsmethode zu erarbeiten.

Manche Frauen können ihren Hormonhaushalt bereits ins Gleichgewicht bringen, indem sie sich ganz bewusst ernähren und Sport treiben. Naturheilkunde wie Homöopathie oder Akkupunktur helfen wiederum anderen.

Auch die Heilpflanze Mönchspfeffer wird bei einer Gelbkörperschwäche eingesetzt und kann Frauen dabei helfen, ihren Kinderwunsch in die Tat umzusetzen. Mehr zum Thema Mönchspfeffer, wie und wem er helfen kann, erfährst du hier.

Reichen diese Behandlungen nicht aus, kann eine weitreichendere Hormontherapie helfen, den Progesteronmangel auszugleichen. Ziel dieser Therapie ist es oft, die Follikelreifung zu verbessern und so die Anzahl der Gelbkörperhormone zu steigern.

Kann ich trotz Gelbkörperschwäche schwanger werden?

Eine nachgewiesene Lutealinsuffizienz heißt nicht, dass man nicht schwanger werden kann. Hat der Arzt die Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch in der Gelbkörperschwäche ausgemacht, dann kann man die in den meisten Fällen gut behandeln.

Quellen:
Frauenärzte im Netz
Onmeda.de
Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung "Wenn ein Traum nicht in Erfüllung geht – Kinderwunsch und Unfruchtbarkeit"

Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich der Information und ersetzen keine Diagnose beim Arzt. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Arzt kontaktieren.