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Kinderwunschklinik: Wie sie Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch hilft

von Anne Walkowiak ,
Kinderwunschklinik: Wie sie Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch hilft© Getty Images

Bleibt die Schwangerschaft auf natürlichem Weg aus, kann Paaren eine Kinderwunschklinik helfen. Welche Behandlungsmethoden es gibt, wer welche Kosten trägt und wie die Erfolgschancen stehen, wollen wir erklären.

Dank der heutigen Medizin müssen viele Paare, die keine Kinder auf natürlichem Weg zeugen können, nicht kinderlos bleiben. In Kinderwunschzentren, Kinderwunschkliniken und Kinderwunschpraxen kann diesen Paaren bis zu einem gewissen Punkt geholfen werden.

Im Video: Unerfüllter Kinderwunsch? Diese Behandlungen können helfen

Video von Jessica Jung
Inhalt
  1. · Was ist eine Kinderwunschklinik?
  2. · Für wen kommt eine Behandlung in einer Kinderwunschklinik in Frage?
  3. · Was wird in der Kinderwunschklinik gemacht?
  4. · Welche Behandlungen macht eine Kinderwunschklinik?
  5. · Was kostet eine Kinderwunschbehandlung?
  6. · Wer trägt die Kosten für eine Kinderwunschbehandlung?
  7. · Wie erfolgreich ist die Reproduktionsmedizin?

Aber wann spricht man davon, dass es auf natürlichem Weg nicht klappt? Wie lange sollten Paare versuchen, schwanger zu werden, bevor sie sich an eine Kinderwunschpraxis wenden? Und welche Kosten verursacht eine Kinderwunschbehandlung? Wir klären die wichtigsten Fragen.

Was ist eine Kinderwunschklinik?

Eine Kinderwunschklinik, auch Kinderwunschzentrum genannt, ist eine medizinische Einrichtung, die sich auf die Reproduktionsmedizin spezialisiert hat. Mittels verschiedener Untersuchungen, Verfahren und Methoden wird versucht, Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch eine erfolgreiche Schwangerschaft zu ermöglichen.

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Für wen kommt eine Behandlung in einer Kinderwunschklinik in Frage?

Nach dem Absetzen der Pille kann es eine Weile dauern, bis sich der Zyklus der Frau eingependelt hat. Es gibt keinen allgemein gültigen Zeitrahmen, an den Paare sich bei der Realisation ihres Kinderwunsches halten müssen. Generell empfehlen Ärzte, es ein Jahr lang auf natürlichem Weg zu versuchen. Hegt man den Wunsch, ein Baby bekommen zu wollen, sollten Frauen das bei ihrem Gynäkologen ansprechen.

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Bei Frauen ab 35 Jahren zum Beispiel kann der Gynäkologe bereits nach einem halben Jahr empfehlen, ein Kinderwunschzentrum aufzusuchen. Denn ab 35 Jahren nimmt die Fruchtbarkeit bei Frauen ab.

Selbstverständlich ist nicht sie allein verantwortlich für eine erfolgreiche Schwangerschaft. Auch die Fruchtbarkeit des Mannes ist entscheidend. Auch sie wird in einem Kinderwunschzentrum untersucht.

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Was wird in der Kinderwunschklinik gemacht?

Habt ihr eine gute Kinderwunschklinik gefunden, findet im ersten Schritt ein Gespräch statt. Es geht darum, sowohl den behandelnden Arzt als auch die unterschiedlichen Methoden der Kinderwunschbehandlung kennenzulernen.

Außerdem möchte der Arzt etwas über das Paar wissen. Gibt es eventuell bereits Befunde, die eine Erklärung bieten, warum es nicht auf natürlichem Weg klappt? Denn die Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch können sowohl bei der Frau, als auch beim Mann oder sogar bei beiden liegen.

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Wichtig ist, dass ihr euch bei diesem Gespräch wohlfühlt, der Arzt bzw. die Ärztin all eure Fragen beantwortet und ihr euch vorstellen könnt, euch in dieser Praxis oder Klinik über einen gewissen Zeitraum behandeln zu lassen.

Hegt ihr Zweifel am Arzt oder der Ärztin, der Klinik oder etwas anderem, dann ist es absolut legitim, wenn ihr euch eine weitere Klinik anschaut. Ihr solltet euch beide rundum wohl, gut beraten und aufgehoben fühlen.

Im zweiten Schritt wird der oder die behandelnde Ärzt*in auf Basis des Erstgesprächs erste Untersuchungen festlegen. Für die Frau sind das oft eine gynäkologische Untersuchung, eine Blutuntersuchung und ein Ultraschall. Beim Mann wird ein Spermiogramm gemacht. Die Kinderwunschklinik untersucht immer Mann und Frau.

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Die Untersuchungen helfen den Mediziner*innen dabei, die richtige Behandlungsmethode zu finden, um dem Paar seinen Babytraum erfüllen zu können.

Übrigens: Eine seriöse Kinderwunschklinik gibt kein Versprechen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft. Es gibt Statistiken, die die Wahrscheinlichkeiten der unterschiedlichen Behandlungsmethoden einordnen. Diese wird euch der Arzt bzw. die Ärztin mitteilen. Ein*e Ärzt*in sollte euch jedoch keine falschen Versprechungen machen.

Im dritten Schritt wird das Verfahren gewählt, welches Mediziner*innen am erfolgreichsten einschätzen. Man wird euch sehr detailliert erklären, wie das Reproduktionsverfahren abläuft. Außerdem solltet ihr Zeit für all eure Fragen haben und der Arzt oder die Ärztin sollte jede einzelne gewissenhaft beantworten. Schließlich wird ein Behandlungsvertrag zwischen euch und der Klinik abgeschlossen und ihr erhaltet Informationen über die Kosten.

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Der vierte Schritt ist schließlich die Kinderwunschbehandlung selbst, die sich an einem konkreten Behandlungsplan orientiert. Darin ist vermerkt, wann ihr in die Klinik kommen solltet, welche Medikamente ihr wann einnehmen müsst oder wann ein Ultraschall gemacht wird.

Wissen solltet ihr, dass ihr über den Zeitraum der Behandlung regelmäßig in der Kinderwunschklinik erscheinen müsst. Deshalb sollte sie nach Möglichkeit nicht zu weit von eurem Wohnort entfernt sein.

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Video von Jutta Eliks

Welche Behandlungen macht eine Kinderwunschklinik?

Hat der Arzt oder die Ärztin die Ursache ausgemacht, warum ihr kein Kind zeugen könnt, wird er oder sie euch eine der folgenden Behandlungsmethoden empfehlen:

  • Hormonbehandlung: Die Frau kann mit Hormonen behandelt werden und so die Reifung ihrer Eier unterstützt werden. Aber auch der Mann kann sich einer Hormonbehandlung unterziehen und so kann die Qualität seiner Spermien verbessert werden.
  • Insemination (IUI): Das Ejakulat des Mannes wird aufbereitet und die Samen direkt in die Gebärmutter gespritzt.
  • In-Vitro-Fertilisation (IVF): Nach einer Hormonbehandlung werden der Frau Eizellen entnommen. Die Spermien des Mannes werden aufbereitet. Eizelle und Samen werden im Reagenzglas zusammengeführt. Die befruchteten Eizellen (höchstens drei) werden in die Gebärmutter eingesetzt.
  • Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI): Sowohl Eizelle als auch Spermien werden entnommen. Ein Biologe injiziert den einzelnen Samen in die Eizelle. Anschließend wird die befruchtete Eizelle eingesetzt.

Was kostet eine Kinderwunschbehandlung?

Die Kosten für eine Kinderwunschbehandlung sind abhängig von der Methode und der Anzahl der Versuche. Eine IVF kostet im Schnitt beispielsweise 2.500 bis 4.000 Euro pro Behandlung. Eine ICSI kostet durchschnittlich zwischen 3.000 bis 5.000 Euro pro Behandlung.

Die genauen Kosten erfährst du, wenn feststeht, welche Methode bei dir angewandt wird.

Wer trägt die Kosten für eine Kinderwunschbehandlung?

In der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Voruntersuchungen wie Ultraschall, Blutuntersuchungen und Spermiogramm in der Kinderwunschklinik komplett.

Aber auch die weitere Behandlung muss nicht allein von euch geschultert werden. Gesetzliche Krankenversicherungen übernehmen mindestens 50 Prozent der anfallenden Kosten für die ersten drei Versuche, wenn ihnen vor Beginn der Behandlung der Behandlungsplan vorliegt und wenn:

  • ihr verheiratet seid und die eigenen Ei- bzw. Samenzellen verwendet werden.
  • ihr mindestens 20 Jahre alt seid, die Frau höchstens 40 Jahre und der Mann höchstens 50 Jahre alt ist.
  • die künstliche Befruchtung notwendig ist.
  • beide Partner negativ auf HIV getestet wurden.
  • ihr ausführlich über die Behandlung und ihre Risiken aufgeklärt wurdet.

Am besten informiert ihr euch schon vor dem ersten Beratungstermin in der Kinderwunschklinik über mögliche Kostenübernahmen und die Rahmenbedingungen bei eurer gesetzlichen Krankenversicherung. Es kann sich auch lohnen, die Krankenkasse zu wechseln, sollte die eigene nur geringe Kosten übernehmen.

Privatversicherungen übernehmen die Kosten für eine Kinderwunschbehandlung nicht, wenn die Unfruchtbarkeit im Verschulden des Versicherten liegt (Verursacherprinzip). In der Regel ist im Versicherungsvertrag genau geregelt, welche Bedingungen der Versicherte erfüllen muss (Alter der Frau, Anzahl der Versuche u. v. m.), um einen Zuschuss seiner Krankenversicherung zu erhalten.

Zusätzlich zu der Übernahme einiger Kosten durch die Krankenversicherungen beteiligen sich auch Bund und Länder zum Teil an der Kostenübernahme. Das Land NRW beispielsweise übernimmt gemeinsam mit dem Bund bei verheirateten Paaren die Hälfte des Eigenanteils einer Kinderwunschbehandlung. (Weitere Informationen dazu erhaltet ihr auf der Seite des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen)

Auch andere Bundesländer beteiligen sich an den Kosten einer Kinderwunschbehandlung. Ob auch euer Bundesland dazu gehört und in welchem Rahmen ihr zusätzliche finanzielle Förderung durch Bund und Länder erhalten könnt, erfahrt ihr in einem kurzen 'Förder-Check' auf der Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Wie erfolgreich ist die Reproduktionsmedizin?

Bei einer Kinderwunschbehandlung kann der Erfolg nie garantiert werden. Ob eine Frau auch nach einer künstlichen Befruchtung erfolgreich schwanger wird oder nicht hängt von vielen verschiedenen und ganz persönlichen Faktoren ab. Dazu zählen zum Beispiel der Grund der Unfruchtbarkeit, das Alter der Frau und des Mannes oder auch die Bereitschaft und der Wille des Paares, die Behandlung unter Umständen über lange Zeit durchzuführen.

Nichtsdestotrotz gibt es Statistiken über die Erfolgsraten der verschiedenen Kinderwunschbehandlungen.
Pro Behandlungszyklus liegt die durchschnittliche Geburtenrate laut familienplanung.de für eine In-Vitro-Fertilisation (IVF) bei 15 bis 20 Prozent, bei einer Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) liegt sie ebenfalls bei 15 bis 20 Prozent.

Aber Vorsicht: Es handelt sich hierbei um Durchschnittswerte. Sie bieten lediglich eine Orientierung.

Quellen:
kinderwunschzentrum.org
familienplanung.de
Bundesminsiterium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich der Information und ersetzen keine Diagnose beim Arzt. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Arzt kontaktieren.

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