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Corona und Essen: Darf ich noch bei Lieferdiensten bestellen?

von Nicole Molitor Veröffentlicht am 23. März 2020
© unsplash.com/Kristina Bratko

Kann man sich über Lebensmittel mit dem Coronavirus anstecken? Und wie gefährlich sind Speisen zum Mitnehmen? Hier gibt's alle Antworten zu Corona und Essen.

Vielerorts in Deutschland greifen bereits allgemeine Kontaktverbote. Um Besorgungen zu machen, sollten wir uns bestenfalls auf die Supermärkte im nächsten Umkreis konzentrieren. Der Lieblingsitaliener im anderen Stadtteil kann dann schon ausscheiden.

Auf leckere Pasta oder Pizza müssen wir trotzdem nicht verzichten. Entweder bekochen wir uns selbst oder wir nehmen den Take-away-Service der Restaurants wahr. Am besten geht das natürlich online. Denn die gute Nachricht ist: Trotz Corona dürfen wir weiterhin bei Lieferdiensten bestellen.

Abholen, bestellen und einkaufen geht also nach wie vor. Aber wie sieht es mit der Hygiene von Lebensmitteln aus? Ist eine Corona-Ansteckung über das Essen möglich? Und wie kann man sich vor möglichen Viren schützen? Diese Fragen wollen wir euch hier beantworten.

Wird Corona über Lebensmittel übertragen?

Eine Ansteckung mit dem Coronavirus über Lebensmittel ist denkbar, aber unwahrscheinlich. Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf Anfrage versichert hat, ist bislang kein einziger Fall bekannt, bei dem sich jemand über Nahrungsmittel mit Corona infiziert hat. Das bedeutet jedoch nicht, dass dies nicht im Rahmen des Möglichen wäre.

Im Video: So wird das Coronavirus übertragen

Video von esther.pistorius

Lebensmittel sind potenziell ansteckend, wenn sie kürzlich mit Coronaviren in Kontakt gekommen sind – sei es über Husten, Niesen oder Berührung. Essen wir diese Lebensmittel oder greifen wir uns nach dem Anfassen ins Gesicht und an die Schleimhäute (Augen, Nase, Mund), ist eine Ansteckung mit Corona möglich.

Bei gekochten Gerichten oder Backwaren sieht dies etwas anders aus, da Covid-19 nicht hitzestabil ist. Die Viren werden also beim Kochen oder Backen abgetötet.

Bevor ihr in Panik verfallt: Das Coronavirus überlebt nach aktuellem Wissensstand nicht allzu lange auf Lebensmitteln oder festen Oberflächen. Wie das BfR schreibt, wird das Virus "innerhalb von Stunden bis einigen Tagen" inaktiviert.

Deshalb geht von importierten Lebensmitteln aus China oder anderen Corona-Ländern kein größeres Risiko aus als von heimischen Produkten. Du darfst also noch guten Gewissens asiatische Lebensmittelmärkte aufsuchen. Wegen der allgemeinen Paranoia hast du dort sogar bessere Chancen, Nudeln zu finden als in "deutschen" Supermärkten.

So kannst du dich vor Corona-Lebensmitteln schützen

Der wichtigste Schutz vor Coronaviren ist und bleibt: Hände waschen! 20 bis 30 Sekunden lang, mit einer Tenside-haltigen Seife. Das solltest du immer vor dem Essen machen oder wenn du vom Einkaufen nach Hause kommst und Lebensmittel angefasst hast.

Auch die Lebensmittel selbst gut abspülen. Das gilt vor allem für Obst, Gemüse und Kräuter, die du roh isst, ohne die Schale zu entfernen.

Fertige Speisen gut durchkochen. Von kalten rohen Speisen wie Sushi solltest du jetzt vorsichtshalber die Finger lassen.

Kontaminiertes Geschirr und Besteck bei mindestens 60 Grad spülen, dann sollte es nicht mehr infektiös sein, schreibt das BfR.

Kann ich noch im Restaurant essen?

Nachdem die Öffnungszeiten von Restaurants und Cafés verkürzt wurden, hat die Regierung am 23. März im Zuge der bundesweiten Kontaktsperre eine generelle Schließung von Gastrobetrieben verordnet. Nur die Abholung und Lieferung von Speisen in Restaurants ist noch erlaubt.

Kleine Restaurants, Cafés und Gaststätten haben durch die Corona-Krise existentielle Einnahmeeinbußen. Ihr könnt sie unterstützen, indem ihr dort Essen bestellt und mit nach Hause nehmt. Viele Betriebe haben aus der Not heraus einen Take-away-Service ins Leben gerufen, den ihr gerne wahrnehmen dürft.

Lesestoff: Coronavirus & Shopping: Welche Geschäfte machen zu?

Coronavirus: Kann man sich an Pizzakartons anstecken?

Essen zum Mitnehmen wird typischerweise in Kartons oder Tüten verpackt. Viele Menschen haben Angst, dass sich auf den Pizzakartons ansteckende Coronaviren tummeln könnten.

Die Sorge ist nicht ganz unberechtigt. Das BfR warnt: "Auf Kupferoberflächen halte es [d.i. Covid-19] sich bei starker Kontaminierung bis zu 4 Stunden, auf Kartons bis zu 24 Stunden und bis zu 2–3 Tage auf Edelstahl und Plastik."

Lesestoff: Coronavirus: Wie lange haften Viren an Oberflächen?

Nachdem ihr das Essen zuhause ausgepackt habt, solltet ihr euch gründlich die Hände waschen, bevor ihr euch ans Essen macht. So sollte euch nichts passieren können.

Corona-Gefahr: Wie sicher sind Food-Lieferdienste?

Das Gleiche gilt bei der Online-Bestellung von Essen. Um die Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus so niedrig wie möglich zu halten, haben Food-Lieferdienste wie lieferando eine neue Versandform eingeführt: die kontaktlose Zustellung. Diese besteht aus zwei Teilen.

Online-Bezahlmethode: Du bestellst dein Essen im Internet und bezahlst direkt online. Du wechselst also keine Banknoten mit dem Lieferanten. Dadurch wird das Risiko einer Schmierinfektion über mögliche Viren an deinen Händen oder den Geldscheinen verhindert. Das schützt nicht nur dich, sondern auch den Lieferboten.

Zustellung an die Haustür: Der Lieferant klingelt bei dir und setzt die Bestellung vor deiner Haustür ab. Um sicherzugehen, dass dir niemand dein Essen wegschnappt, wartet der Bote draußen so lange, bis du das Paket abholen kommst. Um eine Ansteckung zu vermeiden, ist der Lieferbote angehalten, den empfohlenen Sicherheitsabstand einzuhalten.

Tipp: Die meisten Food-Lieferdienste haben eine Tracking-Funktion, mit der du leicht im Blick behältst, wann die Bestellung ankommt. So kannst du schnell rausspringen, die Lieferung abholen und der Bote muss nicht ewig warten.

Lebensmittel einkaufen oder bestellen?

Neben Food-Lieferdiensten boomt aufgrund der Corona-Krise auch der Online-Lebensmittelhandel. Wer sich nicht persönlich zum Supermarkt traut oder das Haus aufgrund einer vom Gesundheitsamt verfügten häuslichen Quarantäne nicht mehr verlassen darf, bestellt die täglichen Bedarfswaren im Internet.

Online-Lebensmittelhändler wie Rewe* setzen ebenfalls auf die kontaktlose Lieferung der Lebensmittel, sodass weder du noch die Lieferanten einem größeren Ansteckungsrisiko ausgesetzt seid.

Großer Nachteil beim Bestellen von Essen: Du musst teilweise mit sehr langen Wartezeiten rechnen. "Heute bestellen und morgen geliefert" wird nicht passieren. Dafür ist die Nachfrage in Zeiten von Corona viel zu hoch. Und auch die Daten sind unter Umständen nicht mehr sicher. Am 18. März gab es so einen Hacker-Angriff auf lieferando, wie der Merkur berichtet.

Wer nicht in Quarantäne festsitzt oder krank ist, sollte deshalb nach Möglichkeit wie gewohnt im Supermarkt einkaufen gehen, um das System zu entlasten. Nutzt den Gang nach draußen, schnappt frische Luft und bunkert nicht nur Fertiggerichte. Kochen mit frischen Zutaten hält euch gesund und bringt mehr Abwechslung in die Isolation.

Auch lesen: 5 Tipps, mit denen ihr trotz Corona-Ausgangssperre fit bleibt

Wir möchten außerdem alle dazu aufrufen, lokale Lebensmittelhändler und Bäckereien zu unterstützen. Das Personal ist in der Regel in den neuen Hygienevorschriften geschult, sodass du keine Angst vor Ansteckung haben musst. Mit einem Einkauf kannst du das Überleben der kleinen Geschäfte sichern.

Lesetipp: Reste verwerten: Geniale Rezepte für Resteessen, die Zeit und Geld sparen

Wie sinnvoll sind Lebensmittelvorräte?

Es kann nicht oft genug betont werden, dass es keinen Grund gibt, Lebensmittel zu hamstern. Die Supermärkte und Geschäfte des täglichen Bedarfs bleiben durchgehend geöffnet. Sie werden regelmäßig neu beliefert und die Regale nachgefüllt. So lange sollte jeder abwarten können.

Bedenke auch, dass all die gebunkerten Lebensmittel ein Verfallsdatum haben. Wenn du also Schränke voller Konserven anhäufst, hast du wochen- oder monatelang daran zu knabbern, wenn du nicht alles wegwerfen willst. Und genau das sollte unbedingt vermieden werden.

Dazu: Die 5 besten Methoden, um Lebensmittel haltbar zu machen

Einkaufen von Lebensmitteln in haushaltsüblichen Mengen, lautet die Devise. Für den Notfall (dass ihr zwei Wochen in Quarantäne sitzt oder zu schwach zum Einkaufen seid) könnt ihr einen kleinen (!) Lebensmittelvorrat anlegen. Diese Ernährungsvorsorge sei grundsätzlich immer empfohlen, rät das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Ein Lebensmittelvorrat für 14 Tage (pro Person):

  • Getreideprodukte: 5 kg
  • Gemüse-Konserven: 5,6 kg
  • Obst-Konserven: 3,5 kg
  • Milchprodukte: 3,5 kg
  • Eier, Fleischkonserven: 2 kg
  • Butter/Öl: 500 g


Quelle: Vorratstabelle des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

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von Nicole Molitor