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Rohkost-Kuchen: 3 gesunde Rezepte für Weihnachten

von Nicole Molitor Erstellt am 13. November 2020
Rohkost-Kuchen: 3 gesunde Rezepte für Weihnachten© Getty Images/iStock

Raw Cakes sind nicht nur was für den Sommer! Hier kommen drei vegane Winter-Rezepte für Rohkost-Kuchen – perfekt für Weihnachten.

Raw Cakes oder Rohkost-Kuchen, wie sie auf Deutsch heißen, sind längst nichts Neues für Kuchenliebhaber. Doch die meisten kennen die rohen Kuchen wohl eher vom Sommer. Denn die bekanntesten Beläge dürften saisonale Früchte wie Mango, Erdbeeren oder Himbeeren sein.

Doch frisches Obst gibt es auch in der kalten Jahreszeit. Für winterliche Raw Cakes werden köstliche Füllungen mit Apfel, Feige, Orange, Mandarine oder Birne aufgetischt. Gerne mit Weihnachtsgewürzen wie Zimt und Kardamom veredelt. Ideal für den gemütlichen Kaffeeklatsch im Advent!

Wir präsentieren euch drei genial leckere Rezepte für Rohkost-Kuchen – einfach, vegan und deutlich gesünder als die klassische Kuchentafel mit viel Fett und Zucker. Warum Raw Cakes bei fitnessbewussten Menschen so viel besser abschneiden, erfahrt ihr hier.

Ist Rohkost-Kuchen gesund?

Wie immer, wenn von "gesundem Backen" die Rede ist, muss man die Sache ein klein wenig relativieren. Denn "gesund" sind süße Lebensmittel nie. Da Rohkost-Kuchen aber zumindest auf den Einsatz von raffiniertem Zucker verzichtet, ist er schon mal deutlich gesünder als anderes Gebäck.

Statt mit Industriezucker werden Raw Cakes mit frischem Obst und Gemüse sowie mit Trockenfrüchten, Agavendicksaft, Ahornsirup oder Kokosblütenzucker gesüßt. Meist sind Rohkost-Kuchen vegan und glutenfrei. Butter wird häufig durch Kokosöl ersetzt und an Stelle von (Weizen-)Mehl landen Getreideflocken im Teig. Eier tauscht man gerne durch Nussmus, Avocados oder Datteln aus.

Lesetipp: So geht Backen ohne Zucker

Das Besondere an dieser Kuchenart ist, dass die Zutaten weitestgehend roh verarbeitet werden. Obst verändert genau wie andere Bestandteile seinen Geschmack, wenn es erhitzt wird. Bei Raw Cakes bleiben nicht nur die Aromen, sondern auch die Vitamine erhalten. Soll heißen: Man kann die einzelnen Zutaten herausschmecken und bewusster genießen.

Einziger Wermutstropfen: Rohkost-Kuchen sind oft weniger leicht bekömmlich als Gebäck mit durchgegarten Zutaten. Zudem sind grobkörnige Mehle, Mandeln und Nüsse für den Körper schwieriger zu verdauen. Doch auch daran gewöhnen sich Magen und Darm. An Crunch und gesunden Ballaststoffen mangelt es den rohköstlichen Kuchen immerhin nicht.

Auch lesen: Gesund backen: So kannst du ohne Reue naschen!

Wird Raw Cake gebacken?

Wenn man das Konzept des rohen Kuchens ganz ernst nimmt, darf man nur No-Bake-Cakes darunter zusammenfassen. Aber: Auch Backen ist erlaubt. Man kann also echten Kuchenteig herstellen, der trotzdem Rohkostqualität hat. Dafür sollte man entsprechende Zutaten verwenden, also Bio-Produkte als Mindeststandard.

Im Video: Rezept für Käsekuchen im Glas

Video von Aischa Butt

Kalt müssen Rohkost-Kuchen demnach nicht sein. Halleluja! Denn was im Sommer erfrischend sein mag, ist in Herbst und Winter weniger reizvoll. Da genießen wir am liebsten duftendes, warmes Gebäck, frisch aus dem Ofen.

Euch läuft schon das Wasser im Mund zusammen? Keine Sorge, wir wollen euch nicht länger auf die Folter spannen. Hier kommen auch schon die leckeren und noch dazu veganen Raw-Cake-Rezepte zum Ausprobieren, Nachmachen und Glücklichsein!

1. Rohkost-Kuchen: Rezept für Mandel-Tartelettes

Ihr braucht diese Zutaten:
Für 2 Tartelettes
Für den Teig

  • 90 g ganze (oder gemahlene) Mandeln
  • 60 g Haferkleie (hier bei Amazon)*
  • 3 EL Ahornsirup
  • 15 g Kokosöl, geschmolzen
  • 10 ml Wasser
  • 1 Prise Salz
  • naturreines Pflanzenöl zum Einfetten (z. B. geschmacksneutrales Oliven- oder Traubenkernöl)

Für die Mandelcreme

  • 30 g ganze (oder gemahlene) Mandeln
  • 2 EL Ahornsirup
  • 25 g dunkles Mandelmus in Rohkostqualität (hier bei Amazon)*
  • 30 ml pflanzliche Milch
  • 1 Messerspitze Vanillemark oder -pulver
  • 1 Prise Salz

Zum Belegen

  • 1 Birne

> Tartelette-Förmchen findet ihr hier bei Amazon.*

So einfach geht die Zubereitung:
Die ganzen Mandeln für den Teig und die Creme jeweils fein mahlen (oder fertig gemahlene Mandeln verwenden).

Für den Teig alle Zutaten in einer Schüssel vermischen, gut verkneten und anschließend daraus zwei gleich große Teigkugeln formen. Dann zwei Tarteletteformen dünn mit etwas Pflanzenöl einpinseln, den Teig darin mit den Fingern verteilen und an den Rändern nach oben ziehen. Die Törtchen 1 Stunde kühl stellen.

Für die Mandelcreme alle Zutaten gut miteinander verrühren. Zum Anrichten der Tartelettes die Tortenböden sorgfältig aus den Förmchen lösen. Eine Birne schälen, halbieren und das Kerngehäuse entfernen. Jeweils 1 Birnenhälfte mit der Rundung nach oben auf den Boden legen. Die Tartelettes mit der Mandelcreme auffüllen und sofort genießen!

2. Rohkost-Kuchen: Rezept für Apfel-Gewürz-Kuchen

Ihr braucht diese Zutaten:
Für eine Torte von 18 cm Durchmesser
Für den Teig

  • 150 g getrocknete Feigen plus 60 ml Wasser
  • 20 g Kokosöl, geschmolzen
  • 1 Prise Salz
  • 100 g ausgepresste Nussmasse
  • 80 g gemahlene Mandeln
  • 20 g Rohrohr- oder Kokosblütenzucker
  • 1 TL dunkles Mandelmus in Rohkostqualität (hier bei Amazon)*

Für die Lebkuchencreme

  • ½ TL Agar-Agar plus 120 ml Wasser
  • 1 großer Apfel ohne Schale (etwa 200 g Fruchtfleisch), entkernt und in kleine Stücke geschnitten
  • 100 g geschälte Mandeln oder Cashewkerne in Rohkostqualität
  • 40 ml Ahornsirup
  • ½ TL Zimtpulver
  • ½ TL Lebkuchengewürz
  • 1 Messerspitze Vanillemark oder -pulver
  • 1 Prise Salz

Für die Mandel-Ahorn-Sauce (zum Marmorieren)

  • 1–2 TL Ahornsirup
  • 1 TL dunkles Mandelmus in Rohkostqualität
  • 1 Prise Salz

So geht die Zubereitung:
Für den Teig die getrockneten Feigen mehrere Stunden einweichen. Anschließend mit dem Einweichwasser, dem Kokosöl und Salz im Mixer glatt pürieren. Die Masse in eine Schüssel geben, die restlichen Zutaten hinzufügen und mit den Händen zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Den Teig in einer Springform mit den Fingern gleichmäßig verteilen und einen Rand nach oben ziehen. Kühl stellen.

Für die Lebkuchencreme das Agar-Agar-Pulver in einem Topf mit dem Wasser verrühren, zum Kochen bringen, 1 Minute köcheln lassen und vom Herd nehmen. Anschließend alle Zutaten im Mixer zu einer glatten, glänzenden Creme pürieren. Die Creme auf dem Boden des Apfelkuchens verteilen.

Zum Marmorieren Ahornsirup, Mandelmus und Salz in einer kleinen Schüssel verrühren. Einige Tropfen davon möglichst zeitnah auf dem Kuchen verteilen und dann von der Mitte der Tropfen aus mit einem spitzen Messer behutsam kurze Linien ziehen. Den Kuchen mindestens 1 Stunde in den Kühlschrank stellen. Zum Servieren vorsichtig aus der Form lösen und genießen!

3. Rohkost-Kuchen: Rezept für Schichttorte

Ihr braucht diese Zutaten:
Für eine Torte (Durchmesser 18 cm)
Für den Teig

  • 200 g getrocknete Feigen
  • 30 ml Wasser
  • 1 Prise Salz
  • 20 g Pistazien
  • 80 g Mandeln
  • 100 g Hirseflocken (hier bei Amazon)*

Für die Feigencreme

  • ½ TL Agar-Agar plus 100 ml Wasser
  • 400 g frische Feigen
  • 1 EL Agavendicksaft in Rohkostqualität

Für die Kardamomcreme

  • ½ TL Agar-Agar plus 150 ml Wasser
  • 100 g Cashewkerne in Rohkostqualität
  • ½ Apfel ohne Schale (etwa 100 g Fruchtfleisch), entkernt und in kleine Stücke geschnitten
  • 20 g Pistazien, gehackt
  • 2 EL Agavendicksaft in Rohkostqualität
  • 2–3 Prisen gemahlener Kardamom (oder 1 zerdrückte Kardamomkapsel)
  • 1 Handvoll gehackte Pistazien zum Bestreuen

Für das Rosengelee

  • ¼ TL Agar-Agar plus 35 ml Wasser
  • 100 g frische Erdbeeren
  • 30 ml Rosenwasser
  • 1 TL Agavendicksaft in Rohkostqualität

Zum Dekorieren

  • 1–2 Handvoll gehackte Pistazien
  • 3 frische Feigen

So gelingt die Zubereitung:
Für den Teig: Die getrockneten Feigen 2 bis 3 Stunden einweichen (bei Verarbeitung mit einem Hochleistungsmixer ist das Einweichen nicht erforderlich). Anschließend mit dem Wasser und dem Salz zu einer glatten Creme pürieren.

Der Reihe nach Pistazien, Mandeln und Hirseflocken dazugeben und zu einer stückigen Masse verarbeiten. Den Teig mit den Fingern etwa 1 Zentimeter dick in einer Springform verteilen (eventuell bleibt etwas Teig übrig) und entweder 15 Minuten im Gefrierschrank oder 1 Stunde im Kühlschrank kalt stellen.

Für die Feigencreme: Das Agar-Agar-Pulver in einem kleinen Topf mit dem Wasser verrühren, zum Kochen bringen, 1 Minute köcheln lassen und vom Herd nehmen. Die frischen Feigen mit Agar-Agar und dem Agavendicksaft im Mixer zu einer homogenen Creme pürieren. Diese auf dem Teig verteilen und die Springform erneut etwa 15 Minuten in den Gefrierschrank (oder 1 Stunde in den Kühlschrank) stellen.

Für die Kardamomcreme: Das Agar-Agar-Pulver in einem kleinen Topf mit dem Wasser verrühren und zum Kochen bringen, 1 Minute köcheln lassen und vom Herd nehmen. Die restlichen Zutaten – außer den gehackten Pistazien – mit dem Agar-Agar im Mixer cremig pürieren.

Die Springform aus dem Gefrierschrank nehmen und 1 Handvoll gehackte Pistazien auf der Feigencreme verteilen, darauf die Kardamomcreme verstreichen und die Torte wieder 15 Minuten in den Gefrierschrank (oder 1 Stunde in den Kühlschrank) kalt stellen.

Für das Rosengelee: Das Agar-Agar-Pulver in einem kleinen Topf mit dem Wasser verrühren und zum Kochen bringen, 1 Minute köcheln lassen und vom Herd nehmen. Die restlichen Zutaten im Mixer mit dem Agar-Agar zu einer sehr glatten Masse verarbeiten.

Die Torte aus dem Gefrierschrank nehmen, das Gelee auf der Kardamomcreme verstreichen und die Springform erneut 15 Minuten in den Gefrierschrank (oder 1 Stunde in den Kühlschrank) stellen. Anschließend den Tortentraum vorsichtig aus der Form lösen, mit gehackten Pistazien und frischen, gegebenenfalls geviertelten oder halbierten Feigen garnieren und sofort servieren.

Tipps: Lasst euch nicht von der umfangreichen Anleitung dieses Rezepts abschrecken. Die einzelnen Schritte sind einfach und schnell gemacht. Die frischen Feigen könnt ihr durch Erdbeeren oder Himbeeren ersetzen und die Pistazien durch Mandeln oder Pinienkerne. Für eine Torte mit exotischem Hauch sind besonders Mangos und Erdnüsse ein Traum.

Aus restlichem Teig lassen sich kleine Energiekugeln formen – wahlweise in Kokosflocken, Sesam, gemahlenen Mandeln oder Nüssen wenden.

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