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Vietnamesisch kochen: 5 Rezepte aus der Foodie-Lieblingsküche

von Nicole Molitor Erstellt am 14. Juli 2020
Vietnamesisch kochen: 5 Rezepte aus der Foodie-Lieblingsküche© Getty Images/iStock

Die vietnamesische Küche ist DER heiße Scheiß, wenn es um Food-Trends geht. Wir zeigen euch, wie ihr zu Hause selber vietnamesisch kochen könnt.

Wenn ihr mich fragt, ist die vietnamesische Küche die beste Küche überhaupt. Dank Streetfood-Festivals wird sie nun auch hierzulande immer bekannter. Schaut man sich an, wie viele vietnamesische Gerichte Trend-Status haben, wird deutlich, wie abgefahren und unterschätzt vietnamesisches Essen nach wie vor ist.

Suppen wie die Pho, Sandwiches wie das Banh Mi, Getränke wie der vietnamesische Kaffee Ca Phe Sua und Desserts wie frittiertes Eis Kem chien strotzen nur so vor Originalität und Aroma.

Zudem kommen in kaum einer asiatischen Küche so viele frische Kräuter zum Einsatz wie hier. Das macht vietnamesische Speisen besonders gesund und lecker.

Wir wollen euch deshalb zeigen, wie ihr selber vietnamesisch kochen könnt. Dazu haben wir euch fünf einfache Rezepte mitgebracht, die super zum Sommer passen und fernöstliches Flair in eure Küche bringen.

Was ist das Besondere an der vietnamesischen Küche?

Vergleicht man den Teller in einem vietnamesischen Restaurant mit dem in einem chinesischen oder japanischen Restaurant, fällt direkt das viele Grün auf. Limetten, Koriander, Minze, Thai-Basilikum und Frühlingszwiebeln sind allgegenwärtig. Ebenfalls tonangebend: Erdnüsse und Sternanis (!). Das sorgt für völlig neue Geschmackserlebnisse.

Vietnamesisches Essen ist leicht und überraschend gemüselastig. Deshalb eignet sich die vietnamesische Küche auch besser als jede andere asiastische Küche für Vegetarier. Der Grund hierfür ist nicht nur die satte Vegetation Vietnams, sondern auch der weit verbreitete Buddhismus.

Auch alle, die scharfes Essen wie bei der indonesischen, indischen oder koreanischen Küche abschreckt, dürfen sich freuen: Vietnamesische Gerichte sind vergleichsweise mild und harmonieren daher gut mit dem westlichen Gusto.

Neben den vielen Unterschieden gibt es natürlich auch jede Menge Gemeinsamkeiten mit anderen asiatischen Essgewohnheiten. Vor allem die Nähe zur ähnlich gesunden thailändischen Küche mit ihrem Faible für Zitrusnoten und Kokosmilch ist in Vietnam bemerkbar.

Vietnamesische Rezepte zum Nachkochen

"We will wok you" ist eines der großartigsten Kochbücher seit Langem. Darin findet man direkt die wichtigsten Gerichte aus der asiatischen Welt – geordnet nach Herkunftsland. Perfekt für Asia-Fans, die sich erst an die Küche Asiens herantasten wollen.

So sind neben Ideen zum vietnamesischen Kochen auch viele Rezepte aus der indischen, indonesischen, chinesischen, thailändischen und koreanischen Küche in dem Büchlein versammelt. Die Betonung liegt auf Büchlein, denn das grandiose Kochbuch ist trotz der Fülle an Gerichten super kompakt gehalten.

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Zusätzlich zu den original asiatischen Rezepten findet ihr darin spannende Gerichte aus der Fusion-Küche, die allesamt im Wok zubereitet werden.

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Hier wollen wir euch vier leckere Rezepte aus Vietnam vorstellen – und legen noch ein fünftes zum Ausprobieren mit Video obendrauf. Wir wünschen viel Vergnügen beim vietnamesisch Kochen und guten Appetit!

1. Vietnamesisch kochen: Rezept für Bành Mì

Ihr braucht diese Zutaten:
Für ein vietnamesisches Sandwich

  • 1 Karotte
  • 1 weißer Rettich
  • 2 EL Zucker
  • 1 TL Salz
  • 200 ml Weißweinessig
  • 3 dünne Scheiben Schweinefleisch
  • 1 EL Sojasauce
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 Prise Asia-Gewürzmischung
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1/2 Baguette
  • 1 EL süßer Senf
  • 15 g Leberwurst
  • 1/2 Gurke
  • 1/2 rote Paprika
  • 1/2 grüne Paprika
  • frischer Koreander

Wie ihr das Sandwich auf vietnamesische Art belegt und zubereitet, seht ihr hier im Video.

Video von Aischa Butt

2. Vietnamesisch kochen: Rezept für Frühlingsrollen

Ihr braucht diese Zutaten:
Für 10 vietnamesische Frühlingsrollen

  • 50 g Reisnudeln
  • 1 kleine Möhre
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 10 g Bio-Ingwer
  • 50 g Tofu
  • 125 g Sojasprossen
  • 150 g Garnelen (küchenfertig)
  • 2 Frühlingszwiebel
  • 1 Ei (Größe M)
  • 3 EL Sojasauce
  • Pfeffer
  • 10 Blatt Reispapier (Ø 22 cm)
  • Rapsöl

Für den Dip (Nuoc Mam Cham)

  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 rote Chilischote
  • 1/2 Limette
  • 2 EL Zucker
  • Pfeffer
  • 3 EL Fischsauce
  • 2 EL Reisessig

So geht die Zubereitung:
Für die Frühlingsrollen: Reisnudeln nach Packungsanleitung garen, abtropfen lassen und fein hacken. Möhren schälen und in feine Streifen schneiden. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Ingwer waschen und mit der Schale fein reiben.

Tofu fein zerkrümeln. Sojasprossen waschen und klein schneiden. Garnelen waschen, trocken tupfen und fein hacken. Frühlingszwiebeln waschen, putzen und in feine Ringe schneiden.

Die vorbereiteten Zutaten mit dem Ei vermengen. Mit Sojasauce und Pfeffer abschmecken. Reispapier mit kaltem Wasser bestreichen, bis es sich biegen lässt. Mittig mit der Füllung belegen. Die Seiten von links und rechts zur Mitte falten, dann von unten nach oben fest einrollen.

Ausreichend Öl im Wok erhitzen. Die 10 Röllchen darin 3–5 Minuten goldbraun frittieren. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Für den Nuoc-Mam-Cham-Dip: Knoblauch schälen und feinhacken. Chilischote halbieren, entkernen, waschen und fein hacken. Die Limette auspressen. Alle Zutaten mit 80 ml heißem Wasser verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Mit Pfeffer abschmecken und servieren.

Lesetipp: Knusprig, süß und fruchtig: Schnelle Himbeer-Schoki-Frühlingsrollen

3. Vietnamesisch kochen: Rezept für würzige Crêpes

Ihr braucht diese Zutaten:

  • 90 g Reismehl
  • 1 Prise Zucker
  • 1/4 TL Salz
  • 1/2 TL gemahlenen Kurkuma
  • 125 ml Kokosmilch
  • 125 ml Mineralwasser
  • 2 EL gehackter Schnittlauch
  • 150 g Sojasprossen
  • 1 gelbe Paprika
  • 100 g Thai-Spargel (oder grüner Spargel)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 4 Frühlingszwiebeln
  • 2 EL Rapsöl
  • 2 EL Sojasauce


Tipp: Für eine Fischeinlage könnt ihr noch 150 g küchenfertige Garnelen mit anbraten. Als Dip passt Sweet-Chili-Sauce zu dem vietnamesischen Pfannkuchen.

So geht die Zubereitung:
Reismehl, eine Prise Zucker, Salz, Kurkuma, Kokosmilch, Mineralwasser und Schnittlauch in einer Schüssel zu einem geschmeidigen Teig verrühren.

Sojasprossen waschen und trocken schleudern. Paprika halbieren, putzen, waschen und in dünne Streifen schneiden. Spargel waschen, putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken. Frühlingszwiebeln waschen, putzen und in feine Ringe schneiden.

1 EL Öl im Wok erhitzen. Etwas Teig in den heißen Wok geben und durch leichtes Schwenken gleichmäßig verteilen. Den vietnamesischen Crêpe in 3–4 Minuten ausbacken, jedoch nicht wenden. Anschließend vorsichtig auf einen Teller gleiten lassen. Aus dem Teig weitere Crêpes ausbacken.

Restliches Öl (1 EL) in den Wok geben. Den restlichen Knoblauch darin 1 Minute kurz anbraten. Sojasprossen, Paprika und Spargel hinzugeben und weitere 2 Minuten anbraten. Mit Sojasauce ablöschen.

Das Gemüse auf den Crêpes verteilen. Die Crêpes mit Frühlingszwiebeln bestreuen, zusammenklappen und servieren.

Auch lesen: Crêpes selber machen: 3 schnelle Rezepte mit oder ohne Butter

4. Vietnamesisch kochen: Rezept für gedämpftes Gemüse

Ihr braucht diese Zutaten:

  • 150 g Brokkoli (in Röschen)
  • 150 g Pak Choi
  • 150 g Champignons
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 TL Tamarindenpaste
  • 1 1/2 EL Zucker
  • 1 EL Sojasauce
  • 1 Limette
  • 1 EL rote Wassermelonenkerne (oder Kürbiskerne)

Außerdem

So geht die Zubereitung:
Brokkoliröschen waschen. Pak Choi waschen, putzen und halbieren. Champignons putzen und halbieren. Frühlingszwiebeln waschen, putzen und in feine Ringe schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken.

Knoblauch, Tamarindenpaste, Zucker, Sojasauce und 80 ml Wasser in einen Wok geben und aufkochen lassen. Bei reduzierter Hitze leicht dicklich einkochen lassen. Anschließend zur Seite stellen, den Wok reinigen und Salzwasser für den Bambusdämpfer einfüllen.

Brokkoli, Pak Choi und Champignons auf die Garkörbchen verteilen und in den Wok setzen. Dabei das Gemüse mit der längeren Garzeit in den unteren Korb füllen. Das Gemüse im Bambusdämpfer 5–8 Minuten garen.

Die Limette vierteln. Das Dampfgemüse mit Tamarindensauce, Limettenvierteln und Wassermelonenkernen servieren.

5. Vietnamesisch kochen: Rezept für süße Reisbällchen

Ihr braucht diese Zutaten:
Für 20 Banh Troi (süße Reisbällchen)

  • 20 Physalis
  • 180 g Klebreismehl (hier bei Amazon)*
  • 20 g Reismehl
  • Salz
  • 25 g Bio-Ingwer
  • 1 Vanilleschote
  • 100 g Palmzucker (oder Rohrzucker)
  • 2 TL weißer und schwarzer Sesam

Lesestoff: Rezept für Mochi-Eis: So gelingt euch die gesunde Eis-Sensation

So geht die Zubereitung:
Physalis von den Blättern befreien, waschen und trocken tupfen. Klebreismehl, Reismehl und 1 Prise Salz miteinander vermischen. 180–200 ml lauwarmes Wasser hinzugeben und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Der Teig sollte nicht zu klebrig sein und sich gut mit den Händen formen lassen.

Den Teig in 20 Stücke teilen, mit den Händen zu kleinen Bällchen formen und flach drücken. Auf jedes Bällchen eine Physalis legen und den Teig um die Physalis herum zu einer Kugel formen.

Ausreichend Wasser im Wok zum Kochen bringen. Die Hitze reduzieren bis das Wasser nur noch siedet und die Reisbällchen vorsichtig hineinlegen. Sobald sie an die Wasseroberfläche steigen noch 1 weitere Minute sieden lassen, dann in Eiswasser legen.

In der Zwischenzeit den Ingwer waschen und mit der Schale fein reiben. Das Mark aus der Vanilleschote kratzen. 350 ml Wasser mit dem Zucker, Ingwer und Vanillemark im Wok erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat.

Die Reisbällchen hinzugeben und 5 Minuten im Sirup erwärmen. Dann den Sirup durch ein Sieb abseihen und dabei auffangen. Die 20 Reisbällchen in Schälchen anrichten, mit dem Sirup beträufeln und mit Sesam bestreut servieren.


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