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Koreanisch kochen: 5 Trend-Rezepte von Bulgogi bis Ram-Don

von Nicole Molitor Erstellt am 11. Juni 2020
Koreanisch kochen: 5 Trend-Rezepte von Bulgogi bis Ram-Don© Getty Images/iStock

Koreanisches Essen ist 2020 in aller Munde! Lest hier, wie ihr selbst koreanisch kochen und beliebte Klassiker für zuhause oder unterwegs zubereiten könnt.

Bereits 2018 tauchte koreanisches Essen auf dem Foodie-Radar auf: Damals war es Bulgogi, das süß-pikant gewürzte Grillfleisch, das es den Streetfood-Fans auch hierzulande angetan hat. Mit dem Trend-Getränk Dalgona Coffee landete Südkorea im Frühling 2020 einen neuen Hit in den sozialen Netzwerken.

Spätestens nach dem Oscar-Erfolg von 'Parasite' (2019) blicken alle Augen wie gebannt nach Südkorea. Und wieder spielt das Essen eine Rolle. Denn nach dem Academy-Sieg wollte plötzlich die ganze Welt wissen, wie man Ram-Don zubereitet – den saftig-soßigen Ramen-Imbiss aus 'Parasite'.

Wir zeigen euch, wie ihr Ram-Don selber machen und zuhause koreanisch kochen könnt. Doch bevor wir euch die Klassiker aus der koreanischen Küche vorstellen, bekommt ihr einen kleinen Einblick in die koreanische Zutatenliste.

Lesetipp: Kimchi selber machen: So gelingt koreanisches Sauerkraut

Was ist das Besondere an koreanischem Essen?

Koreanisches Essen ist vor allem eins: scharf. Der Grund ist Gochugaru, getrocknete rote Chiliflocken, die so gut wie jedem Gericht beigefügt werden. Bestes Beispiel dafür ist Kimchi, das berühmte koreanische Sauerkraut. Für fermentierte Lebensmittel haben die Koreaner nämlich ebenfalls ein großes Herz.

Die koreanische Küche vereint viele Elemente aus Japan und China. So wie bei Kimbap, der koreanischen Form des japanischen Sushi. Oder Mandu, gedämpfte Teigtaschen, die an chinesische Baozi erinnern. Wie in den meisten asiatischen Rezepten gehört auch in Korea Reis zu den Grundnahrungsmitteln. Aber auch Ramen, Glasnudeln und Kartoffeln landen hier auf dem Tisch.

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Der Tisch ist beim koreanischen Essen übersät von kleinen und größeren Schüsselchen. Darin befinden sich einzelne Mini-Gerichte, die Banchan. Sie werden wie orientalische Mezze, italienische Antipasti oder spanische Tapas als Beilagen gereicht. Hier darf sich jeder bedienen.

Essen ist in Korea ein soziales Event. Weil die Lebensmittel in den Supermärkten meist teurer sind als das Speisen im Restaurant, dinnieren die Koreaner häufig auswärts, auch in ihren Mittagspausen. Hier unterhalten sie sich am Tisch, während sie gemeinsam essen. Und grillen.

Denn typisch für die koreanische Küche sind gegrillte Speisen. In den Restaurants sind Grillplatten mit Dunstabzug eingelassen. Bestenfalls gibt es rund um den Tischgrill noch eine Leiste, in die Omelette-Teig gegossen wird, der das koreanische Barbecue perfekt abrundet.

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Gegrillt wird vor allem mariniertes Fleisch wie Bulgogi und Galbi – koreanische Rippchen. Da sich Koreaner sehr fleischlastig ernähren, haben Vegetarier oder Veganer hier das Nachsehen. Mit etwas Glück können sie auf Pilze oder Tofu zurückgreifen. Und natürlich auf die Vielzahl von Banchan-Sidedishes.

Diese Zutaten braucht ihr, um koreanisch zu kochen

Neben Chilis sind viele weitere Würzmittel für den leckeren Umami-Geschmack des koreanischen Essens verantwortlich. Welche Zutaten noch dazu gehören, erfahrt ihr hier.

Diese Gewürze sind typisch für koreanisches Essen

Die meisten Saucen und Öle braucht ihr nicht nur, um koreanisch zu kochen, sondern beispielsweise auch für japanische Rezepte. Für Asia-Fans lohnt sich die Anschaffung in jedem Fall. Und da sich die Zutaten lange halten, könnt ihr sie ruhig auf Vorrat anlegen.

Aber auch an frischen Lebensmitteln gibt es einige, an denen ihr beim koreanisch kochen nicht vorbei kommt. Sie sind gesund und mitverantwortlich für den süß-würzigen Geschmack, der charakteristisch für die koreanische Küche ist.

Diese Zutaten braucht ihr für koreanisches Essen

  • Frühlingszwiebeln und normale Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Ingwer
  • Fuji-Apfel oder Nashi-Birne
  • Paprika
  • Daikon (koreanischer, weißer Rettich)
  • Chinakohl
  • Mungo- und Sojabohnensprossen
  • Lotuswurzeln (hier bei Amazon)*

Die meisten koreanischen Zutaten bekommt ihr mittlerweile schon in gut sortierten Supermärkten. Exotischere Produkte wie Lotuswurzeln, Bohnenpaste, Sake und Mirin findet ihr online und in asiatischen Lebensmittelläden. Hier sind asiatische Zutaten zudem deutlich günstiger zu haben.

So einfach könnt ihr zuhause koreanisch kochen

Die Zutatenlisten von koreanischen Rezepten sind recht lang. Lasst euch davon aber nicht abschrecken. Es ist erstaunlich einfach, selber koreanisch zu kochen. Denn die meisten Zutaten lassen sich als Dip oder Marinade schnell zusammenrühren.

Der Rest ist nicht mehr Arbeit als bei jeder anderen frischen Küche. Probiert es aus und experimentiert ruhig mit der Schärfe, wie es für euch passt.

Im Video: Rezept für koreanische Donuts

Video von Aischa Butt

1. Koreanisches Rezept: Ram-Don

Seit dem Film 'Parasite' kennt jeder Ram-Don. Der Begriff setzt sich aus den Worten Ramen und Udon-Nudeln zusammen, seinen beiden Hauptzutaten. Traditionell heißt das koreanische Essen Jjapaguri und ist im Grunde ein gepimptes Fertiggericht, also easy gemacht und trotzdem lecker.

Ihr braucht diese Zutaten:

  • 1 Päckchen Chapagetti-Instantramen (hier bei Amazon)*
  • 1 Päckchen Neoguri-Instantramen (hier bei Amazon)*
  • 250 g Rindfleisch (am besten Steak)
  • 2 Knoblauchzehen (gehackt)
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

So geht die Zubereitung:
In einem Topf 1 Liter Wasser zum Kochen bringen. Währenddessen das Rindfleisch waschen, trocken tupfen und in mundgerechte Stücke schneiden. Das Fleisch in einer Pfanne mit dem Olivenöl anbraten. Knoblauch dazugeben und mit Salz und Pfeffer würzen.

Sobald das Wasser kocht, die Instantnudeln und die beiden Gemüsepäckchen aus den Tüten dazugeben. Nudeln nach Anleitung 3–4 Minuten kochen. Sind die Nudeln al dente, seiht ihr sie durch ein Sieb ab. Haltet eine Tasse vom Nudelwasser zurück.

Nun die Nudeln zum Fleisch in die Pfanne geben. Das Nudelwasser darüber gießen und die beiden Saucen-Tütchen von Chapagetti und Neoguri unterrühren. Alles einmal gut durchmischen und fertig!

2. Koreanisches Rezept: Bibimbap

Bibimbap ist eines der berühmtesten koreanischen Gerichte überhaupt. Ähnlich wie bei Buddha Bowls stecken auch hier alle Komponenten einer vollständigen Mahlzeit in nur einer Schüssel. Bibimbap ist auch ein geniales Resteessen, weil ihr reinpacken könnt, was ihr noch im Kühlschrank habt.

Ihr braucht diese Zutaten:
Für 4 Personen

  • 1½ EL Traubenkernöl
  • 2 Möhren (in feine Streifen geschnitten)
  • 1 rote Paprikaschote (in dünne Streifen geschnitten)
  • 1 Zucchini (längs halbiert und in Scheiben geschnitten)
  • 600 g gegarter Sushi-Reis
  • 150 g Sesamspinat (siehe unten)
  • 150 g Bohnensprossen mit Sesam (siehe unten)
  • 4 Spiegeleier
  • 4 TL geröstetes Sesamöl
  • Salz und gemahlener schwarzer Pfeffer

Für den Sesamspinat

  • 150 g Spinat
  • ½ Frühlingszwiebel
  • ½ TL zerstoßener Knoblauch
  • ½ TL geröstete Sesamsamen
  • ½ EL geröstetes Sesamöl
  • 1 TL Sojasauce

Für die Bohnensprossen mit Sesam

  • 150 g Mungobohnensprossen
  • ½ Frühlingszwiebel (fein gehackt)
  • ½ TL zerstoßener Knoblauch
  • ½ TL geröstete Sesamsamen
  • 1 EL geröstetes Sesamöl
  • 1 TL Sojasauce
  • ½ EL Pflanzenöl

Für das Gochujang-Dressing

  • 60 ml Zitronensaft
  • 2 TL zerstoßener Knoblauch
  • 60 ml Sojasauce
  • 2½ EL geröstetes Sesamöl
  • ½ TL geröstete Sesamsamen
  • 1 TL Gochugaru

So geht die Zubereitung:
Für den Sesamspinat: Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen und den Spinat darin 30 Sekunden blanchieren. Anschließend abtropfen und sorgfältig ausdrücken. Die restlichen Zutaten in einer mittelgroßen Schüssel vermengen und den blanchierten Spinat unterheben.

Für die Sesam-Bohnensprossen: Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen und die Mungobohnensprossen darin 30 Sekunden blanchieren. Anschließend abtropfen und die Restflüssigkeit behutsam ausdrücken. Die restlichen Zutaten in einer mittelgroßen Schüssel vermengen und die blanchierten Bohnensprossen unterheben.

Für das Dressing: Sämtliche Zutaten in ein Glas geben, fest verschließen und kräftig schütteln, bis sich alles gut vermischt hat. Das Dressing hält sich im Kühlschrank bis zu 2 Wochen.

Für das Bibimbap: Das Traubenkernöl in einer Pfanne erhitzen und die Möhren darin mit etwas Salz und Pfeffer 1–2 Minuten anschwitzen, entnehmen und beiseitelegen. Anschließend nacheinander die Paprika sowie die Zucchini anschwitzen und jeweils beiseitestellen.

Den Reis auf vier Schalen verteilen und mit dem Gemüse, dem Sesamspinat, den Bohnensprossen und je 1 Spiegelei garnieren. Je 1 TL Sesamöl über Reis und Gemüse träufeln. Je nach gewünschtem Schärfegrad etwas Gochujang-Dressing über Reis und Gemüse löffeln, dann servieren.

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3. Koreanisches Rezept: Bulgogi

Bulgogi wird auch koreanisches Feuerfleisch genannt, weil es traditionell über offenem Feuer gegrillt wird. Dünn geschnittenes Entrecôte gibt es tiefgekühlt in koreanischen Lebensmittelläden. Ihr könnt aber auch Rinderhüftsteak nehmen und es beim Metzger in feine Scheiben schneiden lassen.

Ihr braucht diese Zutaten:
Für 4 Personen

  • 6 Knoblauchzehen (geschält)
  • 160 g gelbe Zwiebeln (gehackt)
  • 160 g Nashi-Birnen oder Fuji-Äpfel (gehackt)
  • 120 ml Sojasauce
  • 6 EL Zucker
  • 2 EL geröstetes Sesamöl
  • 680 g dünn geschnittenes Entrecôte (etwa ½ cm dünn)
  • 2 TL Traubenkernöl
  • 2 TL gemahlener schwarzer Pfeffer
  • geröstete Sesamsamen zum Garnieren
  • 2 TL gemahlener schwarzer Pfeffer

So geht die Zubereitung:
Den Knoblauch, die Zwiebeln und die Birne oder den Apfel im Mixer pürieren. Sojasauce, Zucker, Sesamöl, sowie 80 ml Wasser zugeben und untermixen.

Die Entrecôte-Scheiben mit der Mischung bedecken und über Nacht marinieren. Eine gusseiserne Pfanne bei mittlerer Temperatur erhitzen. Das Traubenkernöl hineingeben, sobald es heiß ist, das marinierte Fleisch einlegen und 5 Minuten braten, bis es durchgegart ist. In einer Schüssel anrichten und mit dem Sesam bestreuen.

Tipp: Zu Bulgogi passt Kopfsalat oder Brokkoli. Traditionell wird je ein Stück Fleisch in ein Salatblatt gewickelt und zusammen gegessen.

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4. Koreanisches Rezept: Japchae

Japchae ist ein berühmter koreanischer Glasnudelsalat, der warm oder kalt gegessen werden kann. Das macht das Gericht zu einem tollen Essen-to-Go. Die Nudeln bestehen übrigens aus Süßkartoffeln.

Ihr braucht diese Zutaten:
Für 2 Personen als Hauptgericht oder für 4 Personen als Beilage

  • 4 EL Sojasauce
  • 1 EL Honig
  • 1 EL Rohrohrzucker
  • 3 EL geröstetes Sesamöl
  • 3 EL Pflanzenöl
  • 75 g Möhren (in feine Streifen geschnitten)
  • 65 g Zwiebeln (in feine Ringe geschnitten)
  • 45 g Shiitake-Pilze (in Scheiben geschnitten)
  • 75 g rote Paprikaschote (von Samen befreit und in Streifen geschnitten)
  • 100 g Spinat (grob gehackt)
  • 1 TL zerstoßener Knoblauch
  • 340 g gegarte Dangmyeon (Glasnudeln aus Süßkartoffelstärke; 165 g Rohgewicht)
  • geröstete Sesamsamen zum Garnieren

So geht die Zubereitung:
In einer kleinen Schüssel Sojasauce, Honig, Zucker sowie 1 EL des Sesamöls verrühren und beiseitestellen.

Das Pflanzenöl in einer großen Pfanne erhitzen und die Möhren und Zwiebeln darin 4–5 Minuten weich anschwitzen. Herausnehmen und beiseitestellen. Die Shiitake und die Paprikastreifen 3–4 Minuten in der Pfanne anschwitzen. Spinat und Knoblauch dazugeben. Alles weiter garen, bis der Spinat ein wenig zusammengefallen ist. Den Pfanneninhalt herausnehmen und beiseitestellen.

Jetzt die Glasnudeln in der Pfanne 1 Minute unter Rühren anbraten. Die Sauce zugießen und das angeschwitzte Gemüse wieder hineingeben. Alles gründlich miteinander vermischen, mit geröstetem Sesam bestreuen und sofort servieren.

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5. Koreanisches Rezept: Jeon

Jeon sind koreanische Pfannkuchen, die ganz unterschiedlich befüllt werden können. Wobei "Füllung" hier nicht das richtige Wort ist. Denn die Zutaten werden direkt mit dem Teig in der Pfanne verbacken.

Verwerten könnt ihr darin alles von Gemüse bis Fleisch und Fisch. Der Klassiker sind Meeresfrüchte-Jeon und Frühlingszwiebel-Jeon. Dazu ist ein Dip aus Sojasauce Pflicht.

Rezept für Pajeon (Jeon mit Meeresfrüchten)
Ihr braucht diese Zutaten:

Für 2 große Pfannkuchen

  • 340 g Meeresfrüchte (Kalmare und Garnelen)
  • 60 g Schnittlauch

Für den Teig

  • 240 ml eiskaltes Mineralwasser
  • 1 TL Salz
  • 140 g Mehl
  • 1 EL Maisstärke
  • 1 EL Reismehl
  • 1 TL Backpulver
  • Salz und Pfeffer

Für den Choganjang-Dip

  • 2 EL Zucker
  • 4 EL Sojasauce
  • 4 EL Reisessig
  • ½ TL geröstete Sesamsamen
  • ½ TL geröstetes Sesamöl
  • ½ TL Gochugaru

So geht die Zubereitung:
In einer Pfanne die gewürfelten Kalmare und geschälten gewürfelten Garnelen in 1 TL Pflanzenöl andünsten. Salzen und pfeffern. Schnittlauch waschen und in grobe Stücke hacken.

Die Teigzutaten vermischen und anschließend die gegarten Meeresfrüchte und den Schnittlauch untermengen. In einer Pfanne 1 TL Pflanzenöl erhitzen. Eine Kelle Teig hineinschöpfen und den Pfannkuchen von beiden Seiten goldbraun backen. Dann den zweiten Pfannkuchen backen.

Für den Dip alle Zutaten in einer kleinen Schüssel verrühren. Die fertigen Jeon hineintunken und genießen. Die Sauce hält sich im Kühlschrank 2 Wochen.

Tipp: Statt zwei großer Pfannkuchen könnt ihr auch mehrere kleine Jeon aus dem Teig backen.

Lesestoff: Ei-Rezepte für Angeber: 7 Ideen zum Frühstück, Brunch und Abendessen

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