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Hormonfreie Verhütung: Diese Möglichkeiten gibt es

von Fiona Rohde Erstellt am 27. Januar 2020
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Hormonfreie Verhütung: Diese Möglichkeiten gibt es© iStock

Die Mehrzahl der Frauen verhütet immer noch mit der Pille. Dabei gibt es viele Alternativen. Und vor allem: Viele Alternativen ohne Hormone.

Hormonfreie Verhütung ist ein wichtiges Thema geworden. Egal, mit wem man sich unterhält: Immer mehr Frauen suchen sich Alternativen zur hormonellen Verhütung. Und das nicht ohne Grund. Wer denkt, die Pille könnte man absolut bedenkenlos schlucken, irrt - und sollte sich beizeiten mal den Beipackzettel der Pille durchlesen.

Die Pille ist ein Eingriff in den eigenen Körper, insbesondere den Hormonhaushalt. Natürlich soll die Pille hier nicht verteufelt werden, aber sie sollte auch nicht bedenkenlos "einfach so" genommen werden, ohne sich vorher schlau zu machen.

Wer zum Beispiel zu Thrombosen neigt oder Raucher ist, sollte besser eine hormonfreie Verhütung vorziehen. Und auch sonst kann die Pille für Stimmungsschwankungen, Libidoverlust oder Kopfschmerzen sorgen. Und das sind nur einige der möglichen Nebenwirkungen und Risiken. Die sollte man kennen und dann für sich selbst abwägen.

Eine Überlegung ist es allemal wert und ein Gespräch mit dem Gynäkologen dürfte alle aufkommenden Fragen klären. Damit ihr einen Überblick habt, welche Möglichkeiten für eine hormonfreie Verhütung zur Wahl stehen und was am besten zu euch passen könnte, gibt es hier die wichtigsten hormonfreien Verhütungsmethoden im Überblick:

Hormonfreie Verhütung: SPIRALE & CO:

Beginnen wir zunächst mit den Langzeitverhütungsmitteln, alles rund um Spirale & Co:

1. Langzeitverhütungsmittel Kupferspirale

Eine recht beliebte Möglichkeit für eine hormonfreie Verhütung: Die Spirale. Sie besteht meist aus einem kleinen, teils mit Kupfer umwickelten T-förmigem Plastikkörper und bleibt 3 bis 5 Jahre in der Gebärmutter. Anders als die Hormonspirale kommt sie ganz ohne Hormone aus.

Das in der Spirale enthaltene Kupfer macht die Spermien unschädlich und verhindert so, dass Eizellen befruchtet werden. Kommt es dennoch zu einer Befruchtung, verhindert das Kupfer, dass sich die Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Eine Gold-Kupfer-Spirale funktioniert gleich.

Mehr Infos zur Kupferspirale gibt's hier.

Fazit: sicher (Pearl-Index: 0,3 - 0,8, abhängig von Kupfergehalt und richtiger Größe)

2. Langzeitverhütungsmittel Kupferkette

Etwas jünger in Sachen hormonfreie Verhütung ist die Kupferkette. Sie ist ein Intrauterinpessar (IUP) der neueren Generation und somit eine Variante der Kupferspirale. Sie ist durch ihre Form flexibler und ist somit auch für Frauen mit kleiner Gebärmutter geeignet.

Die Kupferkette besteht aus einem Nylonfaden, auf den je nach Größe vier oder sechs kleine Kupferzylinder aufgereiht sind. Diese Kette wird mit einem Knoten etwa einen Zentimeter tief in der Muskulatur der Gebärmutterwand verankert, wo sie dann fünf Jahre verbleiben kann.

Mehr Infos findet ihr in unserem Special zum Thema Kupferkette.

Fazit: Mit einem Pearl-Index zwischen 0,1 und 0,5 ein sehr sicheres und langfristiges Verhütungsmittel.

3. Langzeitverhütungsmittel Kupferperlenball

Noch jünger in der Riege der Methoden für eine hormonfreie Verhütung ist der Kupferperlenball. Er funktioniert ähnlich wie Kupferspirale und Kupferkette. Allerdings ist es ein zu einem Ball geformter Draht, auf dem 17 Kupferperlen aufgefädelt sind. Der sphärisch geformte Kupferperlenball liegt frei beweglich in der Gebärmutter, so dass er sich seiner Trägerin gut anpasst, ohne zu schmerzen.

Er kann bis zu fünf Jahre in der Gebärmutter verbleiben. Eingeführt wird er durch ein schmales Röhrchen (Durchmesser 3,2 mm) in die Gebärmutter. Sobald er das Röhrchen verlässt, nimmt er sofort seine ursprüngliche Kugelform an. Entfernt wird der Kupferperlenball anhand zweier Rückholfäden. ​

Mehr Infos zum Kupferperlenball findest du hier.

Fazit: Eine gute Alternative zur herkömmlichen Spirale. Man muss jedoch einen Gynäkologen finden, der sich mit dem Einsetzen auskennt, da der Kupferperlenball vergleichsweise neu auf dem Markt ist (Pearl-Index von 0,3 - 0,8).

Hormonfreie Verhütung: DEN EIGENEN KÖRPER KENNEN:

Hormonfreie Verhütung geht jedoch auch anders: Es gibt etliche Methoden, die darauf basieren, den eigenen Körper intensiv zu beobachten und besser zu verstehen. Denn kennt man seine fruchtbaren Tage, kann man an diesen speziellen Tagen mit Kondom verhüten.

An allen anderen muss man sich normalerweise keinen Kopf um eine Schwangerschaft machen – vorausgesetzt, die eigenen Berechnungen sind wirklich genau genug. Hier ein paar Methoden für eine hormonfreie Verhütung, die in diese Richtung gehen:

1. Natürliche Verhütungsmethode Temperaturmethode

Die Temperaturmethode ist eine recht beliebte hormonfreie Verhütung, die jedoch etwas Disziplin seitens der Frau fordert: Durch Messung der zyklischen Schwankungen der Basaltemperatur* wird der Zeitpunkt des Eisprungs ermittelt. Gute Ergänzung zur Knaus-Ogino- oder der Billings-Methode.

Fazit: nur in Kombination zu empfehlen (Pearl-Index: 0,8 - 3)

*
Die Basaltemperatur ist die Ausgangstemperatur des Körpers im Ruhezustand und muss daher gleich nach dem Aufwachen ermittelt werden (entweder oral oder rektal).

2. Natürliche Verhütungsmethode Knaus-Ogino-Methode

Knaus-Ogino-Methode: Um den Eisprung zu bestimmen, notiert die Frau in einem Menstruationskalender ihre Zyklustage. Mögliche Zyklusschwankungen machen diese Methode sehr unsicher. Ergänzend zu anderen hormonfreien Verhütungsmethoden aber durchaus sinnvoll.

Fazit: nicht zu empfehlen (Pearl-Index: 9)

3. Natürliche Verhütungsmethode Verhütungscomputer

Verhütungscomputer sind genauergesagt keine Verhütungsmethode, sondern helfen dabei, die fruchtbaren Tage zu bestimmen, z.B. durch Temperaturmessung oder Hormonbestimmung im Urin.Dennoch ist mit ihnen eine hormonfreie Verhütung durchaus möglich.

Fazit: Sicherheit abhängig von den Methoden, die der Computer unterstützt (Pearl-Index: 2 - 5)

4. Natürliche Verhütungsmethode Billings-Methode

Die Billings-Methode ist ebenfalls eine hormonfreie Verhütung, die eine gewisse Disziplin voraussetzt. Hier untersucht die Frau täglich den Zervixschleim, um den Eisprung zu ermitteln. Geeignet, um andere Methoden der natürlichen Empfängnisverhütung zu ergänzen (z.B. Temperaturmethode).

Fazit: nur in Kombination zu empfehlen (Pearl-Index: 5)

5. Natürliche Verhütungsmethode Symptothermale Methode

Diese symptothermale Methode funktioniert, indem man an den Tagen um den Eisprung jeden Morgen vor dem Aufstehen immer zur gleichen Zeit die Aufwachtemperatur (Basaltemperatur) misst und die Beschaffenheit des Zervixschleims untersucht. Denn auch der verändert sich im Laufe des Zyklus von klar und durchsichtig zu weißlich-milchig. So sollen die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage bestimmt werden.

Fazit: wer sehr akribisch ist, kann sich über einen Pearl Index von 0,3 freuen.

Hormonfreie Verhütung: BARRIEREMETHODEN:

Die dritte Kategorie für eine hormonfreie Verhütung bilden die sogenannten Barrieremethoden, wie beispielsweise das Kondom oder das Diaphragma:

1. Barrieremethoden Kondom

Das Kondom: Wie sicher es ist, hängt von der richtigen Anwendung ab. Das Gute: Das Kondom schützt nicht nur vor einer ungewollten Schwangerschaft sondern auch vor Geschlechtskrankheiten. Es gibt Kondome in unterschiedlichen Größen, Stärken, Geschmacksrichtungen und Designs.

Mehr Infos zum Kondom und was ihr beachten müsst, findet ihr in unserem Artikel: 12 Dinge, die bei der Verhütung mit Kondom schiefgehen können.

Fazit: sicher bei korrekter Anwendung (Pearl-Index: 2 - 12)

2. Barrieremethoden Frauenkondome

Ja, auch die gibt es: Frauenkondome sollen Schutz vor Schwangerschaft und Geschlechtskrankheiten bieten. Sie sind jedoch leider sehr unsicher.

Fazit: nur sicher bei korrekter Anwendung (Pearl-Index: 5 - 25)

3. Barrieremethoden Diaphragma

Eine weitere Methode der hormonfreien Verhütung: das Diaphragma. Hat der Arzt die passende Größe der Latex- oder Silikon-Membran bestimmt, kann man das passende Diaphragma in der Apotheke besorgen. Zusätzlich können Spermizide verwendet werden, das erhöht die Sicherheit.

Hier findet ihr mehr Infos zur Verhütung mit Diaphragma.

Fazit: sicher bei korrekter Anwendung (Pearl-Index: 1 - 20).

4. Barrieremethoden Spermizide

Im Idealfall kombiniert man das Diaphragma immer mit Spermiziden. Diese töten Spermien ab, verhindern ihr Eindringen oder behindern ihre Beweglichkeit. Als alleinige Methode sind sie jedoch sehr unsicher.

Fazit: nur in Kombination z.B. mit einem Diaphragma zu empfehlen (Pearl-Index: 3 - 21)

Auch auf gofeminin: Mach es sicher: Alle Verhütungsmittel im Überblick

Hormonfreie Verhütung: JA, DAS AUCH NOCH:

Auch diese ebenso einfache, wie unsichere Methode soll nicht unerwähnt bleiben. Auch wenn sie kaum Sicherheit bieten dürfte. Wer jedoch gerade denkt: "Wenn es passiert, dann passiert es" und sich über einen positiven Schwangerschaftstest freuen würde, dem sei sie durchaus angeraten:

1. Coitus Interruptus

"Vor dem Segen aus der Kirche gehen", sagte man früher auch gerne. Will heißen: Vor dem Samenerguss rausziehen. Dumm nur, dass es meist schon vor der Ejakulation zum sogenannten Lusttropfen kommt - und auch darin können Spermien enthalten sein, die die Eizelle befruchten können.

Wenn das gewollt ist: wunderbar. Wenn die Frau deshalb jedoch die Pille danach nehmen muss, ist es nicht sonderlich klug. Denn die Pille danach ist ein Notfallverhütungsmittel, das auch nur dann genommen werden sollte: im absoluten Notfall. Denn mit ihr nimmt man auf einen Schlag deutlich mehr Hormone ein, als mit der normalen Pille über einen längeren Zeitraum.

Fazit: nicht wirklich empfehlenswert, wenn man nicht schwanger werden will. Wenn man es drauf ankommen lassen will, dann durchaus.

Hormonfreie Verhütung: DAUERHAFTE VERHÜTUNG

2. Sterilisation

Die Sterilisation beim Mann – Vasektomie – und die Sterilisation der Frau – Tubensterilisation (Unterbindung der Eileiter) zählt zu den dauerhaften Verhütungsmethoden.

-> Alle Infos zur Tubensterilisation der Frau findet ihr auch hier auf onmeda.de.

-> Alle Infos zur Vasektomie beim Mann findet ihr auch hier auf onmeda.de.

Fazit: Nur zu empfehlen, wenn die Familienplanung defintiv abgeschlossen ist.

Quellen:
BAgA: Familienplanung.de
Profamilia.de

Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich der Information und ersetzen keine Diagnose beim Arzt. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Arzt kontaktieren.

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