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Madonna-Piercing: Alles Wichtige zum Piercing an der Oberlippe

von Christina Cascino Erstellt am 8. Juli 2020
Madonna-Piercing: Alles Wichtige zum Piercing an der Oberlippe© Getty Images

Hier kommen die wichtigsten Infos zum Madonna-Piercing und alles, was ihr über die Schmerzen, Pflege und Kosten des Lippenpiercings wissen solltet.

Video von Esther Pistorius

Beim Madonna-Piercing handelt es sich um ein Lippenpiercing. Genauer gesagt um ein Piercing rechts über der Oberlippe. Seinen Namen verdankt das Piercing der Pop-Sängerin Madonna, die an dieser Stelle einen Schönheitsfleck hatte, den sie sich aber in den frühen 90ern entfernen ließ.

Übrigens: Alle Piercings im Bereich der Lippe bezeichnet man als Labret-Piercings. Neben dem Madonna gehört zum Beispiel auch das Medusa-Piercing dazu, das in der kleinen Einkerbung zwischen Oberlippe und Nase sitzt, sowie das klassische Labret-Piercing unterhalb der Unterlippe.

Wir haben für euch alle wichtigen Infos gesammelt, die ihr vor dem Stechen über das Madonna-Piercing wissen solltet.

Der Unterschied zwischen Madonna- und Monroe-Piercing

Das Madonna-Piercing wird häufig mit dem Monroe-Piercing verwechselt. Auch beim Monroe-Piercing handelt es sich nämlich um ein Labret-Piercing, das seitlich oberhalb der Oberlippe gestochen wird.

Der Unterschied zwischen den beiden Lippenpiercings besteht in deren Platzierung. Während das Madonna-Piercing an der rechten Oberlippe sitzt, befindet sich das Monroe-Piercing auf der linken Seite, denn hier befand sich auch Marilyn Monroes Leberfleck (daher der Name des Piercings). Lässt man sich auf beiden Seiten stechen, dann handelt es sich um ein Angel Bites-Piercing.

Ganz wichtig: Alle Piercings, auch das Madonna, sollten ausschließlich in einem professionellen Piercing-Studio gestochen werden.

Wird das Piercing von einem Laien oder gar in einem Juweliergeschäft gestochen, können schmerzhafte Entzündungen entstehen, die nicht selten darin enden, dass das Piercing wieder herausgenommen werden muss.

Madonna: So wird das Oberlippenpiercing gestochen

Vor dem Stechen desinfiziert der Piercer die Stelle, an der das Piercing sitzen soll, und markiert die Ein- und Austrittsstelle mit einem Stift. Nun wird die Oberlippe mit einer Klemmzange fixiert und etwas angehoben. Anschließend wird die Einstichstelle für gewöhnlich mit einer Hohlnadel durchstochen.

Da die Oberlippe nach dem Stechen des Madonna-Piercings in der Regel für einige Tage stark anschwillt und auch für einige Tage etwas blau werden kann, wird meist als Erstschmuck ein extra langer Stecker (8 bis 10 mm Länge) eingesetzt. Ein zu kurzer Stab bzw. ein Ring kann Entzündungen und Schmerzen hervorrufen.

Tipp: Das beste Mittel gegen die Schwellung ist Kälte. Packt am besten ein Kühlpad in ein sauberes Tuch und haltet euch dies vorsichtig an die Lippe.

Madonna-Piercing: Wie schmerzhaft ist das Piercen?

Obwohl das Labret-Piercing nur durch Haut und nicht wie bei vielen Ohrpiercings (etwa dem Tragus oder Conch) durch Knorpelgewebe gestochen wird, soll es dennoch relativ schmerzhaft sein. Das liegt daran, dass das Muskel- und Nervengewebe seitlich an der Oberlippe, an der sich die Einstichstelle befindet, stärker ausgeprägt ist.

Besonders für Personen, die eine recht dicke Lippe besitzen, kann das Piercing etwas schmerzhafter ausfallen. Wie groß die Schmerzen letzten Endes sind, hängt aber natürlich immer vom eigenen Schmerzempfinden ab.

Übrigens: Auch zahlreiche Prominente haben sich ein Madonna- oder Monroe-Piercing stechen lassen. Bekannteste Vertreterin des Oberlippenpiercings war wohl mit Abstand Sängerin Amy Winehouse.

Lesetipp: Piercing-Trends: Die wollen wir jetzt!

Madonna-Piercing: Das sind die größten Risiken

Das Stechen eines Piercings bringt immer ein gewisses Risiko mit sich. Piercings können zum Beispiel Schmerzen verursachen oder sich entzünden. Aus diesem Grund ist eine gute und regelmäßige Pflege sehr wichtig. Vor allem beim Sport oder beim Umziehen sollte man zudem darauf achten, dass das Piercing nirgends hängenbleibt oder gar aus Versehen herausgerissen wird. Was zu tun ist, wenn sich euer Piercing doch mal entzündet, erfahrt ihr hier: Piercing entzündet: Was du tun kannst und wann du zum Arzt solltest.

Da die Lippe beim Madonna-Piercing nach dem Stechen stark anschwellen kann, ist es außerdem wichtig, dass der Labret-Stab nicht zu kurz ausfällt. Ansonsten kann es passieren, dass der Piercingschmuck mit dem umliegenden Bindegewebe verwächst.

Die größte Gefahr beim Lippenpiercing besteht aber darin, dass Zahnfleisch und Zahnschmelz (ähnlich wie beim Lippenbändchenpiercing und Medusa-Piercing) angegriffen werden. Denn das Madonna übt permanenten Druck und Reibung auf das Zahnfleisch aus. Vermeiden kann man die Schäden, indem man Piercingschmuck aus weichem Kunststoff (PTFE) wählt. Das ist deutlich schonender als Piercing aus Metall.

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Was kostet ein Madonna-Piercing?

Die Preise für das Piercing an der Oberlippe variieren regional sehr stark. Die Kosten sollten sich aber in der Regel zwischen 40 und 80 Euro bewegen.

Neben dem Stechen ist meist auch der Erstschmuck sowie Pflegemittel und eine Nachuntersuchung im Preis enthalten. Informiert euch am besten vorher beim Piercing-Studio eurer Wahl (online oder vor Ort), mit welchen Kosten ihr für das Madonna rechnen müsst.

Madonna-Piercing: Alle Infos zur Heilung und richtigen Pflege

Das Labret-Piercing sollte nach etwa vier bis acht Wochen vollständig abgeheilt sein. Um Entzündungen vorzubeugen und einen problemlosen Heilungsprozess zu ermöglichen, solltet ihr unbedingt auf eine gründliche Pflege und Hygiene achten.

Wichtig: Da es sich beim Madonna zum Teil um ein äußeres Piercing und zum Teil um ein orales Piercing handelt, muss es sowohl von außen, als auch und von innen gepflegt werden. Hier kommen die wichtigsten Tipps:

  • Einstichloch in den ersten Wochen zwei- bis dreimal täglich mit Desinfektions-Mundspray (gibt es im Piercing-Studio, der Apotheke oder hier bei Amazon*) reinigen.

  • Zusätzlich sollte der Mundraum nach jeder Mahlzeiten mit einer Mundspülung (ohne Alkohol) oder mit Kamillentee ausgespült werden, um zu verhindern, dass Keime in die noch offene Wunde gelangen.

  • In den ersten Wochen auf Zigaretten, Alkohol sowie milch- und fruchtsäurehaltigen Lebensmittel verzichten und Piercing vor Seife und Kosmetik schützen.

  • In den ersten Wochen auf bestimmte Sportarten verzichten.

  • Piercing ab und zu mit desinfizierten Händen vorsichtig drehen, um zu vermeiden, dass es mit dem Muskelgewebe verwächst. Piercing aber auf keinen Fall selbstständig herausnehmen.

  • Eventuell entstehende Krusten können vorsichtig mit warmem Kamillenwasser entfernt werden.

Madonna-Piercing: Das ist der passende Schmuck

Sobald euer Piercing vollständig abgeheilt ist, könnt ihr den Erstschmuck bei eurem Piercer durch anderen Schmuck austauschen lassen.

In der Regel wird beim Madonna-Piercing ein Labret Stab verwendet. Ein Labret besteht aus einer flachen Platte, auf der sich ein kleiner, gerader Stab befindet, auf dessen Ende eine Kugel geschraubt werden kann. Die Kugel gibt es in unzähligen Farben, Formen und Designs, sodass jeder nach Belieben variieren kann.

Wichtig: Die Innenseite des Piercings sollte aus einem weichen Material wie PTFE bestehen, um das Zahnfleisch zu schützen. Außerdem sollte der Stab des Piercings etwa 1,2 mm bis 1,6 mm dick und 8-10 mm lang sein.

Theoretisch ist es auch möglich, Piercingringe als Schmuck im Madonna-Piercing zu tragen, allerdings wird davon meist abgeraten, da ein Ring an den Zähnen anliegen würde und somit den Zahnschmelz auf Dauer schädigen könnte.

Quellen & weitere Informationen zu gesundheitlichen Risiken des Piercings:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich der Information und ersetzen keine Diagnose beim Arzt. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Arzt kontaktieren.

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