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Blutungen in der Schwangerschaft: Das sollte jede werdende Mama wissen

von Diane Buckstegge Erstellt am 21. Januar 2016, letzte Änderung 2. Juli 2020
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Nicht jede Blutung in der Schwangerschaft deutet auf Komplikationen hin. Wann und warum Blutungen häufiger auftreten und wann ihr unbedingt zum Arzt müsst, das verraten wir.

Es gibt viele Gründe, warum Blutungen in der Schwangerschaft auftreten können. Speziell in der ersten Schwangerschaftshälfte treten sie öfter mal auf – meist mit einer vollkommen harmlosen Ursache. Nichtsdestotrotz sollten sie immer mit dem Arzt abgeklärt werden, denn es gibt auch gefährlichere Ursachen, die eine Gefahr für Mama und Baby bedeuten können.

Blutungen in der ersten Hälfte der Schwangerschaft

In den ersten Wochen und Monaten der Schwangerschaft sind viele Frauen besonders nervös, wenn sie Blut in der Unterwäsche entdecken. Blutungen in dieser Phase der Schwangerschaft sind jedoch meist harmlos. Sie treten zum Beispiel direkt nach der Einnistung der Eizelle auf, als sogenannte Kontaktblutung nach einer gynäkologischen Untersuchung oder Geschlechtsverkehr.

Manchmal treten auch menstruationsähnliche Blutungen auf, die aber nichts mit der eigentlichen Periode zu tun haben. Diese Blutungen sind oft schwach und Schwangere müssen sich hierbei keine Sorgen machen. Ein kurzer Check beim Arzt sorgt für Sicherheit.

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Es gibt leider auch ein paar gefährlichere Ursachen von Blutungen in diesem ersten Teil der Schwangerschaft. So können sie ein Anzeichen für eine Eileiterschwangerschaft oder eine Fehlgeburt sein.

Mögliche Ursachen für Blutungen in der Frühschwangerschaft im Überblick

Spricht man von der Frühschwangerschaft, dann sind die ersten Wochen bis zur Vollendung der 12. Schwangerschaftswoche (SSW) gemeint. Tatsächlich treten vor allem in diesem Zeitraum häufiger Blutungen auf. Diese deuten aber nicht zwangsläufig auf Probleme hin. Ursachen für Blutungen im 1. Trimenon können sein:

  • eine Einnistungsblutung (Nidationsblutung): Bei der Einnistung der Eizelle können kleine Gefäße verletzt werden, die zu einer leichten Blutung führen. Es besteht keine Gefahr für Mutter und Embryo.
  • eine Kontaktblutung: Nach einer gynäkologischen Untersuchung oder durch Sex können ebenfalls kleine Gefäße verletzt werden und bluten. Auch hier besteht keine Gefahr für Mama und Kind.
  • eine Infektion: Bei einer Infektion von Scheide oder Gebärmutter kann es ebenfalls zu Blutungen kommen. Diese sollte unbedingt ärztlich untersucht und behandelt werden, denn sie könnte im weiteren Verlauf der Schwangerschaft gefährlich werden
  • eine tief liegende Plazenta: Liegt die Planzenta nah am inneren Muttermund, kann es zu einer Blutung kommen. Wächst die Gebärmutter, zieht sich auch die Plazenta in der Regel nach oben. Das Risiko einer Fehlgeburt ist dadurch nicht zwangsläufig erhöht.
  • eine Gelbkörperschwäche: Produzieren die Eiserstöcke einer Frau zu wenig Gelbkörper, kann sich das befruchtete Ei nicht ausreichend einnisten, denn die Gebärmutterschleimhaut ist nicht dick genug. Löst sich die Gebärmutterschleimhaut, führt das zu einem Abbruch der Schwangerschaft.
  • eine Eileiterschwangerschaft: Bei einer Eileiterschwangerschaft nistet sich das befruchtete Ei nicht in der Gebärmutter, sondern den Eileitern ein. Eine Blutung und Schmerzen im Unterleib deuten darauf hin. Eine Eileiterschwangerschaft muss abgebrochen werden, denn sie kann sehr gefährlich für die Frau werden. Der Embryo ist außerhalb der Gebärmutter nicht überlebensfähig.
  • eine drohende Fehlgeburt: Es kann passieren, dass sich während der Einnistung der Eizelle ein Hämatom bildet, welches mehrfach Blutungen verursacht. Das kann, muss aber nicht zu einer Fehlgeburt führen. Bei Schwangeren, sie sich schonen, kann sich das Hämatom zurück bilden und die Schwangerschaft normal beendet werden.
  • eine verhaltene Fehlgeburt (missed abortion): Es kann passieren, dass das Herz des Babys aufhört zu schlagen, der Muttermund der Frau geschlossen bleibt und nur eine leichte Schmierblutung auftritt. In der Regel muss eine Ausschabung der Gebärmutter erfolgen.
  • eine Fehlgeburt: Blutet es und der Muttermund ist geöffnet, spricht man von einer stattfindenden Fehlgeburt (Abortus incipiens).

Blutungen in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft (ab der 21. SSW)

Leichte Blutungen bzw. Schmierblutungen in dieser Phase der Schwangerschaft können ein harmloses Symptom einer:

  • Plazentarandblutung,
  • Kontaktblutung oder,
  • nach der 35. Schwangerschaftswoche, das Zeichen für das Ablösen des Schleimpfropfes vom Muttermund und der bevorstehenden Geburt sein.

In diesen Fällen besteht weder für Frauen noch für das ungeborene Kind ein gesundheitliches Risiko. Zur Sicherheit für Mama und Kind schadet es nie, eine Blutung untersuchen und ärztlich abklären zu lassen.

Komplizierter wird es, wenn eine Blutung in der späteren Schwangerschaft durch eine Vorderwandplazenta (Placenta praevia) ausgelöst wird. Das heißt, die Plazenta ist in der Nähe des Gebärmutterhalses eingenistet und verdeckt den Geburtskanal.

Das kann im Verlauf der Schwangerschaft zur Plazentainsuffizienz führen (die Plazenta funktioniert nicht mehr richtig und das Kind wird nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt) – muss es aber nicht. Tatsächlich ist die Vorderwandplazenta eine der häufigsten Ursache für Blutungen in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft.

Auch eine vorzeitige Ablösung der Plazenta kann eine Blutung nach sich ziehen, genau wie eine Frühgeburt. Rechtzeitig behandelt stehen die Chancen jedoch gut, dass das Baby gesund auf die Welt kommt.

Weitere Ursachen für eine Blutung in der Schwangerschaft ab der 21. Schwangerschaftswoche können sein:

  • eine Uterusruptur: Die Uteruswand kann komplett oder teilweise reißen. Es treten starke Schmerzen auf. Es besteht Lebensgefahr für Mutter und Kind.
  • das Aufplatzen von Krampfadern: Nach einer vaginalen Untersuchung oder unter der Geburt kann es zum Reißen einer Krampfader im Bereich von Scham oder Vagina kommen. Der daraus resultierende Blutverlust kann lebensbedrohlich für die Schwangere werden.
  • eine späte Fehlgeburt oder eine Totgeburt: Es treten wehenartige Schmerzen auf und oft geht Fruchtwasser ab.

Blutungen in der Schwangerschaft: In diesen Fällen solltet ihr sofort einen Arzt aufsuchen

Lieber einmal zu oft zum Arzt gehen: Diese Regel gilt ohne Frage bei Blutungen in der Schwangerschaft. Geht auf Nummer sicher – auch wenn es sich oft nur um eine harmlose Ursache handelt. Ihr solltet euren Arzt auf jeden Fall sofort aufsuchen, wenn ihr diese Symptome habt:

  • schwere Blutungen
  • leichte Blutungen – mit schweren, plötzlich auftretenden Schmerzen
  • immer wiederkehrende Blutungen – speziell in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft

Quellen & Informationen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich der Information und ersetzen keine Diagnose beim Arzt. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Arzt kontaktieren.