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Vibrationstraining: Wie effektiv ist die Power Plate wirklich?

Christina Cascino
von Christina Cascino Veröffentlicht am 29. März 2018
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Auf einer vibrierenden Platte stehen, sich kräftig durchrütteln lassen und so den erträumten Bikinibody bekommen - das soll angeblich mit der Power Plate klappen. Doch was bringt das Vibrationstraining wirklich?

Es brummt und vibriert: Trainieren auf der Power Plate ist schon lange beliebt. Schließlich soll das Vibrationstraining bei der Gewichtsreduktion helfen, die Muskulatur stärken und Cellulite verschwinden lassen. Und das in gerade einmal 10 Minuten. Hört sich super an, oder? Aber wie effektiv ist das Training wirklich? Reicht es, sich einfach drauf zu stellen oder müssen spezielle Übungen auf der Vibrationsplatte gemacht werden? Wir klären euch auf!

Power Plate, Vibrationstraining oder Whole Body Vibration: Was ist das eigentlich?

Ursprünglich entwickelt wurde das sogenannte Vibro-Training in den 70er-Jahren als Trainingsmethode für Leistungssportler. Durch das Workout auf der vibrierenden Platte sollten die nämlich besonders schnell Muskeln aufbauen. Heutzutage gibt es die sogenannten Power Plate Geräte in vielen Fitness- und Sportstudios. Neben dem Fitnesstraining werden sie zudem auch gerne im Reha-Bereich eingesetzt.

Das Prinzip des Vibrationstrainings ist simpel: Durch die Vibrationen werden Schwingungen in den Körper geleitet und so alle wichtigen Muskelgruppen stimuliert. "Die Power Plate ist ein spezielles Trainingsgerät, das eine dreidimensionale Vibration erzeugt. Hierbei werden die großen Muskelgruppen je nach Übung intensiver gefordert, und vor allem auch die Tiefenmuskulatur angeregt, stärker zu arbeiten. Der Körper muss auf die Vibration reagieren und steuert dabei reflektorisch die Muskeln an," erklärt David Flacke, Personal Trainer und Inhaber des Krafthaus Köln.

Wissenschaftlichen Studien zufolge ist das Training auf der Power Plate extrem effektiv. Denn beim Vibrationstraining arbeiten insgesamt 97 Prozent der Muskelfasern - das sorgt für mehr Muskelmasse und einen höheren Energieverbrauch.

Gut geschüttelt: So funktioniert das Training mit der Power Plate

Das Power Plate Training sollte am besten immer unter Anleitung und Aufsicht eines Personal Trainers erfolgen. Denn so wird kontrolliert, ob die Bewegungen auch richtig ausgeführt werden. In einigen Fitnessstudios können die Geräte allerdings auch auf eigene Verantwortung genutzt werden. Das Vibrationstraining findet meistens in einer kleinen Gruppe statt und dauert etwa 30 Minuten. Gestartet wird mit einem kleinen Warm Up, bei dem alle Gelenke einmal durch bewegt werden.

Das eigentliche Training besteht aus verschiedenen Übungen, die 30 bis 60 Sekunden mit einer bestimmten Frequenz ausgeübt werden. Das können klassische Kniebeugen, Ausfallschritte oder Sit-ups sein. "Meistens wird sehr funktionell und in verschiedenen Muskelgruppen gearbeitet, damit man möglichst umfangreich gefordert wird. Übungen werden sowohl dynamisch als auch statisch ausgeübt," erzählt David. Am Ende des Vibrationsworkouts gibt es zudem spezielle Massageübungen, die die geforderten Muskelgruppen wieder etwas lockern.

Tipp: Beim Vibrationstraining sollten die Beine leicht gebeugt sein und das Gewicht immer auf den Ballen verlagert werden. Dadurch fühlt sich die Vibration gleich viel weicher und angenehmer an.

Training mit der Power Plate: Viel anstrengender als gedacht

Die Vibrationsplatte wird häufig als Sportgerät für Faulpelze bezeichnet. Doch wer denkt, sich einfach kräftig durchrütteln zu lassen und danach schlank und durchtrainiert wieder absteigen zu können, liegt leider falsch. Denn das Training auf der Power Plate ist anstrengend.

Was bringt das Vibrationstraining?

Wir haben uns gefragt: Ist das Training auf der Vibrationsplatte effektiver als ein "normales" Workout? Die Antwort des Fitness-Experten lautet: Jein.

"Der Körper, bzw. der Muskel muss auf die Vibration reagieren. Je stärker die Vibration, je intensiver ist die Reaktion und auch die damit verbundene Anspannung in der Muskulatur. Durch die verstärkte Reaktion im Muskel, werden konventionelle Übungen anspruchsvoller und ein Training auf der Power Plate umso effektiver," so David. Doch einen Haken hat die Rüttelplatte: Werden die Übungen auf der Power Plate nämlich falsch durchgeführt, bringt die stärkste Vibration leider nichts.

Für wen ist ein solches Vibrationstraining geeignet?

Ob Fitnessfreak oder Einsteiger - das Training auf der Vibrationsplatte ist prinzipiell für alle unterschiedlichen Leistungslevel geeignet, da die Übungen an den entsprechenden Leistungsstand angepasst werden. Menschen mit Thrombose, Bluthochdruck, Epilepsie und Stents sowie schwangere Frauen sollten allerdings von einem solchen Training absehen oder zuvor mit dem Hausarzt sprechen.

Tschüss Dellen: Bekämpft Vibrationstraining Cellulite?

Durch die Vibration wird die Durchblutung angeregt und das Gewebe gestrafft, was für allgemein straffere Haut sorgen kann. Allerdings kann, so schön es auch gewesen wäre, auch die Power Plate keine ungeliebten Dellen an Oberschenkel und Po verschwinden lassen, denn Cellulite ist zu 60 bis 80 Prozent genetisch bedingt.

Und wie wirkt sich das Training nun auf die überflüssigen Pfunde aus, die wir so leid sind? Einer Studie zufolge kann das Gerüttel tatsächlich langfristig beim Abnehmen helfen. Der Grund: Je mehr Muskeln aufgebaut werden, umso mehr Energie wird verbraucht und umso stärker wird die Fettverbrennung angeregt. Allerdings geht auch hier nichts ohne die richtige Ernährung!

Welche positiven Effekte hat das Power Plate Training noch?

Grundlegend trägt das Vibrationstraining dazu bei, den Muskel aufzubauen und widerstandsfähiger zu machen. Das Training auf der Power Plate kann aber auch dazu genutzt werden, um das Gleichgewicht zu verbessern. Gerade Letzteres trägt sehr gut dazu bei, die Tiefenmuskulatur zu stärken und Rückenschmerzen vorzubeugen. Weitere positive Effekte erzielt man auch bei Arthrosen und Osteoporose, da sich die Vibration und die sanften Druckreize positiv auf die Gelenke und die Knochen auswirken.

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