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Kräuter anpflanzen: Tipps für Garten, Balkone und Wohnungen

von Carolin Hartmann Erstellt am 7. August 2021

Wolltest du auch schon immer mal deinen eigenen kleinen Kräutergarten bei dir zu Hause haben? Kein Problem. Mit unseren Tipps zum Kräuter anpflanzen gelingt das ganz einfach.

Wer selbst schon mal Kräuter angepflanzt hat, weiß wie schön es ist, immer frische Kräuter im Haus zu haben. Besonders, wenn man gerne frisch kocht, sind sie eine tolle Ergänzung, um dem Gericht den letzten Schliff zu geben.

Wer jetzt aber denkt, dass Kräuter pflanzen mit viel Aufwand und Arbeit verbunden ist, den können wir beruhigen. Den eigenen kleinen Kräutergarten kannst du nämlich ganz einfach zu Hause selbst anbauen. Wie das funktioniert, was du dafür brauchst und was bei Basilikum, Petersilie, Thymian oder Rosmarin zu beachten ist, zeigen wir dir.

Übrigens: Viele Sorten eignen sich nicht nur zum Kochen, sondern sie sind auch richtig gesund. Als Tee, zum Inhalieren oder als Zusatz im Badewasser können sie ihre ätherischen Öle entfalten.

Kräuter anpflanzen im Haus oder in der Wohnung

Du hast keinen Garten, keinen Balkon oder keine Terrasse? Kein Problem. Auch im Haus kannst du deine Lieblingskräuter anbauen. Da die Küchenkräuter so in unmittelbarer Reichweite sind, wird das Kochen noch einfacher. Kein Mensch hat nämlich unbedingt Lust im Regen und bei kaltem Wetter nach draußen zu laufen.

Der perfekte Standort für den eigenen Kräutergarten ist der Platz auf der Fensterbank. Achte darauf, dass die Temperatur durchschnittlich bei 18 °C liegt und die Kräuter zur richtigen Seite ausgerichtet sind. Südeuropäische Sorten wie Basilikum oder Oregano zum Beispiel brauchen viel Sonne und sollten daher am Südfenster angepflanzt werden. Gewächse, die im Halbschatten besser wachsen, können am West- oder Ostfenster stehen.

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Achte außerdem darauf, dass die Luftfeuchtigkeit am besten zwischen 40 und 60 % liegt. Um das zu überprüfen, kannst du ein Thermo- und Hygrometer (hier bei Amazon shoppen*) aufstellen. Dies zeigt sowohl Raumtemperatur sowie Luftfeuchtigkeit an. So kannst du die Werte immer genau kontrollieren, sodass deine Kräuter die perfekten Bedingungen haben.

Wähle für den Boden für die Kultivierung der Kräuter am besten Bioerde oder spezielle Anzuchterde (bei Amazon erhältlich*). Diese enthalten nämlich bereits organischen Dünger, sodass du direkt loslegen kannst. Die fertigen Kräuterpflanzen zunächst in Wasser tauchen, den Wurzelbereich dann etwas auflockern und anschließend in die Erde eingraben.

Tipp: Befinden sich Heizkörper unter der Fensterbank, auf der du die Kräuter pflanzen möchtest, kannst du am besten eine Styroporplatte unter die Pflanztöpfe legen. Die verhindert, dass die Pflanzen zu viel Hitze abbekommen.

Übrigens: Ein Kräuter-Anzucht-Set ist auch eine schöne Geschenkidee. Die Sets beinhalten sowohl Samen, Anzuchttöpfe und eine Beschreibung. Man kann also direkt loslegen.

> Ein gut bewertetes Set findest du z.B. hier bei Amazon.*

Welche Kräuter kann man im Haus anbauen?

Zunächst einmal kann man sagen, dass sich fast alle Kräuter für die Kultivierung im Haus oder in der Wohnung eignen. Wichtig dabei: Die richtigen Umgebungsbedingungen schaffen. Einige Sorten wachsen im Haus jedoch besser als andere. Das sind unter anderem:

  • Melisse
  • Oregano
  • Basilikum
  • Kapuzinerkresse
  • Kerbel

Kräuter pflanzen auf dem Balkon oder der Terrasse

Wer einen Balkon oder eine Terrasse hat, kann die Kräuter sowohl in Blumentöpfen als auch in großen Pflanzkübeln pflanzen (Töpfe und Kästen mit Vorrichtung zum Abfließen des Wassers bevorzugen). Auch hier solltest du auf die perfekte Ausrichtung der Pflanzen achten.

Hast du einen Balkon oder eine Terrasse, die Richtung Süden ausgerichtet sind, dann achte darauf, dass du die Pflanzen im Sommer häufiger wässerst. Wie auch im Haus, eignen sich für die Südausrichtung vor allem mediterrane Sorten und für die Ost- oder Westausrichtung heimische Halbschattengewächse. Pflanzt du deine Kräuter dagegen auf nach Norden ausgerichtete Balkone oder Terrassen, ist der Ertrag meist nicht sehr hoch.

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Möchtest du deine Kräuter draußen auf dem Balkon oder der Terrasse anbauen, achte auf den richtigen Boden. Während südländische Sorten eher sandige und durchlässige Böden bevorzugen, gedeihen heimische Sorten besser in feuchten und nährstoffreichen. Rosmarin, Thymian oder Estragon und Dill wachsen dagegen in torfhaltiger Erde am besten.

Tipp: Umweltfreundlicher für die Kultivierung von Kräutern auf Balkonen ist torffreie Erde, die aus Rindenhumus besteht (hier bei Amazon*).

Welche Kräuter kann man auf der Terrasse oder Balkon pflanzen?

Achte bei der Bepflanzung von Balkon und Terrasse darauf, dass einige Kräuter in Kombination besser gedeihen. Beispiele sind:

  • Thymian, Rosmarin, Schnittlauch und Salbei
  • Kerbel, Dill, Majoran und Kresse

Grundsätzlich gilt: Mehrjährige Gewächse (dazu zählen Thymian, Oregano, Salbei, Schnittlauch, Fenchel, Bohnenkraut, Estragon) sind getrennt von einjährigen Sorten (dazu zählen Dill, Kamille, Koriander, Kapuzinerkresse) zu pflanzen.

Basilikum und Melisse, Thymian und Majoran, Fenchel und Koriander sowie Dill und Estragon sind in Kombination daher zu vermeiden. Diese Kräuter-Sorten haben nämlich unterschiedliche Ansprüche. Ebenso sollte Minze und Kamille allein stehen, da sie besonders schnell und buschig wachsen. So haben sie ausreichend Platz.

Kräuter anpflanzen im Beet

Hast du einen (kleinen) Garten, solltest du deine Kräuter auf jeden Fall im Freien anpflanzen. Achte auch hier auf den richtigen Standort, da sie so am besten gedeihen. Heimische Varianten wie Petersilie, Kresse und Schnittlauch kommen mit schattigen bis halbschattigen Plätzen gut zurecht, mediterrane Sorten wie Basilikum, Oregano oder Rosmarin brauchen deutlich mehr Sonne. Für sie empfiehlt sich die Südausrichtung. Ebenso sollten diese Kräuter windgeschützter stehen.

Auch in Sachen Bodenbeschaffenheit und Substrat gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Sorten. Thymian gedeiht zum Beispiel auf sandigen und trockenen Böden besonders gut. Melisse dagegen eher auf feuchtem und nährstoffreichem Boden.

Das bedeutet jetzt aber nicht, dass du für jedes Kraut einen anderen Boden brauchst. Hast du nämlich einen guten Einheitsboden im Garten, können auch andere Sorten dort gut gedeihen. Auf folgende Eigenschaften kannst du bei qualitativ hochwertiger Erde achten:

  • Hoher Humusanteil
  • Gute Durchlässigkeit
  • pH-Wert zwischen 6 und 6,5

Welche Kräuter kann man im Beet pflanzen?

Grundsätzlich eignen sich alle Kräuter für die Beetbepflanzung. Du kannst aber innerhalb des Beetes auf die richtige Reihenfolge achten, damit sie optimal gedeihen können. In den sonnigen Bereichen lassen sich mediterrane Sorten wie Thymian, Majoran oder Salbei besonders gut anpflanzen.

Heimische Kräuter kannst du als Mischkultur sortiert nach Größe im Beet anbauen. Fenchel, Kümmel und Liebstöckel eignen sich gut für die Hintergrundbepflanzung, in der Mitte wächst Majoran, Melisse und Estragon gut und am Beetrand sind Schnittlauch und Petersilie gut aufgehoben.

Kräuter überwintern: So schützt du sie vor Frost und Kälte

Wenn du deine Kräuter draußen angepflanzt hast, dann achte darauf, dass sie gut durch den Winter kommen. Heimische Sorten haben damit meist kein Problem. Sie sind kalte Temperaturen durchaus gewöhnt. Du kannst den Boden aber trotzdem mit Fichtenzweigen oder Vlies abdecken, um sie vor Frost zu schützen. Wird es richtig kalt, kannst du die Pflanzen auch nach drinnen holen, eintopfen und sie im Haus bei Temperaturen zwischen 6 und 10 °C (in der Garage oder im Keller) überwintern zu lassen.

Ebenso verhält es sich mit südländischen Kräutern, die du draußen im Beet angepflanzt hast. Auch diese solltest du zum Überwintern reinholen und bei niedrigen Temperaturen vor einem hellen Kellerfenster oder im Hauseingang aufstellen. Ausnahme: Basilikum sollte auch im Winter bei Temperaturen um 20 °C kultiviert werden.

Kräuter richtig wässern

Neben dem richtigen Standort und der passenden Bodenbeschaffenheit, musst du deine Kräuter regelmäßig bewässern. Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt die Pflanzen etwa zweimal wöchentlich kräftig zu gießen. Mediterranen Kräutern reicht dabei weniger Feuchtigkeit als heimischen Sorten. Wichtig bei allen Sorten: Vermeide Staunässe. Pflanzenkübel und Töpfe sollten deshalb Löcher im Boden haben, damit überflüssiges Wasser ablaufen kann.

Achte außerdem darauf, dass du die Kräuter nicht in der Mittagshitze oder bei starker Sonneneinstrahlung gießt. Besser ist frühmorgens oder abends. Ansonsten können die Blätter verbrennen. Gieße die Pflanzen von unten also direkt an der Wurzel, anstatt über die Blätter. So verhinderst du, dass sich bestimmte Blatterkrankungen wie Mehltau bilden.

Damit du dich beim Gießen nicht immer fragst, wie viel die Pflanzen brauchen, haben sich sogenannte Kräuterspiralen oder -schnecken (eine große Auswahl gibt es bei Amazon*) durchgesetzt. Darin kannst du verschiedene Kräuter zusammen anpflanzen.

Durch die Neigung entstehen bei Regen- und Gießwasser verschiedene Zonen, da die Feuchtigkeit aus den oberen trockenen Bereichen in die unteren feuchten Bereiche abfließt. Im untersten Bereich lassen sich daher nährstoff- und feuchtigkeitsliebende Sorten wie Schnittlauch und Petersilie am besten einpflanzen. Der oberste Bereich ist dagegen für Kräuter reserviert, die trockene Standorte bevorzugen. Zum Beispiel Thymian, Lavendel und Oregano.

Tipp: Bohre mit dem Finger etwa 5 cm in den Topf oder in die Erde. Ist der Boden nur leicht feucht oder sogar trocken, brauchen die Pflanzen Wasser.

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Wann Kräuter anbauen? Der richtige Zeitpunkt

Der beste Zeitpunkt, um Kräuter im Haus anzupflanzen, ist Mitte März. Ab Mitte Mai kannst du die vorgezüchteten Pflanzen ins Freibeet umsiedeln oder die Samen direkt dort aussäen (eine große Auswahl an Kräutersamen gibt es bei BALDUR-Garten*).

Kräuter richtig umtopfen

Viele kennen sicher folgendes: Vor kurzem hat man aus dem Supermarkt frische Kräuter im Topf mitgebracht, schon gehen sie in der Wohnung oder in der Küche ein. Oft sind zu kleine Töpfe der Grund dafür. Damit das nicht passiert, kannst du wie folgt vorgehen:

1. Stelle den gekauften Kräutertopf ins Wasserbad, solange bis sich keine Bläschen mehr bilden. Anschließend gut abtropfen lassen.
2. Ziehe nun die Pflanze mitsamt den Wurzeln aus dem Behälter und entferne die Erde grob.
3. Nimm nun einen größeren Pflanztopf, setze die Kräuter hinein und fülle diesen mit Bioerde auf.

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Kräuter aus dem Kräutergarten ernten

Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, da kannst du die Kräuter aus deinem eigenen kleinen Garten selbst ernten. Das ist zum Glück bei den meisten Sorten relativ unkompliziert. Immergrüne Sorten lassen sich sogar ganzjährig ernten. Am besten wählst du den Zeitpunkt vor der Blüte, dann sind die Pflanzen am aromatischsten.

Tipp: Benutze bei der Kräuterernte immer ein sauberes, scharfes Messer oder eine saubere Schere. Stumpfe Klingen können die Pflanze beschädigen.

Falls du noch mehr Wissenswertes rund um Kräuter nachlesen möchtest, empfehlen wir das Buch "Küchenkräuter anbauen & genießen“.

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