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Motten bekämpfen: So werdet ihr die Plagegeister los

von Inga Back Erstellt am 28. April 2020
© Getty Images

Motten in der Küche oder im Kleiderschrank schaden uns zwar nicht unbedingt, dafür aber Lebensmitteln und Textilien. Wir verraten, wie ihr Motten bekämpfen könnt.

Die meisten von uns haben Insekten nicht gerne im Haus. Wir ekeln uns vor ihnen. Dabei sind manche Insekten im Haus tatsächlich nützlich. Motten gehören aber nicht zu diesen nützlichen Mitbewohnern.

Sie schaden unserer Gesundheit zwar nicht direkt, doch sie können unsere Kleidung, Polster und Teppiche zerstören und Lebensmittel verderben. Essen wir die verdorbenen Lebensmittel, kann sich das durch Magen-Darm-Probleme, Hauterkrankungen und Allergien rächen.

Die gute Nachricht ist, dass man Motten bekämpfen kann – sogar mit einfachen Mitteln. Die schlechte Nachricht ist, dass es eine Weile dauert. Zwar müsst ihr euch auf keinen harten, aber einen mehrwöchigen Kampf einstellen.

Der Unterschied zwischen Kleider- und Lebensmittelmotten

Bevor man Motten bekämpfen kann, muss man wissen, mit welchen Motten man es zu tun hat. Denn Kleidermotten und Lebensmittelmotten sind nicht dieselben Insekten, die sich bloß in verschiedene Räume des Hauses verirrt haben. Es handelt sich um unterschiedliche Insekten, die sich von anderen Dingen ernähren und somit unterschiedlichen Schaden anrichten.

Kleidermotten sind silbrig-gelb und haben keine Muster auf ihren Flügeln. Lebensmittelmotten haben dagegen ein Muster auf ihren Flügeln und sind mehrfarbig, meistens rot-braun, Mehlmotten sind jedoch ebenfalls silbrig bis grau.

Kleidermotten ernähren sich zudem von tierischem Eiweiß, das sich in Naturtextilien wie Wolle oder Seide findet, während Lebensmittelmotten sich von Getreide (Mehl), Reis, Kakao, Hülsenfrüchten und anderen trockenen Lebensmitteln ernähren.

Motten bekämpfen: Vergesst diese Mythen

Mythos Nr. 1: Motten nisten sich wegen mangelnder Hygiene ein

Auch wer täglich saugt und wischt, kann einen Mottenbefall im Haus haben. Motten kommen manchmal bereits mit den Lebensmitteln ins Haus, auch Kleidung kann bereits von Motten befallen sein, wenn sie zum Beispiel vom Flohmarkt oder aus einem Second-Hand-Geschäft kommt. Motten fliegen aber auch durch offene Fenster und Türen ins Haus und bleiben dann, weil sie in der geöffneten Vorratskammer oder im offenen Kleiderschrank Nahrung finden.

Übrigens: Auch sogenannte Mottenfallen können Motten ins Haus locken. Diese Fallen verströmen Pheromone, die Motten anziehen. Sind die Motten bereits im Haus, ist das eine sinnvolle Falle. Sind jedoch Fenster oder Türen geöffnet, werden auch Motten von draußen angelockt und man hat nachher womöglich ein größeres Problem als vorher.

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Mythos Nr. 2: Motten werden vom Licht angezogen

Sieht man Motten um eine Lichtquelle herumschwirren, kann es so aussehen, als wären sie bewusst zum Licht geflogen. Tatsächlich verlieren Motten bei Licht aber bloß ihre Orientierung und schwirren deshalb planlos umher.

Motten lieben dunkle und ruhige Orte. Wer sie also wirklich fernhalten möchte, sollte die Kleiderschrank-Tür ab und zu offen stehen lassen und die Kleidung darin durchschütteln oder die Böden sogar mal absaugen.

Mythos Nr. 3: Motten fressen Kleidung und Lebensmittel

Viele glauben die kleinen Falter wären Schuld an Löchern in Textilien oder verunreinigten Lebensmitteln. Motten fressen aber tatsächlich gar nicht. Eine Motte, also der Schmetterling (Imago) nimmt keinerlei Nahrung zu sich. Ihre einzige Lebensaufgabe ist die Fortpflanzung. Deshalb lebt der Imago nur noch bis zu 14 Tage lang. In dieser Zeit legt die Motte Hunderte Eier.

Den tatsächlichen Schaden verursachen die Motten-Raupen, die aus diesen Eiern schlüpfen. Sie fressen sich durch Textilien oder trockene Lebensmittel. Wer eine Motte sieht und diese tötet, kann damit also maximal die Vermehrung der Schädlinge reduzieren. Das Problem ist damit keineswegs behoben.

Motten bekämpfen: Die besten Hausmittel

Wenn man bereits einen Mottenbefall hat, dann helfen Hausmittel nur noch bedingt. Sie sind aber durchaus wichtig zur Vorbeugung. Denn Motten können wirklich jeden Haushalt befallen, auch völlig ohne eigenes Verschulden. Deshalb ist in diesem Fall Vorsicht besser als Nachsicht:

1. Fliegengitter

Bringt Fliegengitter an euren Fenstern an (hier bei Amazon bestellen*). Das ist die effektivste Methode, um den Großteil der Motten fernzuhalten. Kommen keine Motten ins Haus, können sie dort auch keine Eier legen und es kommt nicht zum Befall. Stechmücken haben dann übrigens auch keine Chance!

2. Luftdichte Behälter

Füllt trockene Lebensmittel wie Mehl, Reis, Hülsenfrüchte usw. in luftdichte Behälter um. Raupen auf der Suche nach Nahrung fressen sich auch durch einfache Verpackungen hindurch. Sie scheiden diese anschließend unverdaut wieder aus. Glas bildet hingegen eine zuverlässige Barriere, durch die niemand rein, aber auch niemand rauskommt, falls das Produkt bereits befallen war.

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3. Lebensmittel-Kontrollen

Kontrolliert Lebensmittel immer auf Schäden an der Verpackung. Oft werden die Motten nämlich so aus dem Supermarkt mit nach Hause gebracht.

4. Risiko-Textilien waschen

Wer Kleidung im Second-Hand-Laden kauft, sollte diese nicht einfach unbedarft ins Haus bringen. Wascht sie unbedingt zuerst. Wenn möglich sogar bei 60 Grad. Falls ihr bereits ein befallenes Kleidungsstück habt, das jedoch nicht heiß gewaschen werden darf, könnt ihr es auch für zwei Wochen in die Gefriertruhe legen. Motten kommen sowohl mit Hitze als auch mit starker Kälte nicht klar.

Kissenbezüge, Teppiche, Gardinen und auch Polster sollten ebenfalls regelmäßig gewaschen oder gereinigt werden.

5. Schränke regelmäßig ausputzen

Motten lieben es, wenn sie ungestört in dunklen Räumen und Ritzen bleiben. Macht es ihnen also schön ungemütlich, in dem ihr den Kleiderschrank regelmäßig absaugt – bis in die hinteren Ritzen. Auch die Vorratsschränke sollten ab und zu gewischt werden. Normaler Allzweckreiniger oder Essig reichen dazu aber vollkommen aus.

6. Lavendel, Zedernholz, Lorbeeren

Es gibt Düfte, die auf Motten abschreckend wirken. Sie enthalten Aromastoffe, die sich auf das Nervensystem von Motten auswirken und sie dadurch fernhalten. Zu diesen Düften gehören der Duft von Lavendel, Zedernholz oder auch Lorbeeren.

Das Schöne daran ist, dass vor allem Lavendelduft von vielen Menschen als wohlriechend empfunden wird. Legt einfach einige Duftsäckchen mit getrocknetem Lavendel in den Schrank (hier bei Amazon bestellen*). Lavendelseife kann den Zweck ebenfalls erfüllen.

Tipp: Gebt einige Tropfen ätherisches Lavendelöl in euer Putzwasser, mit dem ihr die Regale im Schrank oder in der Vorratskammer auswischt. So könnt ihr Motten auch aus der Vorratskammer fernhalten.

7. Textilien richtig lagern

Der Geruch von Schweiß, Haaren, Wolle oder Pelz lockt Motten schon aus der Ferne an. Sie suchen sich dann ihren Weg ins Haus. Wenn sie zum Beispiel einen vielversprechenden Geruch auf dem Dachboden oder Keller lokalisieren, nisten sie sich dort ein und können sich von dort im ganzen Haus ausbreiten.

Deshalb ist es wichtig, dass Textilien, die lange nicht getragen (also auch nicht gewaschen werden) richtig gelagert werden. Lagert Polster, Teppiche und alte Kleidung nie ungeschützt oder in Kartons. Nutzt stattdessen luftdichte Kunststoffboxen, oder spezielle Kleiderbeutel mit Reißverschluss.

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Video von Aischa Butt

Lebensmittelmotten bekämpfen

Der Begriff Lebensmittelmotte wird umgangssprachlich verwendet und bezeichnet eigentlich mehrere Mottenarten. Dazu gehören Mehlmotten, Dörrobstmotten, Samen- oder Kornmotten. Sie alle sind jedoch Vorratsschädlinge und finden sich daher in Lebensmitteln. Meistens holen wir sie unwissentlich beim Einkaufen mit nach Hause. Eier und Larven befinden sich unbemerkt in trockenen Lebensmitteln wie Mehl, Reis, Hülsenfrüchte, aber auch Kakao oder Tierfutter.

Inspiziert beim Kauf deshalb unbedingt die Verpackung auf Schäden. Kleine Löcher können auf Mottenbefall hindeuten, aber auch verklumpte Lebensmittel. Das ist bereits die erste vorbeugende Maßnahme.

Luftdichte Behälter, in die die Lebensmittel umgefüllt werden, verhindern bei Befall ein weiteres Ausbreiten der Schädlinge. Das ist enorm wichtig, weil sich die Motten sonst in der ganzen Küche ausbreiten können.

Wenn ihr einen Mottenbefall festgestellt habt, müsst ihr die betroffenen Lebensmittel sofort entsorgen. Geht dafür den direkten Weg zur Mülltonne nach draußen, nicht in den Hausmüll. Sonst könnten sie sich auch von dort weiter in der Küche ausbreiten. Wenn ihr euch bei bestimmten Lebensmitteln nicht ganz sicher seid, ob sie befallen sind, riskiert lieber nichts und entsorgt auch diese.

Laut der Gefahrenabschätzung des Umweltbundesamts sollte auf den Verzehr befallener Produkte verzichtet werden. Die Lebensmittel könnten durch den Kot der Insekten verunreinigt sein. Motten bringen zudem Pilze und Milben mit ein, die gesundheitliche Folgen für uns Menschen haben können.

Danach solltet ihr alle Behältnisse, Regale und Schränke einmal gründlich mit Essig oder Allzweckreiniger saubermachen und danach gut trocknen. Schwer erreichbare Ritzen könnt ihr mit dem Föhn heiß trocknen. Dies tötet eventuell übriggebliebene Motten bzw. deren Nachkommen ab.

Tipp: Wischt die Regale vorher mit Putzwasser aus, in das ihr ätherisches Lavendelöl getropft habt (hier bei Amazon bestellen*). Für einen zusätzlichen vorbeugenden Effekt.

Ist der Kleiderschrank wirklich von Motten befallen?

Oft muss man gar keine umherfliegenden Motten sehen, um zu wissen, dass der Kleiderschrank befallen ist. Fraßlöcher in der Kleidung verraten die Schädlinge meistens – aber nicht immer.
Kleidermotten ernähren sich von Keratin, ein Eiweiß tierischen Ursprungs, das sich in Wolle, Leder, Seide, Daunen oder auch Pelz findet. Mischgewebe wird ebenfalls gefressen, da sie die synthetischen oder pflanzlichen Anteile einfach unverdaut wieder ausscheiden.

Rein pflanzliche Materialien wie Leinen oder Baumwolle lassen die Schädlinge in Ruhe. Finden sich daran dennoch kleine Löcher ist oft die Waschmaschine der wahre Übeltäter. Die Löcher in der Waschtrommel sind nur von innen glatt. Außen haben sie scharfe Kanten. Wird die Maschine zu voll geladen, kann das Material durch die Löcher gepresst werden und an den Kanten hängen bleiben, sodass feine Löcher entstehen.

Kleidermotten bekämpfen

Wer es mit einem Mottenbefall im Kleiderschrank zu tun hat, sollte den Schrank einmal ausräumen und gründlich putzen. Essig oder Allzweckreiniger reichen aus. Ihr könnt im Anschluss noch einmal Putzwasser mit einigen Tropfen ätherischem Lavendelöl nutzen, um die Flächen final abzuwischen.

Denkt dabei auch an Ritzen und Spalten, da Motten dort mit Vorliebe ihre Nester haben. Danach die Flächen gut trocknen. Auch hier bietet sich ein Föhn an, um Ritzen und Spalten heiß zu trocknen.

Sämtliche Kleidungsstücke mit tierischem Material solltet ihr danach in die Waschmaschine geben. Motten legen ihre Eier auch ins Gewebe, wo sie noch Wochen später schlüpfen können.

Mottenkugeln und Pheromonfallen gegen Motten einsetzen

Um Motten zu bekämpfen, gelten Pheromonfallen und Mottenkugeln als Klassiker. Sie sind jedoch umstritten bzw. im Fall von Pheromonfallen gar nicht so effektiv, wie viele denken.

Pheromonfallen locken Motten-Männchen durch Sexualstoffe an. Diese bleiben dann an der Falle kleben, wodurch die Fortpflanzung der Motten unterbrochen wird. Das hilft jedoch nicht gegen bereits gelegte Eier oder geschlüpfte Larven. Zudem können diese Pheromonfallen durch geöffnete Türen und Fenster auch Motten von draußen anlocken.

Mottenkugeln gelten inzwischen immer mehr als verpöhnt wegen ihrer gesundheitsschädlichen Eigenschaften. Viele Mottenkugeln beinhalten Naphthalin. Dieses kann aber nicht nur Haut und Atemwege reizen, und zu Kopfschmerzen oder Übelkeit führen, es wurde sogar bereits nachgewiesen, dass es das Erbgut bei Kindern verändern konnte.

Die Wirksamkeit gegen Motten geht dagegen nicht über den unangenehmen Geruch hinaus, sodass alternativ auch Lavendel oder Zedernholz eingesetzt werden können, die gesundheitlich unbedenklich sind.

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Weitere Wirkstoffe von chemischen Mottenkugeln sind Paradichlorobenzol, Permethrin oder Transfluthrin. Paradichlorobenzol gilt als krebserregend und ist zudem biologisch schwer abbaubar. Permethrin kann Hautreaktionen, sowie in seltenen Fällen Kopfschmerzen, Übelkeit, Haarausfall, Schwindel oder Erbrechen auslösen. Transfluthrin ist ein Nervengift, das im Verdacht steht krebserregend zu sein.

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Effektiv und natürlich: Schlupfwespen gegen Motten

Insekten mit anderen Insekten zu bekämpfen klingt erst einmal nicht sehr verlockend. Tatsächlich sind Schlupfwespen aber die effektivste Methode, um wirklich alle Motten loszuwerden. Außerdem ist der Einsatz vollkommen unschädlich für uns oder die Umwelt.

Schlupfwespen sind winzig kleine Insekten (0,4 Millimeter). Sie interessieren sich überhaupt nicht für uns, unsere Lebensmittel, oder unsere Textilien. Sie stechen und beißen auch nicht. Sie sind jedoch die natürlichen Feinde von Motten und damit für uns extrem nützlich.

Übrigens keine Sorge: Wenn die Motten weg sind, habt ihr danach keine Schlupfwespen-Plage, um die ihr euch kümmern müsst. Verschwinden die Motten, verschwindet auch die Nahrungsquelle der Schlupfwespen und sie sterben ebenfalls.

Schlupfwespen sind Parasiten. Sie legen ihre Eier in die Eier der Motten. Schlupfwespen-Larven brauchen diese als Nahrungsquelle. Die Motteneier werden somit vernichtet. Dann können auch keine Mottenlarven mehr schlüpfen. Das Mottenproblem ist besiegt. Sind alle Motteneier verschwunden, findet die Schlupfwespe keine Nahrungsquelle mehr für ihre Brutstätten und das Schlupfwespen-Problem hat sich ebenfalls erledigt.

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Schlupfwespen einsetzen

Die Schlupfwespen befinden sich auf Kärtchen zusammen mit Motteneiern, die ihnen erstmal als Nahrung dienen. Danach breiten sich die Schlupfwespen jedoch im Schrank oder in der Vorratskammer aus. Die Schlupfwespeneier auf der Karte befinden sich in verschiedenen Reifestadien, damit jeden Tag neue Schlupfwespen schlüpfen. Trotzdem kann es nötig sein nach zwei bis drei Wochen neue Kärtchen aufzustellen, weil es relativ lange dauern kann, bis alle Motteneier vernichtet sind.

Denkt daran trotz Einsatz der Schlupfwespen befallene Lebensmittel zu entsorgen und befallene Textilien zu waschen. Räumt danach die betroffenen Regale aus und reinigt sie. So könnt ihr den Mottenbefall bereits selbst eindämmen und ihnen die Nahrungsquelle entziehen. Um die noch nicht geschlüpften Motteneier kümmern sich dann die Schlupfwespen.

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