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Zero Waste Küche: So geht's auch ohne Plastik!

von Nicola Pohl Veröffentlicht am 18. Februar 2020
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Ihr möchtet unnötigen Müll in der Küche vermeiden? Wir verraten euch die besten Tipps für eine Zero Waste Küche – vom DIY bis hin zu plastikfreien Produkten.

Gerade in der Küche fällt täglich unheimlich viel Müll an: Die alten Putzlappen landen im Abfall, die Einkäufe sind in Plastik verpackt und auch das Spülmittel ist meistens nicht gerade nachhaltig. Doch mit steigendem Bewusstsein für unsere Umwelt und den Klimaschutz wird Nachhaltigkeit für viele Menschen immer wichtiger.

Möchtet ihr auch im Alltag Plastik vermeiden und Müll reduzieren? Dann verraten wir euch hier die besten Tipps für eine Zero Waste Küche, in der Nachhaltigkeit im Vordergrund steht.

Was ist eine Zero Waste Küche?

Zero Waste heißt: schädlichen Plastikmüll vermeiden und so wenig Abfall wie möglich produzieren. Statt auf Kunststoff wird auf nachhaltige, wiederverwendbare Materialien gesetzt. Doch insbesondere in der Küche scheint es gar nicht so einfach Plastik zu verbannen.

Bei Zero Waste geht es aber gar nicht darum, von heute auf morgen "perfekt" zu werden. Auch schon kleine Veränderungen sind ein wichtiger Schritt in eine nachhaltigere Zukunft. Mit unseren Tricks könnt auch ihr es schaffen, plastikfreier zu leben.

1. Zero Waste Küchenutensilien verwenden

Spülbürsten, Schwämme, Putzlappen: Gerade in der Küche wechseln wir unsere Ausstattung aus hygienischen Gründen regelmäßig. Und da diese meist aus Kunstfaser bestehen, landet letztendlich ganz schön viel Plastik in unseren Mülleimern.

Doch es geht auch plastikfrei - mit Zero Waste Küchenutensilien! Das heißt in erster Linie, Dinge aus hochwertigen und nachhaltigen Materialien zu kaufen. Zum Beispiel aus Holz, Bambus, Edelstahl, Glas, Porzellan oder Emaille. In der Anschaffung sind sie zwar meist teurer, dafür halten sie aber auch länger und vermeiden Plastikmüll.

Zero Waste Küchenutensilien zum Spülen

Statt der klassischen Spülbürste aus Plastik gibt es welche aus Holz mit austauschbaren Spülköpfen (hier bei Amazon*). Damit reduziert ihr den schwer abbaubaren Abfall aus Plastik. Auch zum klassischen Schwamm gibt es Alternativen. Als Zero Waste Küchenschwamm eignen sich zum Beispiel Luffa-Schwämme, die bei 60°C gewaschen und anschließend wiederverwendet werden können (hier bei Amazon*).

Lesetipp: Achtung, Bakterienalarm! 6 Dinge, die du DRINGEND ersetzen musst

Zero Waste Küchenutensilien zum Kochen und Backen

Bei den meisten von uns liegen Küchenrolle und Backpapier immer griffbereit in der Küche. Und auch, wenn dadurch nicht direkt Plastikmüll entsteht, könnt ihr auch hier ein paar Zero Waste Tricks anwenden.

Es gibt beispielsweise sogenannte "Dauerbackfolie", die nach dem gleichen Prinzip wie Backpapier funktioniert. Der einzige Unterschied: Sie besteht aus anderem Material und wird nach der Anwendung nicht entsorgt, sondern kann ganz normal abgewaschen und wiederverwendet werden. Wiederverwendbares Backpapier bekommt ihr zum Beispiel hier bei Amazon.*

Und Zero Waste Küchenrolle? Zwar gibt es auch Küchentücher, die extra aus Bambus gefertigt und nach Gebrauch gewaschen werden können (z.B. hier bei Amazon*), aber letztendlich sollten es auch normale Spüllappen tun. Denn auch damit lassen sich Flecken leicht entfernen und der Putzlappen kann anschließend gewaschen werden.

Zero Waste Küchenutensilien zum Aufbewahren

Schnell die Essensreste in eine Schale füllen und mit Alu- oder Frischhaltefolie abdecken? Das geht auch nachhaltiger. Lebensmittel lassen sich zum Beispiel gut in Gläsern oder Tupperdosen aus Glas lagern. Meist sind sie langlebiger als ihre Gegenstücke aus Plastik und auch gesünder, da in ihnen keine Weichmacher enthalten sind.

Möchtet ihr unbedingt Alu- oder Frischhaltefolie verwenden dann gibt's auch dazu ein gleichwertiges Pendant: Bienenwachstücher! Genau wie Dauerbackfolie sind sie abwaschbar und wiederverwendbar. Hier gibt's Bienenwachstücher bei Amazon zu kaufen.*

Lesetipp: 10 Strohhalm Alternativen, mit denen ihr Plastik-Müll vermeidet

2. Zero Waste Küche: Spülmittel und Reiniger selber machen

Spülmittel und Reiniger werden so gut wie ausnahmslos in Plastikverpackungen verkauft. Möchtet ihr an dieser Stelle Müll vermeiden, müsst ihr also selbst aktiv und kreativ werden. Denn Spülmittel, Geschirrspüler und Klarspüler könnt ihr selber machen - und zwar ohne großen Aufwand. Und wir verraten euch wie!

Spülmittel selber machen
Zutaten:

  • 20 g Alepposeife (hier bei Amazon*)
  • 2 TL Natron
  • 450 ml Wasser
  • 5 Tropfen ätherisches Öl (optional)
  • Leere Flasche

Und so geht's:
Die Seife mit einer Reibe raspeln. Das Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und vom Herd nehmen. Die Seifenflocken hinzufügen und mit einem Schneebesen verrühren bis sie sich aufgelöst haben. Natron dazu geben und abkühlen lassen. Für einen frischen Duft können einige Tropfen ätherisches Öl hinzugefügt werden. Das Spülmittel in eine leere Flasche füllen.

Geschirrspülmittel selber machen
Zutaten:

Und so geht's:
Soda, Natron und Zitronensäure gut miteinander vermengen und anschließend in ein Glas füllen. Beim Vermengen darauf achten, dass kein Pulver eingeatmet wird. Zum Spülgang etwa einen Esslöffel des Geschirrspülmittels in die Spülmaschine geben. Die Dosierung kann je nach Verschmutzung und Härtegrad des Wassers variieren.

Klarspüler selber machen
Zutaten:

  • 200 ml Wasser
  • 200 ml Bio-Ethanol
  • 100 g Zitronensäure in Pulverform
  • Leere Flasche

Und so geht's:
Alle Zutaten gut miteinander vermischen und anschließend mit einem Trichter in eine Flasche füllen. Fertig! Bei der Dosierung haltet ihr euch am besten an die Bedienungsanleitung eurer Spülmaschine.

Putzmittel selber machen
Auch Reiniger für die Küche müsst ihr nicht in Plastikverpackungen einkaufen, denn ihr könnt Putzmittel einfach selber machen. Hier findet ihr 5 Rezepte für DIY-Reiniger. Wenn euch das zu aufwendig ist, gibt es mittlerweile sogar Putzmittel-Tabs von Marken wie Everdrop, die ihr plastikfrei einkaufen und zuhause nur noch in Wasser auflösen müsst, um eure Reiniger herzustellen.

3. Zero Waste Küche: Plastik beim Supermarkt-Einkauf reduzieren

Kommen wir vom Einkaufen nach Hause, häufen sich Einkaufstüten und Plastikverpackungen im Mülleimer. Mit diesen Tipps könnt ihr in Zukunft plastikfreier einkaufen:

1. Versucht möglichst loses Gemüse zu kaufen.
2. Verwendet eure eigenen Gemüsenetze (hier bei Amazon*), so könnt ihr ab sofort auf die Plastiktüten verzichten.
3. Kauft bevorzugt Waren ein, die in Glas oder Kartons verpackt sind.
4. Nehmt eure eigene Einkaufstasche mit zu jedem Einkauf.

4. Zero Waste Küche: Verpackungsmüll beim Einkauf vermeiden

Vollkommen auf Verpackungen und Müll könnt ihr verzichten, wenn ihr Gemüse zum Beispiel direkt auf dem Wochenmarkt einkauft und eure eigenen Beutel mitbringt. In vielen Städten gibt es außerdem Unverpackt-Läden.

Dort gibt es nicht nur Lebensmittel wie Nudeln und Müsli, sondern auch Kosmetik zu kaufen. Für den Einkauf bringt ihr einfach eure eigenen Beutel oder Behälter mit und könnt somit den Verpackungsmüll komplett vermeiden.

5. Zero Waste Küche: Müll durch Lebensmittel reduzieren

Wusstet ihr, dass sich bereits viel Müll vermeiden lässt, wenn ihr darauf verzichtet, alles im Supermarkt zu kaufen? Statt Wasser in Flaschen zu kaufen, könnt ihr zum Beispiel einfach zu Leitungswasser greifen.

Pflanzenmilch, beispielsweise aus Hafer, Mandel oder Soja, müsst ihr ebenfalls nicht in Tetrapacks einkaufen, sondern könnt sie mithilfe von zum Beispiel Nussbeuteln (hier bei Amazon*) ganz leicht selber machen und danach in eine Glasflasche füllen.

Besonders viel Müll produzieren auch Teebeutel und Kaffeekapseln. Besser: Loser Tee und eine French Press! Das Tolle daran: Loser Tee schmeckt sogar besser, weil er qualitativ hochwertiger ist. Und auch frisch zubereiteter Kaffee aus einer French Press schmeckt super.

Lesetipp: Reste verwerten: Geniale Rezepte für Resteessen, die Zeit und Geld sparen

6. Zero Waste Küche: Keine Lebensmittel verschwenden

Leider passiert es oft, dass wir viel zu viel einkaufen. Die Folge: Häufig können wir das ganze Obst und Gemüse gar nicht aufessen, bevor es schlecht wird. Und die Lebensmittel landen schließlich im Müll.

Nachhaltiger ist es, den Wocheneinkauf vorher zu planen und nur so viel einzukaufen, wie ihr wirklich benötigt. Dadurch reduziert ihr nicht nur Müll, sondern spart auch einiges an Geld. Denn wer mit einer konkreten Einkaufsliste in den Supermarkt geht, gibt weniger Geld für unnötigen Schnickschnack aus, auf den er gerade Heißhunger hat.

Lesetipp: Kühlschrank richtig einräumen: So bleiben Lebensmittel lange frisch

Im Video seht ihr, wie ihr eure Lebensmittel länger haltbar machen könnt

Video von Aischa Butt

7. Zero Waste Küche: Verpackungen weiterverwenden

Viele Lebensmittel wie Erdnussbutter, Kichererbsen oder Marmelade sind in Gläsern verpackt. Statt die leeren Schraubgläser wegzuwerfen, solltet ihr sie lieber aufheben: Einfach gründlich heiß auswaschen, das Etikett entfernen und schon habt ihr den perfekten Behälter zum Lagern von Lebensmitteln.

Besonders gut eignen sich die Gläser zum Lagern von trockenen Lebensmitteln wie Haferflocken, Mehl oder Nüssen. Aber auch Suppen und andere Speisen können damit im Kühlschrank gelagert oder sogar eingefroren werden.

Ihr sucht noch mehr Zero Waste Tipps und nachhaltige Tricks für die Küche? Im Buch "Zero Waste Küche" von Sophia Hoffmann auf Amazon* gibt's jede Menge Anregungen zu Themen wie nachhaltigem Einkaufen, Kochen und Putzen.

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von Nicola Pohl