Home / Mama / Schwangerschaft & Geburt / Schwangerschaftsstreifen: Lästiges Übel oder vermeidbarer Schönheitsfehler?

© iStock
Mama

Schwangerschaftsstreifen: Lästiges Übel oder vermeidbarer Schönheitsfehler?

von der gofeminin-Redaktion Veröffentlicht am 13. November 2017

Wenn der Bauch unaufhaltsam wächst, können unschöne Dehnungsstreifen entstehen. Kann man den so genannten Schwangerschaftsstreifen aber auch vorbeugen?

Die Dehnung des Bauches durch das wachsende Baby und die Lockerung des Hautgewebes durch die Schwangerschaftshormone führen häufig leider zu sogenannten Schwangerschaftsstreifen. Auch wenn diese ganz natürlich sind, sind sie vielen Frauen ein Dorn im Auge.

Was sind Schwangerschaftsstreifen?

Es handelt sich bei Schwangerschaftsstreifen um rote bis violette Dehnungsnarben im Gewebe an Bauch, Oberschenkeln, Po und/oder Brüsten. Sie stellen keine Gefahr für den Organismus dar, aber sie sind unschön und können eine psychische Belastung für die Frau bedeuten. Sind die Schwangerschaftsstreifen erst einmal entstanden, ist es sehr schwer bis unmöglich, sie wieder völlig zu entfernen.

Schwangerschaftsstreifen sind keine Seltenheit, um die 50 bis 80 Prozent der werdenden Mütter bekommen sie in unterschiedlicher Stärke. Besonders sind Frauen in ihrer ersten Schwangerschaft und Frauen mit Übergewicht betroffen.

Ursachen von Schwangerschaftsstreifen

Die genauen Gründe für die Entstehung von Schwangerschaftsstreifen sind noch umstritten. Momentan aber gehen Mediziner davon aus, dass ein Mix aus genetischen Anlagen, der Hormonumstellung in der Schwangerschaft, der Ernährungsstil und der Wasserhaushalt im Körper verantwortlich für Schwangerschaftsstreifen sind. Eine gewisse Veranlagung für schwaches Bindegewebe verstärkt das Risiko Schwangerschaftsstreifen zu bekommen.

Die Gene können und die Hormone sollten nicht beeinflusst werden, wenn es darum geht, Schwangerschaftsstreifen vorzubeugen. Studien zeigen aber, dass man mit einer guten und rechtzeitigen 'Behandlung' die unschönen Schwangerschaftsstreifen verhindern bzw. eindämmen kann.

Die Haut, besonders die am Bauch, muss dem wachsenden Platzanspruch des ungeborenen Kindes nachkommen und sich dehnen. Dafür sorgen bestimmte Hormone, welche die Kollagen- und Elastinfasern im Stützgewebe auflockern. Ist die Haut zu trocken und ungeschmeidig, entstehen Schwangerschaftsstreifen. Das Hautgewebe ist überdehnt worden und erst nach etwa sechs Monaten nach der Geburt beginnen die Schwangerschaftsstreifen zu verblassen. Nach Jahren bleiben narbenähnliche, silberne Streifen zurück.

Die Gefahr ist allerdings mit der Geburt des Kindes nicht vorbei: Auch bei der Rückbildung der überdehnten Haut können immer noch Schwangerschaftsstreifen entstehen. Deswegen ist das Vorsorgeprogramm durch die Schwangerschaft hindurch und bis zu drei Monate nach der Entbindung ratsam.

Schwangerschaftsstreifen vorbeugen

Eine ausgewogene Ernährung mit einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr bringt demzufolge neben dem allgemeinen Wohlbefinden und der Gesunderhaltung der Schwangeren und des Kindes noch den Vorteil, Schwangerschaftsstreifen vorzubeugen. Die Haut wird gut mit Nährstoffen und Wasser versorgt, was sie elastischer macht und besser gegen die Dehnung rüstet.

Mit ein paar einfach anzuwendenden Massagetechniken kann das Risiko, Schwangerschaftsstreifen zu bekommen, beträchtlich gesenkt werden. Beginne spätestens ab dem 3. Schwangerschaftsmonat mit einem regelmäßigen Pflegeprogramm für Brüste, Bauch, Po und Oberschenkel. Die zarte Haut an diesen Stellen muss vor Trockenheit geschützt werden, die sich meist schon durch Jucken bemerkbar macht, erste Anzeichen für Schwangerschaftsstreifen.

Schon in der Pubertät können junge Frauen diese Körperstellen regelmäßig massieren, was einen positiven Effekt auf spätere Schwangerschaften hat und hilft Schwangerschaftsstreifen vorzubeugen.

Massage gegen Schwangerschaftsstreifen

Eine regelmäßige Pflege der Haut an den besonders strapazierten Stellen wie Bauch, Brüste, Po und Oberschenkel hilft gegen Dehnungsstreifen. Die regelmäßige Massage mit Öl oder Creme am Morgen und vor dem Zubettgehen am Abend versorgt die Haut mit ausreichend Feuchtigkeit. Die beste Wirkung erzielst du nach dem Duschen: Tupfe die Haut nur etwas ab und gib auf die noch feuchte Haut das Öl oder die Creme. Die so entstehende Emulsion wird von der warmen Haut hervorragend aufgenommen und verwertet.

Für die Massage beginnst du am besten am Bauch - Schwangerschaftsstreifen sind hier oft am stärksten ausgeprägt: Zuerst kreist du mit deinen Fingerspitzen auf der gut geölten Haut von der Unterseite und den Seiten hin zum Nabel.

Im nächsten Schritt, der Zupfmassage, beginnst du am Nabel: Nimm die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger. Nun zupfst und rollst du die Haut hin und her. Das hat den Zweck, die Haut von der Bauchmuskulatur zu lösen und so gegen die Schwangerschaftsstreifen zu arbeiten. Falls dir die Zupfmassage weh tut oder es unangenehm ist, massiere die Stellen anschließend mit den Handflächen in kreisförmigen Bewegungen mit leichtem Druck. Fahre
danach mit einer straffen Massage von Oberschenkeln und Po fort, wobei stets in Richtung Herz massiert werden sollte.

Solltest du zu vorzeitigen Wehen tendieren, befrage deinen zuständigen Arzt, wie du deine Vorsorge gegen Schwangerschaftsstreifen am besten gestalten kannst.

Die richtige Pflege gegen Schwangerschaftsstreifen: Creme oder Öl?

Für die Massage gegen das Auftreten von Schwangerschaftsstreifen ist neben der Regelmäßigkeit auch die Wahl des richtigen Pflegeproduktes entscheidend. Öle wirken generell besser um Schwangerschaftsstreifen vorzubeugen als Cremes. Das Öl wird von der Haut viel schneller aufgenommen und wirkt bereits gegen die Schwangerschaftsstreifen, wenn der Effekt der Massage einsetzt.

Es gibt in Apotheken und Drogerien besondere Schwangerschafts-Pflegeöle, die auf die Bedürfnisse der stark beanspruchten Haut abgestimmt sind. Viele sind auf pflanzlicher Basis (oft Sesam oder Mandelöl) hergestellt, die im Allgemeinen sehr gut vertragen werden. Verschiedene natürliche Zusätze erhöhen die Wirkung des Öls gegen Schwangerschaftsstreifen.

​Zum Beispiel sind oft Vitamin A und E enthalten, die gegen freie Radikale schützen und für die Reparaturmechanismen der Haut zuständig sind. Schon beschädigte Hautzellen können damit wieder zur Heilung angeregt werden. In einigen Ölen gegen Schwangerschaftsstreifen sind Aromaessenzen enthalten, die einen angenehmen Duft verbreiten. Lass dich beim Öl gegen die Schwangerschaftsstreifen also von deiner Nase leiten und entscheide ganz intuitiv, was dir gefällt.

​Wirkung nicht nur gegen Schwangerschaftsstreifen

Viele Paare nutzen die Vorsorge gegen Schwangerschaftsstreifen als gemeinsam verbrachte Zeit. Während des Ölens und Massierens – als Verwöhnprogramm für die Partnerin oder als Gemeinschaftsübung – tauschen sie sich aus und stellen die Verbindung mit dem Ungeborenen her. Sie freuen sich miteinander auf das Baby, das sie bald kennenlernen werden. Damit erhalten die Massage und die Streicheleinheiten noch eine emotionale Komponente, die das Warten auf das neue Familienmitglied umso schöner und spannender macht.

Mehr zum Thema findest du hier:

Dehnungsstreifen entfernen: Die besten 4 Methoden

Gewichts­zunahme in der Schwangerschaft: Wie viel ist gesund für Mama & Baby?

Sushi & Co.: Was darf man in der Schwangerschaft nicht essen?

von der gofeminin-Redaktion

Das könnte dir auch gefallen