Home / Mama / Baby & Kleinkind / Babys Entwicklung in der 1. Woche (1. Monat)

Mama

Babys Entwicklung in der 1. Woche (1. Monat)

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 1. Januar 2016

Das Baby ist jetzt 1 Woche alt. DAS ist jetzt wichtig für Mutter und Kind.

Gesundheit der Mutter

Für die Mutter dient die erste Zeit nach der Entbindung dazu, eine gute Ausheilung der eventuellen Geburtsnarben zu gewährleisten.

Nach einem Dammschnitt

Bei einer natürlichen Geburt könnte ein Dammschnitt durchgeführt worden sein, um zu verhindern, dass der mütterliche Damm bei der Geburt einreißt oder überdehnt wird. Ein Dammschnitt kann auch nötig sein, wenn der Druck bei einer Frühgeburt auf den kindlichen Kopf zu groß ist.

Die so genannte Episiotomie (Episio = Schamgegend, - tomie = Schnitt) ist ein Schnitt von der Scheide aus in den Damm, der mit einer langen, geraden Schere ausgeführt wird und die Geburtsöffnung künstlich erweitert.

Nach der Geburt muss der Dammschnitt genäht werden. Bei starken Schmerzen in der Zeit danach, ist ein Sitzring oder ein Sitzkissen hilfreich, um das geschwollene Gewebe zu entlasten.

Nach einem Kaiserschnitt

Bei einem klassischen Kaiserschnitt sind Schmerzen in den ersten 24-48 Stunden nach dem Eingriff normal. Die verabreichten Schmerzmittel sorgen für Linderung. Falls die Schmerzen anhalten, solltest du dies unbedingt dem Personal auf der Entbindungsstation mitteilen.

Bei komplikationslosem Verlauf des Kaiserschnitts ist die Mutter nach einem Tag bedingt mobil und kann ihr Kind selbst versorgen. Nach dem dritten Tag hat die Mutter kaum noch Schmerzen und nach etwa einer Woche können Mutter und Kind das Krankenhaus verlassen.

Wenn du auch nach der Entbindung wehenartige Kontraktionen spürst ist das völlig normal: Die Gebärmutter zieht sich zusammen und schrumpft wieder auf ihre ursprüngliche Größe zurück. Nach einem Kaiserschnitt wird mit einem Wehentropf nachgeholfen.

Nach der Geburt werden auch die Temperatur und der Blutdruck der Mutter kontrolliert.

Deine Brüste sondern nach der Geburt eine eigenartige, gelbliche Substanz ab: Die Vormilch (Kolostrum). Vormilch ist weniger fett als reife Muttermilch, enthält jedoch immunologische Schutzfaktoren (IgA-Antikörper), welche sich in der Darmschleimhaut des Neugeborenen ausbreiten und eine Barriere gegen Krankheitserreger bilden.

Wird das Kind gestillt, so bekommt es in den ersten Tagen nach der Geburt die Vormilch, bis etwa am dritten Tag die Produktion der reifen Muttermilch beginnt (Milcheinschuss).

Nach einer natürlichen Geburt oder einem Kaiserschnitt ist die frisch gebackene Mutter verständlicherweise etwas erschöpft. Eine Möglichkeit, um sich schnell wieder zu erholen besteht darin, in der Klinik nur wenige Besuche zu empfangen und viel zu schlafen. Genieße den Klinikaufenthalt und schlage Freunden vor, dich erst in ein paar Tagen zu Hause zu besuchen.

Die Nachwehen

Die Nachwehen sind bei Erstgebärenden selten schmerzhaft und auf wenige Tage nach der Geburt beschränkt.

Bei Mehrgebärenden muss die Gebärmutter durch die frühere "Vordehnung" der Muskulatur mehr Kraft aufwenden, um sich in ihre ursprüngliche Form zurückzubilden. Daher sind die Nachwehen bei diesen Frauen oft von menstruationsartigen Schmerzen begleitet, die aber von Tag zu Tag weniger werden.

Holen Sie sich rechtzeitig Rat, falls die Krämpfe zu stark sind oder falls Sie mit anderen Stillproblemen konfrontiert sind.

Babys Entwicklung nach der Geburt

Die U1-Untersuchung

Direkt nach der Geburt findet die so genannte U1 statt. Zu dieser ersten Untersuchung des Säuglings gehört der Apgar-Test, der den Gesundheitszustand eines Neugeborenen anhand von Atmung, Puls, Muskelspannung, Hautfarbe und Reflexen beurteilt.

Außerdem wird das Kind gewogen, Körperlänge und Kopfumfang werden gemessen und das Blut der Nabelschnur wird untersucht, um festzustellen, ob der Säugling während der Geburt ausreichend mit Sauerstoff versorgt worden ist. Bei einem Frühchen sind zusätzliche, detailliertere Untersuchungen nötig.

Gut zu wissen: Mutterpass: Was bedeuten CTG, Hb & Co.?

Die erste Milchmahlzeit

Im Kreißsaal ist das Baby relativ aufgeweckt und zum Saugen bereit. In den folgenden 24-48 Stunden kann es umgekehrt ziemlich müde und schläfrig sein.
Meistens kehrt nach 1-2 Tagen Normalität ein und das Baby befindet sich erneut in einem wacheren Zustand.
Von der Geburt bis zum 5. / 6. Tag nach der Geburt ist der Magen des Säuglings noch sehr winzig und kann nur geringe Flüssigkeitsmengen aufnehmen. Es ist also normal, wenn dein Baby nach kurzer Zeit schon wieder Hunger hat.

Gewichtsverlust nach der Geburt

In den ersten Tagen nach der Geburt verliert dein Baby ca. 7-10 % des Geburtsgewichts.
Der Gewichtsverlust nach der Geburt ist physiologisch bedingt und völlig normal: Er hängt unter anderem mit dem Ausscheiden des ersten Stuhls (Mekonium, Kindspech) zusammen, einer grünlich-schwarzen, klebrigen Masse aus Abfallstoffen und Zellrückständen, die bei der Geburt im Darm des Babys enthalten ist. Ab dem 4. Tag hat das Baby meistens einen normalen Stuhlgang.

Stillen: Die wichtigsten Infos auf einen Blick

Seinem Baby die Brust geben, das mag die natürlichste Sache der Welt sein. Trotzdem kann das Stillen Probleme und Komplikationen mit sich bringen. Die richtigen Tipps und etwas Geduld helfen aber meistens, diesen wichtigen Augenblick für Mutter und Kind zu erleichtern.

Zum Stillen braucht man viel Ruhe und Entspannung. Stillen ist der Flaschennahrung vorzuziehen, da Muttermilch exakt an die Bedürfnisse des Säuglings angepasst ist. Durch das Stillen treten beim Säugling weniger Allergien auf. Zudem wird die emotionale Beziehung zwischen Mutter und Kind gefördert.

Falls du stillen möchtest solltest du dir auf jeden Fall zeigen lassen, wie man das Baby richtig an die Brust anlegt. Die Hebammen oder Kinderkrankenschwestern in der Entbindungsstation können dir dabei helfen und dir wertvolle Tipps geben.

Das Neugeborene versucht bereits in den ersten Stunden seines Lebens nach der mütterlichen Brust zu suchen: Es dreht zum Beispiel das Köpfchen, wenn du ihm über die Wange streichst (der sogenannte Suchreflex). Es ist wichtig, dass du dein Baby bei der Nahrungssuche unterstützt, indem du eine bequeme Stillposition einnimmst und ihm die ganze Brustwarze in den Mund schiebst. So vermeidest du auch Schmerzen und Risse in der Brustwarze.

Ein Stillkissen ist hilfreich, um das Baby eng am Körper zu halten, ohne mit dem Arm das ganze Gewicht halten zu müssen. Achte auch darauf, dass die Nasenatmung deines Babys nicht behindert wird. Es wird abwechselnd mit der rechten oder linken Seite begonnen, da die erste Brust meistens vollständig geleert wird.

Vor allem in den ersten Wochen solltest du dein Kind so oft anlegen, wie es danach verlangt (anfangs acht- bis zehnmal täglich).

Am Anfang ernährst du dein Kind mit der so genannten Vormilch (Kolostrum): einer dickflüssigen, gelben Substanz, die sehr viele lebenswichtige Nährstoffe, Eiweißstoffe, Fette, Vitamine und Antikörper enthält.
Selbst wenn du nicht stillen möchtest, solltest du zumindest versuchen, deinem Baby das Kolostrum zu geben, da es in konzentrierter Form alle Nährstoffe und Antikörper enthält, die ein Neugeborenes braucht.

Nach 2-3 Tagen findet der Milcheinschuss statt und das Kolostrum wird durch die Muttermilch ersetzt.
Die Milchmenge richtet sich nach der Nachfrage: Je mehr gesaugt wird, desto mehr wird produziert. Daher sollte jegliche Zufütterung (Wasser, Milch, Tee, Flaschenmilch) vermieden werden.

Durch das Stillen und die damit verbundene Ausschüttung des Hormons Oxytozin wird auch die Rückbildung der Gebärmutter gefördert. Dieses Hormon wird in der Hirnanhangsdrüse oder Hypophyse produziert und aktiviert neben der Gebärmutterkontraktion auch den Milchfluss.

Wichtig: Auch wenn das Baby einen angeborenen Saugreflex hat: Stillen will gelernt sein, mit etwas Übung und Gedulg können fast alle Schwierigkeiten überwunden werden. Daher gilt: nicht gleich verzagen wenn es mit dem Stillen nicht auf Anhieb klappt! Aber vor allem: Setzt euch nicht unter Druck!

Weitere Tipps rund ums Stillen findest du in unserem Special: Richtig stillen: Was frischgebackene Mütter wissen sollten

Wichtige Untersuchungen:

  • U1: Erste Baby-Vorsorgeuntersuchung direkt nach der Entbindung
  • U2: Baby-Vorsorgeuntersuchung am 3.-10. Lebenstag

Quellen und weitere Informationen zu Babys Entwicklung im ersten Lebensjahr:

Babyschale tragen: DIESEN Trick müssen alle Eltern kennen:

Das könnte dich auch interessieren:

von Anne Walkowiak