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Gerstenkorn Hausmittel: So wirst du die Infektion wieder los

von Linda Hohlstein Erstellt am 13.11.21 um 12:00
Gerstenkorn Hausmittel: So wirst du die Infektion wieder los © Getty Images

Gerstenkörner sind unangenehme Entzündungen am Augenlid. Wir zeigen euch, welche Hausmittel zur Behandlung helfen und was ihr dabei unbedingt beachten solltet.

Entzündungen am Auge sind in der Regel sehr unangenehm. Eine Schwellung am Lid drückt oft auf das Auge und schränkt einen manchmal sogar im Alltag ein. Es gibt verschiedene Infektionen und Entzündungen am Auge, deshalb klären wir euch zunächst einmal auf, was ein Gerstenkorn ist. Im Anschluss verraten wir euch die wichtigsten Tipps für die Behandlung mit Hausmitteln.

Die Augen sind sehr empfindlich, seid deshalb immer besonders vorsichtig mit Tipps und der Behandlung zu Hause.

Im Video zu sehen: Diese Hausmittel helfen bei der Behandlung eines Gerstenkorns

Video von Aischa Butt

Was ist ein Gerstenkorn?

Das Gerstenkorn wird in der Fachsprache als Hordeolum bezeichnet und kann sowohl an der Innenseite des Augenlids, als auch an der Lidkante oder im Bereich der Wimpern auftreten. Grund für die Entzündung sind meistens Bakterien wie zum Beispiel die Staphylokokken, die in die Schweiß- und Talgdrüsen gelangen. Die Keime siedeln sich auf der Haut an und gelangen meistens durch Berührung der Augen durch die Hände an die Schleimhäute.

Man unterscheidet bei dem Gerstenkorn zwischen innerem und äußerem Gerstenkorn. Das innere Gerstenkorn (Hordeolum internum) kommt häufiger vor. Hierbei entzünden sich die Talgdrüsen am Innenrand des Lids, den Meibom-Düsen, die Fett liefern und für die Tränenflüssigkeit zuständig sind. Meistens sind die Entzündungen und Schwellungen beim inneren Gerstenkorn stärker ausgeprägt, da die inneren Drüsen größer sind, als die äußeren am Lidrand.

Manchmal kann ein inneres Gerstenkorn auch die Bindehaut des Auges betreffen, sodass eine Bindehautentzündung entsteht. Jedoch ist bei einer Bindehautentzündung die Innenseite der Augenlider betroffen und nicht die Düsen, wie das bei dem Gerstenkorn der Fall ist. Beim äußeren Gerstenkorn (Hordeolum externum) entzünden sich die Düsen, die für die Schweiß- und Talgproduktion zuständig und für die Wimpern und Haare wichtig sind.

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Ursachen für die Infektion und das Auftreten des Gerstenkorns

Das Gerstenkorn tritt meistens auf, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Außerdem kann das gehäufte Auftreten von einem Gerstenkorn auch bei anderen Krankheiten wie beispielsweise Diabetes der Fall sein. Bemerkt man ein vermehrtes Auftreten, sollte man die Ursachen beim Arzt abklären lassen.

Wie sieht ein Gerstenkorn aus?

Ein Gerstenkorn ist ein Eiterknötchen am Augenlid, wodurch das Lid rot anschwillt und druckempfindlich wird. Die Entzündung kann schmerzhaft und unangenehm werden. Meist fängt es kleiner an und wird im Laufe der Zeit größer.

Gerstenkorn vs. Hagelkorn

Häufig werden Gerstenkörner mit dem Hagelkorn verwechselt, denn das Hagelkorn liegt auch direkt am Augenlid. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine Infektion, sondern viel mehr um abgekapselten Zellmüll einer Infektion, beispielsweise von einem Gerstenkorn, welches nicht ganz abgeheilt ist. Außerdem ist das Hagelkorn deutlich größer und sogar verschiebbar. Es muss häufig chirurgisch entfernt werden.

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Das solltest du bei einem Gerstenkorn auf keinen Fall tun

Man könnte meinen, dass das Reiben des Auges hilft, doch genau das sollte man vermeiden. Im Umgang mit dem Gerstenkorn ist es wichtig zu wissen, dass man es auf keinen Fall anfassen sollte. Dadurch könnte sich die Entzündung nur noch verschlimmern und die Erreger in das andere, noch gesunde Auge verschleppt werden.

Noch gefährlicher ist es, wenn versucht wird, das Gerstenkorn auszudrücken, denn dadurch wird die Entzündung oft schlimmer. Da es sich bei dem Gerstenkorn um eine Infektion handelt, ist es ansteckend, wodurch man noch häufiger als gewohnt seine Hände waschen sollte. Am besten ist, wenn man sogar eigene Handtücher verwendet.

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Das hilft: Hausmittel für die Behandlung eines Gerstenkorns

  • Viel trinken: Ausreichend Wasser zu trinken ist immer wichtig, doch besonders bei Infektionen und Entzündungen solltet ihr darauf achten, genug Flüssigkeit aufzunehmen. Ideal sind ca. zwei Liter Wasser am Tag. Tee ist natürlich auch eine gute Alternative.
  • Trockene Wärme: Mit einer Rotlichtlampe kann man das Gerstenkorn sehr gut behandeln. Die trockene Wärme sorgt dafür, dass sich das Gerstenkorn schneller öffnet, der Eiter abfließen kann und somit auch abheilt. Mit der Rotlichtlampe sollte man das Gerstenkorn bis zu dreimal am Tag für jeweils zehn Minuten bestrahlen. Dabei wird die Lampe mit einem Abstand von 20 bis 40 cm vor dem geschlossenen Auge positioniert. Wer noch keine Rotlichtlampe besitzt, kann hier ganz einfach eine über Amazon bestellen.*
  • Kompressen aus Tee als Hausmittel: Oft werden feuchte Kompressen gegen Gerstenkörner empfohlen und verwendet. So soll mit einer Kompresse, hergestellt aus beispielsweise Kamillentee, das Auge abgetupft werden, um so die Entzündung zu hemmen. Jedoch ist die Gefahr dabei, dass durch die Feuchtigkeit die Haut aufweicht, wodurch sich die Erreger besser ausbreiten können. Kompressen aus Kräuter oder Kamille können außerdem das Auge reizen und allergische Reaktionen hervorrufen.
  • Kompressen aus Quark als Hausmittel: Auch bei einer Kompresse aus Quark ist Vorsicht geboten, jedoch hilft der Quark Entzündungen natürlich zu bekämpfen. Hierfür einfach ein wenig Quark auf einem Leinentuch platzieren und dieses für 10 Minuten auf das geschlossene Auge legen.
  • Breiumschläge als Hausmittel: Breiumschläge hergestellt aus Leinsamen, die im Wasser aufgequollen worden, werden häufig als Hausmittel gegen Gerstenkorn verwendet. Dafür werden die Leinsamen im 1:2 Verhältnis mit kochenden Wasser aufgequollen und dann die Breimischung in einem Leinensack gegeben. Ist diese nicht mehr heiß, wird die Breimischung mehrmals am Tag auf das entzündete Augenlid gelegt. Bei dieser Anwendung sollte man besonders auf die Hygiene achten, also das Leinentuch immer wieder wechseln.
  • Mit einem Wattestäbchen reinigen: Was auch hilfreich sein kann, ist die Verwendung eines Wattestäbchens, welches man mit Babyshampoo aufgelöst in Wasser über das Gerstenkorn in Richtung der Nase streicht. Damit reinigt man die entzündete Stelle von möglichen Bakterien.
  • Mit einem feuchten Waschlappen reinigen: Zwar solltet ihr das Auge nicht mit den Händen berühren, doch ihr könnt es stattdessen mit einem feuchten Waschlappen leicht auswaschen. Hierfür geht man von außen nach innen über das Auge.

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Dann sollte man mit einem Gerstenkorn zum Arzt gehen

In der Regeln verheilt das Gerstenkorn nach der Zeit von alleine, doch manchmal treten in Zusammenhang mit dem Gerstenkorn weitere Symptome auf. Bei Symptomen wie Kopfscherzen, erhöhter Temperatur, Fieber, geschwollenen Lymphknoten oder allgemeinem Unwohlsein solltet ihr am besten einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.

Außerdem sollte man auch nach mehreren Tagen, in denen das Gerstenkorn nicht abheilt, zu einem Arzt oder einer Ärztin gehen. Der Augenarzt/die Augenärztin verschreibt in der Regel antibiotikahaltige Salben oder Augentropfen, damit sich die Infektion nicht noch weiter ausbreitet. Manchmal bekommt man auch eine Salbe verschrieben, die desinfizierend wirken soll.

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So kannst du ein Gerstenkorn vorbeugen

Ein Gerstenkorn zu haben ist lästig und unangenehm, doch kann man eine solche Infektion vorbeugen, indem man das Immunsystem stärkt und auf folgende Dinge beachtet.

  • Ernährt euch ausgewogen und vitaminreich. Auch tägliche Bewegung an der frischen Luft ist für das Immunsystem wichtig.
  • Darüber hinaus sollte man darauf achten, dass das Auge nicht austrocknet. Das kann durch Zugwind passieren, wodurch wiederum das Auge unterkühlt wird und dadurch schließlich ein Gerstenkorn entsteht.
  • Außerdem sollten all diejenigen, die sich schminken, beim Auftragen von Mascara vorsichtig mit dem Auge umgehen. Achtet außerdem darauf, euer Make-up schonend zu entfernen.
  • Sehr wichtig ist auch, dass man seine Hände regelmäßig gründlich wäscht und generell nicht mit den Händen das Gesicht und die Augen berührt, denn so können schnell Bakterien die empfindlichen Schleimhäute angreifen.
  • Ihr tragt Kontaktlinsen? Dann spielt die Hygiene eine besonders wichtige Rolle. Die Linsen also regelmäßig auswechseln und über Nacht in sauberer Kontaktlinsenflüssigkeit aufbewahren.

Quellen:

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