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Von Vagina bis Venushügel: Die weiblichen Geschlechtsorgane

von Fiona Rohde Veröffentlicht am 20. April 2015

Meistens sind wir Frauen überzeugt, dass wir unseren eigenen Körper in- und auswendig kennen. Aber wie sieht es wirklich mit unseren Kenntnissen der weiblichen Geschlechtsorgane aus? Hier erfahrt ihr alles, was ihr über Vagina, Brustwarze & Co wissen müsst.

Egal ob man sich unter den Frauen oder bei den Männern umhört: Wenn es um die weiblichen Geschlechtsorgane geht, gibt es eigenartigerweise immer noch viele Irrtümer. So denken zum Beispiel viele Leute, dass Vagina und Vulva das gleiche wären.

Hier kommt also nochmal Klartext alles Wissenswerte über die intimsten weiblichen Zonen: die inneren und äußeren Geschlechtsorgane der Frau. Denn das gehört nicht nur zum Allgemeinwissen, sondern kann auch ungemein hilfreich sein, den Sex noch mehr zu genießen.

Die äußeren Geschlechtsorgane der Frau

Zu den äußeren Genitalien der Frau (auch Vulva oder Scham genannt) gehören der Venushügel, die großen und kleinen Schamlippen, die Klitoris (Kitzler), der Scheidenvorhof und die Scheidenvorhofdrüsen.

  • Am auffälligsten ist der Venushügel: ein kleines Fettpolster über dem Schambein.
  • Zwischen den Beinen befinden sich die großen und kleinen Schamlippen, die je nach Form mehr oder weniger sichtbar sind. Die großen Schamlippen sind von Fettgewebe unterpolsterte Hautfalten. Sie dienen dazu, die weiblichen Geschlechtsorgane zu schützen. Die kleinen Schamlippen befinden sich darunter und bestehen aus zwei dünnen Hautfalten, die sehr viele Nerven und blutgefäße enthalten. Das sorgt dafür, dass sie sehr berührungsempfindlich sind.
  • Dahinter findet sich der so genannte Scheidenvorhof: Die Zone, in der sich die Öffnung der Harnröhre und etwas weiter hinten der Scheideneingang befindet.
  • Die kleinen Schamlippen bilden vorne eine Falte (das Klitoris-Häubchen), um die Klitoris zu schützen. Die Klitoris (auch Kitzler) ist ein aus Schwellkörpergewebe gebildetes Organ. Hier liegen viele Nervenendigungen, so dass die Klitoris besonders berührungsempfindlich ist. Das Gewebe der Klitoris ist weit größer als es von außen scheint, da das Gewebe bis weit in die Scheide hineinreicht.
  • Die Scheidenvorhofdrüsen (auch Vestibulardrüsen) sind für die Befeuchtung der Scheide zuständig, zum Beispiel bei sexueller Erregung.

Die weibliche Brust

Die weibliche Brust gehört zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen der Frau. Sie entwickelt sich erst in der Pubertät, wobei Form und Größe von Frau zu Frau unterschiedlich sind.

Im Inneren besteht die weibliche Brust aus der Brustdrüse sowie aus Fett- und Bindegewebe. Die Spitze der Brust bildet die Brustwarze, in der sich zahlreiche Nervenenden befinden: Die Brustwarze ist daher sehr empfindsam und stimulierbar und gehört zu den erogenen Zonen bei der Frau.

Größe und Empfindsamkeit der Brust verändern sich unter hormonellem Einfluss. Zum Beispiel während der monatlichen Periode oder der Schwangerschaft kann die Brust größer werden, spannen und empfindsamer sein. Auch die Brustwarzen nehmen während der Schwangerschaft meist eine andere Farbe und Form an (sie werden dunkler und größer), da sie sich darauf vorbereitet, für das Baby Muttermilch zu produzieren.

Die inneren Geschlechtsorgane der Frau

Zu den inneren Genitalien der Frau gehören die Scheide (Vagina), die Gebärmutter (Uterus) und Gebärmutterhals, die beiden Eileiter (Tubae uterinae) und die beiden Eierstöcke (Ovarien).

  • Die Scheide ist schlauchförmig und etwa acht bis zehn Zentimeter lang und zwei bis drei Zentimeter breit und besteht aus dehnbaren Muskelfasern. Sie ist die Verbindung zwischen den äußeren Geschlechtsorganen und der Gebärmutter und reicht bis zum Muttermund. Die Scheide hat mehrere Funktionen: durch sie fließt das Menstruationsblut ab, sie nimmt den Penis und somit die Samenzellen auf, so dass sie zum Muttermund gelangen können und durch sie tritt das Baby bei der Geburt aus. Zudem schützt sie die inneren Geschlechtsorgane gegen Infektionen von außen.
  • Kurz hinter dem Scheideneingang befindet sich eine kleine ringförmige Membran: das Jungfernhäutchen. Es ist in der Regel bei Frauen intakt, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten, bei manchen Frauen reißt es aber auch erst nach mehrmaligem Geschlechtsverkehr ein. Das Jungfernhäutchen ist nicht komplett zugewachsen, sondern besitzt Öffnungen, durch die das Regelblut einmal im Monat austreten kann. Das Einreißen beim ersten Geschlechtsverkehr kann zu einer leichten Blutung führen, muss aber nicht.
  • Die Gebärmutter (Uterus) ist ein recht muskulöses Organ. Den oberen, größeren Teil bezeichnet man als Gebärmutterkörper, den unteren als Gebärmutterhals (Zervix). Der Gebärmutterhals reicht bis in die Scheide hinein und besitzt eine kleine Öffnung, den Muttermund, durch den Samenzellen in die Gebärmutter gelangen können. Nur während der fruchtbaren Tage ist der Muttermund geöffnet, ansonsten bleibt er durch einen Schleimpfropf verschlossen.
  • Der Eileiter verbindet die Gebärmutter mit den rechts und links liegenden Eierstöcken, in denen die Eizellen und Hormone (z.B. Östrogene, die weiblichen Geschlechtshormone) produziert werden.
  • Kommt es zu einer Befruchtung, wandert die Eizelle aus dem Eierstock innerhalb von vier bis sechs Tagen durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter, um sich dort einzunisten.

Lustempfindliche Organe

Die Genitalien sind Fortpflanzungs- und Lustorgane zugleich und sind deshalb stimulierbar. Wie beim Mann auch verändern sich die weiblichen Geschlechtsorgane kurzzeitig beim Sex:

  • Wenn eine Frau erregt ist, vergrößert sich das Volumen der kleinen Schamlippen, sie schwellen an.
  • Auch die Klitoris schwillt bei einer Stimulation an und tritt leicht aus dem Klitoris-Häubchen hervor.
  • Die Scheide wird stärker durchblutet und produziert eine natürliche Gleitflüssigkeit, um die Penetration zu erleichtern.

Der Monatszyklus

Der weibliche Zyklus wiederholt sich alle 28 Tage. In der ersten Phase produzieren die Eierstöcke Hormone, um die Eizelle heranreifen zu lassen. In diesen 12-14 Tagen bereitet sich die Gebärmutter darauf vor, eventuell eine Eizelle zu empfangen, die von einem Spermium befruchtet wurde. Wenn die Eizelle reif ist, wird sie von einem der beiden Eierstöcke ausgestoßen. Dieser Vorgang wird als Eisprung (Ovulation) bezeichnet.

Die Eizelle hat nur eine Lebensdauer von wenigen Tagen und kann nur in dieser Zeit befruchtet werden. Bei einer Schwangerschaft nistet sich der Embryo in der Gebärmutter ein. Ab der 9. Schwangerschaftswoche und bis zur Geburt spricht man dann von einem Fetus (Fötus). Wenn es nicht zu einer Befruchtung kommt, stirbt die Eizelle ab, die Gebärmutterschleimhaut löst sich auf und wird zusammen mit ihren Blutbestandteilen durch die Scheide abgesondert. Dieser Vorgang heißt Menstruation (auch Monatsblutung bzw. Regel). Danach beginnen die Eierstöcke wieder mit der Hormonproduktion für die nächste Eizelle.

Wenn die biologische Uhr tickt

Eine Frau kann nur in einem bestimmten Zeitraum ihres Lebens Kinder bekommen, weil die Menge an Eizellen mit dem Alter immer mehr abnimmt.

Mit der Menopause geht der gebärfähige Lebensabschnitt einer Frau zu Ende. Es gibt Behandlungsmethoden, um die unterschiedlichen Beschwerden der Wechseljahre wie Scheidentrockenheit und Schweißausbrüche zu reduzieren. Die Menopause bedeutet natürlich nicht, dass eine Frau keinen Sex mehr haben kann und ihr Lustempfinden verliert.

Die Infektions- und Krankheitsgefahr

Wie alle Körperorgane können auch die Genitalien von Krankheitserregern oder Viren befallen werden. Es gibt harmlose Erkrankungen, wie die Pilzinfektion Mykose oder eine Harnwegsentzündung, die mit Antibiotika behandelt werden können. Eine gute Intimhygiene (Wasser + ein mildes, PH-neutrales Reinigungsgel) hilft dabei, bestimmten Infektionen vorzubeugen. Sie schützt aber nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten, wie zum Beispiel Aids. Um sich vor ansteckenden Geschlechtskrankheiten zu schützen bzw. niemanden anzustecken, wird dringend empfohlen, eine effiziente Verhütungsmethode zu verwenden. Das beste Mittel ist nach wie vor das Kondom, denn es bietet gleichzeitig Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft und vor möglichen Sexualkrankheiten.

Quellen:

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