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Eskimo-Piercing: Schmerzen, Risiko & Kosten des Lippenpiercings

von Christina Cascino Erstellt am 15. November 2020
Eskimo-Piercing: Schmerzen, Risiko & Kosten des Lippenpiercings© Getty Images

Ihr wollt euch ein Eskimo-Piercing stechen lassen? Hier erfahrt ihr alles zu den Schmerzen, Risiken und Kosten des Lippenpiercings.

Beim sogenannten Eskimo-Piercing handelt es sich um ein Piercing an der Lippe. Genauer gesagt wird das Piercing durch die Unterlippe gestochen und tritt senkrecht wieder aus dem Lippenrot heraus.

Beim Eskimo wird in der Regel ein Curved Barbell (Bananen Piercing), also ein gebogenes Schmuckstück, eingesetzt, sodass beide Enden des Schmucks zu sehen sind: eins unterhalb der Lippe und die andere Seite sitzt direkt auf der Oberseite der Unterlippe.

Da das Lippenpiercing vertikal von unten nach oben gestochen wird, wird es auch häufig als vertikales Labret bezeichnet.

Hier bekommt ihr alle wichtigen Infos zum Eskimo-Piercing, die ihr vor dem Stechen wissen müsst.

Lest auch: Madonna-Piercing: Alles Wichtige zum Piercing an der Oberlippe

Der Unterschied zwischen Eskimo- und Ashley-Piercing

Das Eskimo-Piercing wird häufig mit dem Ashley-Piercing verwechselt. Auch beim Ashhley-Piercing handelt es sich nämlich um ein Labret-Piercing an der Unterlippe.

Während das Eskimo von unten nach oben, also senkrecht, durch die Lippe gestochen wird, wird das Ashley-Piercing hingegen horizontal von vorne nach hinten durch das Lippenrot der Unterlippe gepierct. Somit ist beim Ashley nur das eine Ende des Piercingschmucks, nämlich das direkt auf der Lippe, zu sehen. Das andere Ende versteckt sich im Mundinneren.

Eskimo-Piercing: So wird das Unterlippenpiercing gestochen

Wichtig vorab: Piercings, egal welcher Art, sollten immer ausschließlich von einem professionellen und erfahrenen Piercer gestochen werden. Wird das Piercing nicht fachgemäß gestochen oder gar in einem Juweliergeschäft gestochen, können schlimme Entzündungen entstehen, die nicht selten darin enden, dass das Piercing wieder herausgenommen werden muss.

Gerade beim Eskimo-Piercing ist Professionalität gefragt. Denn das Lippenrot ist sehr empfindlich und kann sich schnell entzünden. Außerdem kann die Einstichstelle dauerhaft reißen, wenn das Piercing falsch gestochen wird.

Nachdem die Einstichstelle und die umliegende Haut gründlich desinfiziert sowie die Piercingstelle mit einem Stift markiert wurde, wird mit einer speziellen Hohlnadel senkrecht durch die Lippe gestochen.

Direkt danach können Blutungen und Schwellungen der Lippe auftreten. Diese Beschwerden sind ganz normal und sollten spätestens nach einigen Tagen wieder verschwinden. Aufgrund der Schwellungen wird als Erstschmuck meist ein etwas längerer Curved Barbell eingesetzt. Ist der Piercingschmuck zu kurz, kann das Piercing starken Druck und Schmerzen auf die Wunde ausüben.

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Eskimo-Piercing: Wie schmerzhaft ist das Piercen?

Die Schmerzen eines Eskimo-Piercings hängen natürlich ganz davon ab, wie schmerzempfindlich man ist. Generell kann man aber sagen, dass die Schmerzen des Labret-Piercings nicht höher sind als an anderen Stellen an der Lippe. Außerdem wird lediglich durch Haut gestochen und nicht wie bei vielen Ohrpiercings (etwa dem Tragus oder Conch) durch Knorpelgewebe.

Mögliche Risiken beim Eskimo-Piercing

Da bei allen Piercings, egal ob Bauchnabel-, Ohr- oder Lippenpiercing, Gewebe durchstochen und ein Fremdkörper eingesetzt wird, können gewisse Risiken nicht ausgeschlossen werden. Am häufigsten kommt es vor, dass sich ein Piercing entzündet.

Eine Entzündung kann zum Beispiel entstehen, wenn das Eskimo nicht richtig und regelmäßig gepflegt wird, oder aber, wenn man mit dem Piercing häufig an Kleidung und Co. hängen bleibt.

Wie ihr bei einer Entzündung vorgehen müsst, erfahrt ihr hier: Piercing entzündet: Was du tun kannst und wann du zum Arzt solltest.

Auch beim Stechen des Eskimo-Piercings kann es zu Komplikationen kommen. Wird das Unterlippenpiercing nämlich falsch gestochen, kann dies zum Einreißen der Lippe führen.

Im Allgemeinen bringt das vertikale Labret allerdings weniger Risiken mit sich als andere Piercings, da es nicht an den empfindlichen Nervenbahnen verläuft. Zudem kommt der Schmuck nicht mit den Zähnen und dem Zahnfleisch in Berührung (so wie das zum Beispiel beim Smiley-Piercing der Fall ist), sodass eine Schädigung der Zähne verhindert werden kann.

Auch lesen: Septum-Piercing: Alle Infos rund um das Nasenpiercing

Wie viel kostet das Eskimo-Piercing?

Die Kosten des Unterlippenpiercings hängt ganz davon ab, in welchem Studio und welcher Region ihr euch stechen lassen wollt. In der Regel müsst ihr mit etwa 40 bis 70 Euro für das Eskimo-Piercing rechnen.

Neben dem Stechen ist oftmals auch der Erstschmuck sowie die Piercingpflege im Preis enthalten. Am besten ihr informiert euch vor dem Piercingtermin über die Kosten, die auf euch zukommen.

Eskimo-Piercing: Alles zur Heilung und richtigen Pflege

Das vertikale Labret ist in der Regel innerhalb von vier bis acht Wochen abgeheilt. In einzelnen Fällen kann es aber auch länger dauern. Damit beim Abheilungsprozess keine Probleme auftreten, sollte auf eine gute Pflege geachtet werden.

Hier kommen die wichtigsten Tipps:

  • Einstichstelle in den ersten Wochen zwei- bis dreimal täglich mit Desinfektions-Mundspray (gibt es im Piercing-Studio, der Apotheke oder hier bei Amazon*) reinigen.

  • In den ersten Tagen auf Rauchen, Alkohol und blutverdünnende Medikamente wie Aspirin verzichten und Piercing vor Seife und Kosmetik schützen bzw. zu ph-neutralen Produkten greifen. Lippenstift sollte erst wieder verwendet werden, wenn das Piercing vollständig abgeheilt ist.

  • In den ersten zwei Wochen sollte auf Milchprodukte sowie sehr säurehaltige Lebensmittel verzichtet werden. Generell sollte man beim Essen zunächst vorsichtig sein.

  • Für einige Tage aufgrund der Verletzungsgefahr auf Ballsportarten verzichten. Auch Sonnenbaden/Solarium und Sauna ist während der Wundheilung tabu.

  • Entstehen Krusten, können diese vorsichtig mit warmem Kamillenwasser entfernt werden.

Bleibt eine Narbe zurück, wenn ich das Piercing herausnehme?

(Fast) alle Piercings hinterlassen in der Regel eine Narbe, sobald man den Schmuck herausnimmt und die Einstichstelle zuwachsen lässt. Wie stark die Narbe ausfallen wird, hängt ganz davon ab, an welcher Stelle, das Piercing sitzt, wie dick der verwendete Schmuck war oder wie lange das Piercing getragen wurde. Hat sich das Piercing außerdem stark entzündet, können ebenfalls Narben zurückbleiben.

Beim Eskimo bleibt meist eine kleine Narbe an der unteren Einstichstelle, also unter der Unterlippe, zurück. Auf dem Lippenrot ist hingegen häufig nach einiger Zeit nichts mehr zu sehen.

Welcher Piercingschmuck eignet sich für ein Eskimo Piercing?

Sobald das Piercing an der Unterlippe vollständig abgeheilt ist, kann der Erstschmuck, der beim Stechen eingesetzt wurde, durch anderen Schmuck ausgetauscht werden. Dies solltet ihr beim Piercer machen lassen, um Komplikationen zu vermeiden.

Für das Eskimo-Piercing wird in der Regel ein Curved Barbell (gebogener Stab), auch Bananenpiercing oder Bananabell genannt, verwendet. Dieser Schmuck passt sich am besten der natürlichen, gewölbten Form der Lippe an.

Wichtig ist, dass das Barbell die richtige Länge besitzt, da es sonst zu Spannungen und im schlimmsten Fall sogar zum Einreißen der Lippe kommen kann. Je nach der Fülle der Lippen wird meist eine Stablänge zwischen 10 mm und 12 mm verwendet. Die Stabstärke beträgt in der Regel etwa 1,2 mm und die Kugelgröße ca. 3 mm. Empfohlen wird außerdem ein Bananenpiercing aus Bioflex (PTFE). Das Material ist hautfreundlicher als Nickel oder chirurgischer Edelstahl, die häufig Allergien oder Entzündungen auslösen.

Seltener werden für das Eskimo auch Piercingringe eingesetzt.

Quellen & weitere Informationen zu gesundheitlichen Risiken des Piercings:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich der Information und ersetzen keine Diagnose beim Arzt. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Arzt kontaktieren.

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