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Lippenpiercing: Welche Piercing-Arten es gibt – plus Risiken & Kosten

von Christina Cascino Erstellt am 6. Juni 2021
Lippenpiercing: Welche Piercing-Arten es gibt – plus Risiken & Kosten© Getty Images

Piercings an der Lippe sind echte Klassiker. Welche verschiedenen Arten es gibt, sowie alle wichtigen Infos zu den Risiken, Schmerzen und Kosten gibt es hier.

Lippenpiercings feierten vor allem in den frühen 2000ern ihren großen Trend-Höhepunkt. Doch auch heute zählen Piercings an der Lippe noch zu den beliebtesten Piercings überhaupt. Kein Wunder. Schließlich gibt es zahlreiche Stellen an der Lippe, die mit einem Piercing geschmückt werden können. Somit ist für jeden Piercing-Fan der richtige Körperschmuck dabei.

Wer sich ein Lippenpiercing stechen lassen will, sollte sich vorab über Risiken, Methoden und die richtige Pflege informieren. In unserem Piercing-Guide erfahrt ihr alles, was ihr vor dem Stechen wissen solltet.

Übrigens: Lippe heißt auf Lateinisch "Labret" (lat. labrum), weswegen alle Piercings im Bereich der Lippe, manchmal auch nur solche an der Unterlippe, als Labret-Piercing bezeichnet werden.

Vorab im Video: Welches Tattoo passt zu meinem Sternzeichen?

Video von Sarah Glaubach

Auch lesen: Ihr wollt ein Ohrpiercing? Wir haben alle Infos über Methoden, Tipps und Risiken!

Welche Arten von Lippenpiercings gibt es?

Lippenpiercing ist nicht gleich Lippenpiercing. In den letzten Jahren haben sich viele verschiedene Piercing-Arten entwickelt. An welcher Stelle ihr eure Lippen piercen lassen könnt? Hier kommt ein Überblick:

  • Medusa-Piercing
  • Madonna- / Monroe-Piercing
  • Jestrum-Piercing
  • Labret-Piercing
  • Dahlia-Piercing
  • Ashley-Piercing
  • Lane-Piercing
  • Eskimo-Piercing
  • verschiedene Bites-Piercings

Medusa-Piercing

Das Medusa-Piercing sitzt am Philtrum, der kleinen Einkerbung zwischen Oberlippe und Nase. Das Piercing an der Oberlippe ist nach etwa vier bis acht Wochen vollständig abgeheilt. Als Schmuck wird meist ein 1,2 mm dicker und 8-10 mm langer Labret Stab verwendet.

Hier findet ihr alle Infos: Medusa-Piercing: Die wichtigsten Infos zum Oberlippenpiercing

Madonna- / Monroe-Piercing

Auch das Madonna- bzw. Monroe-Piercing ist ein Oberlippenpiercing. Das Madonna-Piercing sitzt rechts über der Oberlippe und das Monroe links. Lässt man sich auf beiden Seiten piercen, dann handelt es sich um ein Angel Bites-Piercing.

Alle Infos gibt es hier: Madonna-Piercing: Alles Wichtige zum Piercing an der Oberlippe

Jestrum-Piercing

Das Jestrum-Piercing wird von der kleinen Einkerbung über der Oberlippe senkrecht durch die Mitte der Oberlippe gestochen. Als Schmuck wird in der Regel ein Curved Barbell Piercing (Bananen-Piercing) verwendet.

Labret-Piercing

Das Labret-Piercing wird unterhalb der Unterlippe gestochen. Ob das Piercing mittig oder eher seitlich (Side Labret) sitzen soll, bleibt ganz dem eigenen Geschmack überlassen. Sitzt das Piercing besonders tief in der Nähe der Zahnwurzel, spricht man von einem Lowbret.

Noch mehr Infos findet ihr hier: Labret-Piercing: Alles zu Schmerzen, Risiken und Kosten des Lippenpiercings

Dahlia-Piercing

Das Dahlia-Piercing ist auch unter dem Namen Joker-Piercing bekannt und besteht aus zwei Piercings. Die sitzen jeweils rechts und links neben den Mundwinkeln.

Ashley-Piercing

Das Ashley-Piercing (oder Racoon Piercing) an der Unterlippe wird horizontal von vorne nach hinten durch das Lippenrot der Unterlippe gepierct. Somit ist beim Ashley nur das eine Ende des Piercingschmucks zu sehen.

Lane-Piercing

Beim Lane-Piercing handelt es sich um ein Oberflächenpiercing (Surface-Piercing), das waagerecht durch das Lippenrot gestochen wird. Äußerlich sind somit zwei Einstichstellen bzw. Piercingkugeln zu sehen.

Eskimo-Piercing

Das Eskimo-Piercing wird von unten nach oben durch die Unterlippe gestochen und tritt senkrecht wieder aus dem Lippenrot heraus. Das Eskimo ist auch unter dem Namen vertikales Labret bekannt.

Alle Infos gibt es hier: Eskimo-Piercing: Schmerzen, Risiko & Kosten des Lippenpiercings

Bites-Piercings

Snake Bites: Ein Side-Labret rechts + ein Side-Labret links.
Spider Bites: Zwei nebeneinander liegende Side-Labrets auf einer Side
Cyber Bites: Ein Labret-Piercing + ein Medusa-Piercing
Angel Bites: Madonna + Monroe-Piercing
Dolphin Bites: Zwei nebenainder liegende Labrets
Shark Bites: Zwei Side-Labrets rechts + zwei Side-Labrets links

Wie wird ein Lippenpiercing gestochen?

Ganz wichtig vorab: Lippenpiercings sollten wie alle anderen Piercings auch ausschließlich in einem professionellen Piercing-Studio gestochen werden. Laienhaftes Piercen könnte zu heftigen Entzündungen und Komplikationen führen.

Bevor es ans eigentliche Piercen geht, wird zunächst die Piercingstelle mit einem Stift markiert und gründlich desinfiziert. Nun wird die entsprechende Stelle an der Lippe mit einer Piercingzange fixiert, sodass beim Stechen des Kanals nichts verrutschen kann und anschließend mit einer Hohlnadel (auch Verweilkanüle genannt) durchstochen.

Ob das Piercen als schmerzhaft empfunden wird, hängt ganz vom eigenen Schmerzempfinden und von der jeweiligen Stelle ab. Einige Regionen an der Lippe sind schmerzempfindlicher als andere.

Nach dem Piercen kann die Lippe etwas bluten, anschwellen und pochen. Ebenso sind blaue Verfärbungen keine Seltenheit. Diese Beschwerden sollten aber bereits nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Aufgrund der Schwellungen sollte der Erstschmuck etwas länger ausfallen. Dieser schützt vor dem Einwachsen des frischen Piercings. Ein zu kurzer Stab hingegen kann Entzündungen und Schmerzen hervorrufen.

Was kostet ein Lippenpiercing?

Wie viel der gewünschte Körperschmuck an der Lippe kostet, hängt davon ab, an welcher Stelle es gestochen wird, ebenso spielt die Wahl des Piercingstudios sowie die Region eine Rolle beim Preis. In der Regel solltet ihr für ein Lippenpiercing aber mit etwa 50 bis 80 Euro rechnen. Bei den meisten Studios ist der Erstschmuck und die Pflege bereits im Preis enthalten.

Lippenpiercing: Alles zu Heilung, Pflege und Risiken

Da auch beim Lippenpiercing Gewebe durchstochen und ein Fremdkörper eingesetzt wird, bringt das Piercing am Mund wie andere Piercings auch einige Risiken mit sich. Bei unzureichender Pflege etwa können Schmerzen und Entzündungen auftreten. Selbes kann passieren, wenn ihr mit eurem Lippenpiercing häufig an Kleidung und Co. hängen bleibt.

Neben Entzündungen kann es außerdem passieren, dass der Piercingschmuck mit der Mundschleimhaut verwächst. Daher sollte euer Piercing ab und an vorsichtig gedreht werden. Das größte Risiko bei Piercings an der Lippe besteht darin, dass Zähne und Zahnfleisch beschädigt werden, da der Körperschmuck am Mund permanenten Druck und Reibung ausübt. Um Schäden zu vermeiden, sollte deswegen ein Piercingschmuck aus weichem Kunststoff gewählt werden.

Labret-Piercings sind in der Regel nach vier bis acht Wochen vollständig abgeheilt sein. Damit sich euer Piercing nicht entzündet und schnell und problemlos verheilt, solltet ihr nach dem Stechen unbedingt auf eine gründliche Pflege und Hygiene achten. Hier kommen die wichtigsten Tipps:

  • Einstichloch in den ersten Wochen zwei- bis dreimal täglich mit Desinfektionspray (gibt es im Piercing-Studio, der Apotheke oder hier bei Amazon*) reinigen.

  • Zusätzlich sollte der Mundraum nach jeder Mahlzeit mit einer Mundspülung (ohne Alkohol) oder mit Kamillentee ausgespült werden, um zu verhindern, dass Keime in die noch offene Wunde gelangen.

  • Für die ideale Heilung solltet ihr solange es geht, aber mindestens in den ersten Tagen nach dem Piercen auf Nikotin, Alkohol sowie milch- und fruchtsäurehaltige Lebensmittel verzichten.

  • Piercing außerdem vor Seife und Kosmetik schützen, da die Inhaltsstoffe zu Entzündungen führen können.

  • In den ersten Wochen auf bestimmte Sportarten etwa Ballsport verzichten. Auch der Gang ins Solarium oder Schwimmbad kann die Heilungsphase stören.

  • Vorsicht beim An- und Ausziehen, damit das frisch gestochene Piercing nicht hängen bleibt und womöglich reißt.

  • Piercing ab und zu mit desinfizierten Händen vorsichtig drehen, um zu vermeiden, dass es mit dem Muskelgewebe verwächst. Piercing aber auf keinen Fall selbstständig herausnehmen.

  • Eventuell entstehende Krusten können vorsichtig mit warmem Kamillenwasser entfernt werden.

Was zu tun ist, wenn sich euer Piercing doch mal entzündet, erfahrt ihr hier: Piercing entzündet: Was du tun kannst und wann du zum Arzt solltest.

Lippenpiercing: Das ist der passende Schmuck

Sobald euer Piercing vollständig abgeheilt ist, könnt ihr den Erstschmuck bei eurem Piercer durch anderen Schmuck austauschen lassen.

Welcher Piercingschmuck am besten verwendet werden sollte, hängt von der gepiercten Stelle an der Lippe ab. Grundsätzlich werden für die meisten Lippenpiercings sogenannte Labret Stecker verwendet. Dabei handelt es sich um Piercingstäbe, bei denen sich auf der einen Seite eine Kugel, welche es in vielen verschiedenen Designs und Farben gibt und auf der anderen Seite eine Platte, die sich im Mundinneren befindet und die Zähne sowie das Zahnfleisch schont, befindet. Der Stab des Piercings ist in der Regel 1,2 mm dick und 8-10 mm lang.

Für das Eskimo-Piercing, das Jestrum-Piercing und das Lane-Piercing eignen sich am besten Bananabells, also gebogene Piercingstäbe. Als Unterlippenpiercings sind zudem Hufeisenringe oder Spiralen sehr beliebt. Als Material wird meist Bioflex (PTFE) empfohlen. Das Material ist besonders hautfreundlich, während nickelhaltige Piercings aus chirurgischem Edelstahl Allergien oder Entzündungen auslösen können.

Eine große Auswahl an Piercings findet ihr z.B. hier bei Piercingline.*

Bei der Wahl des richtigen Schmucks sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass das Piercing nicht mit den Zähnen in Kontakt kommt, um diese nicht zu beschädigen. Zudem ist die richtige Länge entscheidend. Fällt der Stab zum Beispiel zu kurz aus, kann es zu Gewebequetschungen, Schmerzen und Entzündungen kommen.

Quellen & weitere Informationen zu gesundheitlichen Risiken des Piercings:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich der Information und ersetzen keine Diagnose beim Arzt. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Arzt kontaktieren.

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