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Der 2. Schwanger­­schaftsmonat

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 21. Mai 2008

Sie wissen mittlerweile, dass Sie schwanger sind und haben bereits einen Test gemacht.

Das Wichtigste in diesem Monat
Vereinbaren Sie umgehend einen Termin bei Ihrem Frauenarzt für die erste Vorsorgeuntersuchung:

- Ihr Frauenarzt fragt Sie nach dem 1. Tag Ihrer letzten Periode, um die Schwangerschaft zu datieren. Wenn Sie einen regelmäßigen Zyklus (28 Tage) haben ergibt sich der Entbindungstermin, indem Sie ab dem 1. Tag der letzten Periode 10 Monate (=40 Wochen) dazuzählen.
Berechnen Sie Ihren Geburtstermin!

- Der Gynäkologe stellt meistens auch Fragen zu Ihrem Alter, Ihrem Gesundheitszustand (Medikamente, Allergien), Ihren Gewohnheiten (Alkohol, Rauchen) und zu eventuellen vorherigen Schwangerschaften.
- Der Arzt nimmt eine gynäkologische Tastuntersuchung vor, um die Größe der Gebärmutter zu überprüfen und um festzustellen, ob der Muttermund verschlossen ist. Außerdem wird bei jeder Untersuchung der Blutdruck gemessen und Ihr Gewicht kontrolliert.
- Er verschreibt Ihnen eine Blut- und Urinanalyse im Labor. Bei der Blutanalyse wird Ihre detaillierte Blutgruppe (mit Rhesusfaktor) festgestellt und ein Test auf
Infektionskrankheiten (Röteln, Toxoplasmose, Syphilis, auf Wunsch auch Aids und Hepatitis-B) durchgeführt. Im Urin wird der Zucker- und Eiweißanteil gemessen, um eine eventuelle Schwangerschaftsdiabetes zu erkennen.
- Bei Bedarf kann Ihnen der Arzt Nahrungsergänzungsmittel verschreiben, um möglichen Mangelerscheinungen vorzubeugen. Folsäure (Vitamin B9), Eisen und Magnesium sind lebenswichtig, damit sich Ihr Baby richtig entwickelt.
- Der Arzt stellt einen Mutterpass aus, in den alle Informationen eingetragen werden und der zu jeder Untersuchung mitgebracht werden muss.
- Es gibt insgesamt 10-12 Vorsorgeuntersuchungen: bis zum 8. Monat eine Untersuchung pro Monat, danach alle 2 Wochen.
- Die Schwangerschaftsvorsorge ist im Prinzip von der Praxisgebühr befreit, es sei denn es findet eine zusätzliche Beratung oder Untersuchung statt. Erkundigen Sie sich deshalb bei Ihrem Arzt nach der genauen Kostenregelung.

Die Entwicklung Ihres Babys
- Das Nervensystem, die Lungen, die Leber, die Bauchspeicheldrüse und der Magen entwickeln sich erheblich weiter.
- Die Wirbelsäule und die Niere formen sich. Die ersten Muskeln, mit denen sich das Baby im Bauch bewegen kann, werden angelegt.
- Die Sinnesorgane (optischer Nerv, Ohren, Zunge und Nasenspitze) bilden sich weiter aus und sind per Ultraschall erkennbar. Der Embryo kann allerdings noch nicht sehen oder hören.
- Das kleine Herz Ihres Babys hat in diesem Stadium nur zwei Herzkammern auf der linken und rechten Seite.
- Ende des 2. Monats ist der Embryo ungefähr 3 cm groß und wiegt 2-3 g.

Formalitäten
- Vereinbaren Sie einen Termin für die erste Ultraschalluntersuchung, die Ihnen von Ihrem Arzt in der 9.-12. SSW verschrieben wird.
- Vergessen Sie nicht, ein Krankenhaus und/oder eine Hebamme für die Geburt auszusuchen wenn dies noch nicht geschehen ist. Die Wartelisten sind oft ziemlich lange!

Ihre Gesundheit
- Wenn Ihnen morgens übel ist, trinken Sie auf nüchternen Magen ein Glas Wasser und versuchen Sie das Frühstück in liegender Position im Bett einzunehmen. Warten Sie eine Viertelstunde bevor Sie aufstehen. Trinken Sie statt Tee oder Kaffee eine Tasse Kamillen- oder Ingwertee.
- Sie können Alltagsbeschwerden wie Hitzewallungen, häufiger Urinierdrang, schmerzende Brüste, Magenbrennen, Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, Nasenbluten, Juckreiz oder Brechanfällen ohne Risiko für Ihr Baby
mit homöopathischen Mitteln behandeln.
- Suchen Sie einen Arzt auf wenn Sie einen grünlichen oder unangenehm riechenden Ausfluss feststellen.
- Wenn Sie müde sind sollten Sie (wenn möglich) einen 20-minütigen Mittagsschlaf machen, der dem Körper hilft, sich zu erholen.
- Ihr Herz- und Atemrhythmus kann sich beschleunigen. Teilen Sie sich Ihre Kräfte ein, aber verfallen Sie nicht in einen Zustand träger Schläfrigkeit.
- Spannungen im Bauch sind normal und sollten nicht mit Gebärmutterkrämpfen verwechselt werden. Entspannen Sie sich und atmen Sie langsam und tief durch.
- Betreiben Sie eine sanfte Sportart: Spazierengehen, Schwimmen, sanfte Gymnastik, Yoga oder Tanzen.
- Trinken Sie mindestens 1,5 Liter Wasser pro Tag. Dadurch vermeiden Sie auch eine Blasenentzündung.

Ihre Ernährung
- Ernähren Sie sich primär mit abwechslungsreichen und frischen Lebensmitteln statt mit Tiefkühlprodukten. Das Eiweiß darf nicht reduziert werden, da es für die Entwicklung der embryonalen Muskeln unverzichtbar ist. Sie benötigen ebenfalls die Kalorien stärkehaltiger Nahrungsmittel, damit Sie Heißhungerattacken widerstehen können. Verzichten Sie dagegen auf zu fette, zu süße oder zu salzige Speisen.
- Für Ihr persönliches Wohlbefinden und Ihre Gesundheit sollte die Gewichtszu-nahme in der Schwangerschaft (also über 9 Monate hinweg) 10-12 Kilo nicht überschreiten. Wenn Sie füllig sind kann es etwas weniger sein. Umgekehrt können Sie, wenn Sie sehr dünn sind, etwas mehr zunehmen.

Ihre Haut
Pflegen Sie Ihre Haut, um zu verhindern, dass Schwangerschaftsstreifen auftreten. Diese Dehnungsmarken sind zwar normal, aber leider nicht mehr rückgängig zu machen. Benutzen Sie ein Anti-Dehnungsstreifen-Öl oder eine entsprechende Creme speziell für schwangere Frauen, die schon aus Prinzip keine Gegenanzeigen bewirken können.

Psychologie
- Sie neigen in der Schwangerschaft dazu, sich in Frage zu stellen. Außerdem können Stimmungsschwankungen und plötzliche Lustgefühle auftreten. Sie benötigen in dieser Zeit also viel Liebe, Zuneigung und Verständnis von Ihrem Partner.
- Sie befürchten, dass sich Ihr Körper zu schnell verändert, dass die Geburt nicht optimal verläuft oder dass Ihr Baby nicht gesund ist. Diese Ängste sind völlig normal. Alle werdenden Mütter fühlen sich so wie Sie!
- Ein Baby-Vorbereitungskurs im Krankenhaus oder bei einer Hebamme kann Ihnen dabei helfen, Ihr Selbstbewusstsein wieder zu stärken und Ihre Befürchtungen zu beruhigen. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt oder mit einer Person Ihres Vertrauens über Ihre Bedenken zu sprechen.

Weitere Informationen
Das Familienministerium gibt einen Leitfaden zum Mutterschutz heraus, in dem die gesetzlichen Regelungen und die finanziellen Leistungen erklärt sind.

Ultraschallbilder einer Schwangerschaft

Auch auf gofeminin: Ultraschallbilder einer Schwangerschaft: So entwickelt sich der Embryo

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