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Zero Waste Christmas: 5 Ideen für nachhaltige Weihnachten

von Nicole Molitor Veröffentlicht am 17. November 2019

Weihnachten nachhaltig zu gestalten, ist gut für die Umwelt und schont den Geldbeutel. Wir haben die besten Zero-Waste-Weihnachtsideen für euch gesammelt.

Weihnachten ohne Weihnachtsbaum, bunte Kugeln und Geschenke ist undenkbar. Statt aber blind zu konsumieren, sollten wir uns auch Gedanken um unsere Mitmenschen und die Umwelt machen. Schließlich ist Weihnachten das Fest der Liebe – auch gegenüber den kommenden Generationen. Ein logischer Schluss: Weihnachten nachhaltig zu feiern. Oder zumindest nachhaltiger.

Was ist Zero Waste Weihnachten?

Zero-Waste-Weihnachten zielt darauf ab, bei der Weihnachtsdeko und bei den Geschenken keinen bzw. möglichst wenig Müll zu produzieren. Verzichtet werden soll vor allem auf umweltschädlichen Plastikmüll. Für nachhaltige Weihnachten ohne Abfall könnt ihr alles nutzen, was ihr in der Natur oder auch zuhause vorfindet. Stichwort Upcycling.

Allerdings ist das längst nicht alles. Bei Zero-Waste-Weihnachten geht es in erster Linie darum, den eigenen Konsum zu hinterfragen und zu reduzieren. Weniger ist bekanntlich mehr. So lernen wir, Weihnachtsgeschenke wieder als etwas Besonderes zu schätzen.

Selbstgemachtes kommt meist besonders von Herzen. Deshalb stehen DIY-Weihnachtsdeko und selbst gebastelte Weihnachtsgeschenke im Fokus von Zero Waste Weihnachten. Toller Nebeneffekt: Wenn ihr Weihnachten nachhaltig feiert, spart ihr oft sogar bares Geld.

Zero-Waste-Ideen für Weihnachten

Das Beste am nachhaltigen Weihnachtsfest ist jedoch, dass ihr euch kreativ austoben könnt und euch dabei innerlich vom ewigen Kaufzwang befreit. Zumindest sollte das langfristig der Plan sein. Denn genau wie bei anderen Zero-Waste-Ideen geht es auch hier nicht darum, das Projekt übers Knie zu brechen und all eure gekaufte Weihnachtsdeko aus den Vorjahren zu verbrennen.

Seht die folgenden Ideen für umweltfreundliche Weihnachten einfach als Inspiration. Ihr braucht gar nicht alles davon umzusetzen. Aber vielleicht fehlt euch ja noch ein Adventskalender, ein Weihnachtsbaum oder das ein oder andere Geschenk. Dann bekommt ihr hier jede Menge Anregungen in Sachen Nachhaltigkeit.

1. Nachhaltiger Adventskranz

Um auch den Advent nachhaltig zu gestalten, könnt ihr schon in der Vorweihnachtszeit mit einem Zero-Waste-Adventskranz starten. Dafür könnt ihr beispielsweise Einmachflaschen mit Tannenzweigen, Ästen oder Beeren aus der Natur füllen. Dekoriert vier Flaschen und steckt oben eine Stabkerze in die Öffnung. Wenn die Kerzen nicht richtig halten, die Flaschenöffnung mit etwas Zeitungspapier verkleinern.

Tipp: Für größere Dekostücke wie Tannenzapfen oder hübsche Edelsteine nehmt ihr bauchige Einmachgläser. Deckel aufsetzen, Teelicht oder Stumpenkerze drauf und fertig.

Nun könnt ihr jeden Adventssonntag eine Kerze mehr anzünden und euch den Rest der Weihnachtszeit an eurem selbst gemachten Adventskranz erfreuen. Einfacher und natürlicher geht's gar nicht!

2. Nachhaltige Adventskalender

Der kostengünstigste Weg zu einem nachhaltigen Adventskalender ist es, diesen einfach selber zu bestücken. Wichtiger als die 24 kleinen Überraschungen im Inneren ist dabei zunächst das Äußere des Kalenders. Bei vielen gekauften Adventskalendern sitzt man hinterher auf einem Berg aus Papier und Plastik.

Damit das nicht passiert, bieten sich selbst gemachte Adventskalender mit Stoffbeuteln an. Alternativ könnt ihr auch leere und gesäuberte Marmeladengläser bemalen und die Mini-Geschenke darin verstecken. Für Schmuckstücke eignen sich verzierte Streichholzschachteln. Edel wird's mit Holzdosen; günstiger mit recyclebaren Butterbrottüten.

Im Video: Idee für einen DIY-Adventskalender (wenn auch nicht komplett nachhaltig)

3. Nachhaltiger Weihnachtsbaum

Neben künstlichen Weihnachtsbäumen lassen sich auch echte Weihnachtsbäume schlecht mit dem Nachhaltigkeitsgedanken von Zero-Waste-Weihnachten kombinieren. Bei der Aufzucht der Bäume kommen nämlich häufig Chemikalien und Pestizide zum Einsatz, die die Umwelt belasten.

Eine schöne Alternative zum nachhaltigen Bio-Weihnachtsbaum sind sogenannte "lebendige Weihnachtsbäume". Lebendig deshalb, weil die Bäume mit intakten Wurzeln im Topf ankommen. Als Mietbäume könnt ihr sie vielerorts in Gärtnereien oder Baumschulen ausleihen. Nach dem Fest bringt ihr sie entweder wieder zum Händler zurück, oder ihr kauft sie und pflanzt sie in euren Garten. So zumindest der Plan.

Darüber hinaus gibt es viele Möglichkeiten, einen Weihnachtsbaum zu basteln. Etwa aus unterschiedlich großen Ästen oder Tannenzweigen. Oder ihr stellt eine Holzstehleiter quer, sodass diese die typische Weihnachtsbaumform annimmt. Ihr könnt euch auch eine herumfliegende Lichterkette schnappen und diese in Schlangenlinien als Weihnachtsbaum an der Wand befestigen.

Minimalistisch und schön: Weihnachtsbaumdeko aus alten Notenblättern oder Dekodrucken, die ihr pyramidenförmig wie eine Tanne an die Wand bringt.

4. Nachhaltige Weihnachtsgeschenke

Als Zero-Waste-Weihnachtsgeschenke bieten sich zum einen Dinge aus eurem Zuhause oder vom Flohmarkt an, die ihr einfach weiterverschenkt. Was ihr nicht mehr braucht, kann noch jemand anderem eine Freude machen. Aber auch nicht-materielle Weihnachtsgeschenke, wie selbst gebastelte Gutscheine für gemeinsame Aktivitäten, eignen sich super für nachhaltige Weihnachten.

Hier ein paar Ideen für Zero-Waste-Geschenke:

  • Kino- oder Theaterkarten
  • Restaurantbesuch
  • Koch- oder Backkurs
  • Sauna- oder Massagebesuch
  • Konzerttickets

Auch Selbstgebasteltes kann ein tolles, nachhaltiges Weihnachtsgeschenk sein. Wie wäre es mit selbst gemachter Seife, einer leckeren Backmischung im Glas oder einem Geschenk aus dem Garten?

Im Video: Anleitung für selbst gemachte Badebomben zum Verschenken

Ebenfalls ein wichtiger Punkt in Sachen nachhaltige Weihnachtsgeschenke: Verpacken ohne Müll. Denn beim Einpacken der Geschenke fällt häufig ein riesiger Papierberg an, der selten recyclebar ist und auf Kosten der Umwelt geht.

Nachhaltige Geschenkverpackungen sind zum Beispiel:

  • Altpapier (Zeitungen, Magazine)
  • Recycelbares Packpapier
  • Butterbrotpapier
  • Alte Buchseiten oder Landkarten
  • Stoff (aussortierte Halstücher, zerschnittene T-Shirts)

Tipp: Statt mit Plastikklebestreifen sichert ihr die verpackten Geschenke mit hübsch gemusterten Packschnüren aus recyceltem Garn. Dekorieren könnt ihr die nachhaltigen Weihnachtsgeschenke mit kleinen Tannenzweigen oder verspielten Zeichnungen.

5. Nachhaltige Weihnachtsdeko

Die beste Quelle für günstige und nachhaltige Weihnachtsdeko ist die Natur. Sammelt beim Herbst- oder Winterspaziergang auf, was ihr so auf dem Boden findet: lose Tannenzweige, bunte Herbstblätter, Nüsse, Eicheln, Kastanien, Tannenzapfen oder knorrige Äste.

Verzieren könnt ihr die Naturdeko mit Kerzen (zur Sicherheit am besten Echtwachs-LED-Kerzen), Zimtstangen und Anissternen. Als duftendes Streuwerk bieten sich Orangen- oder Mandarinensterne an, die ihr mit Keksausstechern aus den Fruchtschalen formt.

Nachhaltige Weihnachtsdeko oder Christbaumschmuck lässt sich zudem einfach selber basteln. Beispielsweise aus weichem Filzstoff, hübsch gefalteten Buchseiten, Pappmaché oder Holzperlen. Beim Aufhängen könnt ihr erfinderisch sein: Aus einem alten Kleiderbügel wird fix ein Weihnachtsmobile und aus aufgehängten Ästen ein alternativer Weihnachtsbaum.

Wenn ihr weitere Ideen für nachhaltige Weihnachten sucht, können wir euch das Buch "Zero Waste Weihnachten" von Alexandra Achenbach sehr empfehlen. Darin findet ihr jede Menge Inspiration und Tipps für eine umweltschonende Advents- und Weihnachtszeit.

> Hier könnt ihr das Buch (z. B. als Geschenk) bei Amazon bestellen.

Vorab möchten wir euch jedoch schon eine Anleitung für selbst gemachte Weihnachtsdeko aus dem Bastelbuch präsentieren. Los geht's!

Weihnachtsdeko aus Kaltporzellan

Schon von Kaltporzellan gehört? Die Modelliermasse lässt sich einfach selber machen. Alles, was ihr dafür an Material benötigt, habt ihr wahrscheinlich bereits in der Küche.

Ihr braucht:

  • ca. 60 g Speisestärke
  • ca. 250 g (Küchen)Natron
  • ca. 85 ml Wasser
  • Rührschüssel
  • Kochtopf
  • Plätzchenausstecher (z. B. in Sternform)
  • Holzspieß
  • Kristallvase, Kristallglas o. Ä. (für den Abdruck)

So wird's gemacht:
1. Stärke, Natron und Wasser in einen kleinen Topf geben und gut mischen.

2. Die Mischung unter ständigem Rühren erhitzen, aufkochen und bei geringer Hitze leicht weiter köcheln lassen. Die Masse beginnt sich nun von flüssig zu fest zu verändern. Vorsicht! Das kann ziemlich schnell gehen. Sobald sie eine stark breiige Konsistenz erreicht hat und schwer reißend vom Löffel fällt, ist es an der Zeit zum Abkühlen. Also Ofen aus, Topf vom Herd und entspannen.

3. Nach etwa 10 Minuten Auskühlzeit kann das falsche Porzellan in einer großen Rührschüssel weiterverarbeitet werden. Jetzt wird mit den Händen geknetet. Ist die Masse zu klebrig, kommt noch etwas Stärke hinzu – solange bis ein geschmeidiger, weißer Teig entstanden ist.

4. Der Teig ist bereit zum Formen. Zuvor noch zwei Dinge: Ähnlich wie Salzteig schrumpfen die fertigen Dekoobjekte um ca. 10 Prozent. Und beim Ausrollen sollte das Kaltporzellan ungefähr eine Dicke von ca. 4–8 mm haben. Zu dicke oder zu dünne Stücke können beim Aushärten eventuell kleine Risse bekommen.

5. Die Unterlage leicht mit Stärke bestäuben und den Teig sorgfältig ausrollen.

6. Jetzt kommt der Clou: Der Teig wird nämlich mit Kristallglas bedruckt. Dazu vorsichtig die geschliffenen Glasflächen auf die Oberfläche des Kaltporzellan drücken, bis ein schöner Abdruck entstanden ist.

7. Mit den Plätzchenausstechern den Kaltporzellan-Baumschmuck ausstechen und mit dem Holzspieß ein kleines Loch zum Aufhängen durchpieksen. Fertig!

8. Je nach Größe und Dicke der Anhänger und je nach der Luftfeuchtigkeit im Raum kann die Trocknungszeit 1–3 Tage lang dauern. Währenddessen unsere hübschen Schmuckstücke mehrmals vorsichtig wenden.

Tipp: Wer mag, kann seine Kaltporzellansterne mit Filzstiften oder bunter Acrylfarbe anmalen.

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