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KFZ-Diät: Gesund abnehmen ohne zu hungern - so geht's!

von Jessica Stolz Veröffentlicht am 18. September 2019

Low Carb oder Low Fat? Nichts da, die Kombination ist der Schlüssel! Mithilfe der KFZ-Diät soll es möglich sein innerhalb von 10 Wochen rund 6 kg abzunehmen, und dass ohne auf Kohlenhydrate oder Fette zu verzichten. Wir verraten euch, wie das funktioniert, und erklären euch die Vor- und Nachteile.

Abnehmen ohne zu hungern - das wünschen sich wahrscheinlich die meisten, die gerne ein paar Kilos los werden möchten. Mit der KFZ-Diät soll das möglich sein. Das Prinzip der Diät basiert dabei auf einer einzigen Regel: Fette und Kohlenhydrate dürfen niemals zusammen gegessen werden. Ansonsten ist aber alles erlaubt. Bedeutet: Keine Heißhungerattacken, kein Kalorienzählen – so die Theorie.

Aber kann das wirklich funktionieren? Wir verraten euch, was genau es mit der KFZ-Diät auf sich hat und welche Vor- und Nachteile diese Diätform mit sich bringt.

Was ist die KFZ-Diät?

Ins Leben gerufen wurde die KFZ-Diät von Prof. Dr. med. Olaf Adam. Zusammen mit Wissenschaftlern der Ludwig-Maximilian-Universität in München fand er in einer Studie heraus, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt der Einnahme von Fetten und Kohlenhydraten gibt.

In seinem Buch "KFZ – Genussvoll essen und abnehmen" (hier bei Amazon) beschreibt er, wie die KFZ-Diät die beiden beliebten Diätformen "Low Carb" und "Low Fat" miteinander kombiniert. Verzichten müsst ihr mit der KFZ-Diät demnach weder auf Kohlenhydrate, noch auf Fette. Schließlich sind beides sehr wichtige Nährstoffe für unseren Körper. Jedoch sollte man beides nicht zusammen zu sich nehmen – so die wichtigste Regel der Diät.

Noch mehr Infos und Tipps zum Thema KFZ-Diät findet ihr auch im Buch "Die Zucker-Fett-Falle: Wie Sie den größten Dickmacher besiegen" auf Amazon.

Im Video: Lebensmittel ohne Kohlenhydrate

Die Lebensmittel werden bei der KFZ-Diät also kategorisiert. Neben Kohlenhydraten und Fetten gibt es sogenannte "neutrale" Lebensmittel, die keinen der beiden Nährstoffe enthalten und somit jederzeit verzehrt werden dürfen. Diese Lebensmittel sollen als Zwischenmahlzeiten herhalten.

Anders als bei der klassischen Trennkost werden bei der KFZ-Diät nicht säure- und basenbildende Lebensmittel unterschieden, sondern ganze Nährstoffgruppen.

So setzt sich der Begriff "KFZ" zusammen:

K = Kohlenhydrate
F = Fette
Z = Zwischenmahlzeiten

Richtig geplant sind also sowohl Kohlenhydrate, Fette als auch Zwischenmahlzeiten bei der KFZ-Diät erlaubt.

KFZ-Diät: Was darf wann gegessen werden?

Laut Prof. Dr. med. Olaf Adam sollten morgens nur Kohlenhydrate auf dem Speiseplan landen. Das bedeutet: Brot, Haferflocken und Obst sind beim Frühstück erlaubt. Die in den Nahrungsmitteln enthaltenen Kohlenhydrate sollen den Insulinspiegel hochhalten und gleichzeitig die Fettspeicherung blockieren.

Verzichten solltet ihr morgens beim Frühstück auf fettreiche Nahrung. Statt Käse oder Wurst sollten also besser fettfreie Aufstriche auf dem Brot landen wie zum Beispiel Marmelade. Die Haferflocken könnt ihr mit Wasser zu einem leckeren Porridge verarbeiten und mit Obst lässt sich eine gesunde Smoothie-Bowl herstellen.

Das gleiche Prinzip gilt auch fürs Mittagessen: Kohlenhydrate sind erlaubt – egal ob Nudeln, Reis oder Kartoffeln. Soßen & Co. sollten allerdings möglichst fettfrei sein.

Abends wird dieses Prinzip dann umgekehrt. Auf Kohlenhydrate solltet ihr beim Abendessen verzichten, stattdessen landen Eiweiße und Fette auf dem Speiseplan. Diese sollen dabei helfen, die Fettverbrennung über Nacht anzukurbeln, während ihr schlaft. Hier findet ihr passende Low Carb Rezepte fürs Abendessen.

Lebensmittel nach Nährstoffen gruppiert:

Morgens & mittags (Kohlenhydrate):

  • Brot
  • Obst
  • Honig
  • Müsli
  • Kartoffeln
  • Nudeln
  • Reis
  • entrahmte Milch

abends (Fette)

  • Avocado
  • Nüsse
  • fettiges Fleisch, fetter Fisch (Lachs)
  • Milchprodukte

Zwischenmahlzeiten (Eiweiße & Ballaststoffe)

  • Fisch (z.B. Kabeljau, Seelachs)
  • Salat
  • Magermilchprodukte
  • kohlenhydratarmes Gemüse
  • Eier
  • Hülsenfrüchte

Im Video: Lebensmittel, die viel Fett enthalten

KFZ-Diät: 4 Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten

Eine wichtige Regel, damit die KFZ-Diät funktioniert: Zwischen Mittagessen (kohlenhydratreich) und Abendessen (eiweiß- und fetthaltig) sollen mindestens 4 Stunden Pause liegen, so empfehlen es zumindest die Wissenschaftler in ihrer Studie zur KFZ-Diät. Diese Zeit brauche der Körper, um den Insulinspiegel zu senken. Andersrum sollte man auch nach dem Abendessen (fetthaltig) mindestens 6 Stunden warten, bevor man frühstückt (kohlenhydratreich).

Hungern sollt ihr in dieser Zeit allerdings nicht, denn: Zwischenmahlzeiten sind in Ordnung. Diese sollten jedoch weder Fette, noch Kohlenhydrate enthalten. Und sind wir mal ehrlich: Besonders viel bleibt da nicht. Jedoch sind zum Beispiel Gemüsesorten wie Karotten, Tomaten oder Zuccini erlaubt.

Vorteile der KFZ-Diät

Wie bereits erwähnt, ist der größte Vorteil der KFZ-Diät, dass ihr nicht wirklich auf etwas verzichten müsst. Demnach sollen Heißhunger-Attacken ausbleiben. Klar – Pizza, Pommes und sonstiges Fastfood ist tabu, da sie sowohl Fette als auch Kohlenhydrate enthalten.

Abgesehen davon sind diese Lebensmittel natürlich auch ungesund. Weiterhin ist ein Vorteil der KFZ-Diät, dass ihr eurem Körper keine Nährstoffe entzieht, denn ihr nehmt über den Tag verteilt alles zu euch, was euer Körper braucht. Auch der allseits gefürchtete Jojo-Effekt soll mit dieser Diät nicht eintreten.

Die Nährstoffzusammensetzung ähnelt denen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE). So sollen bei der KFZ-Diät nicht mehr als 30 Prozent Fett, 55 Prozent Kohlenhydrate (größtenteils Polysaccharide) und 15 Prozent Proteine zur Energiegewinnung aufgenommen werden.

Das Diät-Programm, das auch in Kursen angeboten wird, in denen auf die Teilnehmer individuell eingegangen wird, wird von einigen Krankenkassen als Präventionskurs anerkannt.

Die KFZ-Diät bezieht auch Bewegung mit ein. Somit können die Abnehmwilligen den Erfolg der Ernährungsumstellung auch mit körperlicher Betätigung unterstützen und das Risiko eines späteren Jojo-Effekts verringern.

Nachteile der KFZ-Diät

Die KFZ-Diät birgt jedoch auch einige Nachteile. So gestaltet es sich in der Praxis eher schwer, die Aufnahme von Kohlenhydraten und Fetten strickt zu trennen. Ein eher fettiges Stück Fleisch mit Reis? Nicht erlaubt. Nudelsalat mit Avocado Lachs? Auch nicht. Auch Lebensmittel, die beide Nährstoffe untrennbar enthalten, sind tabu.

Vor allem die Geduld oder besser das Durchahltevermögen der Abnehmwilligen wird bei der KFZ-Diät auf die Probe gestellt. Dessen sind sich auch die Entwickler bewusst und betonen, dass eine Veränderung der Ess-Gewohnheiten eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Diät darstelle.

Anders als die Studie zur KFZ-Diät bewertet die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. die Nährstofftrennung: Es gebe "keinen Grund, Kohlenhydrate und Proteine getrennt zuzuführen, da der Körper beides gleichzeitig verdauen kann" heißt es einer Einschätzung der DGE. Generell fehle der Nachweis, "dass eine geringe nächtliche Insulinausschüttung die Gewichtsabnahme dauerhaft fördert." Ob es also wirklich etwas bringt, abends strikt auf Kohlenhydrate zu verzichten, bleibt demnach unklar.

Wie viel Kilo kann man mit der KFZ-Diät abnehmen?

Laut der Studienergenisse zur KFZ-Diät, können innerhalb von 10 Wochen durchschnittlich bis zu 6 kg Gewicht abgenommen werden. Die Langzeitauswertung zeigt, dass die Studienteilnehmer nach einem Jahr rund 10 kg Gewicht verloren haben.

So gut ist die KFZ-Diät wirklich

Fazit: Die KFZ-Diät ist grundsätzlich positiv zu bewerten. Da sie keine schwerwiegenden Risiken birgt und auf eine ganzheitliche Ernährungsumstellung abzielt. Um dauerhaft und gesund abzunehmen raten auch wir grundsätzlich dazu, eine langfristige Ernährungsumstellung und ausreichend Sport zu kombinieren, statt sich auf eine Diät zu fixieren. Die Studienegrebnisse zeigen deutlich, dass es Zeit und Durchhaltevermögen für einen gesunden Gewichtsverlust bedarf. Übrigens wurde die KFZ-Diät auch durch die Kooperationsgemeinschaft gesetzlicher Krankenkassen als Präventionskurs zertifiziert.

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