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Erkältung in der Stillzeit: Was tun gegen Husten, Schnupfen und Halsschmerzen?

von Anne Walkowiak Erstellt am 15. September 2020
Erkältung in der Stillzeit: Was tun gegen Husten, Schnupfen und Halsschmerzen?© Getty Images

Darf man in der Stillzeit Nasentropfen, Hustensaft und Co. nehmen, um den fiesen Erkältungssymptomen den Kampf anzusagen oder schadet man damit seinem Baby? Wir haben die Antworten auf alle Fragen rund um das Thema Erkältung und Stillen.

Eine verstopfte Nase, Kopf- und Gliederschmerzen und (leichtes) Fieber, das sind leider die typischen Beschwerden einer Erkältung oder Grippe (oder sogar des Corona-Virus). Man fühlt sich schlapp und müde.

Während man in der Vergangenheit einfach mit ein bisschen Nasenspray, Hustensaft und Schmerzmittel gegen die Symptome vorgegangen ist, fragt man sich mit Baby: Darf ich bei Erkältungen in der Stillzeit die gleichen Medikamente nehmen? Worauf muss ich achten und was könnte meinem Baby schaden? Und wie viel von dem Arztneimittel geht tatsächlich in die Muttermilch über?

Damit ihr euch trotz Erkältungsbeschwerden besser fühlt und euer Baby gesund und munter bleibt, haben wir die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Soll ich mein Baby weiter stillen, wenn ich krank bin?

Muttermilch ist immer die beste Ernährung für euer Baby. Und das gilt auch, wenn ihr krank seid. Denn die Krankheitserreger, die euch krank gemacht haben, werden nicht über die Muttermilch ans Baby weitergegeben.

Das Gegenteil ist sogar der Fall. Die Muttermilch enthält bereits Antikörper, die ihr gebildet habt und senkt somit das Risiko, dass sich euer Baby bei euch anstecken kann.

Wichtig ist lediglich eine gute Hygiene. Also vor und nach dem Stillen immer Hände waschen. Vom Baby weg niesen und husten (in die Armbeuge oder in ein Taschentuch). Denn ein Schnupfen, eine Grippe oder auch Covid-19, werden alle über Tröpfchen weitergegeben.

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Welche Medikamente sind bei einer Erkältung in der Stillzeit erlaubt?

In der Schwangerschaft sind für werdende Mütter nur wenige Medikamente erlaubt. Denn diese gehen über den Blutkreislauf und die Nabelschnur oft in den Körper des Babys über.

In der Stillzeit sind Mama und Kind zwar nicht mehr über die Nabelschnur verbunden, dennoch können Medikamente über das Blut der Mutter in die Muttermilch und dadurch auch in den Blutkreislauf des Kindes gelangen. Deshalb ist es wichtig, dass ihr immer euren Arzt oder eure Hebamme zu Rate zieht, bevor ihr etwas einnehmt und euch selbst eine Behandlung verordnet.

Generell sind schmerzstillende Medikamente mit den Wirkstoffen Paracetamol und Ibuprofen in der Stillzeit erlaubt. Es gibt laut embryotox.de "keine nennenswerten Hinweise auf Unverträglichkeiten beim Säugling." Zudem wird beispielsweise Ibuprofen als Arzneimittel bei Kindern und Babys verschrieben.

Auch niedrige Dosen Aspirin sind erlaubt, während ihr stillt. Allerdings solltet ihr die Einnahme unbedingt mit eurem Gynäkologen oder eurer Hebamme besprechen. Eine zu hohe Dosierung kann zu einer Erkrankung des Kindes führen.

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Video von Aischa Butt

Welche Medikamente sind in der Stillzeit verboten?

Auf sogenannte Kombi-Präparate gegen Erkältungssymptome sollten Stillende verzichten. Genauso wie auf Arzneimittel mit abschwellender und schleimlösender Wirkung. Diese könnten die Produktion der Milch reduzieren.

Statt klassischem Nasenspray solltet ihr beispielsweise auf eines mit Salzlösung ausweichen. Das hat ebenfalls eine abschwellende Wirkung und erleichtert euch das Atmen. Oder ihr verwendet ein Nasenspray, welches auch für Babys und Kinder geeignet ist.

Verzichten sollten stillende Frauen auch auf Arzneimittel, die ein wenig benommen oder müde machen.

Kann ich ätherische Öle in der Stillzeit anwenden?

Auf ätherische Öle gegen Erkältungssymptome solltet ihr in der Stillzeit verzichten. Egal, ob zum Einreiben gegen die verstopfte Nase und den Husten oder zum Einnehmen – Arzneimittel mit Eukalyptus- oder Pfefferminzöl, Cineol oder Menthol sollten vermieden werden. Sie können bei kleinen Kindern unter zwei Jahren einen Kehlkopfkrampf, Atemnot bis hin zum Atemstillstand auslösen. Außerdem können ätherische Öle den Geschmack der Muttermilch verändern und so zu Trinkproblemen führen.

Lest also immer den Beipackzettel eines Medikaments, auch dann, wenn es freiverkäuflich ist. Es gibt in der Regel einen Paragrafen zur Einnahme während der Stillzeit. Bei Fragen solltet ihr immer euren Arzt oder eure Hebamme konsultieren. Und: Weist schon beim Kauf des Arztneimittels in der Apotheke darauf hin, dass ihr stillt.

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Hausmittel bei Erkältung in der Stillzeit

Wer Kopf- und Gliederschmerzen hat, muss diese in der Stillzeit keinesfalls aushalten. Es handelt niemand unverantwortlich, wenn er eine Schmerztablette nimmt. Wichtig ist, vorher mit dem behandelnden Arzt oder der Hebamme darüber zu sprechen.

Jedoch gilt bei Erkältung in der Stillzeit: Je weniger Medikamente, desto besser. Setzt besser auf schonende Hausmittel.

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Das beste Mittel gegen eine Erkältung sind Ruhe und Schlaf. Das klingt ironisch, bedenkt man, dass ihr ein Stillbaby zu Hause habt. Fragt Omas, Tanten oder Freunde, ob sie euch ein bisschen unterstützen können. Legt euch hin, wenn euer Baby schläft oder macht es euch im Bett zu zweit gemütlich. Je mehr Ruhe und Schlaf ihr bekommt, umso schneller wird eure Erkältung abklingen.

Ein gutes Hausmittel gegen eine verstopfte Nase in der Stillzeit ist zum Beispiel die Anwendung einer Nasendusche mit einer speziellen Salzlösung. Damit spült ihr eure Nase frei und könnt wieder besser atmen.

Wer krank ist, sollte außerdem viel trinken. Das gilt für Mama und Baby. Während der gesamten Stillzeit benötigt der Körper von Frauen mehr Flüssigkeit und dieser Bedarf erhöht sich noch mit einem Infekt.

Am besten trinkt ihr viel Wasser und ungesüßte Tees, auch Saftschorlen sind erlaubt. Die vermehrte Flüssigkeitsaufnahme unterstützt den Körper beim Kampf gegen die verstopfte Nase oder den festsitzenden Husten. Das ermöglicht es eurem Körper, den Schleim besser abzutransportieren.

Welcher Tee ist in der Stillzeit erlaubt?

Aber Achtung bei der Wahl der Teesorten. Salbei hilft gegen Halsschmerzen, kann aber die Milchbildung hemmen, weshalb man mit Salbeitee besser gurgelt, als ihn zu trinken. Geeigneter ist da Ingwertee. Den Ingwer einfach klein schneiden und mit heißem Wasser übergießen. Wer mag, gibt noch ein oder zwei Scheiben Zitrone und ein wenig Honig für die extra Vitamin-C-Dosis dazu. Ingwer hat eine schmerzlindernde und durchblutungsfördernde Wirkung.

Auch lesen: Ingwer in Schwangerschaft und Stillzeit: Was ist erlaubt?

Bei Erkältung in der Stillzeit ist auch Fencheltee eine gute Wahl. Er wirkt beruhigend und krampflösend. Angewendet bei Gliederschmerzen oder Schmerzen durch den Husten kann er gute Abhilfe schaffen.

Außerdem können bei einer Erkältung in der Stillzeit helfen:

  • warme Hühnersuppe
  • ein Dampfbad (beispielsweise mit Kamille)
  • viel frische Luft
  • Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen

Quellen:
embryotox.de
Onmeda.de
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Wichtiger Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen lediglich der Information und ersetzen keine Diagnose beim Arzt. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Arzt oder die Hebamme kontaktieren.