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Apfelmus selber machen: Leckere Rezepte mit oder ohne Zucker

von Nicole Molitor Erstellt am 17. April 2020
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Apfelmus selber machen: Leckere Rezepte mit oder ohne Zucker© Getty Images

Lest hier, wie ihr schnell und einfach Apfelmus selber machen und verfeinern könnt. Außerdem verraten wir euch, welche Apfelsorten sich dafür am besten eignen.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber bei Apfelmus muss ich immer an "Das tapfere Schneiderlein" und seine Sieben auf einen Streich denken. Da wird einem gleich warm ums Herz und man fühlt sich in die Kindheit zurückversetzt.

Das süße Mus hat die Mutter oder Oma damals immer selbst gekocht. Kein Grund, jetzt mit der Tradition zu brechen. Denn bei selbstgemachtem Apfelmus weiß man, was drin steckt. Außerdem kann man das Rezept nach Geschmack verfeinern und die Zuckermenge reduzieren, um das Apfelmus gesünder zu gestalten.

Wir zeigen euch, wie ihr euer eigenes Apfelmus selber machen könnt und dabei möglichst wenig Abfall produziert. Stichwort Nachhaltigkeit.

Welche Äpfel eignen sich am besten für Apfelmus?

Grundsätzlich könnt ihr aus jedem Apfel Mus machen. Auf diese Weise lassen sich auch alte Äpfel gut verwerten. Sind die Äpfel etwas weicher, geht das Pürieren zudem leichter.

Tipp: Braune Stellen solltet ihr großzügig abschneiden. Apfelmus aus Apfelresten hält sich jedoch unter Umständen nicht ganz so lange wie Mus aus frischen Äpfeln.

Zum Glück gibt es Äpfel das ganze Jahr über zu kaufen. Am größten ist das Angebot zur Hauptsaison von August bis November. Aber welche Apfelsorte ist am besten für Apfelmus geeignet?

Perfekt sind aromatische, leicht saure Äpfel, die leicht zerfallen. Dazu gehören Boskoop, Idared, Braeburn oder Cox Orange. Am besten sind jedoch Klaräpfel, die ersten Äpfel, die im August heranreifen.

Für den Überblick: Saisonkalender Obst: Wann gibt es welches Obst?

Wollt ihr die Äpfel nicht komplett pürieren, sind festere Apfelsorten wie Elstar super. Statt glattes Apfelmus könnt ihr daraus stückigen Apfelkompott selber machen. Dabei spart ihr euch den Schritt des Pürierens und Filterns und euer süßer Brotaufstrich hat mehr Biss.

Im Video: Kartoffelpuffer für euer selbstgemachtes Apfelmus

Video von Aischa Butt

Apfelmus selber machen: Diese Zutaten braucht ihr

Um Apfelmus selber zu machen, braucht ihr neben vielen Äpfeln (gut ein Kilo für vier Personen) nur noch etwas Zucker, Wasser und Zitronensaft, um zu verhindern, dass die Äpfel braun anlaufen. Verfeinern könnt ihr das Mus mit Zimt, einer ausgekratzten Vanilleschote und Muskatnuss.

Tipp: Wenn ihr statt Wasser Apfelsaft oder Cidre nehmt, um das Apfelmus zu kochen, könnt ihr die Zuckermenge entsprechend reduzieren.

Ihr könnt auch ein gemischtes Apfelmus machen und Halbe-Halbe Äpfel und Birnen pürieren. Oder ihr probiert euch an einem sommerlichen Apfelmus mit Beeren der Saison.

Dieses Zubehör ist hilfreich:

Tipp: Besonders einfach könnt ihr Apfelmus im Thermomix herstellen. Ist euch das Originalgerät von Vorwerk zu teuer, haben wir euch hier günstige Thermomix-Alternativen für unter 350 Euro herausgesucht. Mehr schnelle Thermomix-Rezepte gibt's ebenfalls bei uns.

Passend dazu: Schneller kochen: 11 Tricks, mit denen ihr in der Küche Zeit spart

Rezept für Apfelmus mit Zucker

Ihr braucht diese Zutaten:
Für 4 Personen

  • 1 kg Äpfel
  • 120 ml Apfelsaft (naturtrüb)
  • Saft einer Bio-Zitrone
  • 1 EL Zitronenschale
  • 2–3 EL Zucker
  • Zimt oder frisch geriebene Muskatnuss (nach Geschmack)

Rezept für Apfelmus ohne Zucker (Apfelmark)

Ihr könnt auch Apfelmus ohne Zucker herstellen. Das nennt sich dann Apfelmark und lässt sich beispielsweise als Ei-Ersatz beim veganen Backen nutzen. Natürlich ist zuckerfreies Apfelmus auch ein gesunder Snack für zwischendurch.

Ihr braucht diese Zutaten:
Für 4 Personen

  • 1 kg Äpfel
  • 120 ml Wasser
  • 1/2 Bio-Zitrone (Saft + Abrieb)
  • 1 Vanilleschote (ausgekratzt)
  • Zimt oder frisch geriebene Muskatnuss (nach Geschmack)

Apfelmus kochen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Habt ihr alle Zutaten beisammen, kann es auch schon ans Eingemachte gehen. Hier erfahrt ihr Schritt für Schritt, wie ihr euer Apfelmus richtig zubereitet.

Schritt 1: Äpfel waschen. Die Apfelschale könnt ihr grundsätzlich dran lassen. Unter der Schale sitzen nämlich die meisten Vitamine und Nährstoffe des Apfels. Wer sein Apfelmus extra fein haben will, sollte die Äpfel aber besser schälen. So oder so, das holzige Kerngehäuse entfernt ihr in jedem Fall. Mit einem Apfelentkerner lässt es sich bequem ausstechen.

Tipp: Schale und Apfelkerne nicht wegschmeißen! Daraus könnt ihr Apfelessig selber machen. Hierfür die klein geschnittenen Apfelreste in einem sterilisierten Einmachglas mit Wasser bedecken. Sauberes Küchentuch drüber und 4–6 Wochen gären lassen. Gelegentlich umrühren. Selbstgemachten Apfelessig durch ein Sieb filtern und in Flaschen abfüllen.

Schritt 2: Äpfel klein schneiden und zusammen mit dem Apfelsaft bzw. Wasser und Zucker (gegebenenfalls) sowie dem Zitronensaft in einem Topf aufkochen. Deckel halb auflegen und den Apfelkompott 10–20 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen. Wer sein Apfelmus verfeinern möchte, kocht die Äpfel gemeinsam mit zwei Zimtstangen oder/und einer ausgekratzten Vanillestange.

Tipp: Wollt ihr selbstgemachtes Apfelkompott haben, seid ihr nun quasi fertig. Wer mag, kann die Äpfel noch ein wenig mit einem Kartoffelstampfer bearbeiten und nach Lust und Laune Rosinen unterheben.

Schritt 3: Wer glattes Apfelmus machen möchte, püriert den Apfelkompott nun in einem Multizerkleinerer. Ihr könnt alternativ einen Stabmixer benutzen oder auf pure Muskelkraft mit dem Kartoffelstampfer setzen. Wichtig ist, dass ihr vor dem Pürieren Zimt- oder Vanillestange entfernt.

Schritt 4: Soll euer selbstgemachtes Apfelmus richtig fein sein, dreht ihr den Apfelbrei anschließend ein paar Mal durch die "Flotte Lotte", ein spezielles Passiersieb. Ihr könnt den Brei aber genauso gut durch ein großes Küchensieb filtern.

Schritt 5: Habt ihr das Apfelmus noch nicht beim Einkochen gewürzt, könnt ihr dies nun mit Zimtpulver, flüssigem Vanilleextrakt und frisch gemahlener Muskatnuss nachholen. Ist euch das Mus nicht süß genug, gebt ihr Ahornsirup oder Agavendicksaft dazu. Fertig!

Apfelmus selber machen ohne kochen

Wenn ihr wenig Zeit habt, könnt ihr sogar Apfelmus selber machen ohne kochen. Dafür lasst ihr einfach den Schritt mit dem Einkochen weg und püriert die Äpfel direkt zusammen mit dem Zitronensaft und den Gewürzen im Mixer. Im Sommer ist dieses kalte Apfelmus eine erfrischende Alternative und ein leichtes Dessert für heiße Tage.

Wie lange ist selbstgemachtes Apfelmus haltbar?

Im Kühlschrank hält sich selbstgemachtes Apfelmus etwa drei Tage. Bei einer kleinen Menge habt ihr das Mus ohnehin schnell verputzt. Wollt ihr Apfelmus auf Vorrat anlegen, gibt es ein paar Tricks, wie ihr den süßen Fruchtaufstrich länger haltbar machen könnt.

Im Video: So könnt ihr Lebensmittel haltbar machen

Video von Aischa Butt

5 Tipps, mit denen Apfelmus länger hält

1. Intakte Äpfel: Achtet darauf, dass die Äpfel, die ihr benutzt, keine Dellen oder braune Stellen haben. Diese verkürzen nämlich die Haltbarkeit eures selbstgemachten Apfelmus oder Apfelkompotts.

2. Zucker verwenden: Neben dem heißen Abkochen dient auch Zucker als Konservierungsmittel. Deshalb hält sich Apfelkompott mit Zucker länger als zuckerfreies Apfelmark. Das ist das gleiche Prinzip wie beim Marmelade kochen.

3. Gläser sterilisieren: Bevor ihr das heiße Apfelmus in die Gläser füllt, solltet ihr diese sterilisiert haben. Einmachgläser dafür samt Deckel zehn Minuten in einem großen Topf mit Wasser aufkochen. Apfelmus einfüllen, Deckel fest zuschrauben und schon hält sich das Ganze im Kühlschrank drei Monate länger.

Lesetipp: Gläser sterilisieren: 4 Methoden für keimfreies Einmachen

4. Apfelmus einkochen: Noch länger ist das Apfelmus haltbar, wenn ihr es direkt im Glas einkocht. Die verschlossenen Einmachgläser kocht ihr dafür nach dem Abfüllen erneut für 30 Minuten in einem Topf mit Wasser auf. Die heißen Gläser anschließend auf den Kopf stellen und abkühlen lassen.

5. Löffel benutzen: Damit keine Keime von außen in euer DIY-Apfelmus kommen, solltet ihr nie mit dem Finger hineingehen. Entnehmt das Mus oder Kompott stattdessen stets mit einem sauberen Löffel.

Mehr lesen: Die 5 besten Methoden, um Lebensmittel haltbar zu machen

Bratapfel im Glas: Rezept für Apfelkonfitüre

Weihnachten könnte für euch das ganze Jahr über sein? Dann probiert mal dieses himmlische Rezept für Apfelkonfitüre mit Zimt und Marzipan aus.

Ihr braucht diese Zutaten:
Für ca. 25 Schraubgläser (à 150 ml)

  • 2 kg säuerliche Äpfel, z. B. Boskop
  • 1 EL Butterschmalz
  • 600 g Zucker
  • 500 ml Apfelsaft, selbst entsaftet
  • oder Direktsaft
  • 1 TL Zimt, gemahlen
  • 1 TL Nelken, gemahlen
  • 100 g Marzipanrohmasse
  • Zitronensaft oder -säure nach Geschmack

So geht die Zubereitung:
1. Äpfel waschen, schälen, entkernen und grob würfeln.

2. Butterschmalz im Topf schmelzen, Äpfel mit ein wenig Zucker darin anbraten, gelegentlich umrühren, bis stellenweise eine goldbraune Farbe zu sehen ist. Aufpassen, dass nichts anbrennt.

3. Karamelläpfel mit dem Apfelsaft ablöschen. Zucker und Gewürze hinzufügen und so lange kochen, bis die Äpfel weich sind. Zwischenzeitlich das Marzipan in Würfel schneiden. In die Masse geben, alles pürieren und nochmals kurz aufkochen. Mit Zitronensaft oder -säure abschmecken.

4. Fertige Konfitüre sofort mit Hilfe des Abfülltrichters und Schöpflöffels in die Gläser füllen und diese verschließen. Im Kühlschrank hält sich die Apfelkonfitüre mindestens ein Jahr.

Kochbuch für Eingekochtes

Das tolle Rezept stammt aus dem Kochbuch "Einkochen. Neue Schätze für den Vorratsschrank" von Patricia Stamm und Verena Stummer. Neben Ideen für Apfelmusvarianten gibt es darin auch viele weitere Rezepte und Tipps zum Einkochen von Geles, Chutneys, Suppen, Pestos und Likören.

> Das gesamte Kochbuch findet ihr beispielsweise hier bei Amazon.*

Tipp: Selbst eingekochte Speisen wie euer Apfelmus oder Apfelkompott kommen immer gut an und sind ein individuelles Geschenk aus der Küche. Viel Spaß beim Zaubern und Verschenken!


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