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Industrial-Piercing: Alle Infos und Tipps zum Ohrpiercing

von Christina Cascino Erstellt am 29. Juli 2020
Industrial-Piercing: Alle Infos und Tipps zum Ohrpiercing© Getty Images

Das Industrial-Piercing besteht aus zwei Piercings an der äußeren Ohrmuschel. Erfahrt hier alles zu den Kosten, Risiken und der richtigen Pflege.

Das Industrial-Piercing, auch kurz Industrial, Scaffold-Piercing oder Crossbow-Piercing genannt, besteht aus zwei Helix-Piercings an der Ohrmuschel. Genauer gesagt wird beim Industrial zum einen der obere Rand der Ohrmuschel auf der Seite nahe dem Kopf durchstochen und zum anderen die untere, äußere Ohrkante auf der gegenüberliegenden Seite. Die beiden Piercing-Löcher werden dann mithilfe eines langen Barbell-Stabs (ca. 30-40 mm lang) miteinander verbunden.

Auch beim Orbital-Piercing werden zwei Piercinglöcher miteinander verbunden. Der Unterschied zum Industrial liegt allerdings darin, dass ein Piercing-Stab und beim Orbital ein Ring zum Verbinden verwendet wird.

Von den Risiken bis hin zur richtigen Pflege: Hier kommen alle Infos über das Ohrpiercing, die ihr vor dem Stechen wissen müsst.

Übrigens: Ein Industrial-Piercing muss nicht unbedingt diagonal gestochen werden. Es gibt viele weitere Stellen und Möglichkeiten, wie das Ohrpiercing aussehen kann. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel das Vertikal-Industrial. Hier verläuft der Piercingstab von oben nach unten durch die Ohrmuschel.

Lesetipp: Piercing-Trends: Die wollen wir jetzt!

Ganz wichtig: Alle Piercings sollten grundsätzlich in einem professionellen Piercing-Studio gestochen werden. Laienhaftes Piercen, z.B. in einem Juweliergeschäft, kann zu schmerzhaften Entzündungen führen.
Außerdem ist gerade beim Industrial-Piercing Professionalität und Präzision gefragt, da hier gleich zwei Löcher gestochen werden, die in einem bestimmten Winkel zueinander liegen müssen. Hinzu kommt, dass dieses Ohrpiercing stark anatomieabhängig ist und somit nicht bei jedem möglich ist.

Industrial: So wird das Ohrpiercing gestochen

Vor dem eigentlichen Stechen wird zunächst das Ohr gründlich desinfiziert und die beiden Einstichstellen mit einem Stift markiert. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Industrial stechen zu lassen: Es kann ganz klassisch gestochen, aber auch gepuncht werden.

Beim "normalen" Piercen wird in der Regel eine Hohlnadel oder eine Venenverweilkanüle mit einem Durchmesser von meist 1,6 Millimetern verwendet. Beim Punchen wird die Haut hingegen nicht durchstochen, sondern herausgestanzt.
Der Vorteil: Während beim Stechen mit einer Heilungsphase von sechs bis 12 Monaten zu rechnen ist, liegt die Heilungsdauer beim Punchen nur bei zwei bis vier Wochen. Auch die Gefahr, dass sich Wildfleisch am Ohr bildet (= Keloidbildung), ist beim Punchen geringer.
Der Nachteil: Die Einstichstellen bleiben beim Punchen dauerhaft erhalten und können nicht wieder zuwachsen.

Der Barbell wird übrigens während der gesamten Heilungsphase getragen. Es ist zwar möglich auch zwei einzelne, kurze Barbells oder zwei Ball Closure Ringe in den ersten Wochen nach dem Stechen zu tragen und die beiden Einstichstellen erst später durch einen langen Barbell miteinander zu verbinden, doch davon wird meist abgesehen, da es so schwieriger ist, die beiden Piercinglöcher exakt aufeinander abzustimmen.

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Industrial-Piercing: Wie schmerzhaft ist das Piercen?

Wie schmerzhaft das Stechen des Industrials ist, hängt natürlich immer vom eigenen Schmerzempfinden ab. Generell gelten alle Knorpelpiercings wie z.B. das Tragus- oder Conch-Piercing als recht schmerzhaft, da sich hier meist viele Nerven befinden. Hinzu kommt beim Industrial-Piercing, dass gleich zweimal durch die Kante des Ohres gestochen werden müssen.

Da das Stechen des Ohrpiercings aber nur wenige Sekunden dauert, lässt auch der Schmerz schnell wieder nach. Direkt nach dem Stechen schwillt das Ohr meist an, pocht oder fühlt sich heiß an. Aber auch diese Beschwerden sollten nach kurzer Zeit wieder verschwinden.

Industrial-Piercing: Das sind die größten Risiken

Ganz egal ob am Ohr, der Nase oder am Bauch – grundsätzlich bestehen bei allen Piercings gewisse Risiken. Beim Industrial besteht die Gefahr, dass ihr mit dem Piercing an der Kleidung oder den Haaren hängen bleibt oder beim Draufliegen Druck auf die Piercingstelle ausgeübt wird. Dadurch können Schmerzen, aber auch Entzündungen entstehen. Da beim Industrial-Piercing zwei potenzielle Entzündungsquellen bestehen, solltet ihr besonders vorsichtig sein. Leichte Entzündungen sind meist mit spezieller Piercingpflege zu behandeln.

Was zu tun ist, wenn sich euer Piercing doch entzündet, erfahrt ihr hier: Piercing entzündet: Was du tun kannst und wann du zum Arzt solltest.

Außerdem kann es während der Wundheilung des Knorpelpiercings zur Neubildung von Bindegewebe kommen. Das bildet der Körper, um die Verletzungen, die beim Piercen entstanden sind, zu bekämpfen.

Ohrpiercing: Wie viel kostet ein Industrial?

Wie viel ein Industrial-Piercing kostet, lässt sich pauschal nur schwer sagen und ist meist von der Region und vom Piercingstudio abhängig. Da für dieses Piercing zwei Löcher gestochen werden müssen, ist der Preis entsprechend höher als bei einem einzelnen Ohrpiercing.

In der Regel müsst ihr für das Industrial mit 60 bis 100 Euro oder mehr rechnen. Im Preis ist neben dem Stechen meist auch der Erstschmuck und das Mittel für die Piercingpflege enthalten.

Industrial-Piercing: Alle Infos zur Heilung und richtigen Pflege

Wie lange es dauert, bis das Ohrpiercing vollständig abgeheilt ist, hängt davon ab, ob es gestochen oder gepuncht wurde. Beim Stechen ist mit einer Heilungsdauer von sechs bis 12 Monaten zu rechnen, während beim Punchen das Piercing nach bereits zwei bis vier Wochen vollständig abgeheilt sein kann.

Damit euer Piercing gut und schnell verheilt, sollte es regelmäßig gepflegt werden. Achtet dabei auf folgende Dinge:

  • Piercing nicht bewegen und nur mit gewaschenen und desinfizierten Händen berühren.

  • Piercingstelle dreimal täglich mit Desinfektionsspray (gibt es im Piercing-Studio oder hier bei Doc Morris*) einsprühen.

  • In den ersten Tagen keine blutverdünnende Medikamente wie Aspirin einnehmen und das Ohrpiercing vor Seife, Shampoo und Haarspray schützen sowie auf Haarfärbemittel verzichten.

  • In den ersten zwei Wochen: Auf Schwimmbad, Solarium, und Sauna sowie bestimmte Sportarten (Ballsport, Turnen, ...) verzichten.

  • Druck auf dem Piercing vermeiden (z.B. durch Mützen, Kopfhörer oder direktes Draufliegen).

  • Eventuell entstehende Krusten können vorsichtig mit warmem Kamillenwasser entfernt werden.

  • Während der Heilungsphase solle das Piercing auf keinen Fall selbstständig herausgenommen werden.

Industrial-Piercing: Diesen Schmuck gibt es

Den Barbell, der euch beim Piercen eingesetzt wurde, müsst ihr so lange tragen, bis die Wunde vollkommen abgeheilt ist. Ist euer Industrial dann vollkommen abgeheilt, könnt ihr den Ohrschmuck beim Piercer wechseln lassen.

Für dieses Ohrpiercing werden am häufigsten längere Barbells aus Edelstahl verwendet. Die Barbell-Stäbe gibt es in Silber, Gold, aber auch in Schwarz oder anderen bunten Farben. Außerdem gibt es Modelle, die mit ausgefallenen Ornamenten verziert sind. Besonders beliebt sind Barbells in Form eines Pfeils oder einer Kette, die locker am Ohr herabhängt, aber auch als Art Sicherheitsnadel.

Achtet darauf, dass euer Piercing nicht zu kurz ist, da sonst Spannung zwischen den beiden Einstichstellen entstehen kann und die auf Dauer schmerzen kann. Der Stab sollte etwa zwischen 30 und 40 mm lang sein.

Quellen & weitere Informationen zu gesundheitlichen Risiken des Piercings:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich der Information und ersetzen keine Diagnose beim Arzt. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Arzt kontaktieren.

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