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Orbital-Piercing: Alles Wichtige zum Ohrpiercing

von Christina Cascino Erstellt am 14. Mai 2020
Orbital-Piercing: Alles Wichtige zum Ohrpiercing© Getty Images

Von den Risiken bis hin zur richtigen Pflege: Hier kommen alle Infos über das Orbital-Piercing, die du vor dem Stechen wissen solltest.

Das Orbital-Piercing gehört – anders als Helix, Rook und Snug – eher zu den seltenen Piercings am Ohr, da es noch ein relativ neuer Trend ist. Das Besondere an diesem Ohrpiercing: Für das Orbital benötigt man gleich zwei Piercinglöcher. Diese werden dann mit einem Schmuckstück (meist einem Ring) miteinander verbunden. Das Ganze erinnert optisch dann ein wenig an eine Umlaufbahn (Orbit), daher auch der Name des Piercings.

An welcher Stelle am Ohr die beiden Löcher für das Orbital-Piercing gestochen werden sollen, kann jeder ganz individuell entscheiden. Im Grunde können (fast) alle Stellen am Ohr durch das Orbital miteinander verbunden werden. Zu den beliebtesten Arten zählt das Helix Orbital, das Conch Orbital oder das Lobe Orbital. Und auch, ob das Ohrpiercing senkrecht, waagerecht oder schräg gestochen werden soll, kann individuell entschieden werden. Übrigens: Werden drei Löcher miteinander verbunden, spricht man von einem Triple Orbital Piercing.

Was ihr beim Orbital-Piercing beachten müsst und welche Risiken es gibt, verraten wir euch hier.

Das ist der Unterschied zwischen Orbital- und Industrial-Piercing:

Das Orbital-Piercing ähnelt dem Industrial-Piercing, da auch hier zwei Ohrlöcher durch ein Schmuckstück miteinander verbunden werden. Doch während beim Industrial-Piercing der Abstand zwischen den beiden Einstichstellen relativ weit auseinanderliegt, werden die Löcher beim Orbital in viel kleinerem Abstand zueinander gestochen. Außerdem wird beim Industrial in der Regel ein Stab und kein Ring zum Verbinden der Löcher verwendet.

Lesetipp: Piercing-Trends: Die wollen wir jetzt!

Orbital-Piercing: So wird das Ohrpiercing gestochen

Wichtig vorab: Wie alle anderen Ohrpiercings und Piercings generell auch, sollte das Orbital-Piercing ausschließlich in einem professionellen Piercing-Studio gestochen werden. Laienhaftes Piercen könnte zu heftigen Entzündungen führen. Außerdem ist gerade beim Orbital Professionalität gefragt, da hier die beiden Löcher in einem bestimmten Abstand zueinander liegen sollten.

Bevor es ans eigentliche Stechen geht, wird zunächst das Ohr gründlich desinfiziert und die beiden Einstichstellen mit einem Stift markiert. Achtung: Am besten entscheidet ihr euch bereits vor dem Stechen dafür, welche Ringgröße und -art später eingesetzt werden soll. Diese Faktoren spielen nämlich eine Rolle dabei, in welchem Abstand die beiden Löcher zueinander gestochen werden sollten.

Nun werden die beiden Löcher mit Hilfe einer Hohlnadel nacheinander durchstochen. Bis die Wunden abgeheilt sind, sollten in beide Piercinglöcher separate Stecker eingesetzt werden, um sie nicht zusätzlich zu reizen. Erst NACH vollständigem Abheilen können diese dann mit einem Ring verbunden werden.

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Übrigens: Für ein Orbital müsst ihr euch nicht unbedingt neue Piercinglöcher stechen lassen. Wer bereits zwei Ohrlöcher nebeneinander hat, kann die ganz einfach zum Orbital umgestalten und mit einem Ring verbinden. Am einfachsten geht das natürlich am Ohrläppchen. Messt hierzu einfach den Abstand der beiden Löcher, um herauszufinden, welchen Durchmesser ihr benötigt.

Auch lesen: Ihr wollt ein Ohrpiercing? Wir haben alle Infos über Methoden, Tipps und Risiken!

Orbital-Piercing: Wie schmerzhaft ist das Piercen?

Wie schmerzhaft das Stechen des Orbital-Piercings ist, kommt ganz darauf an, an welcher Stelle im Ohr gestochen wird. Während ein Durchstechen des Ohrläppchens kaum bis gar nicht schmerzt, sind die Schmerzen bei Piercings durch Knorpelgewebe nicht immer ganz ohne. Hier ist das Gewebe meist recht dick und hart und von Nerven durchzogen. Wie groß die Schmerzen sind, hängt natürlich vom eigenen Schmerzempfinden ab.

Da das Piercen in der Regel nur wenige Sekunden dauert, lassen sich die Schmerzen aber in der Regel gut aushalten. Nach dem Stechen schwillt das Ohr meist etwas an, pocht oder fühlt sich heiß an. Diese Beschwerden sollten aber nach kurzer Zeit wieder abklingen.

Orbital-Piercing stechen lassen: Das sind die Risiken

Wie alle anderen Piercings auch, bringt auch das Orbital Risiken mit sich. Bleibt ihr mit eurem Piercing zum Beispiel häufig in Kleidung oder in den Haaren hängen oder wird beim Daraufliegen oder beim Tragen von Kopfhörern starker Druck auf die Piercingstelle ausgeübt, dann kann es teils zu starken Schmerzen kommen. Außerdem bildet der Körper während der Wundheilung nicht selten neues Gewebe, um die Verletzungen besser zu bekämpfen.

Die größte Gefahr besteht allerdings darin, dass sich das Piercing entzündet. Dies ist häufig der Fall, wenn die beiden Löcher direkt nach dem Stechen mit einem Ring verbunden werden und nicht unabhängig voneinander abheilen können. Werden allerdings zwei einzelne Stecker getragen, bis die Wunde vollständig abgeheilt ist, ist eine Entzündung hingegen recht unwahrscheinlich – vor allem bei richtiger Pflege.

Ist euer Piercing entzündet, solltet ihr sofort einen Arzt oder den Piercer aufsuchen. Denn: Eine Entzündung kann sich über die Lymphgefäße und das Innenohr auf den Gesichtsnerv ausbreiten und im schlimmsten Fall eine Gesichtslähmung oder Beeinträchtigung des Gesichtsnervs hervorrufen.

Wie teuer ist ein Orbital-Piercing?

Wie hoch die Kosten für ein Orbital-Piercing sind, kann man pauschal nicht sagen. Die Kosten variieren von Studio zu Studio und von Region zu Region. Da für das Orbital allerdings zwei Piercinglöcher gestochen werden müssen, ist der Preis entsprechend höher als bei einem einzelnen Ohrpiercing.

Außerdem kommt es auch hier wieder darauf an, an welcher Stelle am Ohr die Löcher gestochen werden sollen. Ein Loch am Ohrläppchen kostet zum Beispiel etwa 30 Euro, für zwei wären es dann entsprechend 60 Euro. In der Regel müsst ihr für das Orbital mit 60 bis 100 Euro oder mehr rechnen.

Orbital-Piercing: Alles zur Heilung und richtigen Pflege

Wie lange es dauert, bis das Orbital vollständig abgeheilt ist, hängt von der Piercingstelle ab. Orbital-Piercings im Ohrläppchen verheilen sehr schnell (zwei bis vier Wochen). Knorpelpiercings brauchen dagegen gut und gerne mal sechs Monate oder länger, um abzuheilen.

Damit das Piercing gut und schnell verheilt, solltet ihr es regelmäßig pflegen und dabei auf folgende Dinge achten:

  • Piercing nicht bewegen oder daran herumspielen. Müsst ihr es anfassen, dann nur mit desinfizierten Händen.

  • Piercingstelle dreimal täglich mit Desinfektionsspray (gibt es im Piercing-Studio, der Apotheke oder hier bei Amazon*) einsprühen.

  • In den ersten Tagen: Keine blutverdünnende Medikamente wie Aspirin einnehmen und das Ohrpiercing vor Seife, Shampoo und Haarspray schützen.

  • In den ersten zwei Wochen: Auf Schwimmbad, Solarium, und Sauna sowie bestimmte Sportarten (Ballsport, Turnen, ...) verzichten.

  • Druck auf dem Piercing vermeiden (z.B. durch Mützen, Kopfhörer oder draufliegen).

  • Eventuell entstehende Krusten sollten vorsichtig mit warmem Kamillenwasser entfernt werden.

  • Piercing sollte auf keinen Fall selbstständig herausgenommen werden.

Was zu tun ist, wenn sich euer Piercing doch mal entzündet, erfahrt ihr hier: Piercing entzündet: Was du tun kannst und wann du zum Arzt solltest.

Orbital-Piercing: Diesen Schmuck gibt es

Ist euer Piercing am Ohr vollkommen abgeheilt, könnt ihr die Stecker beim Piercer herausnehmen und die beiden Löcher mit einem Ring verbinden lassen. Für das Orbital-Piercing werden am häufigsten kleine Klemmkugelringe (Ball Closure Rings) verwendet. Auch Segmentringe, D-Ringe und Hufeisen sind natürlich möglich.

Wer keinen Ring möchte, der kann die beiden Piercings auch mit Spiral Piercings oder Piercing-Bananen miteinander verbinden.

Good to know: Am hochwertigsten ist Piercingschmuck aus Titan oder PTFE. Piercings aus chirurgischem Edelstahl enthalten hingegen Nickel und rufen daher häufig Allergien oder Entzündungen hervor.

Quellen & weitere Informationen zu gesundheitlichen Risiken des Piercings:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich der Information und ersetzen keine Diagnose beim Arzt. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Arzt kontaktieren.

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